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Mikro- und makroökonomische Analyse der indischen Wirtschaft - Chancen und Risiken eines Investments

Seminararbeit 2005 23 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Indiens Rahmenbedingungen
2.1 Die kulturellen Rahmenbedingungen Indiens
2.2 Die politischen Rahmenbedingungen Indiens
2.3 Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Indiens

3. Makroökonomische Analyse der indischen Wirtschaft
3.1 Die indische Binnenwirtschaft
3.1.1 Wichtige Wirtschaftsdaten
3.1.2 Wachstumsperspektive der indischen Wirtschaft
3.1.3 Staatsfinanzen und Staatsverschuldung
3.1.4 Preisentwicklung und Inflation
3.1.5 Arbeit und Beschäftigung
3.2 Die indische Außenwirtschaft
3.2.1 Ausländische Direktinvestitionen
3.2.2 Die deutsch – indischen Handelsbeziehungen

4. Die Mikroökonomische Analyse – Analyse ausgewählter Branchen und Sektoren
4.1 Produzierendes Gewerbe – die Industrie
4.1.1 Die Automobilindustrie
4.1.2 Die Textilindustrie
4.1.3 Die IT- Branche
4.2 Der Dienstleistungssektor
4.3 Die Landwirtschaft

5. Investitionen in Indien
5.1 Allgemeine Probleme bei der Investitionsentscheidung
5.2 Chancen und Risiken der einzelnen Branchen
5.3 Weitere mögliche Faktoren für eine Investitionsentscheidung

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wirtschaftliche Eckdaten 2003/2004 – 2005/2006

Abbildung 2: Entwicklung der Produktivität Indiens im Vergleich (1993 – 2003)

Abbildung 3: Außenhandel in Mrd. US$

Abbildung 4: Registrierte motorisierte Fahrzeuge in Indien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Aufgrund der wirtschaftlichen Liberalisierung und der Öffnung nach außen steht die indische Wirtschaft vor einem rasanten Wachstum.[1]

Die 1991 eingeleiteten Reformen ebnen den Weg Indiens in eine soziale Marktwirtschaft. Der öffentliche Sektor stellt in zentralen Wirtschaftsbereichen mit einem Anteil von 70 Prozent weiterhin den größten Bereich dar. Durch die neue indische Regierung, welche seit Mai 2004 im Amt steht, sollen die Reformen weitergeführt werden, mit besonderem Augenmerk auf eine Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Bereich sowie Investitionen im Gesundheits- und Bildungsbereich. Trotz der Tatsache, dass Indien in einzelnen Teilbereichen, wie z.B. der Informationstechnologie, der Pharmazie und der Forschung in Raumfahrt oder Biotechnologie mit den Industriestaaten gleichzusetzen ist, konnte sich das Land nicht aus der Gruppe der Entwicklungsländer befreien. Zu groß sind noch die Unterschiede zwischen den unterentwickelten ländlichen Gebieten und den schnell wachsenden Metropolen, wie New Delhi oder Bombay.[2]

Besonders zur Geltung kommen diese Unterschiede in der Landwirtschaft, in der z.T. noch immer mit primitivsten Techniken gearbeitet wird, im Gegensatz zur Computertechnik, in welcher Indien bereits zu den führenden Industriestaaten aufgeschlossen hat. Die wirtschaftliche Kraft ist in der geographischen Verteilung sehr unterschiedlich ausgeprägt. Z.B. weist der Unionsstaat Tamil Nadu mit einer Einwohnerzahl von 62,11 Mio. im Jahre 2001 ein deutlich höheres Pro-Kopf-Einkommen auf, als der Unionsstaat Bihar mit 82,88 Mio. Einwohnern im Jahre 2001.[3]

Im Jahre 2003 lebten in Indien 1,07 Mrd. Menschen, bei einer Bevölkerungsdichte von 325 Einwohner pro qkm. Das Bevölkerungswachstum wird mit 1,5 Prozent beziffert. Ein enormes Problem in Indien stellt die hohe Analphabetenrate dar, welche im Jahre 2003 40,5 Prozent erreichte. Die Geschäftssprache in Indien ist Englisch, wobei es 24 Sprachen gibt, welche jeweils von mindestens einer Million Menschen gesprochen werden. Hinzu kommen noch diverse Dialekte. Hindi ist die Amtsprache und Muttersprache von rund 30 Prozent der Bevölkerung. Als wichtigste Rohstoffe Indiens werden Zuckerrohr, Tee, Ölfrüchte, Jute, Baumwolle Gewürze, Kohle, Eisen, Bauxit, Kupfer, Blei, Zink, Titan, Kalk und Erdöl angesehen. Des Weiteren ist Indien Mitglied in regionalen Wirtschaftszusammenschlüssen wie z.B. ESCAP, Colombo-Plan, Indien Ocean Rim Association.[4]

Der Verfasser weist darauf hin, dass bei der Darstellung einzelner Wirtschaftsdaten, z.T. nicht das Kalenderjahr zugrunde gelegt ist, sondern ein Wirtschaftsjahr beginnend am 1.4 bis zum 31.3. des Folgejahres definiert wurde. Wird im Folgenden der Begriff Wirtschaftsjahr verwendet, so ist dieser stets in dieser Definition zu verstehen.

2. Indiens Rahmenbedingungen

2.1 Die kulturellen Rahmenbedingungen Indiens

Die indische Kultur ist durch eine Vielzahl an Sprachen gekennzeichnet. Man geht davon aus, dass in Indien ca. 24 Sprachen gesprochen werden, wobei Hindi, Telugu, Bengali und Marathi am meisten verbreitet sein dürften. Hinzu kommen noch diverse Dialekte.[5]

Diese Vielfalt der indischen Sprachen zeigt, „dass Indien auch sprachlich kein „Land“ im europäischen Sinne darstellt, sondern einen Kontinent von großer ethnischer Vielfalt“.[6] Als Verkehrssprache ist jedoch hauptsächlich Englisch anerkannt. Selbst in den untersten Volksklassen ist der Anteil der englischen Sprache recht hoch. Ohne grundlegende Kenntnisse in Englisch sind den meisten Indern der Zugang zu Staatsämtern sowie Universitäten verwehrt.[7]

Neben den sprachlichen Unterschieden in Indien wird das Land zudem noch durch unterschiedliche Religionsgemeinschaften geprägt.

Indien zeichnet sich dadurch aus, dass sich im Laufe der Zeit eine rege Anzahl an religiösen Glaubensrichtungen entwickelt hat. Hierzu sind vor allem polytheistische, animistische, pantheistische, monotheistische und atheistische Religionen zu nennen.[8]

Die in Indien meist verbreiteten Glaubensrichtungen stellt der Hinduismus dar, mit einem Bevölkerungsanteil von 82 Prozent. 12 Prozent der Bevölkerung sind Muslime.[9]

Von Schwerin geht in ihren Ausführungen darauf ein, dass die Muslimische Bevölkerung in Indien sehr unterschiedlich über das Land verteilt ist. Der größte Teil dieses Bevölkerungsteils gehört der unteren gesellschaftlichen Hierarchie an.[10]

Eine weniger große Rolle spielen das Christentum, die Glaubensgemeinschaften der Sikhs sowie der Buddhismus.

Eine nicht außer Acht zu lassende Besonderheit stellt das Kastensystem in Indien dar. Hierbei werden vier Hauptkasten unterschieden. Dies sind insbesondere die Brahmanen, welcher die Priester, Gelehrten und Dichter angehören, Kschatriyas, Sudras und die kastenlosen, die so genannten Unberührbaren. Dieser Kaste gehören z.B. Straßenkehrer an. Jeder Inder wird in eine bestimmte Kaste hineingeboren und verbleibt in dieser bis zu seinem Tode. Diese hat somit Einfluss auf die Auswahl des Ehepartners sowie die Berufswahl, denn durch Einhalten der Berufs-, Rituals- und Verhaltensvorschriften erhoffen sich die Menschen der unteren Kasten nach ihrem Tode in eine höhere Kaste aufzusteigen. Das Kastenwesen ist offiziell abgeschafft, jedoch halten die Menschen aus religiösen Gründen an diesem System fest. Noch heute werden Menschen der unteren Kasten durch Angehörige der übergeordneten Klassen ausgebeutet und unterdrückt. Für den Staat Indien stellt dies somit noch immer eine Entwicklungsbremse dar. Das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer Anerkennung wird unterdrückt. Man ist sich darüber einig, dass allein mit der Abschaffung des Kastenwesens in der Verfassung, dieses Problem noch nicht gelöst ist.[11]

2.2 Die politischen Rahmenbedingungen Indiens

Mit dem Beginn der Wirtschaftsliberalisierung im Jahre 1991 versuchte die damalige Regierung um Narasimha Rao und Manmohan Singh die internationalen Veränderungen zu Gunsten Indiens zu nutzen. In diesem Zuge wurde der indische Binnenmarkt für ausländische Investoren geöffnet und somit ein erster Schritt in Richtung Weltmarkt getan. Dies setzt allerdings voraus, dass der 1991 begonnene Reformprozess weiter fortgeführt wird.[12]

[...]


[1] Vgl. Deutsche Bank Resarch (Hrsg.): Indien im Aufwind: Ein mittelfristiger Ausblick, Juni 2005, S.1

[2] Vgl. Bundesagentur für Außenwirtschaft bfai (Hrsg.): Indien, Wirtschaftsentwicklung 2004/2005, S. 5

[3] Vgl. Südasien Online: Indien Wirtschaft: www.suedasien.net/laender/indien/wirtschaft.htm, 15.08.2005, S.1

sowie Microsoft Works Suite: Encarta, Enzyklopädie 2003

[4] Vgl. Bundesagentur für Außenwirtschaft bfai (Hrsg.): Wirtschaftsdaten Aktuell-Indien, Mai 2005, S.1

[5] iMOVE beim Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Marktanalyse Indien, Mai 2003, S.8

[6] Berger H.: Die Vielfalt der indischen Sprachen, in: Rothermund D. (Hrsg.): INDIEN, Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt, München 1995, S. 101

[7] Vgl. Berger H.: Die Vielfalt der indischen Sprachen, in: Rothermund D. (Hrsg.): INDIEN…a.a.O., S. 102

[8] Vgl. von Stietencron H.: Die Erscheinungsformen des Hinduismus in: Rothermund D. (Hrsg.): INDIEN…a.a.O.,

S. 143

[9] Vgl. Microsoft Works Suite: Encarta, Enzyklopädie 2003

[10] Vgl. von Schwerin: Der Islam in Indien, in: Rothermund D. (Hrsg.): INDIEN… a.a.O., S.167

[11] Vgl. iMOVE beim Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Marktanalyse Indien, Mai 2003, S. 9ff

[12] Vgl. Maaß C.: Die Außenpolitik, in: Rothermund D. (Hrsg.): INDIEN…a.a.O., S. 470f

Details

Seiten
23
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638471268
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v51060
Institution / Hochschule
Hochschule Offenburg
Note
1,3
Schlagworte
Mikro- Analyse Wirtschaft Chancen Risiken Investments Seminar Volkswirtschaft

Autor

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