Lade Inhalt...

Zeitalter der Überregulierung? Governance und Digitalisierung in der heutigen Zeit

Hausarbeit 2019 11 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Hauptteil

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Wird die Welt durch die Überregulierung bedroht? Diese Frage stellt sich der Autor, der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Richard Bauer.1 Er erwähnt in seinem Artikel aus dem Jahr 2012, dass die Politik, sobald es zu Schwierigkeiten kommt, neue Gesetze und Verordnungen beschließt und den Menschen und Unternehmen dadurch das Leben schwer macht. Bauer beschreibt, dass die Globalisierung den Firmen viele Stolpersteine gebracht hat. Besonders erwähnt er, dass die Regulierungen nicht nur die großen, internationalen Konzerne betreffen, sondern auch die Klein- und Mittelbetriebe. Der Autor schreibt, dass die unterschiedlichen Abkommen im Inland und Ausland für Unternehmen eine große Unübersichtlichkeit bringen. Er spricht von 2800 Abkommen die existieren. Laut seiner Aussage ist die Welt weit entfernt davon, eine einheitliche Umgebung für Unternehmen zu schaffen. Bauer kritisiert, dass es erst in Krisenzeiten zu diesen verschärften Regulierungen kommt. Während in Hochkonjunkturphasen bestehende Verordnungen weniger angetastet werden. Als Krise nennt er das Beispiel der Finanzkrise im Jahr 2008, die der Auslöser zu sämtlichen neuen Gesetzen und Verordnungen war. Bauer zeigt außerdem auf, dass die Konsumenten nachhaltige Produkte und Dienstleistungen verlangen. Eine Initiative der UNO besagt, dass die Gestaltung der Globalisierung immer sozialer und ökonomischer werden soll. Die Bedenken der Entwicklungsländer sind dabei, dass ihnen neue Standards aufgedrängt werden, auf deren Entstehung sie zuvor keinen Einfluss hatten. Richard Bauer übt auch Kritik darüber, dass die Vielzahl an Vorschriften die raschen Veränderungen der Welt nicht bewältigen können. Viel mehr scheint er überzeugt davon zu sein, dass es Leitsätze braucht, die rechtlich nicht zwingend sind, aber Unternehmen dazu auffordern, Menschenrechte zu beachten. In dieser Hausarbeit wird auf die Meinung des Autors eingegangen. Ziel wird es sein, die Argumente von Richard Bauer und die eigene Ansicht darzustellen. Als konkretes Beispiel wird, wie auch vom Autor in dem Artikel erwähnt, auf die Auswirkungen der Finanzkrise eingegangen. Dabei wird auch die zeitliche Komponente betrachtet und erwähnt, was sich seit dem Erscheinungsjahr des Artikels bis heute verändert hat.2

Hauptteil

Ein Blick weiter zurück in das Jahr 20007 bzw. 2008 bringt die Auslöser der jüngsten Finanzkrise zum Vorschein. In den USA erhalten Bürger im Jahr 2007 immer leichter einen Wohnungskredit. Selbst mit geringem Einkommen kann sich der Amerikaner ein Haus kaufen. Hinzu kommt ein Mangel an Information der Kreditnehmer und damit bekommen viele Menschen einen Kredit, ohne genau zu wissen, welche Auswirkungen die Aufnahme der Schulden auf ihr Leben hat. Viel größer als der Ruf nach genauer Kenntnis des Kredits, ist das Versprechen sich durch den Kauf des Hauses Vermögen aufzubauen. Kreditverträge werden möglicherweise nicht genau gelesen. Die Zinsen sind niedrig und der damalige Notenbankchef Alan Greenspan fördert die Kreditvergaben, indem er noch mehr Geld dem Markt zur Verfügung stellt. Das ist ein Fehler wie die weitere Entwicklung zeigt. Das Nichtwissen der Kreditaufnehmer führt zu einer weiteren Herausforderung. Die Hausbauer haben zunächst einen niedrigen Zinssatz, der sich laut dem Vertrag jedoch dem Marktzins anpasst. Steigen die Zinsen, wie es in Amerika zu dieser Zeit der Fall war, dann wird die monatliche Ratenzahlung ebenfalls höher. Bereits Ende 2006 werden die ersten Häuser zwangsversteigert. Die Risikoneigung der Banken in den USA steigt. Die Gewinne der Finanzinstitute werden höher und damit auch der Einfallsreichtum der Banken für neue Produkte. Aus guten, mittleren und schlechten Krediten werden über Zweckgesellschaften Wertpapiere geschaffen. Diese einzelnen Wertpapiere werden in Fonds gebündelt und dadurch mit anderen Finanzprodukten vermischt. Banken erhoffen sich damit, dass bei Ausfall von Krediten das Risiko minimiert werden kann, da in dem Fonds noch andere Wertpapiere enthalten sind. Die Papiere werden weiter aufgeteilt und zu weiteren Fondspaketen geschnürt. Am Ende gibt es kaum noch eine Nachvollziehbarkeit dieser neuen Wertpapiere. Zu Beginn funktioniert dieser Handel mit Wertpapieren. Nicht nur die Unternehmen verdienen sehr gut daran, sondern vor allem auch die einzelnen Händler dieser Wertpapiere werden mit großen Boni belohnt. Dabei scheint auch ein weiterer großer Fehler auf: Die Ratingagenturen bewerten diese hochspekulativen Wertpapiere mit den besten Bonitäten. Dadurch ist ein einfacher Weiterverkauf der Papiere möglich. Diese Vorgehensweise nimmt ein jähes Ende, als die zuvor bereits erwähnten Preise der Immobilien sinken, weil die Bürger sich die Raten nicht mehr leisten können. Im Sommer 2007 kommt es zum ersten Vertrauensverlust und Banken leihen sich untereinander keine Gelder mehr. Die vorhin erwähnten Wertpapiere verlieren rapide an Wert und die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im September 2015 ist der Beginn der großen Krise.3 Es kommt zu einem Einbruch des Welthandels und ist der Beginn einer Rezession. Sämtliche Konzerne in der Finanzbranche u.a. in den USA und in Europa mussten gerettet werden. Staaten springen mit raschen Maßnahmen ein und so kommt es dazu, dass die irische Regierung eine 400 Milliarden schwere Garantie für die Einlagen der irischen Banken beschließt. Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin, gibt ein Statement ab, dass die Einlagen der Sparer in Deutschland sicher seien. Auslöser dieser öffentlichen Aussage sind zunehmende Bargeldbehebungen in Deutschland und die große Unsicherheit der Bevölkerung. Panik an den Börsen und der Beginn der historischen Zinssatzsenkungen sind zwei der vielen Resultate dieser Krise.4 Wie Richard Bauer in seinem Artikel aus dem Jahr 2012 richtig erwähnt, kommt es in Zeiten der Hochkonjunktur kaum zu regulatorischen Änderungen. Sobald jedoch eine Krise vorherrscht werden sehr rasch neue Verordnungen und Maßnahmen getroffen.5 Das gibt den Eindruck als müssen erst Krisen passieren, um daraus zu lernen. Die Finanzkrise hat jedenfalls eine Reihe an Verordnungen und Abkommen, wie auch in dem Artikel des Autors erwähnt, gebracht. Im Jahr 2012 beschließt der EZB-Rat umfangreiche Staatsanleihekäufe um Krisenländern in Europa mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Die deutsche Bundesbank ist gegen dieses Vorhaben.6 Diese Situation zeigt, dass, wie in dem Artikel der NZZ von 2012 beschrieben, die Welt weit davon entfernt ist ein einheitliches System zu haben. Unterschiedliche Ansichten und Meinungen ergeben eine Reihe von verschiedenen Verordnungen.7 Ein weiterer Beschluss der EZB ist, den Banken Strafzinsen zu bescheren für Gelder, die bei der EZB liegen und nicht in Form von Finanzierungen vergeben werden. Dieser Strafzins ist bis heute gültig. Die Vergabe an Krediten ist dadurch stärker geworden. Außerdem hat die EZB die großen Banken in Europa prüfen lassen, um mögliche Altlasten in den Bilanzen aufzuspüren. Sie übernimmt direkt die Aufsicht der größten Banken von den nationalen Behörden. Die nationalen Behörden bleiben für kleinere Finanzinstitute in den eigenen Ländern verantwortlich. Zu Beginn des Jahres 2015 entsteht eine neue EU-Behörde, die die Abwicklung von maroden Banken übernimmt. Im Juni 2017 bestehen die größten amerikanischen Banken erstmals nach der Krise einen Stresstest der Zentralbank. Dies erweist sich als erstes positives Zeichen und leichte Entwarnung der Krise in den USA.8 Richard Bauer befasst sich in seinem Artikel laufend darum, dass die Unternehmen überreguliert werden.9 Die soeben erwähnte Finanzkrise zeigt jedoch, dass selbst große Verordnungen teilweise nicht ausreichen um Krisen zu verhindern. Als konkretes Beispiel werden die Regelungen des Baseler Ausschusses genannt. Diese sind international gültig und regulieren die Eigenkapitalanforderungen der Banken. Ziel ist es, dass bei der Insolvenz von Banken, die gesamtwirtschaftlichen Risiken minimiert werden. Daraus resultierend vergeben Banken Kredite an Unternehmen und Privatpersonen mit möglichst geringem Risiko. Es gibt drei Basler Akkorde. Basel I tritt 1988 in Kraft und gilt als Reaktion auf die größte Bankenpleite der Nachkriegsgeschichte in Deutschland. Banken sind angehalten mindestens 8% ihrer Gesamtkreditsumme an Eigenkapital zu besitzen. Basel II, das seit 2004 besteht, beinhaltet nicht nur Eigenkapitalvorschriften, sondern hat Einfluss auf das Risiko bei Kreditvergaben. Strengere Bonitätsprüfungen der Kunden durch Banken bei der Kreditvergabe sind die Folge. Unternehmen bekommen ein Rating. Dieses Rating bestimmt ob ein Kredit vergeben werden kann und mit welchem Zinssatz der Firmenkredit ausgestattet ist. Je besser die Bonität umso geringer ist der Zinssatz. Basel III ist eine direkte Auswirkung der in dieser Hausarbeit beschriebenen Finanzkrise und gilt seit 2014. Bei Basel III gilt ebenfalls die Eigenkapitalquote von 8%. Es gilt jedoch auch eine Kernkapitalquote in der Höhe von 6%. Diese Quote sagt aus, wie hoch der Teil ist, den die Bank als Risiko eingeht und mit bankeigenem Kernkapital hinterlegen muss. Dieses Krenkapital besteht zum größten Teil aus eigenen Wertpapieren, dem Gewinn oder anderen Werten. Die Bankenaufsicht kann Gegenmaßnahmen setzen, wenn die Quoten nicht erfüllt werden.10 Außerdem haben Banken einen Zusatzpuffer zu bilden. Dieser Puffer soll verhindern, dass in Krisenzeiten das Kapital zu schnell aufgezehrt wird.

[...]


1 https://de.wikipedia.org/wiki/Neue Z%C3%BCrcher Zeitung (abgefragt am 16.12.2019 10:13)

2 https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ueberregulierung-bedroht-die-welt-1.17464781 (abgefragt am 16.12.2019 10:14)

3 https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wirtschaft/boerse/pwiefinanzkrise100.html (abgefragt am 11:22)

4 https://www.nzz.ch/wirtschaft/zehn-iahre-finanzkrise-eine-chronologie-ld.1309812 (abgefragt am 11:28)

5 https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ueberregulierung-bedroht-die-welt-1.17464781 (abgefragt am 16.12.2019 11:30)

6 https://www.nzz.ch/wirtschaft/zehn-iahre-finanzkrise-eine-chronologie-ld.1309812 (abgefragt am 11:40)

7 https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ueberregulierung-bedroht-die-welt-1.17464781(abgefragt am 16.12.2019 11:42)

8 https://www.nzz.ch/wirtschaft/zehn-iahre-finanzkrise-eine-chronologie-ld.1309812(abgefragt am 12:01)

9 https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ueberregulierung-bedroht-die-welt-1.17464781 (abgefragt am 16.12.2019 12:04)

10 https://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/basel-1-2-3(abgefragt am 16.12.2019 12:11)

Details

Seiten
11
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346097545
ISBN (Buch)
9783346097552
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v511947
Institution / Hochschule
Fachhochschule des bfi Wien GmbH
Note
1,0
Schlagworte
zeitalter überregulierung governance digitalisierung zeit

Autor

Zurück

Titel: Zeitalter der Überregulierung? Governance und Digitalisierung in der heutigen Zeit