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Kinder psychisch kranker Eltern. Resilienzfaktoren und Hilfsmöglichkeiten für Kinder

Hausarbeit 2015 22 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychisch kranke Eltern
2.1 Definition, Krankheitsbild und Symptome der Schizophrenie
2.2 Auswirkungen in der Familie und Folgen für die Kinder
2.3 Staatliche Hilfen bei Kindeswohlgefährdung

3. Resilienz der Kinder
3.1 Definitionen Resilienz
3.2 Resilienzfaktoren und –prozesse

4. Interventions- und Hilfemöglichkeiten
4.1 Definitionen Intervention
4.2 Allgemeiner Beratungsablauf
4.3 Frühe Hilfen für Kleinkinder

5. Zusammenfassung und Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abstract

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ und setzt den Schwerpunkt auf die Resilienzfaktoren und –prozesse, die die Kinder diesbezüglich beeinflussen und auf Interventions- und Hilfsmöglichkeiten zur gesunden seelischen Entwicklung. Anhand verschiedenster Fachliteratur werden so die Begriffe „Resilienz“ und „Intervention“ weitestgehend erläutert. Dabei wird von der Schizophrenie als Beispiel für eine psychische Erkrankung der Eltern ausgegangen und diese näher erklärt. Zuletzt wird besonders auf frühe Hilfen für Kleinkinder eingegangen. Ziel der Arbeit ist es, die psychische Erkrankung von Eltern vor allem aus der Sicht der Kinder zu beleuchten und Hilfsmöglichkeiten für sie aufzeigen.

1. Einleitung

Das weitläufige Gebiet der psychischen Störungen wird vor allem in den Medien immer wieder aufgegriffen. Doch leider werden bestimmte Erkrankungen wie z. B. Schizophrenie auf Grund der Medienvermittlung oft falsch und vorurteilsbelastet dargestellt, sodass psychisch kranke Menschen oft von ihrer Umwelt ausgeschlossen werden. Ein schockierender Fall ereignete sich Ende des Jahres 2007 in einem Dorf in Schleswig-Holstein. Eine verwirrte Mutter tötete ihre fünf Kinder und gestand die Tat kurz danach Fachärzten. Über den Verzweiflungsakt sagt die Mutter später, sie hätte ihre Kinder vor einer Bedrohung retten wollen: nur im Jenseits konnte sie ihre Kinder in Sicherheit wissen. Der psychiatrische Sachverständige betitelt sie als „paranoid schizophrene Frau“. Bereits zwei Jahre vorher wurden die Familienhilfe und der Sozialpsychiatrische Dienst von ihrem Mann verständigt, da die Ehefrau ihre häuslichen Pflichten vernachlässigte. Letztendlich wurde sie im August 2008 wegen fünffacher Tötung zu einem dauerhaften Aufenthalt in der Psychiatrie verurteilt (Karen Katzke 2008: URL). An diesem Beispiel kann man gut nachvollziehen, wie emotionsgeladen dieses Thema ist. Die Medien zeigen jedoch oft nur die negative, verrückte Seite um Schlagzeilen zu machen. Das negative Bild von psychisch Kranken verhärtet sich, die Kinder werden dabei meist ganz vergessen.

Daher stellt sich die Frage, wieso offensichtlich viel zu wenig auf die Kinder von psychisch Kranken eingegangen wird. Gerade die Kinder brauchen Aufklärung und Hilfe im Bezug auf die Krankheit ihrer Eltern, um gestärkt und sicher aus solchen Situationen hervorgehen zu können. Hierbei ist die Resilienz von großer Bedeutung, sowie speziell an die Familie angepasste Hilfsmöglichkeiten.

2. Psychisch kranke Eltern

2.1 Definition, Krankheitsbild und Symptome der Schizophrenie

Der Begriff der Schizophrenie ist weit gefächert und daher schwer zu erfassen. Wahnvorstellungen machen einen großen Teil einer Schizophrenie aus. Dies sind kulturell unangebrachte Ansichten, die vom Umfeld des Betroffenen nicht geteilt werden, welche man in drei unterschiedliche Ansichten unterteilen kann: ein Beeinflussungs- oder Kontrollwahn, ein Verfolgungswahn und vor allem auch der angespannte Selbstbezug. Zudem liegen ausschlaggebende Umgestaltungen ihrer mentalen und sozialen Funktion vor, die immer wieder oder sogar auch dauerhaft auftreten können. Ca. 60 % der Betroffenen durchleiden mehrere Rückfälle, zwischen diesen Abschnitten verhalten sie sich jedoch so normal wie vor der Erkrankung (Birchwood, Jackson 2004: 8f). Schizophrenie wird außerdem in der klassischen psychiatrischen Nomenklatur zu den endogenen Psychosen gezählt. Hierbei unterscheidet man die affektiven und die schizophrenen Psychosen, welche folgendes gemeinsam haben: eine spürbare Störung im Realitätsbezug, das Erscheinen produktiver Symptome wie Wahn und Halluzinationen und einen zeitlich nicht durchgehenden Verlauf. Dieser wird von den betroffenen Individuen als Einbruch in die Beständigkeit ihres Erlebens und Verhaltens und ihrer Entwicklung gesehen. Aufgrund dieser unklaren, nicht ganz deutlichen Beschreibungen wurde der Begriff „Psychose“ aus dem ICD-10 und DSM-III-R gestrichen (Remschmidt, Mattejat 1994: 11).

Nachfolgend die Beschreibung des ICD-10 für F20, Schizophrenie: Bei schizophrenen Störungen ist besonders auffallend die Beeinträchtigung von Denken und Wahrnehmung, sowie deplatzierte oder verflachte Emotionalität. Über einen längeren Zeitraum kann es unter anderem zu bestimmten kognitiven Mängeln kommen. Das Individuum wird dabei in seinen Grundfunktionen behindert, weshalb viele der Betroffenen meinen, dass ihre geheimsten und innersten Handlungen, Gefühle und Gedanken von anderen erkannt werden. Diese Einbildung zieht oft einen Erklärungswahn nach sich, dass übernatürliche oder auch natürliche Energien das Gedankengut des Individuums befallen und sich daran bereichern. Oft werden die Gedanken oder das Verhalten des Kranken akustisch beschrieben von Stimmen die gehört werden. Dies wird akustische Halluzination genannt. Die Gemütslage ist üblicherweise flach, launisch und unangebracht, sowohl Frauen als auch Männer sind durchschnittlich gleich häufig betroffen (Dilling 2011: 127f).

2.2 Auswirkungen in der Familie und Folgen für die Kinder

Die psychischen Erkrankungen wirken sich oft belastend auf das gesamte Familiensystem aus. Dies ist oft mit Schuldzuweisungen verbunden, da psychische Erkrankungen anders als somatische bewertet werden, die man nach weitläufiger Meinung nicht selbst beeinflussen kann. Die Schuldzuweisungen entstehen aufgrund von Vorurteilen gegenüber psychischen Störungen, wie z. B. auch dass diese anfangs nicht ernst genommen werden, denn laut weit verbreiteter Meinung ist dies immer einem Selbstverschulden zuzuschreiben. Doch gerade die Schizophrenie kennzeichnet eine besonders hohe Vulnerabilität und eine beschädigte Identität, sodass in keinster Weise von einer persönlichen Schuld ausgegangen werden kann. Zudem ziehen sich Familien mit erkrankten Angehörigen oft selbst zurück oder werden von anderen zurückgewiesen. Jede Familie hat eine unausgesprochene Einkunft darüber getroffen, wie sie sich nach außen hin zeigt bzw. zu zeigen hat. Dadurch wird der innerfamiliäre Kontakt in Krisenzeiten stabiler und inniger, der Kontakt zur Umwelt nimmt ab. Dies zeigt dass eine psychische Erkrankung für viele Familien meist weitaus schwerer zu verstehen und zu akzeptieren ist als eine somatische Krankheit, denn die psychische ist häufig mit Vorurteilen und somit auch mit großer Unwissenheit und Hilflosigkeit verbunden. Die daraus resultierende Abwehr bzw. Angst verhindert oft eine frühe Behandlung und erste Hinweise werden verdrängt oder verharmlost. Die Annahme der Krankheit fällt zunehmend schwerer, daher sind Informationen und Schulungen von Professionellen wünschenswert (Schone, Wagenblass 2006: 66ff).

Zudem hat jede Familie einen individuellen Tagesablauf, spezielle Probleme und Wünsche, die sie von anderen Familien unterscheiden, selbst wenn sich die Symptome ähneln. Daher muss auf jede Familienkonstellation individuell eingegangen werden.

Grundsätzlich ist das Risiko für Kinder aus Familien in denen mindestens ein Elternteil schizophren ist sehr hoch, selbst schizophrenietypische Symptome zu entwickeln und ebenso krankheitsuntypische Symptome zu erzeugen. Diese Auswirkungen auf die Familie, die ein kranker Elternteil mit sich bringt, äußern sich bei den Kindern stark durch Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Störungen. Die Kinder haben Angst, dass ihr soziales Umfeld auseinanderfällt, da die Erkrankung vielfach mit familiären Streitigkeiten, Unverständnis, manchmal sogar Scheidung oder Trennung verbunden ist. Hinzu kann noch der Verlust des Arbeitsplatzes kommen, was eine finanzielle Belastung nach sich zieht. Hierbei lässt es sich schwer sagen, ob die Krankheit an sich die Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder ob es deren Folgen sind. Dies muss immer durch eine Analyse des vorhandenen Kontextes bestehen.

Außerdem wird die Krankheit in der Familie oft unterschiedlich wahrgenommen und demnach auch beurteilt. Es ist jedoch für alle Beteiligten wichtig, die Beobachtungen untereinander zu besprechen und sich über deren Wirkweise auszutauschen, sonst besteht die Gefahr, dass die Kinder dieses abnorme Verhalten der Eltern als normal einstufen. Somit entwickeln sie eine krankhafte Vorstellung von harmonischem (also normalem) Verhalten der Eltern, welche auch ihre spätere Einstellung und das Identifikationsverhalten mit den Eltern beeinflussen (Rutter 1966, zitiert nach: Remschmidt, Mattejat 1994: 13f).

Nachfolgend wird auf das Erleben und die Wahrnehmung der Kinder bei einer psychischen Erkrankung der Eltern näher eingegangen: Zum einen kann sich ein Großteil der Kinder nicht den exakten Entstehungszeitpunkt der Erkrankung ins Gedächtnis rufen. Dies hängt damit zusammen, dass sie genau genommen keine Erinnerung an die Krankheit selbst haben, sondern eher eine Umstellung ihrer Umweltverhältnisse bemerkten (wie z. B. die Einlieferung der Eltern in eine Klinik). Hier erkennt man die Notwendigkeit der Informationsweitergebung an die Kinder, damit sie über die Erkrankung der Eltern Bescheid wissen. Denn eine solche Klinikeinlieferung lässt sich nicht mehr verheimlichen, sie stellt für die Kinder ein qualvolles Defizit dar, das sogar einen traumatisierenden Einfluss auf ihre Zukunft haben kann. Zum anderen empfinden die Kinder bei der Erkennung der Entstehung einer psychischen Krankheit eine starke gefühlsbetonte Überanstrengung. Die Veränderung der Eltern hinsichtlich ihres Verhaltens und ihres Gemüts allgemein fällt vor allem älteren Kindern stark auf. Wenn die Eltern gewaltsam in die Klinik gebracht werden müssen weil sie es selbst nicht wollen, müssen die Kinder dabei mitansehen wie sie ihre Unabhängigkeit und ihre Hochachtung einbüßen. Diese spannungsgeladene Situation geht meist sogar mit Selbstmorddrohungen und –versuchen seitens der Eltern einher, was wiederum die emotionale Überlastung steigert. Kinder beobachten ihre Eltern in diesen Zeiten explizit, um Änderungen in deren Verhalten, wie Gemütsregungen und inneren Antrieb einschätzen zu können (Lenz 2005: S. 82ff).

Die Kinder fühlen sich daher vernachlässigt und wissen nicht mehr, wie sie zu ihren Eltern durchdringen können. Hier ist es wichtig, dass frühzeitig Anzeichen erkannt werden um ihnen aus dieser schwierigen Situation zu helfen.

Besondere Risiken und Auffälligkeiten von Kindern schizophrener Eltern werden nachfolgend aufgezählt: unregelmäßiges Spiel/verminderte Lernkenntnis, verminderte gefühlsbetonte/sprachliche Anteilnahme, absonderliches Elternverhalten, Vernachlässigung, verdrehtes Beziehungsmuster, Beeinträchtigungen aus dem schizophrenen Formenkreis, Affektive Störungen und Persönlichkeitsstörungen (Wiegand-Grefe, Halverscheid, Plass 2011: 52)

2.3 Staatliche Hilfen bei Kindeswohlgefährdung

Eine wichtige fachliche Entscheidung haben Sozialarbeiter dann zu treffen, wenn es um die Frage geht, wie viel Unterstützung eine Familie bedarf. Besonderes Augenmerk sollte vor allem auf die Erkennung einer möglichen Kindeswohlgefährdung geworfen werden. Oft genug haben Fachkundige aus dem Bereich der sozialen Arbeit große Unsicherheit verspürt, inwiefern die Kinder in ihren psychisch belasteten Familien zu Schaden kommen können. Es kam trotzdem mehrfach zu dramatischen Todesfällen der Kinder innerhalb ihrer eigenen Familien. Hier steht meist der Wunsch der Eltern dem Wohl der Kinder gegenüber (Bauer, Reinisch, Schmuhl, 2012: 88).

Das Sozialgesetzbuch VIII der Kinder- und Jugendhilfe regelt in dieser Hinsicht einiges. Dies beginnt gleich in den Allgemeinen Vorschriften:

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (§1 Abs. 2 SGB VIII) Das heißt, natürlich haben zunächst die Eltern uneingeschränktes Recht auf die Erziehung ihrer Kinder, doch bei einer Vernachlässigung müssen das Jugendamt und weitere soziale Hilfen und Einrichtungen eingreifen.

Die Aufgaben der Jugendhilfe werden nachfolgend beschrieben:

„Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere

1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.“ (§1 Abs. 3 SGB VIII)

Jugendhilfen sollen demnach eine gesunde Entwicklung und Entfaltung von Kindern und auch Jugendlichen sicherstellen. Das Jugendamt sowie alle anderen sozialpädagogisch /-psychiatrischen Einrichtungen sind somit verpflichtet, die Fürsorge der Eltern sicherzustellen und gegebenenfalls auch in die Familien einzugreifen, wenn der Erziehungsauftrag nicht angemessen ausgeführt werden kann.

Doch auch aufgrund der wachsenden Angst vor dem Nicht-Erkennen einer Kindeswohlgefährdung wurde im Jahre 2005 der Paragraph 8a dem Kinder- und Jugendhilfegesetz hinzugefügt und damit die Präzisierung des allgemeinen Schutzauftrags der Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdung (Bauer, Reinisch, Schmuhl 2012: 88):

„Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abzuschätzen. (…) Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personenberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.“ (§8a Abs. 1,4 SGB VII)

Die Entwicklung dieses Gesetzes zeigt, dass die Anzahl der Kinder die wegen einer Gefährdung aus ihrer eigenen Familie genommen wurden stetig ansteigt. Im Jahre 1998 betrug dieser Anteil der Kinder noch 65% (aller Inobhutnahmen des Jugendamts), im Jahre 2012 bereits 77%. Dies deutet stark darauf hin dass die staatliche Gewalt in dieser Hinsicht wieder stärker greift bzw. auch ausgeführt wird (KomDat, Juni 2014). Dies wird auch bei den ca. 116 000 Fällen deutlich, die alle Jugendämter in Deutschland im Jahre 2013 zur Bewertung des Kindeswohls durchführten. Die Anzahl der Verfahren stieg so innerhalb eines Jahres (seit der ersten Erhebung) um 8,5 % (Statistisches Bundesamt 2013: URL).

Es gibt mehrere Merkmale, die eine Einmischung in die elterliche Verantwortung der Kinder gegenüber befürwortet. Wenn durch das Verhalten der Eltern, also z. B. auch durch ihre psychische Erkrankung, Entwicklungsschäden der Kinder sehr sicher zu erwarten sind. Zudem ist das Kindeswohl bedroht, wenn Hilfen von außerhalb nicht angenommen werden wollen. Dann ist das Jugendamt gesetzlich daran gebunden das Familiengericht darüber zu informieren (§50 Abs. 1 SGB VIII). Das Gericht kann beim Zutreffen der folgenden drei Punkte in das Sorgerecht eingreifen:

1. Es muss eine tatsächliche Bedrohung für das physische und psychische Wohlergehen des Kindes vorliegen, sodass es in seinem Wachstum beeinträchtigt wird. Es ist mit hoher Sicherheit davon auszugehen, dass schwerwiegende Schäden auftreten.
2. Es muss Vernachlässigung, Verhalten eines Dritten, unverschuldetes Versagen und/oder ein Sorgerechtsmissbrauch nach einer der vier im Gesetz genannten Sachverhalte gegeben sein. Hier ist es unerlässlich, den Eltern z. B. wegen einer psychischen Erkrankung kein schuldbeladenes Verhalten vorzuhalten.
3. Die Eltern beabsichtigen nicht bzw. sind außer Stande die Bedrohung gegen ihr Kind zu verhindern. Auch hier muss die Gesamtsituation der Eltern berücksichtigt und respektiert werden.

Nur wenn alle drei Punkte zutreffen, kann eine gerichtlich verordnete Einmischung in das Sorgerecht erfolgen (Plass, Wiegand-Grefe 2012: 175f).

Hier werden die vielfältigen, oft auch gegensätzlichen Arbeitsbereiche der Jugendhilfe bzw. Sozialarbeit gezeigt. Auf der einen Seite ist die Unterstützung der psychisch kranken Erziehungsberechtigten wichtig, genauso wie deren Beratung und das Anbieten von Hilfen, auf der anderen Seite sollen die Kinder den Familien entzogen werden, wenn eine Gefährdung erkannt wird. Freilich geschieht dies meist gegen den Willen der Eltern. Doch dieser Paragraph gibt den Mitarbeitern des Jugendamts einen größeren Handlungsspielraum um in gefährlichen Situationen auch wirklich wirkungsvoll eingreifen zu können.

3. Resilienz der Kinder

3.1 Definitionen Resilienz

Die psychische Erkrankung der Eltern stellt für das Kind schwer veränderbare Lebensumstände dar, jedoch sind gerade hier Faktoren, die die Risikoanteile vermindern können sehr wichtig. Diese werden als Resilienz bezeichnet. Dieser Begriff wird in einigen Büchern verschieden definiert, nachfolgend aus einem Fachlexikon für Psychologie:

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Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783346100214
ISBN (Buch)
9783346100221
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v513196
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
1,0
Schlagworte
kinder eltern resilienzfaktoren hilfsmöglichkeiten

Autor

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Titel: Kinder psychisch kranker Eltern. Resilienzfaktoren und Hilfsmöglichkeiten für Kinder