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Grundzüge der Konzernrechnungslegung unter besonderer Berücksichtigung des Instruments der Konsolidierung

Hausarbeit 2005 11 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundzüge der Konzernrechungslegung
1.1 Begriff und Funktion
1.2 Spezifika der deutschen Konzernrechnungslegung

2. Die Konsolidierung als Instrument der Konzernrechnungslegung
2.1 Grundsätze der Konsolidierung
2.2 Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises nach HGB

3. Durchführung einer Beispielkonsolidierung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Grundzüge der Konzernrechungslegung

Immer mehr Unternehmen agieren nicht mehr selbstständig, sondern in unterschied- lichsten Formen von Unternehmensverbindungen. Die Ursachen für diese Zunahme an Zusammenschlüssen von Unternehmen sind in erhöhtem Wettbewerbsdruck, Ver- kürzung von Produktions- und Produktlebenszyklen sowie einer zunehmenden Inter- nationalisierung von Märkten zu suchen. Jegliche Art von Unternehmenszusammen- schlüssen hat primär das Ziel die eigene Wettbewerbsposition zu stärken.

1.1 Begriff und Funktion

Eine spezielle Form des Unternehmenszusammenschlusses ist der Konzern, dessen Hauptmerkmal darin besteht, dass rechtlich selbstständige Unternehmen unter einer einheitlichen Leitung und/oder dem beherrschenden Einfluss einer Muttergesell- schaft zusammengefügt werden. Um nun die wirtschaftlichen Verhältnisse solcher Unternehmensverbindungen hinreichend beurteilen zu können, genügen die Einzel- abschlüsse der zum Konzern gehörenden Unternehmen nicht mehr, um der Öffent- lichkeit sowie den Gläubigern ein realistisches Abbild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in ausreichender Form aufzuzeigen. Der Konzernabschluss nach deut- schem Recht soll die Einzelabschlüsse der betreffenden Unternehmen nicht ersetzen, sondern vielmehr als ergänzendes Informationsinstrument dienen. Er soll zum einen der Konzernführung helfen einen Überblick zu wahren, um den tatsächlichen Um- ständen entsprechende Entscheidungen treffen zu können, und zum anderen die Lage und Entwicklung des Konzerns in besonderer Weise würdigen. Des Weiteren ist der Konzernabschluss Grundlage zahlreicher Anlageentscheidungen, so dass dieser den Anlegern essentielle Informationen zur Unternehmensentwicklung liefert. Ein weite- rer Aspekt ist, dass der Konzernabschluss Fremdkapitalgebern Informationen über die Bonität des Schuldners in der Gesamtheit aufzeigt, obwohl sich der Anspruch immer nur gegen das einzelne Unternehmen richtet. Somit kann eventuellen Insol- venzrisiken aus dem Verbund heraus vorgebeugt werden. Zu guter letzt sind auch Mitarbeiter, Tarifpartner, Konsumenten, Lieferanten usw. an der Entwicklung des Konzerns interessiert, um weitere Entscheidungen treffen können.1

1.2 Spezifika der deutschen Konzernrechnungslegung

„Im Konzernabschluss ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezoge- nen Unternehmen so darzustellen, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären.“2Aus diesem Auszug des Handelsgesetzbuches lässt sich er- kennen, dass der Konzernabschluss durch Zusammenfassung aller Einzelabschlüsse der zum Unternehmensverbund gehörenden Einheiten erfolgt. Dies wird auch in Ab- bildung 1 veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bildung des Konzernabschlusses3

Beim Konzernabschluss handelt es sich lediglich um einen rein betriebswirtschaftli- chen Abschluss, der der Informations- und Dokumentationsfunktion dient. Es sind noch keine rechtswirksamen Folgen an ihn gebunden, d.h. er ist weder Grundlage zur Ausschüttungsbemessung noch Basis für die Besteuerung. Des Weiteren können an- dere Bilanzierungs-, Bewertungs- und Auswahlrechte erfolgen als im Einzelab- schluss. Er wird unter der Fiktion der rechtlichen Einheit aller am Konzern beteiligter Unternehmen aufgestellt. Dies bedeutet, dass alle Töchter als Abteilungen behandelt werden. Beim Konzernabschluss gilt weiterhin das Weltabschlussprinzip, d.h. alle Töchter, unabhängig von deren internationalen Standort, sind mit einzubeziehen.4

2. Die Konsolidierung als Instrument der Konzernrechnungs- legung

Unter der Konsolidierung versteht man das Instrument zur Zusammenfassung der Einzelabschlüsse aller Konzernunternehmen. Dabei müssen die Ergebnisse der einzelnen Unternehmensverbindungen, welche sich in Vermögens-, Kapital- und Erfolgsgrößen niederschlagen könnten, aufgerechnet werden. Die Höhe der Beteiligung sowie die Einflussnahme durch das Mutterunternehmen bestimmen die Art der Einbeziehung des beteiligten Unternehmens in den Konzernabschluss. Die umfassendste Beziehung ist bei Mehrheitsbeteiligungen, in Form von Mutter-Tochter-Bezie- hungen, gegeben. Dies ist auch in Abbildung 2 ersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Beziehung zwischen Intensität der Einflussnahme und Anteil am Kapital

2.1 Grundsätze der Konsolidierung

Die Basis der Konsolidierungsgrundsätze besteht in der Einheitstheorie, welche be- sagt, dass obwohl alle einzelnen Konzernunternehmen rechtlich selbstständig sind, der Konzern als rechtliche und wirtschaftliche Einheit angesehen wird. Der Konzern- abschluss gleicht nunmehr einem Quasi-Einzelabschluss, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darstel- len soll. Es wird davon ausgegangen, dass die Interessen beider Personengruppen, d.h. der Gesellschafter der abhängigen Gesellschaft sowie der Muttergesellschaft, gleichgerichtet sind. Dies führt dazu, dass die Einzelbilanzen sowie die Einzel-GuV ungeschmälert konsolidiert werden.5

Des Weiteren gilt, dass der Konzernjahresabschluss sich aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang zusammensetzt. Zur Komplettierung dessen wird meist noch ein Lagebericht hinzugefügt, der allerdings nicht Bestandteil des Jahresabschlusses ist. Wird das Mutterunternehmen an einer Börse gelistet, so ist der Jahresabschluss noch um eine Kapitalflussrechnung und eine Segmentberichterstattung zu ergänzen. Bei deren Aufstellung ist die Generalnorm zu beachten, d.h. es sind die Bilanzierungsvorschriften sowie die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zu beachten. Da diese Regeln für ein breites Spektrum gedacht sind, besteht ein großes Maß an Objektivierung und enorme Ermessensspielräume.6

Für den Konzernjahresabschluss gelten die gleichen Vorschriften wie für den Einzel- abschluss von Kapitalgesellschaften, soweit nicht anderes bestimmt ist. Insbesondere ist dabei zu beachten, dass Anteile, die nicht der Muttergesellschaft gehören, als Aus- gleichsposten unter gesonderter Bezeichnung innerhalb des Eigenkapitals darzustel- len sind.7

Das Vollständigkeitsprinzip besagt, dass alle Vermögenswerte sowie Schulden kon- zerneinheitlich neu zu bewerten sind. Hierbei spielt die Art und Weise mit der im Einzelabschluss des beherrschten Unternehmens vorgegangen wurde keine Rolle. Sollte der Abschlussstichtag dieses Unternehmens mehr als 3 Monate zurückliegen, so ist ein Zwischenabschluss von diesen Unternehmen zu erstellen.8Es gilt somit auf eine Vollständigkeit der Abschlusspositionen sowie des Konsolidierungskreises zu achten.

Das Bilanzierungsprinzip besagt, dass sich die Pflichten, Verbote und Wahlrechte für die Bilanzierung im Konzernabschluss nach den Vorschriften für das Mutterunter- nehmen richten. Es ist dabei unwichtig, ob in den Einzelabschlüssen genauso oder anders bilanziert wurde. Somit ist auch eine eigenständige Konzernbilanzpolitik möglich.9

Der Grundsatz konzerneinheitlicher Bewertung regelt die Wahl der Bewertungsme- thoden. Im Konzernabschluss ist ausschließlich das auf das Mutterunternehmen an- zuwendende Recht vorgeschrieben. Es wird somit von der Fiktion der rechtlichen Einheit ausgegangen, wonach art- und funktionsgleiche Bewertungsobjekte nach gleichen Methoden zu bewerten sind.10Die willkürliche Ausübung von Wahlrechten wird aufgrund der Generalnorm und dem Grundsatz der Stetigkeit unterbunden.11

Aus der Einheitstheorie abgeleitet ergibt sich der Zwang eines einheitlichen Konzernstichtages, zu dem der Konzernabschluss aufgestellt wird. Zur Auswahl stehen herbei der Stichtag des Mutterunternehmens, der bedeutendsten Unternehmen oder der Mehrzahl der einbezogenen Unternehmen. Sollte dies nicht erfolgen, so sind e- ventuelle Abweichungen hiervon im Konzernanhang zu erläutern.12

Ein weiterer Grundsatz ordnungsgemäßer Konsolidierung ist die Stetigkeit der Konsolidierungsmethoden. Nur dadurch ist es möglich zeitlich aufeinander folgende Konzernabschlüsse zu vergleichen.13Die einzelnen Methoden werden im folgenden Abschnitt näher betrachtet.

Der Grundsatz der Wesentlichkeit sagt aus, dass alle wichtigen Informationen offen gelegt werden müssen, sofern sie zur Beurteilung des Konzerns und zum Treffen es- sentieller Entscheidungen notwendig sind. Ergänzt wird diese Aussage durch den Gedanken der Wirtschaftlichkeit, welcher besagt, dass Rechnungslegungsaufwand und die mit ihm vermittelten Informationen in einem angemessenen Verhältnis ste- hen sollen. Jedoch gibt es für beide Prinzipien keine allgemein gültigen Maßstäbe.14

2.2 Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises nach HGB

Bei der Abgrenzung der Unternehmen, die in einen Konzernabschluss einzubeziehen sind, folgt das HGB der so genannten Stufenkonzeption.15

[...]


1Hierzu Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 2 ff.

2§ 297 Abs. 3 Satz 1 HGB

3Quelle: aus Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 8.

4Dazu etwa Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 7 ff.

5Vgl. auch Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 55 ff.

6Hierzu Baetge, Konzernbilanzen, S. 42 ff.

7So auch Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 62 ff.

8Dazu Sigle, Betriebswirtschaftliche Aspekte der Quotenkonsolidierung, S. 327.

9Hierzu etwa Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 74.

10Vgl. Maas/Schruff, Der Konzernabschluß nach neuem Recht, S. 238.

11Siehe auch Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 78.

12Nach Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechnungslegung, S. 82 f.

13Siehe Baetge, Konzernbilanzen, S. 70.

14So auch Gräfer/Scheld, Grundzüge der Konzernrechungslegung, S. 84 f.

15Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass es sich nicht um eine Schrittfolge handelt.

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638475167
ISBN (Buch)
9783638817820
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v51585
Institution / Hochschule
Fachhochschule Lausitz
Note
1,3
Schlagworte
Grundzüge Konzernrechnungslegung Berücksichtigung Instruments Konsolidierung Beteiligungscontrolling

Autor

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Titel: Grundzüge der Konzernrechnungslegung unter besonderer Berücksichtigung des Instruments der Konsolidierung