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Das Team. Erfolgreiche Bildung, Rollenverteilung und Zusammenarbeit

Diplomarbeit 1999 45 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Themenwahl und Motivation
1.2 Ziele:
1.3 Hypothese:
1.4 Vorgehen

2. Kapitel 1
2.1 Mein Vorhaben
2.2 Theorie Teil 1
2.2.1 Das Team
2.2.2 Erfolgreiches Team
2.2.3 Rollen im Team
2.2.4 Zusammenarbeit im Team
2.2.5 Das Team als Organisation
2.3. Über uns
2.3.1 Werdegang vom Wohnheim Windspiel und der Förderstätte
2.3.2 Das Wohnheim
2.3.3 Leitbild
2.3.4 Die Wohngruppen
2.3.5 Die Förderstätte
2.3.6 Das Mistral "Team"
2.3.7 Die Wendung
2.4. Praktischer Teil 1
2.4.1 Die Vorbereitung
2.4.2 Teamanalyse

3.Kapitel 2
3.1 Mein Vorhaben
3.2. Theorie Teil 2
3.2.1 Kommunikation
3.2.2 Feedback
3.2.3 Konfliktlösung
3.2.4 Anweisungen zur Konfliktgespräch
3.3. Praktische Teil 2
3.3.1 Konfliktgespräch
3.3.2 Das Feedback
3.3.3 Auswertung

4. Schluss Teil
4.1 Auswertung der gesetzten ziele
4.2 Schlusswort

5. Literatur

6. Anhang

1. Einleitung

1.1 Themenwahl und Motivation

Das richtige Thema für meine Diplom-Arbeit (D.A.) zu finden, war für mich sehr schwierig. Ich wusste sehr lange nicht, welches Thema ich vertiefen möchte, und was ich erreichen will. Ich wusste aber, dass ich etwas machen will, wovon mehrere Personen profitieren können. Zuerst wollte ich über Kommunikation schreiben, aber ich konnte dieses Thema für mich nicht genügend greifbar machen, und ich sah ausserdem nicht, wie die anderen davon profitieren könnten.

Das Thema, oder besser gesagt die Problematik, die ich gewählt habe, existierte bereits seit langem, aber ich brauchte eine "Ewigkeit" bis ich sie als solche erkannt habe.

Seit ungefähr einem Jahr bin ich nicht zufrieden mit meinem Arbeitsalltag. Die Abmachungen, die wir in unserem Team getroffen, haben wurden nicht eingehalten. Vieles, was früher selbstverständlich war, wurde nicht mehr akzeptiert. Ich bekam Probleme mit neuen MitarbeiterInnen, aber auch sie mit mir. Lange Zeit wusste ich nicht, woran es lag, dass wir so viele Probleme bekommen haben. Ich dachte, die "Neuen" sind daran schuld. Es müssen die Neuen sein, weil wir früher so ein gutes Team hatten und sehr gut miteinander auskamen. Eine Zeitlang dachte ich mir, "na gut jeder macht seine Aufgaben und es wird schon".

Kurz danach stellte sich leider heraus, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir konnten keine neuen Ideen mehr realisieren, kurz danach hatten wir auch keine Ideen mehr. Unseren Klienten ging es schlechter, sie wurden unruhiger, zum Teil aggressiver, machten Rückschritte. Wir fingen an, uns gegenseitig zu beschuldigen, und alles war noch schlimmer.

Das Team als Thema für meine D.A. zu nehmen, war fast ein Muss, und wie sich nachher herausstellte, hatte es sehr viel mit Kommunikation zu tun.

1.2 Ziele:

Mit dieser Arbeit möchte ich mehrere Ziele im Theoretischen und im Praktischen Teil erreichen.

Theoretischer Teil:

Das Team definieren.

Zusammenarbeit definieren.

Wie sieht eine gute Zusammenarbeit im Team aus.

Welche Methoden führen zur Verbesserung des Arbeitsklimas.

Ich möchte wissen, wie ich das Arbeitsklima mitbeeinflussen kann und was

ich an mir selbst ändern könnte, so dass die Zusammenarbeit verbessert

werden könnte.

Die LeserInnen möchte ich darauf aufmerksam machen, wie wichtig die

bewusste Arbeit am Teamklima ist.

Praktischer Teil:

Durchführung der Teamanalyse.

Durchführung von Methoden, die zur Verbesserung der Zusammenarbeit führen könnten.

Mit meiner Projektarbeit möchte ich dazu beitragen, dass wir die Zusammenarbeit in unserem Team verbessern und unsere Kommunikation besser entwickeln können. bv nmhjzui789990

Ich möchte unser Team konfliktfähiger machen.

Ich hoffe, dass unser Team dadurch eine neue Identität bekommt.

1.3 Hypothese:

Meiner Meinung nach ist die Zusammenarbeit in unserem Team nicht zufriedenstellend. Mir ist jedoch selbst nicht ganz klar, wo die Ursachen dafür liegen. Möglicherweise sind die Rollen in unserem Team nicht klar verteilt, oder unser Team wird nicht nur durch die Gruppenleiterin geführt sondern (informell) durch weitere Personen.

Ich vermute jedoch, dass wir im Bereich der Kommunikation einen sehr grossen Nachholbedarf haben. Um diesem auf die Spur zu kommen, möchte ich mich eingehend mit unserer Teamsituation auseinandersetzen

1.4 Vorgehen

Für meine D.A. habe ich mir vielleicht nicht die einfachste Vorgehensweise ausgedacht. Da es sich dabei um einen Prozess handelt, ist dieser nicht nur von mir selbst abhängig, sondern auch von meinem Team. Das Team wird deshalb dabei eine zentrale Rolle spielen. Nicht nur als Thema, sondern weil es diesen Prozess auch mitgestaltet. Deswegen ist es mir nicht möglich, meine D.A. im voraus bis ins Detail vorauszuplanen. Dies hat die Suche nach Literatur auch erheblich erschwert.

Mit dem Team habe ich abgesprochen, eine Teamanalyse durchzuführen, und auf die Ergebnisse einzugehen. Das Team wird dabei die Themen zu bestimmen haben, welche ich erarbeiten muss. Dies bedeutet, dass ich in diesem Moment nicht weiss, welche Themen genau in meiner D.A. vorkommen. Ich weiss zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, ob ich alle die Ziele, die ich mir für diese Arbeit gesteckt habe, erreichen kann.

Einen kleinen planbaren Teil gibt es jedoch noch, und diesen möchte ich im folgenden schildern:

Ich lese mich in das Thema "Teamdiagnostik" ein und bereite die Durchführung der Teamanalyse (T.A.) vor. Aufgrund der daraus gewonnenen Ergebnisse wird sich herausstellen, welche Themen unser Team erarbeiten will. Alle meine weiteren Schritte werden davon abhängig sein.

Dies sieht nach einem sehr spannenden Prozess aus und Sie sind herzlich eingeladen, diesen mit uns weiter mitzuverfolgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Kapitel 1

2.1 Mein Vorhaben

In diesem Teil möchte ich mich vor allem theoretisch mit dem "Team" und den Prozessen, die in einem Team ablaufen, beschäftigen. Ich möchte wissen, welche Merkmale ein Team hat. Welche Phasen ein Team durchmachen muss, um erfolgreich zu sein. Ich will auch wissen, wie sich ein erfolgreiches Team von einem erfolgslosen Team unterscheidet.

Gleichzeitig möchte ich Parallelen zu unserem Team ziehen. Damit erhoffe ich, ein anderes Teambild zu bekommen. Das Team von einer anderen Perspektive anschauen zu können. Mich den neuen Wegen zu öffnen.

Mit diesem Teil will ich mir die Basis für meine Projektarbeit schaffen.

2.2 Theorie Teil 1

2.2.1 Das Team

„Letzten Endes kann man alle wirtschaftlichen Vorgänge auf drei Worte reduzieren: Menschen, Produkte und Profite. Die Menschen stehen an erster Stelle. Wenn man kein gutes Team hat, kann man mit den beiden anderen nicht viel anfangen“.

Lee Iacocca

Definition

1. „Team Gruppe von Personen, die mit der Bewältigung einer gemeinsamen Aufgabe beschäftigt ist;“(LexsiRom)
2. „Teams sind nicht einfach Arbeitsgruppen, sondern vieles mehr. In der Praxis zeichnen sie sich inbesondere dadurch aus, dass sie hervorragende Resultate erzielen. Nach Katzbach und Smit sind für Teams folgende Charakteristika typisch:

- geringe Zahl der Mitarbeiter
- sich gegenseitig ergänzende Fähigkeiten
- technisches oder funktionales Geschick
- Fähigkeit, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen
- interpersonelle Fähigkeiten (kommunikative Basis für Konflikte, emotionale Distanz, Fähigkeit zu Feedback)
- Verpflichtung zur gemeinsamen Arbeitsmethode
- gemeinsame Verantwortung“(B. Wildenmann 1999 S. 240)

3. „Ein Team ist eine aktive Gruppe von Menschen, die sich auf gemeinsame Ziele verpflichtet haben, harmonisch zusammenarbeiten, Freude an der Arbeit haben und hervorragende Leistungen bringen.“(D. Francis, D. Young 1989 S. 9)

Die erste Definition gefällt mir, weil sie sehr kurz und prägnant ist, die zweite, weil sie sehr differenziert ist, und die dritte, weil sie in der Definition, das „Freude an der Arbeit haben“ beinhaltet.

Meiner Meinung nach, haben die Mitglieder eines gut funktionierenden Teams Freude an der Arbeit. Das ist eines der Merkmale, woran man ein Team erkennen kann. In meiner Berufskarriere habe ich in verschiedenen „Teams“ arbeiten dürfen. Die Freude an der Arbeit habe ich aber nur in den Teams gehabt, die erfolgreich waren.

2.2.2 Erfolgreiches Team

Die Teammitglieder müssen weder aus gleichen Berufen kommen noch gleiche Interessen haben. Alter, Geschlecht und Vorbildung brauchen nicht bei allen gleich zu sein - im Gegenteil: Durch verschiedene Arbeitsbereiche oder Erfahrungen können sie sich nachher viel mehr gegenseitig ergänzen. Gerade wenn jemand nur wenig Ahnung von einem Fachgebiet hat, kann er manchmal viel bessere Schlüsselfragen stellen, als jemand, der genauso tief in der Materie steckt. Entscheidend für die Teamarbeit ist, dass die MitarbeiterInnen sich miteinander gut verstehen, Zutrauen zueinander haben und, dass sie alle ein festes Ziel vor Augen haben.

D. Francis und D. Young beschreiben in ihrem Buch „Mehr Erfolg im Team“ ein erfolgreiches Team durch fünf Merkmale: Leistung, Ziele, Dynamik, Struktur und Klima.

- Leistung:

„Leistung, allg.: Grad einer körperl., geist. und psych. Beanspruchung sowie deren Ergebnis.“(LexiROM)

Die Leistungsfähigkeit eines Teams ist viel grösser als die Leistungsfähigkeit einzelner MitarbeiterInnen. Durch gemeinsames Arbeiten und gegenseitiges Ergänzen ist ein Team imstande, Leistungen zu vollbringen, die ein einzelner für sich alleine nie erreichen könnte.

- Ziele:

„Es gibt immer mehr Strassen und immer weniger Ziele.“

Werner Mitsch

Für ein Erfolgreiches Team müssen sich Menschen zusammenfinden, die bereit sind, ihre persönlichen Ziele dem Hauptziel unterzuordnen. Das Hauptziel muss jeder kennen und damit einverstanden sein. Nur deklaratives Einverständnis bringt nichts, das Hauptziel müssen alle verinnerlichen. Alle müssen bereit sein, sich aufeinander einzulassen und vor allem auch mit Engagement daran zu arbeiten, damit das Ziel erreicht werden kann.

- Dynamik:

„Dy|na|mik < gr.-lat. > die; -, -en:

(ohne Plural) Lehre vom Einfluss der Kräfte auf die Bewegungsvorgänge von Körpern.“(LexiROM)

Die Mitglieder eines Team fühlen sich untereinander viel wohler als alleine. Sie arbeiten gerne miteinander und sehen, dass durch gegenseitiges Ergänzen immer wieder neue Ideen auftauchen. Die Freude an der Arbeit wird immer grösser und bringt das Team zu erwünschten Resultaten.

"Zur Beschreibung dieses einzigartigen Energiepotentials einer Gruppe wurde das Wort "Synergie" geprägt. Man kann es in der mathematisch zwar fragwürdigen, psychologisch aber richtigen Gleichung 2 + 2 = 5 ausdrücken. Ein Team ist in seiner Qualität und seiner Leistungsfähigkeit noch mehr als die Summe seiner Mitglieder."(D. Francis, D. Young 1989, S. 8)

- Struktur:

„Struktur allg.: spezif. Aufbau, Gefüge eines gegliederten Ganzen, bei dem jeder Teil eine bestimmte Funktion erfüllt, die nur vom Ganzen her verständlich ist.“(LexiROM)

Ein erfolgreiches Team hat die Antworten auf die folgenden Fragen gefunden:

Wie sind die Rollen verteilt? (Siehe 2.2.3)

Was für einen Arbeitsstil haben wir?

Wer kontrolliert uns und wie?

Wer hat die Leitung?

Die Team Mitglieder haben gelernt, individuelle Fähigkeiten so zu benutzen und zu kanalisieren, dass sie den Zweck haben, das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Die Umgangsformen, wie die Teammitglieder miteinander arbeiten und kommunizieren sind so abgestimmt, dass es jedem dabei wohl ist.

- Klima:

„Kli|ma
1. a) der für ein bestimmtes geographisches Gebiet charakteristische Ablauf der Witterung (Meteor.);
b) künstlich hergestellte Luft-, Wärme- u. Feuchtigkeitsverhältnisse in einem Raum.

2. durch bestimmte Ereignisse od. Umstände hervorgerufene Atmosphäre od. Beziehungen zwischen Personen, Gruppen, Staaten o. Ä.“(LexiROM)

Es ist sehr wichtig, dass die Teammitglieder sich gegenseitig vertrauen und eine positive, konstruktive Grundstimmung herrscht. Nur so können alle offen genug sein, um etwas von sich selbst mitzuteilen, und auch um Rat von anderen zuzulassen und anzunehmen oder über Misserfolge und Probleme zu berichten. Verständnis für einander und ein respektvoller Umgang sind deshalb ganz wichtig.

Selbstverständlich können sich die Teammitglieder kritisieren, aber immer mit einer konstruktiven Ausrichtung.

Erfolg oder Misserfolg bestimmen über ihre Stimmung, weil sie sich mit dem Team identifizieren.

2.2.3 Rollen im Team

Definition

„Rolle, Soziologie: (soziale R.) zentrale Kategorie der Soziologie , die die Summe der gesellschaftl. Erwartungen an das Verhalten eines Inhabers einer sozialen Position (Stellung im Gesellschaftsgefüge) bezeichnet.“(LexiROM)

Wildenmann 1999 berichtet über ein Experiment von Belbin, in dem die Auswirkungen in Bezug auf die Rollenverteilung in einem Team eine entscheidende Rolle spielte und massgebend für Erfolg oder Misserfolg des Teams sei.

Die Teams, in denen alle Rollen vertreten waren erzielten die besten Resultate und waren leistungsfähiger als diejenigen, in denen nur gewisse Rollen besetzt waren. Die Teams, in welchen die Rollen nicht klar verteilt waren, verbrachten die meiste Zeit mit Diskussionen, welche schlussendlich nirgendwo hinführten. Die Debatten über die Aufgabenstellungen haben eigentlich nicht das Ziel gehabt, sie zu lösen, sondern sie waren der Polygon für den Kampf um die Position im Team. Dadurch war jede produktive Arbeit unmöglich.

Der Erfolgsausfall war Auslöser von Schuldzuweisungen und die Teams scheiterten.

[...]

Details

Seiten
45
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638103589
ISBN (Buch)
9783656831174
Dateigröße
648 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v520
Note
bestanden
Schlagworte
Team

Autor

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Titel: Das Team. Erfolgreiche Bildung, Rollenverteilung und Zusammenarbeit