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Alzheimer Krankheit - Zeit des Vergessens

Hausarbeit 2004 14 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist die Alzheimer Krankheit?
2.1 Zur Entdeckung der Krankheit
2.2 Neurologische Veränderungen
2.3 Häufigkeitseinordnung
2.4 Wie unterscheidet sich die Alzheimer Krankheit von der Demenz?

3. Der Verlauf der Krankheit
3.1 Einteilung in 3 Stadien
3.1.1 Stadium 1
3.1.2 Stadium 2

4. Was bedeutet die Alzheimer Krankheit für den Betroffenen?
4.1 Es nicht wahrhaben wollen- Die Kunst der Verdrängung
4.2 Die Rolle der Depression

5.Betreuungsaspekte Alzheimer- kranker Menschen
5.1 Das Verstehen der Krankheit
5.2 Über die Schwierigkeit des Kommunizierens
5.3 Dem Betroffenen Sicherheit geben
5.4 Beziehungsverwirrungen

6. Rechtliche Aspekte- Möglichkeiten der Unterstützung
6.1 Vorsorgevollmacht
6.2 Betreuungsverfügung
6.3 Patientenverfügung
6.4 Kostenübernahme?
6.5 Sozialpädagogische Arbeit

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit Hilfe dieser Arbeit soll versucht werden, die Alzheimer Krankheit vorzustellen und verschiedene Einblicke in das Leben mit der Krankheit, sowohl aus der Sicht des Betroffenen als auch aus der Sicht der Angehörigen, zu erhalten.

Allein die Betroffenenzahlen, die sich nach Schätzungen auf 1,2 Millionen Menschen in Deutschland belaufen machen deutlich, dass es sich keinesfalls um eine „Rarität“ handelt, sondern ein Thema sein sollte, mit dem es sich näher zu beschäftigen gilt.

Ältere Menschen haben so gut wie keine oder allenfalls eine kleine Lobby in der Gesellschaft. Diese Arbeit befasst sich lediglich mit einem kleinen möglichen Ausschnitt einer Krankheit, die uns alle einmal betreffen kann.

Fragen wie, „Was bedeutet es von der Alzheimer- Krankheit betroffen zu sein?“ oder „Welche Probleme können für die Angehörigen entstehen?“ sollen bearbeitet werden.

Zum Abschluss liegt das Augenmerk auf der Frage der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten zur Unterstützung Betroffener und Angehöriger. Hier schließt sich die Verbindung der möglichen sozialpädagogischen Arbeit mit Alzheimer- Erkrankten.

Leider ist es mir nur möglich, gewisse Aspekte anzureißen, da eine Ausführliche Bearbeitung den Umfang dieser Arbeit sprengen würde.

2. Was ist die Alzheimer Krankheit?

2.1 Zur Entdeckung der Krankheit

Der bayrische Nervenarzt Arzt Dr. Alois Alzheimer beschreibt 1906 erstmalig den Fall einer 51-jährigen Patientin, die an „Altersschwachsinn“[1] leidet. Die Entdeckung eigenartiger Ablagerungen im Gehirn legt den Grundstein zur weiteren intensiven Erforschung. Die Krankheit erhält somit den Namen ihres Entdeckers: Alzheimer.

2.2 Neurologische Veränderungen

Die Alzheimer Krankheit ist ein fortschreitender, irreversibler Verlust der Gehirnfunktionen, der sich folgendermaßen darstellt:

Im Gehirn sammelt sich das Protein Beta- Amyloid[2] zu faserförmigen Verdichtungen, die Amyloidfibrillen genannt werden, an und lagert sich in Form von Alzheimer- Plaques an den Nervenfasern ab.[3]

Uneinig sind die Wissenschaftler sich jedoch darüber, ob die Plaques Alzheimer verursachen oder von der Krankheit verursacht werden. Die eigentlichen Symptome der Erkrankung sind wahrscheinlich die Folge der damit unterbrochenen Nervenzellverbindungen, deren Verlust endgültig ist.

2.3 Häufigkeitseinordnung

Nach aktuellen Zahlen der Alzheimer Forschung Initiative e. V. leben schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen in Deutschland mit dieser Krankheit. Obwohl auch Menschen im Alter von 40 bis 50 Jahren an Alzheimer erkranken können, sind jedoch hauptsächlich jene über 65 Jahren betroffen. Man rechnet in Deutschland jedes Jahr mit über 100.000 neuen Patienten. Schätzungen gehen davon aus, dass durch die ansteigende durchschnittliche Lebenserwartung im Jahre 2030 über zwei Millionen Menschen Opfer dieser unheilbaren Krankheit sein könnten.[4]

2.4 Wie unterscheidet sich die Alzheimer Krankheit von der Demenz?

Aufgrund der unterschiedlichen Namensgebung der verschiedenen Erscheinungsbilder eines Gedächtnisverlustes, stellt sich häufig diese Frage. Begriffe wie <<psychoorganisches Hirnsyndrom>>, <<Zerebralsklerose >>, <<Senilität>> und <<Demenz>> werden oft in „einen Topf“ geworfen. Das Wort Demenz

stammt von zwei lateinischen Wörtern: Hinweg und Gedanke. Demenz beschreibt eine Anzahl von Symptomen, bezeichnet dabei aber keine Krankheit oder Krankheiten, welche diese Symptome erzeugen. Das wesentliche Merkmal einer Demenz ist der fortschreitende Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit.[5]

Die Alzheimersche Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz= Demenz vom Alzheimer Typ.[6]

3. Der Verlauf der Krankheit

3.1 Einteilung in 3 Stadien

3.1.1 Stadium 1

Alzheimer ist eine langsam fortschreitende Krankheit. Nachdem ein Patient die endgültige Diagnose erhalten hat, lebt er durchschnittlich noch sieben Jahre. Es sind aber auch Fälle bekannt, in denen der Betroffene über zwanzig Jahre lang mit der Krankheit gelebt hat. Es gibt einige vorhersagbare Krankheitsstadien, die jeder Patient durchlebt, wobei jeder einzelne sie in unterschiedlichem Tempo durchläuft.

Der Beginn der Krankheit ist meist so unmerklich, dass ein genauer Zeitpunkt der ersten Beschwerden häufig nicht zurückverfolgt werden kann. Im Anfangsstadium sind Alzheimer- Patienten eher antriebsschwach, was häufig kaum auffällt. Die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Noch kann der Betroffene, trotz gewisser Orientierungslosigkeit und Kommunikationsschwierigkeiten, einfache Tätigkeiten selbständig erledigen. Alzheimerkranke werden ihre gesamte Energie darauf verwenden, ihre Ausfälle und Schwächen zu vertuschen.[7]

Bei vielen Patienten treten noch vor der kognitiven Kernsymptomatik, die das geistige Leistungsvermögen betrifft, nichtkognitive Frühsymptome in Form von latenten Verhaltensänderungen auf. Dazu gehören z.B. Passivität, emotionaler Rückzug und Stimmungslabilität. Maurer u.a.[8] bezeichnen dies als prä- bzw. subklinische Phase, in der diskrete Symptome wie nachlassende Aufmerksamkeit, zunehmende Abneigung gegen Neues, soziales Desinteresse und eine Verarmung der intellektuellen Fähigkeiten und Leistungen auftreten. Der kontinuierliche Anstieg von Gedächtnisstörungen, sowie zeitliche und örtliche Orientierungsprobleme kennzeichnen die erste Stufe des Krankheitsbildes. Anfängliche Symptome werden häufig als Depression fehldiagnostiziert.

[...]


[1] Alzheimer Forschung Initiative e.V. – Die Alzheimer Krankheit

[2] Alzheimer Forschung Initiative e.V. 2002- Diagnose Alzheimer, S.3

[3] vgl. Krämer 1996, S. 91

[4] vgl. Krämer 1996, S. 19

[5] vgl. Alzheimer Europe 1999, S.1

6 vgl.. Krämer 1996, S.14; Fuhrmann/ Gutzmann/ Neumann/ Niemann-Mirmehdi 1996, S.17

[7] vgl. Klessmann 1990, S. 21

[8] vgl. Maurer / Ihl/ Fröhlich 1993, S. 10

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638481915
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v52487
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
sehr gut
Schlagworte
Alzheimer Krankheit Zeit Vergessens Sozialarbeit Menschen Demenz Gedächtnis Alois Alzheimer

Autor

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