Lade Inhalt...

Neurophysiologie der Geschmackswahrnehmung

Seminararbeit 2019 13 Seiten

Biologie - Sonstige Themen

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Gustatorische Wahrnehmung
2.1. Geschmackspapillen
2.2. Geschmacksknospen
2.2.1. Rezeptoren

3. Weiterleitung zum Gehirn

4. Vorgänge im Gehirn
4.1. Weiterleitung zu dem Thalamus
4.2. Weiterleitung zu dem Hirnstamm
4.3. Weiterleitung zu dem Hypothalamus und Mandelkern

5. Beeinflussung der neurophysiologischer Vorgänge

6. Beeinflussung der Geschmackswahrnehmung
6.1. Experiment
6.1.1. Vorstellung
6.1.2. Vermutungen
6.1.3. Durchführung
6.1.4. Auswertung

7. Fazit
7.1. Zusammenfassung
7.2. Ausblick

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich beschäftige mich bei der Erarbeitung meines Leistungsnachweises mit der Neurophysiologie der Geschmackswahrnehmung.

Interesse bezüglich dieses Themas wurde bei mir durch tägliche Nahrungsaufnahme geweckt, mit der Frage, wie dieser Vorgang überhaupt funktioniert. Aufgrund meiner in der Medizin tätigen Verwandtschaft konnte ich vereinfachte Fragen schon grob beantwortet bekommen und habe nun die Chance genutzt, diese Frage ausführlicher und fachlicher in meiner Seminararbeit im Fach Biologie/Chemie zu beantworten. Selbst ich hatte zuerst keine direkte Vorstellung beziehungsweise eine Anregung mehr darüber zu erfahren. Nach erster grober Recherche wurde mein Interesse wiederum geweckt. Wir Lebewesen setzen uns täglich mehrfach mit der Nahrungsaufnahme auseinander und nehmen diesen komplexen Vorgang meist als selbstverständlich hin, ohne zu wissen, was direkt dahinter steckt. Bei der Geschmackswahrnehmung, auch Gustatorische Wahrnehmung genannt, handelt es sich um großes Fachgebiet, welches bis heute noch komplett erforscht werden konnte.

Ausgehend von meinem Thema werde ich mich in meiner Arbeit ausführlich mit der Funktionswiese der Geschmackswahrnehmung, sowie die Beeinflussung neurophysiologischer Vorgänge durch guten Geschmack beschäftigen. Außerdem werde ich ein Experiment hinsichtlich bestimmter Faktoren bezüglich des Geschmackes und des Aussehens der Nahrung durchführen, um zu überprüfen, ob diese die Wahrnehmung des Geschmackes beeinflussen.

Hierzu recherchiere ich umfangreich im Internet, in Fachbüchern und wende mich, sofern es gefordert wird, an meine in der Medizin tätige Familie.

2. Gustatorische Wahrnehmung

Die Gustatorische Wahrnehmung, beziehungsweise der Geschmackssinn, entsteht über die Sinneszellen, welche sich hauptsächlich auf der Zunge, aber auch im Rachen, im Kehlkopf und an dem Gaumen befinden.[1] Diese Wahrnehmung ist angeboren und somit ein wichtiger Bestandteil des Lebens aufgrund der Schutz- und Warnfunktion, welche durch verschiedene Geschmäcker ausgelöst wird. Wir Menschen sind in der Lage fünf verschiedene Qualitäten des Geschmackes aufzunehmen: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Grundsätzlich beruht die Geschmackswahrnehmung auf chemischen Reizen. Ebenfalls eine Wichte Rolle spielt der Geruch, ohne den der Geschmack durchaus eingeschränkt ist, wie beispielsweise in einer schweren Erkältung in Verbindung mit einem Schnupfen.[2] Es handelt sich um einen subjektiven Vorgang, da dieser individuell betrachtet wird, mit dem Einfluss persönlicher Gefühle und Erfahrungen. Der Geschmack, welcher aufgenommen wird, wird dann über die Geschmackspapillen und Geschmacksknospen zu dem Gehirn weiterverarbeitet. Der sogenannte Geschmack, welcher aus dem Alltag bekannt ist, entsteht mit der Zusammenarbeit von dem Geruchs- und Geschmackssinn.[3]

2.1. Geschmackspapillen

Bei den Geschmackspapillen handelt es sich um kleine Erhebungen auf der Zunge, welche die Geschmacksknospen enthalten. Diese sind teilweise mit dem bloßen Auge sichtbar. Man unterscheidet diese Papillen in drei Typen, die Wallpapillen, die Blätterpapillen und die Pilzpapillen.[4] Die Wallpapillen befinden sich auf dem hinteren Drittel der Zunge. Diese sind sehr groß, weshalb eine Wallpapille über mehrere 100 Geschmacksknospen verfügt. Die Blätterpapillen befinden sich seitlich der Zunge und ähneln bezüglich des Aussehens dicht hintereinander liegenden Falten. Diese enthalten circa 50 Geschmacksknospen pro Papille. Klein und im vorderen Drittel der Zunge befinden sich die Pilzpapillen. Sie sind nicht direkt sichtbar, aufgrund ihrer kleinen Größe, weshalb diese Papillen auch nur drei bis fünf Geschmacksknospen enthalten.[5]

2.2. Geschmacksknospen

Eine Zunge besitzt circa 2000 4000 dieser Geschmacksknospen. Sie weisen eine zwiebelförmige Struktur auf und sind die Träger der Sinneszellen(1).[6] Sie weisen durchschnittlich einen Durchmesser von circa 20 bis 40 µm auf.[7] Eine Geschmacksknospe besteht grundsätzlich aus Stützzellen, welche am Grund an die sogenannten Basalzellen (2) anbinden. Durch die Teilung dieser Basalzellen, können neue Sinneszellen gebildet werden, welche eine Lebensdauer von circa zehn bis 14 Tagen haben. Am oberen Ende der Knospe befindet sich eine Öffnung, diese wird als Geschmackspore (3) bezeichnet.[8] Diese Poren öffnen für die Diffusion konkreter Geschmacksstoffe, außerdem sind diese sehr eng aufgrund der Schutzfunktion bezüglich der Sinneszellen. Die sogenannten Mikrovilli (4) ragen aus dieser Pore und dienen der Erkennung bestimmter Geschmacksstoffe.[9] Geschmacksknopsen verfügen über keinen konkreten Fortsatz zum Gehirn, sie sind über afferente Nerven (5) mit dem zentralen Nervensystem verbunden.[10]

2.2.1. Rezeptoren

An der Membranoberfläche befinden sich die Geschmacksrezeptoren, welche durch die Konsistenz der aufgenommenen Nahrung erregt werden.[11] Bekannt sind fünf verschiedene Geschmäcker: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Grundsätzlich unterscheidet man bezüglich der Rezeptoren zwischen Ionenkanälen und G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Für die Weiterleitung des süßen Geschmackes ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, genauer eine T1R2/T1R3-Rezeptorkombination, zuständig. Der saure Geschmack wird mithilfe von H+-Kanälen in die Zelle geleitet, was eine Depolarisierung zur Folge hat, sodass Na+- und Ca++-Kanäle öffnen und sogenanntes Serotonin freigesetzt wird. Natriumkanäle sind für den salzigen Geschmack zuständig. Diese lassen Natrium in die Zelle einströmen, was auch hier eine Depolarisierung zur Folge hat. Die Rezeptoren für den bitteren Geschmack befinden sich in den häufigsten Fällen an den großen Papillen. Der bittere Geschmack gilt für den Mensch als Warnsignal für möglich enthaltene giftige Stoffe. Unterschiedliche Arten der T2R-Rezeptoren sind für diesen Geschmack zuständig. MGlu-Rezeptoren sind für den Geschmack Umami zuständig. Nachdem der Geschmacksstoff an seinen entsprechenden Rezeptor angebunden hat, entsteht ein Aktionspotential. Durch die Änderung der Membranspannung erfolgt eine Öffnung der Ionenkanäle, sodass Transmitter freigesetzt werden. Dieser Vorgang wird auch als die Transaktion bezeichnet.[12]

[...]


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gustatorische_Wahrnehmung

[2] http://www.biologie-schule.de/schmecken-gustatorische-wahrnehmung.php

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Gustatorische_Wahrnehmung#Geschmacksrezeptoren

[4] https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/geschmackspapillen/4655

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Geschmacksknospe

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Geschmacksknospe#Geschmackspapillen

[7] https://medlexi.de/Geschmacksknospen

[8] https://gesundpedia.de/Geschmacksknospen

[9] http://physiologie.cc/XIV.2.htm

[10] https://gesundpedia.de/Geschmacksknospen

[11] https://gesundpedia.de/Geschmacksknospen

[12] http://physiologie.cc/XIV.2.htm

Details

Seiten
13
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346151308
ISBN (Buch)
9783346151315
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v536270
Institution / Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Note
2
Schlagworte
geschmackswahrnehmung neurophysiologie

Autor

Zurück

Titel: Neurophysiologie der Geschmackswahrnehmung