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Zum Konzept der Vollen Halbtagsschule in Rheinland-Pfalz: Die Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit

Referat (Ausarbeitung) 2003 16 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Vollen Halbtagsschule

3. Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit
3.1 Vor- und Nachteile der Nutzung von Computer und Internet
3.2 Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien
3.2.1 Neue Medien in der Integrierten Fremdsprachenarbeit
3.3 Hinweise für die Einbindung des Computers in den Unterricht

4. Literatur

5. Anhang: Handout zum Referat

1. Einleitung

Die neuen Medien Computer und Internet sind heute aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Durch sie werden in Beruf wie Privatleben viele Arbeitsprozesse vereinfacht und Informationen für jeden zugänglich. Vor allem für Kinder sind diese neuen Medien sehr faszinierend, bieten sie doch so vielfältige und interessante Nutzungsmöglichkeiten.

Gerade deshalb ist zu überlegen, ob und wie Computer und Internet heute in der Grundschule sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden können.

Im Folgenden werde ich dies im Rahmen des Konzeptes der Vollen Halbtagsschule für den Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit (IFA) versuchen. Dazu werde ich zunächst das Konzept der Vollen Halbtagsschule kurz vorstellen und mich im Anschluss daran mit Vor- und Nachteilen der Nutzung von Computer und Internet beschäftigen. Auch werde ich Möglichkeiten des Einsatzes der neuen Medien - unter gesonderter Betrachtung des Teilbereichs IFA - aufzeigen und einige Hinweise für die Einbindung des Computers in den Unterricht geben.

2. Das Konzept der Vollen Halbtagsschule

Das Konzept der Vollen Halbtagsschule wurde zum Schuljahresbeginn 1998/1999 flächendeckend in Rheinland - Pfalz eingeführt mit den Zielen, mehr Zeit für die Kinder zu haben, verlässliche Unterrichtszeiten zu bieten und den Grundschulen sowie den einzelnen Lehrkräften mehr Freiräume für die Gestaltung des Unterrichts zu geben.

Das Ziel „verlässliche Unterrichtszeiten“ wurde wie folgt realisiert: Die tägliche Schulzeit der ersten und zweiten Schuljahre beträgt vier Stunden von 8.00 bis 12.00 Uhr, die Dritt- und Viertklässer bleiben von 8.00 bis 13.00 Uhr, also fünf Stunden in der Schule. Diese Zeiten können etwas nach vorn oder hinten verschoben (jedoch nicht verkürzt!) werden, wenn exogene Bedingungen wie zum Beispiel die Schülerbeförderungsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dies erfordern. Zusätzlich zu den Kernzeiten wird noch die „Betreuende Grundschule“ nach Unterrichtsschluss und in einigen Fällen auch morgens vor Unterrichtsbeginn angeboten. Dadurch haben Eltern, die aus beruflichen Gründen nicht in der Lage sind, ihr Kind erst zu Beginn bzw. pünktlich zum Ende des Unterrichts zu bringen bzw. abzuholen, die Gewissheit, dass ihr Kind gut betreut wird und nicht auf sich allein gestellt ist.

Die tägliche Schulzeit im Konzept der Vollen Halbtagsschule beträgt in den ersten beiden Schuljahren 240 und im 3. und 4. Schuljahr 300 Minuten. Sie setzt sich aus Unterrichts- und Pausenzeit folgendermaßen zusammen: 190 Minuten Unterricht und 50 Minuten Pausenzeit – davon 15 Minuten betreutes Frühstück – sind für die Klassen 1 und 2 eingeplant. Die höheren Klassenstufen haben 240 Minuten Lernzeit pro Tag und insgesamt 60 Minuten Pause – auch hier wieder 15 Minuten Betreutes Frühstück eingerechnet.

Ein kleiner Überblick soll das bisher Beschriebene noch einmal verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ergibt sich also eine wöchentliche Unterrichtzeit von 950 Minuten (1. und 2. Schuljahr) bzw. 1200 Minuten (3. und 4. Schuljahr). Das entspricht im Durchschnitt etwa 40 Minuten „Mehr Zeit für Kinder“[1] pro Schuljahr, womit ein weiteres Ziel der Vollen Halbtagsschule umgesetzt wurde.

Im Konzept der Vollen Halbtagsschule wird auf die strenge Trennung der Fächer verzichtet. Stattdessen gibt es nun 4 Lernbereiche, in welche die Fächer zusammengefasst wurden und denen unterschiedlich viele Unterrichtsminuten zugeteilt wurden. Der Übersichtlichkeit halber werde ich die Lernbereiche mit ihrer jeweiligen Unterrichtszeit in einer Tabelle darstellen[2]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Ziel der Selbstständigkeit der einzelnen Schulen wird dadurch realisiert, dass die Schulen den Vormittag nunmehr eigenständig in Zeitblöcke gliedern und altersgemäß rhythmisieren können. Die 45 Minuten-Taktung ist deshalb abgeschafft worden. Sinn dieser Maßnahme ist es, den Lehrkräften mehr Gestaltungsfreiheit zu geben „um den Unterricht eigenverantwortlich zu organisieren“[3]

3. Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit

3.1 Vor- und Nachteile der Nutzung von Computer und Internet

Bevor im Punkt 3.2 die Einsatzmöglichkeiten von Computer und Internet erläutert werden ist es wichtig, sich erst einmal die Vor- und Nachteile dieser Medien anzuschauen. Dabei fällt auf, dass nur wenige Gründe gegen den Einsatz in der Grundschule sprechen und diese wenigen Nachteile meist durch gute Organisation vermindert beziehungsweise ausgeschaltet werden können: So können zum Beispiel Kopfschmerzen und müde Augen verhindert (bzw. die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens vermindert) werden, indem man kleinere Zeitspannen für die Arbeitsphasen am Computer wählt.

Vor allem für den Sachunterricht tritt der Kritikpunkt auf, mit dem Computer könne das Kind nur sekundäre Erfahrungen sammeln. Das stimmt zwar, doch stellt dies meiner Meinung nach kein Problem dar, da die Lehrkraft durch Unterrichtsgänge, Realien etc. ihren Schülern den direkten Kontakt mit dem Lerngegenstand ermöglichen und den Computer anschließend ergänzend oder vertiefend einsetzen kann.

Viel wichtiger erscheint mir die Frage, ob sich der Einsatz der neuen Medien in den behandelten Unterrichtsthemen lohnt, das heißt: ob der Lernzuwachs den oft hohen zeitlichen Aufwand rechtfertigt (vgl. Punkt 3.3), oder ob die Arbeit am Computer nicht Verschwendung der wertvollen Unterrichtszeit bedeutet[4]

Gegenüber den Nachteilen überwiegen die Argumente für den Einsatz von Computer und Internet deutlich. Im Folgenden werde ich eine - sicher noch erweiterbare - Reihe dieser Vorteile nennen.

Zum einen erfüllt die Computernutzung viele Kriterien zeitgemäßen Unterrichts: Sie fördert den Erwerb von Medienkompetenz, welche die Schüler benötigen um sich Informationen zu besorgen und so neues Wissen aneignen zu können.[5] Außerdem spielt die Eigenaktivität der Kinder hier eine große Rolle und die Entwicklung der Selbstständigkeit und Teamfähigkeit[6] der Kinder wird begünstigt, wenn sie allein oder mit anderen am Computer arbeiten. Für die Lehrkraft bieten die neuen Medien viele Möglichkeiten zur Differenzierung[7]: Sie kann z.B. auf einzelne Schüler eingehen, während die anderen selbstständig arbeiten oder weiterführende Aufgaben für leistungsstarke Schüler stellen, die dann z.B. mit Hilfe des Internets gelöst werden müssen.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Einsatz der neuen Medien ist die Tatsache, dass die meisten Schüler inzwischen auch in ihrer Freizeit den Computer nutzen, er also Bestandteil des täglichen Lebens ist. Durch seinen Einsatz erfüllt die Lehrkraft die Leitlinien der Lebensweltorientierung und Gegenwartsbedeutung. Da (fast) alle Schüler im späteren Berufsleben mit dem PC arbeiten können müssen, hat er auch Zukunftsbedeutung für sie und erfüllt damit eine weitere Leitlinie des Konzeptes der Grundschule.

Die meisten Kinder arbeiten mit großem Interesse und hoher Motivation am Computer und lernen deshalb und aufgrund der hohen Arbeitsintensität bei richtigem Einsatz des Computers leicht und schnell.

Am PC haben besonders schüchterne Kinder weniger Hemmungen, eine Antwort zu geben bzw. Lösung anzuklicken (z.B. bei Lernsoftware), da der Rechner diese stets neutral bewertet und das Kind keine Angst haben muss, sich zu blamieren. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Rückmeldung und endlose Geduld des Computers, die dem Kind helfen, von ihm gemachte Fehler zu erkennen und zu verbessern.[8]

3.2 Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien

Die neuen Medien lassen sich in vielen verschiedenen Teilen des Unterrichts einbringen, wie zum Beispiel im Wochenplanunterricht, der Freien Arbeit und im binnendifferenzierten Unterricht[9]. Auch „im Förderunterricht für Kinder mit Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwächen, aber auch für stärkere Schüler mit besonderen Sach- und Schreibinteressen“[10] können Computer und Internet gewinnbringend eingesetzt werden. Weitere Möglichkeiten für die Einbindung dieser Medien sind projektorientierte Arbeitsformen, Projektwochen und Arbeitsgemeinschaften.[11]

PC und Internet können aber nicht nur in vielen Unterrichtsformen, sondern auch auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden. Im Folgenden werde ich einige Möglichkeiten nennen, die speziell im Lernbereich DE / SU / IFA umgesetzt werden können. Im Sinne der neuen Lernbereiche habe ich die Vorschläge nicht nach Fächern getrennt, zumal man sie entweder fächerübergreifend oder aber in mehreren dieser Teilbereiche einsetzen kann.

Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word® kann man beispielsweise nutzen um eigene Texte zu schreiben, die anschließend noch grafisch ausgestaltet und letztlich präsentiert werden können. In ihrem Buch „Lernen mit dem Computer in der Grundschule“ beschreiben Karl-Heinz Heyden und Werner Lorenz zum Beispiel die Herstellung eines kleinen Büchleins, welches durch Schreiben eigener Geschichten entstanden und anschließend noch per Computer oder von Hand verziert worden ist.[12] Auch das Erstellen einer Dokumentation über im Unterricht behandelte Themen und deren anschließende Präsentation mittels Plakaten oder sogar im Internet lässt sich gut durchführen.

Der Einsatz von Lernsoftware bietet sich zur Festigung von bisher im Unterricht Erlerntem an. Hier können die Kinder auf spielerische Weise Rechtschreibregeln, Vokabeln, Merkmale von Tieren und Pflanzen etc. wiederholen und ihr Wissen bzw. Können auf die Probe stellen.

Zur Beschaffung von Informationen zu im Unterricht behandelten Themen bzw. auch darüber hinaus sind informative Software (Nachschlagewerke etc.) sowie das Internet bestens geeignet. Hier seien als Beispiele die Software „Winnies Welt“[13] und die Kinder-Suchmaschine „Blinde Kuh“[14] erwähnt. Diese Art der Nutzung bietet sich auch an, um schwierige Sachverhalte mit Hilfe von Animationen und Simulationen zu verdeutlichen.

Darüber hinaus bietet das Internet auch die Möglichkeit, mit anderen Schulen bzw. Kindern im In- und Ausland zu kommunizieren. Es können E-mail-Kontakte geknüpft werden oder - zum Beispiel über schwarze Bretter – Diskussionen geführt und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Eine weitere, wenn auch sehr zeitaufwändige und gute Vorkenntnisse erfordernde Möglichkeit der Einbindung neuer Medien in den Unterricht ist das Erstellen einer Klassen- / Schulhomepage. Hier können Schule, Schüler und Lehrer sich vorstellen, von ihnen erstellte Arbeiten präsentieren und vieles mehr.

3.2.1 Neue Medien in der Integrierten Fremdsprachenarbeit (IFA)

Als Studierende der IFA denke ich natürlich auch darüber nach, wie man speziell in diesem Fach die neuen Medien einsetzen kann. Die oben bereits genannten Möglichkeiten des Email-Kontakts und der Lernsoftware kommen mir dabei in den Sinn. Auch das Internet bzw. informative Software können genutzt werden.

Qualitativ gute Lernsoftware ist für den Fremdsprachenunterricht sehr geeignet, um erlernte Wörter und Strukturen zu wiederholen und zu festigen. Vorteil der Lernsoftware ist dabei, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo arbeiten kann, was bei Wiederholungen und Festigungen in anderer Art, wie beispielsweise bei Spielen im Klassenraum, nicht immer der Fall ist. Jedoch gelten hier – wie auch in den anderen Fächern – die unter 3.3 genannten Hinweise für die Einbindung in den Unterricht. Weniger ist auch hier oft mehr.

Der Email-Kontakt zu Kindern der zu erlernenden Muttersprache ist für die Kinder interessant und bereichernd, können sie hier doch direkt erfahren, wie die anderen Kinder leben, spielen und vieles andere mehr. Ein Problem taucht hier jedoch auf: Das Konzept der IFA basiert überwiegend auf mündlichem Sprachgebrauch, das Hörverstehen und das Sprechen sollen vor allem gefördert werden. Lesen und Schreiben werden, wenn überhaupt, erst gegen Ende der Grundschulzeit eingesetzt, um die Kinder nicht frühzeitig mit zwei – dem Deutschen und dem englischen / französischen – orthografischen Systemen zu konfrontieren und zu verwirren. Vor diesem Hintergrund gesehen ist der Email-Kontakt ein nicht so geeignetes Mittel, da die Schüler hier einige Kenntnisse vom Lesen und Schreiben in der Fremdsprache haben müssen, um die ausländischen Kinder verstehen zu können und selbst verstanden zu werden.

Für das Lernziel „cultural awareness“ bieten sich Internet und informative Software (Nachschlagewerke etc.) an. Mit ihrer Hilfe können die Kinder einiges über andere Länder erfahren und ihre Horizonte erweitern – wenn auch meistens in deutscher Sprache.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass die neuen Medien in der IFA keine so wichtige Rolle spielen. Andere Medien sind hier oft angebrachter.

Zur Schulung des Hörverstehens beispielsweise bieten sich auditive Medien oder der Besuch eines „native speaker“’s viel besser an als Computer und Internet.

Das Sprechen kann kaum mit Hilfe neuer Medien gefördert werden. Zwar bieten einige Lernprogramme eine Aufnahmefunktion an, doch muss der Schüler anschließend selbst kontrollieren, ob er richtig gesprochen hat oder nicht. Das finde ich allerdings für Anfänger sehr schwierig bis unmöglich. In Dialogen, Rollenspielen oder anderen kleinen „games“ kann das Sprechen viel besser gefördert werden. Außerdem findet in dieser Art Unterricht direkte zwischenmenschliche Kommunikation statt und am Computer nicht. Aber um mit Menschen anderer Muttersprache kommunizieren zu können lernen die Kinder die neue Sprache doch überhaupt!

Man sollte sich daher vor allem in der IFA besonders gut überlegen, ob und wie die neuen Medien eingesetzt werden, um die Kinder in der knapp bemessenen Unterrichtszeit bestmöglich zu fördern und keine Zeit zu verschwenden.

3.3 Hinweise für die Einbindung des Computers in den Unterricht

Im letzten Kapitel meiner Arbeit möchte ich nun einige Hinweise geben, wie PC und Internet gewinnbringend eingesetzt werden können.

Wenn es um den Einsatz des Computer in der Schule geht, darf eines nicht vergessen werden: Der Computer ist und bleibt ein Medium. Zwar kann er vielfältiger eingesetzt werden als andere Medien, doch ist auch er nicht überall und allezeit nutzbar. Vor allem kann er die Lehrkraft nicht ersetzen!

Der Computer ist auch kein Wundergerät, das alles kann und alles richtig macht. Die Kinder müssen deshalb auch lernen, dieses Medium kritisch zu betrachten. Bei der Informationssuche im Internet beispielsweise sollte den Kindern stets bewusst sein, dass die Informationen, die ins Netz gestellt werden, nicht geprüft und daher auch nicht immer hochwertig und richtig sind.

Bevor die Lehrkraft die neuen Medien im Unterricht einsetzt, muss sie einige Vorüberlegungen anstellen[15]:

Als erstes muss überlegt werden, ob der Computer für die Vermittlung der Inhalte und die Lernsituation geeignet ist, oder ob nicht andere Medien mehr Lerngewinn bringen würden. Außerdem stellt sicht die Frage, ob der Lernerfolg dem Zeitaufwand entspricht. Die Nutzung des Computers ist nämlich oft sehr zeitraubend.

Auch das methodische Vorgehen muss sehr gut durchdacht werden. Hier spielen vor allem die Fähigkeiten der Kinder im Umgang mit den neuen Medien, aber auch Medienausstattung und Zeitrahmen eine Rolle. Es muss ebenfalls überlegt werden, welche Organisationsform sich für die Lerngruppe am besten eignet.

Wenn diese Hinweise beachtet werden und der Unterricht gut geplant und organisiert wird, kann der Einsatz von Computer und Internet den Unterricht sehr gut bereichern und Abwechslung in den Schulalltag bringen.

4. Literatur

- Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung: Faltblatt „Zeit für Kinder“
- Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft: „Auf dem Weg zur Halbtagsgrundschule“ Infodienst Nr. 18 (kein Erscheinungsdatum angegeben)
- Referat Dana Hauptmann vom 03.12. 2002: Das rheinland - pfälzische Konzept der IFAG im Kontext der „Vollen Halbtagsschule“
- Grundschulseite des Bildungsservers (vom 10.05.2003) => Übersicht =>Amtliche Texte => Unterrichtsorganisation in der GS
- Hartmut Mitzlaff (Hrsg.): „Handbuch Grundschule und Computer“, Beltz, Weinheim und Basel 1996
- Karl-Heinz Heyden & Werner Lorenz: „Lernen mit dem Computer in der Grundschule“ , Cornelsen Scriptor , Berlin 1999

5. Anhang: Handout zum Referat

Das Konzept der Vollen Halbtagsschule in Rheinland-Pfalz:

Die Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit

1. Das Konzept der Vollen Halbtagsschule

- Unterrichtszeiten:
- tägliche Schulzeit: 1. & 2. Schuljahr von 8 bis 12 Uhr, 3. & 4. Schuljahr von 8 bis 13 Uhr
- die Betreuende Grundschule kann die Kernzeiten morgens und / oder mittags noch ergänzen

- Einteilung der Unterrichtszeiten
- Vormittag kann von einzelnen Schulen selbstständig in Zeitblöcke gegliedert und altersgemäß rhythmisiert werden
- Die 45-Minuten-Taktung fällt somit weg
- Durch die neue Einteilung erhält die Lehrkraft mehr Gestaltungsfreiheit
- Unterrichts- und Pausenzeiten im Konzept der Vollen Halbtagsschule:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- wöchentliche Unterrichtszeit: 950 min. (1. & 2. Kl.) bzw. 1200 min.(3. & 4. Kl.)

⇨ davon im Lernbereich Deutsch /Sachunterricht / IFAG:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- die klassischen Fächer wurden zu 4 verschiedenen Lernbereichen zusammengefasst:
⇨ Religion
⇨ Deutsch / Sachunterricht / Fremdsprache
⇨ Mathematik
⇨ Musik / Sport / BTW

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: „Auf dem Weg zur Halbtagsgrundschule“ Infodienst Nr. 18

2. Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / IFAG

2.1 Vor- und Nachteile der Nutzung von Computer und Internet

- Nur wenige Gründe sprechen gegen den Einsatz dieser Medien – durch gute Organisation können (fast) alle Nachteile ausgeschlossen werden. Argumente gegen die Nutzung:
- Gesundheitliche Beeinträchtigungen (müde Augen, Kopfschmerzen)
- Hoher zeitlicher Aufwand ó Lernzuwachs (?)
- Im SU: Kinder können am Computer nur sekundäre Erfahrungen machen (kein direkter Kontakt mit Lerngegenstand)

- die Argumente für den Einsatz von Computer und Internet überwiegen deutlich, hier sollen nur einige genannt werden:

- Computernutzung erfüllt viele Kriterien zeitgemäßen Unterrichts:
⇨Erwerb von Medienkompetenz
⇨Eigenaktivität der Schüler
⇨Förderung von Selbstständigkeit und Teamfähigkeit
⇨Möglichkeit zur Differenzierung

- Computer ist Bestandteil des täglichen Lebens – Gegenwartsbedeutung

- Kinder werden im Leben mit Computer umgehen müssen – Zukunftsbedeutung

- hoher Motivationswert und großes Interesse der Kinder

- sofortige, neutrale Rückmeldung durch den Computer

- hohe Arbeitsintensität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellen: K-H Heyden & W. Lorenz: „Lernen mit dem Computer in der Grundschule“ , Cornelsen Scriptor , Berlin 1999, S. 13 f Decker, M. „Kinder vor dem Computer“, KoPäd Verlag, München 1998 S. 113 ff H Mitzlaff (Hrsg.): „Handbuch Grundschule und Computer“, Beltz, Weinheim und Basel 1996, S. 75 f

2.2 Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien

- Vor Nutzung des Computers als Medium ist eine Einführung der Kinder in die Handhabung des Geräts unbedingt erforderlich

- Einsatz im Unterricht allgemein:
- im Wochenplanunterricht und in der Freien Arbeit
- in projektorientierten Arbeitsformen und Projektwochen
- im Förderunterricht für Kinder mit Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwächen oder für stärkere Schüler mit besonderen Sach- und Schreibinteressen
- im binnendifferenzierten Unterricht
- in AGs

- Ideen für den Einsatz der neuen Medien im Lernbereich DE / SU / IFAG

- Nutzung von Werkzeugen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Malprogramm etc.)
⇨Erstellen von Dokumentationen / Präsentationen über im Unterricht behandelte Themen
⇨Eigene Texte am Computer schreiben, diese (grafisch) ausgestalten und evtl. präsentieren
⇨Arbeit am Grundwortschatz (z.B. mit dem Programm „WORKS für Kids“)

- Nutzung von Lernsoftware
⇨Festigen von im bisherigen Unterricht Erlerntem (z.B. Rechtschreibregeln, Vokabeln, Merkmale von Pflanzen/ Tieren etc.)

- Nutzung des Internets
⇨ Beschaffung von Informationen über im Unterricht behandelte Themen (z.B. bei www.blinde-kuh.de !!!TIPP!!!)
⇨ Abstrakte Vorgänge veranschaulichen (Animationen, Simulationen, Umsetzung von symbolischer auf ikonische Ebene…)
⇨ Kontakt zu anderen Schulen / Schülern im In- und Ausland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: K-H Heyden & W. Lorenz: „Lernen mit dem Computer in der Grundschule“ , Cornelsen Scriptor , Berlin 1999, S. 58 - 83

2.3 Hinweise für die Einbindung des Computers in den Unterricht

Um den Computer sinnvoll und Gewinn bringend als Medium in den Unterricht einzubeziehen, muss man einige Vorüberlegungen anstellen:

- Der Computer ist ein Medium – er kann die Lehrkraft nicht ersetzen.
- Die Kinder müssen lernen, den Computer und auch die Informationen, die sie durch ihn erhalten, kritische zu betrachten – Beispiel: nicht alles, was sich im Internet findet, ist gut!
- Ist der Computer das richtige Medium für die Vermittlung der Inhalte und die Lernsituation?
- Welches Ziel hat der Computereinsatz? Was lernen die Schüler?
- Entspricht der Lernerfolg dem Zeitaufwand?
- Wie setze ich den Computer ein? Wie gehe ich methodisch vor?
- Welche Organisationsform ist für diese Lerngruppe geeignet?

(Medienausstattung und Zeitrahmen beachten!)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: H Mitzlaff (Hrsg.): „Handbuch Grundschule und Computer“, Beltz, Weinheim und Basel 1996, S. 78 f

[...]


[1] Vgl: „Auf dem Weg zur Halbtagsgrundschule“ S. 5

[2] Tabelle. Vgl: Grundschulseite des Bildungsservers => Übersicht =>Amtliche Texte => Unterrichtsorganisation in der GS, Punkt 2.1.5.2

[3] Faltblatt „Zeit für Kinder“, Rückseite

[4] vgl. H Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 85 Pkt.17

[5] vgl. H Mitzlaff (Hrsg.) 1996 S. 80 Punkt. 6

[6] K-H Heyden & W. Lorenz 1999, S. 14 grauer Kasten

[7] vgl. H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 75 unten

[8] vgl. H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 75 unten

[9] vgl. H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 86 oben

[10] H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 86 oben

[11] vgl. H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 86 oben

[12] vgl. K-H. Heyden & W. Lorenz 1999, S. 60 f.

[13] vgl. K-H. Heyden & W. Lorenz 1999, S. 61 ff.

[14] www.blinde-kuh.de

[15] H. Mitzlaff (Hrsg.) 1996, S. 78 Punkt 3

Details

Seiten
16
Jahr
2003
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v53647
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Grundschulpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Konzept Vollen Halbtagsschule Rheinland-Pfalz Verortung Medieneinsatzes Lernbereich Deutsch Sachunterricht Integrierte Fremdsprachenarbeit

Autor

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Titel: Zum Konzept der Vollen Halbtagsschule in Rheinland-Pfalz: Die Verortung des Medieneinsatzes im Lernbereich Deutsch / Sachunterricht / Integrierte Fremdsprachenarbeit