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Wie sieht eine moderne Endovaskuläre Aortentherapie aus? State of the Art

Hausarbeit 2017 11 Seiten

Medizin - Therapie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Thema
1.2. Aufgabenstellung

2. Themenrelevanz

3. Endovaskuläre Aortentherapie und Offene Chirurgie abdominaler Aortenaneurysmen
3.1 Endovaskuläre Aortentherapie
3.2 Offene Chirurgie abdominaler Aortenaneurysmen
3.3 Therapievergleich

4. Entwicklung der letzten fünf Jahre

5. Schlussfolgerung

6. Quellenverzeichnis und Abbildungsverweis:

1. Einleitung

Im Rahmen zu meinem Masterstudiengang zum Master in Health an Medicin Management an der Friedrich Alexander Universität ist es vorgesehen im zweiten Semester eine Hausarbeit zu einem vorgegebenen Wahlthema zu erarbeiten.

Gewählt habe ich das Thema: Endovaskuläre Aortentherapie – State of the Art

1.1. Thema

Modul 4, Thema 1: Endovaskuläre Aortentherapie – State of the Art Die endovaskuläre Aortentherapie hat in den vergangenen Jahren die offene Chirurgie abdominaler Aortenaneurysmen immer mehr abgelöst. Stand 2013 verursachten endovaskuläre Therapieansätze für die Aorta eine reduzierte kurzfristige Letalität bei jedoch häufigeren Komplikationen im Langzeitverlauf verglichen mit offenen Operationen. In den letzten fünf Jahren hat sich jedoch auch viel getan: Die eingesetzten Implantate sind individuell anpassbar; Fensterungen erlauben die Einbezie­hung von Gefäßabschnitten mit wichtigen Gefäßabgängen – z. B. im Bereich der Nierenarterien. Die Kosten für diese individuell gefertigten Gefäßprothesen sind mit 40.000 bis 60.000 Euro enorm.

1.2. Aufgabenstellung

Skizzieren Sie die Entwicklung der endovaskulären Aortentherapie in den letzten Jahren. Vergleichen Sie diese mit der offenen Therapie-Variante bezüglich Vor- und Nachteilen. Stellen Sie weitere Entwicklungen in diesem Bereich in Aussicht

2. Themenrelevanz

Die Therapie von Gefäßnotfällen zeigte sich retrospektiv in zunehmenden Fallzahlen. Hierzu wird oft auf einen gesteigerten Altersdurchschnitt in der Bevölkerungstruktur verwiesen. Erkrankungen wie Herzinfarkt und Apoplex werden durch Gefäßerkrankungen hervorgerufen in Form einer Ischämie und damit dem absterben von Funktionsgewebe. Gefäße können unterschiedlich geschädigt sein, zum einen durch Plaqueablagerungen in Form von Arteriosklerotischer Veränderungen bis hin zum Verschluss des entsprechenden Gefäßbereiches. Eine andere Art von Gefäßerkrankung ist die strukturelle Schädigung eines Gefäßbereiches. Die Aortendissektion birgt durch eine vorherrschende strukturelle und damit auch funktionelle Veränderung eine große Gefahr durch ein Aortenaneurysma. Diese schwerwiegende Blutung durch Ruptur (Zerreißung) kann durch „Druckruption“ von innen entstehen, aber auch durch externe traumatische Einwirkung ausgelöst werden. Die Gefahr des versterben des Patienten ist bei einer Ruption extrem hoch, da eine strakte Blutung z.B. der Thorakalen Aorter oder der Bauchaorter in der Präklinik und in der Klinik aufgrund der zeitlichen interventionsmaßnahmen schwer händelbar ist. Sowohl bei der strukturellen Erkrankung der Gefäße oder einer vorherrschenden pathologischer Verengung von Gefäßen ist der Therapieansatz das betreffende Gefäßareal selbst. Das Gefäß kann lokal von innen mit einem Stützgerüst (Stent) behandelt werden und einen Verschluss endgegenwirken.

Ein weiterer Therapieansatz kann z.B. der Bypass darstellen. Hierfür entnimmt man dem Patienten chirurgisch einen geeigneten Gefäßanteil und erstellt eine Nebenbahn um das verschlossene Gefäßareal womit das entsprechende nachfolgende Gewebe wieder versorgt werden kann. Bei einer Aortendissektion / Aortenaneurysma mit Gefahr einer Ruptur wird ein Stützgerüst in Kombination mit einer inneren Gefäßprothese zur Anwendung gebracht.

3. Endovaskuläre Aortentherapie und Offene Chirurgie abdominaler Aortenaneurysmen

Für die im Vorfeld beschriebenen Gefäßerkrankungen gibt es zwei Große Therapiebereiche, die es gilt genauer zu betrachten, die Endovaskuläre Aortentherapie gegen über der Offenen Chirurgischen abdominalen Therapie. Die Fragestellung ist hierbei welches Verfahren zwischen Nutzen und Risiko als angebracht erscheint.

3.1 Endovaskuläre Aortentherapie

Die Endovaskuläre Therapie ist aus dem Bereich des Herzkatheterlabors bekannt. Mittels eines peripheren Gefäßes wird ein sehr feiner Katheter in eine punktierte Arterie eingebracht. Der Katheter ist besonders flexibel und wird bis zum Verschlussort unter Sicht und Lagekontrolle vorgeschoben. Hier kann mittels „Ballonentfaltung“ das stenosierte (verengte) oder verschlossene Gefäß eröffnet und gedehnt werden. Dazu gibt es heute bereits die Möglichkeit der Platzierung eines Stent.

Am Beispiel der Perkutanen transluminalen Angioplastie kurz PTA lassen sich folgende Ergebnisse in der Tabelle 32.2 Ergebnisse der PTA in Abhängigkeit von der therapierten Gefäßregion vorweisen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1

3.2 Offene Chirurgie abdominaler Aortenaneurysmen

Bei der offenen Chirurgie handelt es sich wie der Name bereits verrät um einen operativen Eingriff und dem öffnen (präparieren) aller notwendigen Strukturen bis zum erzielten Gebiet. Bei einem Aotenaneurysma der Bauchaorter z.B. wird heute meist eine Minimalinvasive Technik bevorzugt. Bei Renaler Beteiligung findet sich jedoch auch heute noch die offene Chirurgische Therapie wieder.

Abdominaler Standartzugang:

Zugang zur infrarenalen Aorta ist die mediane Laparotomie unter Linksschneidung des Nabels. Alternativ ist eine quere Laparotomie oberhalb oder unterhalb des Nabels.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein üblicher Zugang zur Beckenarterie ist auch der retroperitoneale Zugang.3

Der retroperitoneale Zugang zur abdominellen Aorta wird im angloamerikanischen Sprachraum häufiger bevorzugt als in Deutschland.4

Als nachteilig wird eine eigeschränkte Sicht bei diesem Verfahren beschrieben.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten6

3.3 Therapievergleich

Am Bsp. von rupturierten abdominellen Aneurysmen wurde ein Studienvergleich zwischen rEVAR vs. rOR veröffentlicht.

(Vgl. nachfolgend inkl. Tabelle)7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzzusammenfassung:8

rEVAR-Gruppe:

- kürzere Krankenhaus- und Intensivaufenthaltsdauer
- Frauen zeigten eine Verminderung der 30-Tage-Mortalität
- Nachbeatmungszeit niedriger und weniger pulmonale Komplikationen
- weniger Bluttransfusionen

rOR-Gruppe:

- längere Krankenhaus- und Intensivaufenthaltsdauer
- längere Nachbeatmungszeit und pulmonale Komplikationen
- mehr Bluttransfusionen

Beide Gruppen:

- keine Auswirkungen auf den gesamten Krankenhauskosten
- Männer zeigten keinen statistischen Unterschied in der 30-Tage-Mortalität
- rEVAR, könnte vorteilhaft gegenüber rOR für das Outcome sein jedoch zeigt die derzeitige Evidenz im Fazit keine Überlegenheit zw. rEVAR vs. rOR.

[...]


1 A. Hirner, K. Weise, at all, Chirurgie, Schnitt für Schnitt, 32 Arterielles System, Tab. 32.2 Ergebnisse der PTA in Abhängigkeit von der therapierten Gefäßregion; S. 718-719 Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2004

2 Vgl. R.I. Rückert, W. Hepp, B. Luther; Chirurgie der abdominalen und thorakalen Aorta; Kapitel 3 Operative Zugangswege zur Rekonstruktion der Aorta; Band11, S. 25-27; Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

3. R.I. Rückert, W. Hepp, B. Luther; Chirurgie der abdominalen und thorakalen Aorta; Kapitel 3 Operative Zugangswege zur Rekonstruktion der Aorta; Abb. 3.1 Zugange beim infrarenalen Aneurysma; Band11, S. 25-27; Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

4 Vgl. R.I. Rückert, W. Hepp, B. Luther; Chirurgie der abdominalen und thorakalen Aorta; Kapitel 3 Operative Zugangswege zur Rekonstruktion der Aorta; Band11, S. 25-27; Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

5 Vgl. R.I. Rückert, W. Hepp, B. Luther; Chirurgie der abdominalen und thorakalen Aorta; Kapitel 3 Operative Zugangswege zur Rekonstruktion der Aorta; Band11, S. 25-27; Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

6 R.I. Rückert, W. Hepp, B. Luther; Chirurgie der abdominalen und thoraka len Aorta; Kapitel 3 Operative Zugangswege zur Rekonstruktion der Aorta; Abb. 3.2 Thorakoabdominelle Halbseitenlagerung nach Crawford.; Band11, S. 25-27; Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

7 G. Kouvelos, A. Katsargyris, M. Steinbauer, E.L.G. Verhoeven; Notfall + Rettungsmedizin, Aktuelle Therapieoptionen beim rupturierten abdominellen Aortenaneurysma; Band 20, Heft 4, S.283-290, Springer Verlag, Hamburg 2017

8 Vgl.: G. Kouvelos, A. Katsargyris, M. Steinbauer, E.L.G. Verhoeven; Notfall + Rettungsmedizin, Aktuelle Therapieoptionen beim rupturierten abdominellen Aortenaneurysma; Band 20, Heft 4, S.283-290, Springer Verlag, Hamburg 2017

Details

Seiten
11
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783346149862
ISBN (Buch)
9783346149879
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v538097
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
Schlagworte
endovaskuläre aortentherapie state

Autor

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