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Wie kam es zu dem Skandal um Willy Brandt und dem Spion Günter Guillaume? Über das Leben und die Affäre von Günter Guillaume

©2015 Hausarbeit 14 Seiten

Zusammenfassung

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie es zum Skandal um den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt und den Spion Günther Guillaume kommen konnte. Zudem geht der Autor auf die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe und Motive des Spionageauftrages der Regierung der DDR an Günther Guillaume ein. Günther Guillaume steht als Täter im Vordergrund der Betrachtung.

Zunächst werden einige Stationen in Guillaumes Lebensweg und die Unterstützung, die er durch seine Ehefrau erfährt, näher beleuchtet. Ein verstärktes Augenmerk liegt auf Guillaumes Ausbildung zum Agenten und dessen Inhalten sowie auf seiner Karrierelaufbahn als Spion bei der SPD in Westdeutschland.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff„Politischer Skandal“

3. Ereignisse im Leben von Günther Guillaume
3.1. Von Guillaumes Herkunft bis zu seinem frühen Erwachsenenalter
3.2. Der Tod des Vaters
3.3. Ausbildung zum Agenten
3.4. Gründe für ein Leben als Spion

4. Die Karriere als Spion
4.1. Günther Guillaume in Frankfurt bei der SPD
4.2. Christel Guillaume fasst Fuß in der SPD
4.3. Guillaume etabliert sich in der SPD
4.4. Nachlässigkeiten des BND und Uneinigkeiten in der SPD
4.5. Guillaume am Ziel In der Schaltzentrale der Macht

5. Schluss

Abkürzungsverzeichnis I

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie es zum Skandal um den Bundeskanzler Willy Brandt und den Spion Günther Guillaume kommen konnte. Zudem wird auf die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe und Motive des Spionageauftrages, der Regierung, der DDR an Günther Guillaume eingegangen. Günther Guillaume steht als Täter, als der aktivere Part, im Vordergrund der Betrachtung die Rolle von Willy Brandt ist nicht Gegenstand der Hausarbeit.

Zunächst werden einige Stationen in Guillaumes Lebensweg näher beleuchtet und die Unterstützung die er durch seine Ehefrau erfährt. Ein verstärktes Augenmerk liegt auf Guillaumes Ausbildung zum Agenten und dessen Inhalten, sowie auf seiner Karrierelaufbahn als Spion bei der SPD in Westdeutschland.

Die Auswahl der Quellen umfasst Sekundärliteratur welche zeitgenössisch ist und damit neue Forschungserkenntnisse bietet. Ebenso wird Literatur verwendet welche in den neunziger Jahren verfasst wurde und somit näher am eigentlichen Geschehen dran ist.

2. Begriff „Politischer Skandal“

Nach Sighard Neckel muss zunächst einmal geklärt werden, was man unter einem Skandal versteht. Bei Skandalen handelt es sich um Konfliktsituationen welche in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, hierbei werden Verletzungen der sozialen Norm enthüllt. Politische Skandale werden immer dann ausgelöst, wenn Politiker, Organisationen, Parteien, Institutionen des Staats oder Verbände, geltende Normvorschriften missachten oder diese verletzen und nicht mehr dafür qualifiziert sind, was sie vorgeben zu sein.[1]

Des Weiteren sind Skandale dafür verantwortlich Verletzungen von Normen, für alle ersichtlich zu machen und Empörung über tadelnswerte Verhaltensweisen zu produzieren. Darüber hinaus dienen Skandale auch als Forschungsgegenstand, bei denen sie uns Einblicke in die Wirklichkeit unserer Gesellschaft verschaffen, welche mit mehr als nur den Verletzungen der Normen und des Vorgangs der Skandalisierung verbunden sind. Hinzu kommt, dass es uns durch Skandale möglich ist, Rückschlüsse über die Werte und Normen der jeweiligen Gesellschaft zu ziehen. Ebenso werden uns durch Skandale Probleme im System offen gelegt.[2]

3. Ereignisse im Leben von Günther Guillaume

3.1. Von Guillaumes Herkunft bis zu seinem frühen Erwachsenenalter

Im Jahr 1927 in Berlin wurde Günther Karl Heinz Guillaume geboren. Er entstammte einer durchschnittlichen kleinbürgerlichen Familie. Mit seinen Eltern wuchs er in dem Arbeiterviertel Prenzlauer Berg auf. Sein Vater übte den Beruf eines Pianisten aus, während seine Mutter gelernte Friseurin gewesen ist und zu späterer Zeit als Postangestellte tätig war. Guillaumes Vater hatte zur damaligen Zeit Schwierigkeiten seine Familie allein durch Musikveranstaltungen in Kinos zu ernähren. Er war anfällig für rechtsradikales Gedankengut und trat 1934 der NSDAP bei.[3]

Von 1933-1941 ging Günther Guillaume auf die Volksschule. Nachdem er seinen Schulabschluss erfolgreich erworben hatte, begann er eine Ausbildung als Fotolaborant beim Berliner Atlantic Pressebilderdienst. Im Alter von 17 Jahren wurde Guillaume Mitglied in der NSDAP.[4]

Von 1945 bis Kriegsende war Günther Guillaume Angehöriger der Wehrmacht und kam anschließend in die Gefangenschaft der Briten. Nachdem er entlassen wurden ist, arbeitete er einige Monate auf dem Land in Norddeutschland. Ende des Jahres 1945 kehrte Guillaume in sein Heimatland Berlin zurück. Der Stadtteil Prenzlauer Berg war inzwischen Teil des sowjetischen Sektors geworden. Anfang 1946 bekam Guillaume eine Stelle bei einer Fotoagentur, die einen früheren Lehrlingskollegen gehörte. Guillaume übernahm hierbei hauptsächlich den praktischen Teil der Arbeit. Er war dafür verantwortlich zu fotografieren und die Fotos zu entwickeln.

3.2. Der Tod des Vaters

Im Jahr 1948 kam der Vater aus seiner langen Gefangenschaft zurück und erfährt, dass seine Frau während seiner Abwesenheit einen anderen Mann kennen gelernt hatte, was ihn zum Selbstmord trieb. Einige Zeit später heiratete Guillaumes Mutter ihren neuen Lebensgefährten. Guillaume entschied sich nach dieser Tragödie dazu, nach Westberlin umzuziehen, da er mit dem neuen Lebensgefährten seiner Mutter nicht sonderlich gut auskam. Auch das Verhältnis zwischen Guillaume und seiner Mutter litt unter diesen Umständen, es war nachhaltig zerrüttet und besserte sich nicht mehr.[5]

Während der 1950er Jahre ist Guillaume engagiert bei einigen Massenorganisationen der SED tätig gewesen. Als Günther Guillaume sich im Jahr 1950 in der Zentrale des GroßBerliner Komitees der Kämpfer für den Frieden im Columbiahaus von Ost-Berlin aufhielt, lernte er die Sekretärin Christel Boom kennen. Günther Guillaume und Christel Boom fanden schnell eine enge Bindung zueinander, vor allem da sie beide Einzelkinder gewesen sind und ihre Väter früh verloren. Bereits im November 1950 verlobten sie sich miteinander, woraufhin im Mai 1951 die Hochzeit stattfand. Ab dem 1. Juli 1951 arbeitete Guillaume für vier Jahre bei dem Verlag Volk und Wissen in Ost-Berlin. Dabei war er auch als Fotograf tätig, sowie in der Bildredaktion und übernahm den Posten als Ausbilder für die Lehrlinge. 1953 war er für vier Monate der Vorsitzende der FDGBAbteilungsgewerkschaftsleitung.

Im März 1953 wurde Günther Guillaume Aufnahmekandidat der SED. Zudem wurde er Mitglied in der „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ und nahm an Schulungen der „Nationalen Front“ teil. Diese Partei und Massenorganisationen verfolgten mit politischen Vorstellungen Sowjetunion sowie der SED, das Ziel, ein vereinigtes Deutschland zu erschaffen. Im Jahr 1951 fiel Guillaume den Amerikanern, welche Ihr den Bundesnachrichtendienst arbeiteten, durch seine Propaganda für den Osten auf.[6]

3.3. Ausbildung zum Agenten

Günther Guillaume war Mitarbeiter in dem Verlag „Volk und Wissen“, während er gleichzeitig engagiert beim Berliner Friedenskomitee tätig war. Dies war ausschlaggebend dafür, dass Guillaume dem Auslandsgeheimdienst der DDR ins Auge fiel. Er wurde als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit für die Arbeit in Westdeutschland vorgeschlagen. Während seiner Arbeitszeit beim Verlag bildete er seine dortige Tätigkeit immer weiter zum Tarnmantel seiner Agentenaktivität aus. Im Jahr 1953 bekam Guillaume die Nummer 939 zur Registration und „Hansen“ als Tarnname. Außerdem enthielt seine Karteikarte Informationen darüber, dass Guillaume Mitglied der Gruppe „Widerstandskreis der Jugend Sowjetzone“ gewesen sei. Dessen Name nach war die Gruppe gegen die DDR gerichtet. Demnach ist anzunehmen, dass Guillaume als eingesetzter Spion zur Probe mit der Gruppe in Kontakt gestanden hat. Von 1953-1955 bestand Guillaumes wichtigste Aufgabe darin, Personen im Westen ausfindig zu machen, die Potential versprachen und dazu bereit waren, für den östlichen Geheimdienst zu arbeiten.[7]

Oftmals ging Günther Guillaume auf Reisen nach West-Berlin und in die Bundesrepublik, damit er dort Informationen beschaffen konnte oder neue inoffizielle Mitarbeiter anwerben konnte. Einige Male unter der Tarnung einVertreter des Verlages zu sein oder Zugehöriger der FDGB. Häufig kam es vor, dass Guillaume Fehlzeiten bei seiner Arbeit aufwies, welche auf seinem Personalstammblatt vermerkt worden sind. Während seiner Abwesenheit absolvierte er Schulungen der Partei um für die SED kandidieren zu können. Ebenso nahm er Probeeinsätze in Westdeutschland vor und wurde vom Ministerium für Staatssicherheit für geheime Arbeit ausgebildet. Guillaumes Art und Weise beim Vorgehen seiner Tätigkeiten im Verlag, blieben für den Nachrichtendienst aus dem Westen nicht unbemerkt, denn der UFJ hielt in seinen Karteien bezüglich verdächtiger DDR-Bürger

[...]


[1] Vgl. (Neckel, 1990, S. 5)

[2] Vgl. (Kristin Bulkow, 2011, S. 9,17)

[3] Vgl. (Michels, 2013,S. 20)

[4] Vgl. (Michels, 2013,S. 21)

[5] Vgl.(Michels, 2013, S. 22-23)

[6] Vgl. (Michels, 2013, S. 26-29)

[7] Vgl.(Michels, 2013, S. 29-31)

Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783346142597
ISBN (Buch)
9783346142603
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Demokratieforschung
Erscheinungsdatum
2020 (April)
Note
1,7
Schlagworte
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