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Persönlichkeitspsychologie. Zusammenhänge von psychischer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und den Big Five (OCEAN Modell)

Hausarbeit 2019 40 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Big Five
2.2 Resilienz

3. Methodik

4. Auswertung

5. Grenzen der Arbeit

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zusammenfassende Darstellung der Persönlichkeitsfaktoren Big Five und mögl Verhaltensanker

Tabelle 2: Hypothesen

Tabelle 3: Ver- und Einteilung der Fälle nach niedriger, mittlerer und hoher Ausprägung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Persönlich­keitseigenschaften und der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz).

Schätzungen zufolge leiden bzw. werden mehr als 27% der erwachsenen Europäer1 mindes­tens einmal in ihrem Leben unter einer psychischen Störung leiden (Wittchen & Jacobi, 2005, S. 666). Das Grünbuch „Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern“ der europäischen Kommission hat bereits im Jahr 2005 auf diese Problematik hingewiesen und prognostiziert, dass psychische Erkrankungen zunehmend ein großes Problem darstellen (werden) (European Commission, 2005, S. 3). Im Jahr 2018 (S. 16) bestätigte der Gesund­heitsreport der DAK diese Annahmen und zeigte, dass die Anzahl der Fälle von psychischen Erkrankungen stetig angestiegen ist. Psychische Erkrankungen belegen Platz 2 der wichtigs­ten Krankheitsarten bei der Anzahl an AU-Tagen (DAK-Gesundheitsreport, 2018, S. 19). Dies zeigt die Relevanz, die der psychischen Gesundheit immer mehr zu Teil wird. Verstärkt wird dies durch den BKK Gesundheitsreport 2015, welcher zusätzlich die Langzeiterkran­kungen und die Frühverrentungen mit betrachtet (Pfaff & Zeike, 2015, S. 17-22). Der Report zeigt auf, dass die Krankheitsdauer bei psychischen Erkrankungen im Durchschnitt 39 Ar­beitsunfähigkeitstage betrug. Im Vergleich dazu hat die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit bei anderen Diagnosen nur 13,3 Krankheitstage betragen (Knieps & Pfaff, 2015, S. 39). Durch die hohe Anzahl an Ausfalltagen entstehen zusätzlich erhebliche Kosten. Produkti­onsausfallkosten von 12,2 Milliarden Euro und einem Ausfall an Bruttowertschöpfung von 21,5 Milliarden Euro, ausschließlich bedingt durch die 109 Fehltage durch psychische und Verhaltensstörungen, zeigte der Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Jahr 2017. Die psychische Gesundheit und Stabilität hat somit in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung für die Arbeitswelt gewonnen. Der Prävention psychischer Erkrankungen wird eine immer größere Relevanz zur Teil. Dies wird auch in ihrer Stellungnahme der Bundes­ärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer zum Grünbuch der Europäischen Kom­mission betont.

1 aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Form gewählt; sie gilt jedoch gleichfalls für die anderen Geschlechter

In dieser Stellungnahme wird die erhebliche Bedeutung der Resilienz-Forschung hervorge­hoben (Bundesärztekammer & Bundespsychotherapeutenkammer, 2006, S. 14 & 18). Dem Entstehen von psychischen Erkrankungen liegt eine Vielzahl von Ursachen zu Grunde. So­mit bestehen auch mehrere Möglichkeit der Prävention und Vorbeugung. Die Frage ist, ob und wie die Ausprägungen von Persönlichkeitseigenschaften (Big Five) mit ursächlich für die Entstehung von psychischen Erkrankungen sind bzw. ob spezifische Ausprägungen eine Erkrankung verhindern können.

Ziel dieser Arbeit ist es mittels empirischer Erhebung Zusammenhänge zwischen der Aus­prägung des Resilienzempfinden der Teilnehmer und den Ausprägungen der Big Five auf­zuzeigen.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Big Five

Das Modell der Big Five (alternativ auch Fünf-Faktoren-Modell oder OCEAN-Modell ge­nannt) stellt ein Modell der Persönlichkeitspsychologie dar. Entstanden ist dieses Modell im Rahmen der Forschungen, welche die Zusammengehörigkeit von Wesenszügen aufzeigen soll. Der Name „Big Five“ bezieht sich auf die fünf Persönlichkeitseigenschaften, welche dieses Modell abbildet. Bestehend aus den verschieden starken Ausprägungen der Eigen­schaften Offenheit (O), Gewissenhaftigkeit (C), Extraversion (E), Verträglichkeit (A) und Neurotizismus (N) bildet das Modell die Persönlichkeit ab.

Das Modell ist bipolar ausgelegt, was bedeutet, dass eine Person je nach Wert bei einer Di­mension (hoch / niedrig) entweder näher bei dem einem oder dem anderem Pol zuzuordnen ist (Raab & Unger, 2001, S. 155). Beispielhaft kann dafür die Dimension Neurotizismus erläutert werden. Eine Person kann dabei zwischen einer hohen Ausprägung auf der Skala - Labilität, Ängstlichkeit, Nervosität - und einem niedrigen Wert - emotionale Stabilität, Aus­geglichenheit - scoren (Fetchenhauer, 2011, S. 166) (s. Tabelle 1). Im Laufe weiterer Unter­suchungen erwiesen sich diese fünf Faktoren als sehr stabil (Pervin, 2000, S. 254). Grund­lage für die Entwicklung dieses Modell stellt der lexikalische Ansatz dar. Dieser beruht auf der Hypothese, dass alle relevanten Persönlichkeitseigenschaften sprachlich in Lexika re­präsentiert werden (Asendorpf & Neyer, 2012, S. 419). Allport und Odbert (1936) extrahier­ten 17953 Wörter aus dem englischen Webster's New International Dictionary und reduzier­ten diese im nächsten Schritt auf 4504 Eigenschaftsworte. 1943 grenzte Cattell diese Auflis­tung mit Hilfe der Faktorenanalyse auf 16 Primärfaktoren ein. Einen wesentlichen Beitrag zu den Forschungen trugen die Forscher Eysenck, Fiske, Tupes und Christal, Norman sowie Goldberg bei. In weiteren Analysen wurden diese Faktoren 1963 durch Norman dann auf die mittlerweile 5 Hauptdimensionen der Persönlichkeit dezimiert (De Raad, 1998, S. 116). Die Forscher Costa und McCrae entwickelten 1985 das Fünf-Faktoren-Inventar (NEO Per­sonality Inventory, NEO-PI) zur Messung der fünf Persönlichkeitsdimensionen, welches ei­nen Durchbruch in der Persönlichkeitsforschung darstellte (De Raad, 1998, S. 116). 1987 konnte das Big Five Modell durch die Validierung des Fünf-Faktoren-Inventars NEO Per­sonality Inventory bestätigt werden (McCrae & Costa, 1987, S. 86-89). Das Big Five Modell hat in der Wissenschaft inzwischen weitgehende Akzeptanz gefunden. Weltweit ist der NEO-PI-R der am häufigsten eingesetzte Fragebogen zur Erhebung der fünf genannten Per­sönlichkeitsdimensionen und umfasst 240 Items - d. h. pro Dimension jeweils 48 Fragen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Zusammenfassende Darstellung der Persönlichkeitsfaktoren Big Five und mögl. Verhaltensanker (eigene Darstellung nach Myers, 2008, S. 613; Fechthauer, 2011, S. 165-169).

2.2 Resilienz

Der Begriff der Resilienz beschreibt die psychische Widerstandfähigkeit einer Person in be­lastenden Situationen, bei Erwachsenen ergänzt um den Aspekt der Gesunderhaltung (Ben­gel & Lyssenko, 2012, S. 7). Resilienz beschreibt das Phänomen, dass einige Menschen sich trotz erheblicher Belastungen leichter bzw. schneller von diesen Störungen erholen und so ihre (psychische) Gesundheit aufrecht erhalten können, während andere Personen unter ähn­lichen Belastungen Anfälligkeiten für (psych.) Störungen und Krankheiten aufweisen (vgl. Rutter, 1990). Seinen Ursprung hat der Begriff aus dem lateinischen, wo das Wort „resilire“ so viel bedeutet wie „abprallen“ oder „zurückspringen“ (PONS Latein, o. J.). Aus dem Eng­lischen kann der Begriff „resilience“ mit den Begriffen „Unverwüstlichkeit“ oder „Elastizi­tät“ übersetzt werden (PONS Englisch, o. J.). Schumacher, Leppert, Gunzelmann, Strauß und Brähler (2004, S. 5) beschreiben - basierend auf Wagnild und Young (1993) - Resilienz als „Widerstandskraft und als Fähigkeit [...], internale und externale Ressourcen für die Be­wältigung von Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu nutzen“. Der Ansatz der Resilienz gleicht dem Salutogenese-Konzept von Antonovsky (1987), wobei sich Resilienz vermehrt der psychischen Gesundheit zuwendet. Dieses Konzept fokussiert sich - im Gegensatz zu der pathogenetischen Forschung - auf protektive Ressourcen und Faktoren (vgl. Bender & Lösel, 1998; Rutter, 1990).

Die Forschungen zu Resilienz reichen noch nicht lange zurück und begannen etwa in den 1950er Jahren. Grundlage zu der Zeit war die Entwicklungspsychologie bei Kindern und Jugendlichen. Während zu Beginn der Resilienzforschung die Entwicklung von Risikokin­dern im Mittelpunkt der Untersuchungen stand (vgl. Werner & Smith, 1982), hat sich inzwi­schen das Betrachtungsfeld um Personen im Erwachsenalter erweitert (vgl. Heckhausen, 2001; Ryff, Singer, Love & Essex, 1998, S. 71; Wagnild & Young, 1993, S. 165-167).

Das Konstrukt der Resilienz kann als sehr komplex bezeichnet werden, da es sich aus Inter­aktionen von verschiedenen Prozessen, Ressourcen und Faktoren zusammensetzt. Sie be­steht aus einem Zusammenspiel von akuten Stressoren (Auslöser), Umweltbedingungen (Ri­siko- und Schutzfaktoren) sowie personalen Merkmalen (Kompetenzen, Fähigkeiten, Resi- lienzfaktoren) (Wustmann Seiler, 2015, S. 62-65). Während durch Risikofaktoren die Gefahr von psychischen Störungen und Krankheiten erhöht wird, können Schutzfaktoren dieses Ri­siko vermindern und die Resilienz fördern.

Bis heute konnte in der Resilienzforschung erarbeitet werden, dass das Konstrukt von vier Eigenschaften geprägt ist (Wustmann Seiler, 2015, S. 28-33):

1. dynamischer Prozess, Entwicklung aus der Mensch-Umwelt-Interaktion (Bengel & Lyssenko, 2012, S. 27)
2. variabel und keine stabile Einheit; ist veränderbar (Rönnau-Böse & Fröhlich- Gildhoff, 2015, S. 16)
3. situationsspezifisch und nicht allgemeingültig: eine Resilienz bei einem spezifischen Stressor ist kein Garant für eine Bewältigung bei anderen Stressoren (Bengel & Lys- senko, 2012, S. 27)
4. multidimensional: Belastungen in einem Bereich (z. B. Soziales) können gut bewältigt werden, aber nicht zwangsläufig in einem anderen Bereich (z. B Intellek­tuelle Leistungsfähigkeit).

Da Resilienz als Widerstandfähigkeit definiert werden kann, muss diesem Konstrukt etwas gegenüberstehen. Auf der anderen stehen die Stressoren, welche sich in die Bereiche All- tagsstressoren ((Arbeits-) Stress, Erkrankung, Notstand), schwierige Lebensereignisse (be- lastende Lebensumstände, Tod eines Verwandten) und traumatische Ereignisse (Miss­brauch, Krieg, Unfälle) unterteilen lassen. Die Dauer, Schwere und Intensität des Stressors sind ebenfalls entscheidende Faktoren, welche auf die Resilienz Einfluss haben (Bengel & Lyssenko, 2012, S. 29f).

3. Methodik

In der vorliegenden Seminararbeit lag das untersuchungsleitende Interesse bei der Überprü­fung von möglichen Zusammenhängen zwischen der Ausprägungsstärke von Resilienz und den Persönlichkeitseigenschaften des OCEAN-Modells, als Standardmodell der Persönlich­keitserfassung.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden die Hypothesen mittels einer quantitativen Querschnittsstudie untersucht. Die Daten wurden in einem Online-Fragebogen über das On­line-Portal www.umfrageonline.com für einen Zeitraum von 14 Tagen freigeschaltet. Die Stichprobe beläuft sich auf n = 54 Teilnehmer.

Die Umfrage bestand aus der Abfrage des Konstruktes Resilienz, die Abfrage der Persön­lichkeitseigenschaften Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus sowie Daten zur Soziodemografie und Items zum Aufdeckung von Testver­fälschungen durch sozial erwünschtes Antworten. Der Fragebogen beinhaltet 79 Items und 3 soziodemografische Fragen. Die komplette Umfrage kann dem Anhang entnommen wer­den.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Hypothesen (eigene Darstellung)

Resilienzskala

Um das Konstrukt der Resilienz bei den Teilnehmer der Umfrage zu erfassen, wurde sich der deutschsprachigen Resilienz-Skala in der Langform RS-25 von Schumacher, Leppert, Gunzelmann, Strauß und Brähler (2004) bedient. Die englische Original-Skala stammt aus dem Jahr 1993 und wurde von Wagnild und Young entwickelt. Dieser Fragebogen umfasst 25 Fragen, deren Antworten auf einer Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruhen. Die Items sind in zwei faktorenanalytische Skalen aufzuteilen. 17 Items laden dabei auf die Skala „Per­sönliche Kompetenz“ mit Merkmalen wie Selbstvertrauen, Unabhängigkeit und Beherr­schung, während die restlichen 8 Items zur Skala „Akzeptanz des Selbst und des Lebens“ mit beispielhaften Merkmalen wie Anpassungsfähigkeit und Toleranz zusammengefasst werden (Schumacher et al., 2004, S. 5f). Die Antworten werden über eine siebenstufige Li­kert-Skala beantwortet. Durch Summation der Itemrohwerte erfolgt die Auswertung. Ein hoher Wert kann dabei als eine hohe Merkmalsausprägung von Resilienz interpretiert wer­den (Leppert, Koch, Brähler, Strauß, 2008). Der RS-25 befindet sich im Anhang.

Erfassung der Big Five

Um die unterschiedlichen Ausprägungen der Persönlichkeitseigenschaften abbilden zu kön­nen, wurde sich des Big-Five-Persönlichkeitstests (B5T) von Satow (2012) bedient. Die voll­ständige Version des B5T erfasst die fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen Of­fenheit (O), Gewissenhaftigkeit (C), Extraversion (E), Verträglichkeit (A) und Neurotizis­mus (N). Zusätzlich werden durch den Test auch die drei Grundmotive „Bedürfnis nach An­erkennung und Leistung“ (LM), „Bedürfnis nach Einfluss und Macht“ (MM) und „Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe“ (SM) abgefragt. Um Testverfälschung durch positive Selbstdar­stellung aufzudecken, enthält der Test weiterhin Items zum Sozialerwünschten Antworten (Satow, 2012, S. 3). Insgesamt umfasst der B5T 72 Items, welche mittels Selbsteinschätzung der Teilnehmer beantwortet werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurde sich ausschließlich der Items zur Erfassung der Big Five Eigenschaften und der Ehrlichkeits-Skala konzentriert. Die Items zur Messung der Motive wurden außen vorgelassen, womit der Fragebogen in diesem Fall 54 Items beinhaltet. Als Antwortformat wurde sich für eine vierstufige Likertskala ent­schieden, um eine Tendenz zur Mitte vorzubeugen (Garland, 1991, S. 4). Auswertung erfolgt durch die Summation der Itemrohwerte, wobei bei negativ gepolten Items die Punktevergabe umgekehrt erfolgt. Hohe Werte bei den einzelnen Persönlichkeitseigenschaften können als eine hohe Merkmalsausprägung angesehen werden. Die vollständige Test- und Skalendoku­mentation kann bei dem Autor angefragt werden. Der genutzte Fragebogen kann dem An­hang entnommen werden.

4. Auswertung

Final haben 54 Teilnehmer an der Umfrage teilgenommen, von denen alle den Test komplett abgeschlossen haben. Die Überprüfung der Ergebnisse der Ehrlichkeitsskala führte zu kei­nem Ausschluss von Probanden, da bei keinem Teilnehmer der Schwellenwert von L < 6 (Satow, 2012, S. 29) unterschritten worden ist. Nach Kontrolle der Daten auf sozialer­wünschtes Antworten, wurde das Reliabilitätsmaß Cronbach's Alpha berechnet, um die in­terne Konsistenz der Skalen beurteilen zu können. Als Orientierung kann dabei allgemein angenommen werden, dass ein Cronbach's a < .70 als unzuverlässig, a > .70 als akzeptabel, a > .80 als gut und a > .90 als sehr gut bzw. exzellent gilt (Field, 2012, S. 799). Die Werte variieren zwischen .72 (akzeptabel) bis .91 (sehr gut).

In einem weiteren Schritt wurde das Signifikanzniveau a (Alpha-Fehler-Niveau) für diese Arbeit auf 5 Prozent festgelegt. Bei einem a-Wert von a = 0,01 wird von einem statistisch hochsignifikanten Testergebnis gesprochen. Kern dieser Auswertung ist die Ermittlung von Korrelationen zwischen zwei oder mehr Variablen. Voraussetzung hierfür war, dass für die Skalen Resilienz und Big Five das Intervallskalenniveau angenommen werden kann (Döring & Bortz 2016, S. 269). Da dies gegeben war, wurden im nächsten Schritt die Daten auf eine Normalverteilung hin überprüft. Zu diesem Zweck wurde der Shapiro Wilk Test auf die Da­ten angewendet. Da eine Normalverteilung bei der Resilienz-Skala in diesem Fall nicht ge­geben war, wurde sich für die Bestimmung für die nichtparametrische Korrelationsberech­nung der Kendall's tau (t) gewählt. Die Ergebnisse aus dieser Berechnung können wie fol­gend zusammengefasst werden:

- Offenheit und Resilienz = schwacher bis mittlerer Zusammenhang.
- Gewissenhaftigkeit und Resilienz = Zusammenhang fraglich. Schwach negativ.
- Extraversion und Resilienz = mittlerer Zusammenhang.
- Verträglichkeit und Resilienz = schwacher Zusammenhang.
- Neurotizismus und Resilienz = mittelstarker negativer Zusammenhang.

Bei der nachfolgenden detaillierten Hypothesenüberprüfung wurde mit Hilfe des Kruskal- Wallis-Tests eine Varianzanalyse vorgenommen. Um eine Hypothesenüberprüfung durch­führen zu können, wurden für jede Big Five Ausprägung drei Gruppen gebildet, welche eine niedrige, mittlere und eine hohe Ausprägung der Persönlichkeitseigenschaft abbilden sollen. Die Einteilung kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Ver- und Einteilung der Fälle nach niedriger, mittlerer und hoher Ausprägung (eigene Darstellung)

Nach Analyse der Daten konnte zu folgendem Schluss gekommen werden:

Resilienz - Offenheit:

Zwischen der Resilienz-Skala und der Big Five Eigenschaft Offenheit wurde ein schwacher bis mittlerer Zusammenhang aufgezeigt. Das Ergebnis t von .34 ist mit einem Signifikanz­wert p < .01 als statistisch hoch signifikant zu bezeichnen. Um die gerichteten Hypothesen prüfen zu können, wurden aus den Daten drei Gruppen gebildet. Die Einteilung kann aus Tabelle 3 entnommen werden. Aus den Ergebnissen des Kruskal-Wallis-Test mit einer asymptotischen Signifikanz von p < .001 kann angenommen werden, dass die Null-Hypo­these abzulehnen ist und die Alternativhypothese Gültigkeit bekommt. Daraus folgt, dass je offener eine Person ist, desto höher ist ihre Resilienz ausgeprägt.

Resilienz - Gewissenhaftigkeit:

Zwischen der Resilienz-Skala und der Big Five Eigenschaft Gewissenhaftigkeit konnte kein relevanter Zusammenhang errechnet werden. Das Ergebnis t von -.07 ist nicht signifikant.

[...]

Details

Seiten
40
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346156402
ISBN (Buch)
9783346156419
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v544356
Note
1,0
Schlagworte
five modell ocean persönlichkeitspsychologie resilienz widerstandsfähigkeit zusammenhänge

Autor

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Titel: Persönlichkeitspsychologie. Zusammenhänge von psychischer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und den Big Five (OCEAN Modell)