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Supply Chain Management. Prozesse und Wirkung im Textil- und Lebensmittelhandel

Hausarbeit 2020 18 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Theoretische Grundlage
2.1 Supply Chain Management
2.2 Supply-Chain-Prozesse
2.2.1. Lagerprozesse
2.2.2. Transportprozesse
2.2.3. Umschlagprozesse
2.2.4. Kommissionierung
2.2.5. Verpackung
2.3. Warenströme

3. Fallbeispiele
3.1 Textilunternehmen - Zara
3.2 Lebensmittelhandel

4. Schlussbetrachtung
4.1. Zusammenfassung
4.2. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Supply-Chain-Prozesse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

In der globalen Herausforderung der Arbeitswelt und die Veränderung der Rahmenbedingungen kommt es zu Beginn des neuen Jahrhunderts. Hierbei stehen die Unternehmen, insbesondere die industriellen Unternehmen vor neuen Aufgaben. In den meisten Fällen reicht die Differenzierung über das Produkt nicht mehr aus, um den verschärften Konkurrenzkamp standzuhalten. Es lässt sich sagen, dass die immer komplexer werdenden Firmennetzwerke neue, zeitgemäße anpassungsfähige Geschäftsprozesse erfordern, um die wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu erreichen.

In der heutigen Zeit ist zu beobachten, dass sich das Handlungsumfeld von diversen Unternehmen grundsätzlich gewandelt hat, da es dynamischer, unvorhersehbarer sowie turbulenter geworden ist. Zudem bilden die Entwicklungen im globalen Wettbewerb lösungsorientierte Dienstleistungen für den Kunden und ein ganzheitliches Kostenmanagement des langfristigen Erfolgsgaranten. Dementsprechend müssen die globalen, unternehmensübergreifenden Konzepte sowie die internen fertigungs- und Logistikprozesse kundenauftragsorientiert und kostenminimal ablaufen, so dass mit den geringsten Mitteln der Kundennutzen maximiert werden kann.

Im Supply Chain Management wird die gesamte Wertschöpfungskette mitsamt den darin stattfindenden Produktions- und Logistikprozessen betrachtet. Infolgedessen beschreibt das Supply Chain Management die aktive Gestaltung aller Prozesse im Unternehmen, um die Kunden oder die Märkte wirtschaftlich mit Produkten, Gütern sowie Dienstleistungen zu versorgen.

1.2. Gang der Untersuchung

Die folgende Ausarbeitung soll einen Überblick über die Prozesse sowie Wirkungsweisen des Supply Chain Managements vermitteln. Aufgrund dessen wird vorerst das Supply Chain Management definiert und näher erläutert. Anschließend wird auf die Supply-Chain-Prozesse eingegangen und ebenso auf die Warenströme.

Um die Fragestellung näher erläutern zu können werden zwei Fallbeispiele bezüglich des Supply Chain Management dargestellt. Hierbei wird die Modemarke Zara näher erläutert sowie das Supply Chain Management im Lebensmittelhandel.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Supply Chain Management

Unter dem Begriff des Supply Chain Management ist der Aufbau sowie die Verwaltung integrierter Logistikketten, wie beispielsweise Material- und Informationsflüsse, über den gesamten Wertschöpfungsprozess, ausgehend von der Rohstoffgewinnung über die Veredelungsstufen bis hin zum Endverbraucher, zu verstehen. Das Supply Chain Management wird als SCM abgekürzt.

Dementsprechend beschreibt das Supply Chain Management die aktive Gestaltung aller Prozesse im Unternehmen, um die Kunden oder die Märkte wirtschaftlich mit Produkten, Gütern sowie Dienstleistungen zu versorgen. Das Supply Chain Management beinhaltet im Unterschied zum Begriff Logistik neben den physischen Aktivitäten auch die begleitenden Auftragsabwicklungs- und Geldflussprozesse. Die Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsplanungen können durch den papierlosen Austausch von planungsrelevanten Daten auf diverse Stufen aufeinander abgestimmt werden, zudem können die Unternehmen auf Störungen unmittelbar mit Planänderungen reagieren.1

Der Unterschied zwischen Logistik und Supply Chain Management liegt darin, dass das Supply Chain Management im Gegensatz zur Logistik über die Grenzen eines Betriebes hinausgeht. Mit der Gestaltung von Objektflüssen entlang der Prozessstufen der Lieferketten befasst sich das Lieferkettenmanagement als auch die Logistik. Die Logistik sowie das Supply Chain Management zielen auf die Steigerung des Kundennutzens sowie auf eine systemweite Verbesserung der Kosten – Nutzen – Verhältnisses ab.

Das moderne Supply Chain Management geht speziell bei Transport und Lagerhaltung im Unternehmen einen Schritt weiter. Die Strukturierung sowie die Koordination werden durch das Supply Chain Management auf die autonom agierenden unternehmerischen Einheiten in einem Wertschöpfungssystem explizit in die Analyse einbezogen. Aufgrund dessen wird der interorganisationale Aspekt der logistischen Management – Aufgabe betont. Über eine unternehmensübergreifende Sicht auf sämtliche Geschäftsprozesse verfügt das SCM und verknüpft alle Bereiche der Betriebswirtschaftslehre, wie beispielsweise Einkauf, Produktion, Distribution, Marketing, Controlling und viele mehr.2

Das Ziel des Supply Chain Managements ist die Optimierung der Leistungen sowie Services der Supply Chain in Bezug zu den eingesetzten Kosten. Zu den Voraussetzungen des Supply Chain Management gehört vor allem die Integration der Informationsverarbeitung zwischen den Partnern der Supply Chain. Zum Informationsaustausch sind geeignete Schnittstellen oder Services zwischen den Stufen der Supply Chain zu schaffen. Ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Partnern der Supply Chain setzt die Notwendigkeit für ein Unternehmen, seine Zulieferer sowie Abnehmer über die Störungen in der eigenen Logistikkette zu informieren.3

Es lässt sich sagen, dass das Prinzip der Arbeitsteilung eine Revolution erlebt. Die Unternehmen teilten für eine gesteigerte Ertragsfähigkeit die diversen Arbeitsschritte unter ihren Mitarbeitern auf. In der heutigen Zeit teilen sich die etablierten Organisationen die diversen Aufgaben in der Wertschöpfungskette. Hierbei legen die Teilprodukte gigantische Strecken zurück. Die Firmen im Verbund fabrizieren dennoch rasanter sowie erschwinglicher als ein Unternehmen, welches auf sich allein gestellt ist. Durch die integrierte Planung lassen sich neue Märkte für die Unternehmen erschließen. Jedoch lässt sich sagen, dass sich die Firmen untereinander abhängig machen. Diese Verknüpfung zwischen den Unternehmen erfordert eine engere Zusammenarbeit sowie einen intensiveren Informationsaustausch.4

2.2. Supply-Chain-Prozesse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.5

In der oben aufgeführten Abbildung sind die Logistikprozesse sowie die durch sie bewirkt Gütertransformation abgebildet. Im Handel sind diverse Supply-Chain-Prozesse mit den jeweiligen Arten der Warentransformationsprozesse verbunden. Als die relevanten Prozesse wird zwischen Transport- und Lagerprozessen differenziert, das zugehörige Ein- sowie Auslagern der Ware, den Umschlag sowie das Kommissionieren. Als „ T-U-L-Logistikverst ä ndnis “ wird dieses Verständnis der logistischen Aufgabenbereiche bezeichnet. Hierbei wird unter den Abkürzung verstanden:

- T= Transport
- U= Umschlag
- L=Lagerung

Im Rahmen der innerbetrieblichen und unternehmensübergreifenden Supply-Chain stellt der Austausch von Informationen eine wesentliche Voraussetzung für die Planung sowie Steuerung der Supply-Chain-Prozesse dar. Die räumlichen, zeitlichen, qualitäts- und mengenbezogenen Disparitäten zwischen den Partnern in der Supply-Chain werden anhand dieser Supply-Chain-Prozesse ausgeglichen. Zudem sind diese Prozesse ebenfalls mit Eigentums-, Kosten- und Risikoübertragungen zwischen den beteiligten Akteuren verknüpft und äußern sich in diverse Formen von Strömen.

Zudem stehen mit den Supply-Chain-Prozessen die Warenströme in einem direkten Zusammenhang. Die Raum- und Zeitüberbrückung wird anhand der Warenströme in der Supply-Chain vollzogen, welches bedeutet, dass die Warenströme die Bewegungen der Ware durch die Supply-Chain kennzeichnen.

In den nächsten Abschnitten wird auf die diversen Supply-Chain-Prozesse eingegangen und diese werden näher erläutert.6

2.2.1. Lagerprozesse

Eines der Prozesse des Supply Chain Management ist der Lagerprozess. Hierbei wird anhand von Lagerprozessen die zeitliche Transformation vollzogen. Zu dem Lagerprozess gehören die Einlagerung, die eigentliche Lagerung sowie die Auslagerung dazu. Es lässt sich sagen, dass die Lagerung selbst im engeren Sinne keine Aktivität darstellt.

Die aktiven Lagerprozesse sind lediglich das Einlagern sowie das Auslagern der Ware. Die zeitliche Überbrückung wird durch die Lagerung von Waren ermöglicht. Hierbei erfolgt die Lagerung nicht nur in speziellen Lägern, wie beispielsweise in Zentral- oder Regionallägern des Handels, sondern zudem die Verkaufsstellen, wie beispielsweise die Regalplätze, welche als ein sogenanntes kurzfristiges Lager interpretiert werden können.

2.2.2. Transportprozesse

Die Transportprozesse dienen der räumlichen Transformation der Ware. Hierbei wird zwischen den unternehmensexternen Transportprozessen, wie beispielsweise die Transporte vom Hersteller zum Handelsunternehmen oder vom Handelsunternehmen zu den Konsumenten sowie unternehmensinterne Transportprozesse differenziert. Es lässt sich sagen, dass die unternehmensinterne Transporte zwischen den unterschiedlichen Lägern eines Unternehmens, so von Zentrale- zu Regionallägern oder von Zentral- beziehungsweise Regionallägern zu den Filialen des Handels stattfinden. Innerhalb von Lägern beziehungsweise innerhalb der Verkaufsstellen des Handels werden zudem die Transportprozesse vorgenommen.7

2.2.3. Umschlagprozesse

In dem Umschlagsprozess wird anhand des Warenumschlags die Verbindung unterschiedlicher Supply-Chain-Prozesse verstanden. Insbesondere das Beladen oder das Entladen der Transportmittel oder das Sortieren der Waren sind im Umschlagsprozess inkludiert.

2.2.4. Kommissionierung

Es lässt sich sagen, dass die Kommissionierung die Zusammenfassung beziehungsweise Auslösung der Ware im Sinne der Zusammenstellung diverser Artikel zu Aufträgen beinhaltet, welche jeweils eine bestimmte Menge unterschiedlicher Artikel enthalten. Vor allem in den Lägern finden Kommissionierungsprozesse statt, aber auch der Einkaufsvorgang der Konsumenten in Filialen kann als ein sogenanntes Kommissionierungsprozess angesehen werden, bei dem sich der jeweilige Kunde aus dem Sortiment des Handels seinen spezifischen Warenkorb im Rahmen des Einkaufs zusammenstellt.8

2.2.5. Verpackung

Im Rahmen der Supply-Chain-Prozesse hat die Verpackung unterschiedliche Funktionen. Aufgrund dessen dient die Verpackung einerseits dem Schutz der Ware, andererseits hat die Verpackung darüber hinausgehende Funktionen, welche sich beispielsweise auf das Handling der Ware bei Umschlags- oder Kommissionierungsprozessen beziehen. Es lässt sich sagen, dass die Verpackung zudem den optimalen Transport sowie die optimale Lagerung ermöglichen soll. Zudem sind die Signierungsprozesse im Rahmen von Verpackungsprozessen von Bedeutung. Die Ware wird hierbei mit Informationen versehen, beispielsweise über Wareneigenschaften, Transportwege, Empfangsorte und Ähnliches. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die Identifikationssysteme in automatisierter Form von Bedeutung, wie beispielsweise der Barcode oder die RFID-Systeme.

Zudem lässt sich sagen, dass während Transport, Lagerung, Umschlag sowie Kommissionierung als Supply-Chain-Kernprozesse angesehen werden, da sie grundsätzlich die Supply-Chain-Transaktionen repräsentieren, werden hingegen die Verpackung und Signierung ebenfalls als Supply-Chain-Unterst ü tzungsprozesse bezeichnet.9

2.3. Warenstr ö me

In der Supply-Chain beziehen sich die Hauptströme auf die Bewegung der Ware durch die diversen Stufen beziehungsweise innerhalb der jeweiligen Stufen der Supply-Chain. Die Warenströme stehen dementsprechend im Vordergrund, folglich Bewegung der Güter durch die Supply-Chain. Mit der Erfüllung der Grundfunktionen des Handels ist dieser Warenfluss verknüpft, indem dadurch die Raum-, Zeit- und Mengenüberbrückung vollzogen wird.

In Bezug auf den Warenprozess besteht die logistische Kernproblematik im Handel, da die Verfügbarkeit aller am Point-of-Sale benötigten Artikel sichergestellt werden sollen. Eine hohe Komplexität ist dadurch gegeben, dass das Sortiment des Handels zum größten Teil vergleichsweise heterogen ist. Es lässt sich sagen, dass je größer die Artikelvielfalt ist sowie je unterschiedlicher die Eigenschaften der jeweiligen Artikel sind, umso anspruchsvoller sind die Anforderungen, welche sich bezüglich der Supply-Chain-Gestaltung ergeben.10

Von den Eigenschaften der Ware wird die Gestaltung der Supply-Chain, wie beispielsweise die Wahl der Transportmittel oder der Transportweg, die Lagerhaltung, beeinflusst. Aufgrund dessen haben beispielsweise die Größe der Artikel, die Transport- oder Temperaturempfindlichkeit oder die Verderblichkeitseigenschaften der Güter einen verhältnismäßigen Einfluss auf die Supply-Chain-Gestaltung. Aufgrund dessen wird das Sortiment der Handelsunternehmen in diversen Sortimentbereichen differenziert, welche jeweils durch die unterschiedlichen logistischen Anforderungen gekennzeichnet sind. Hierbei ist die Einteilung des Sortimentes nach der Aktualität von großer Bedeutung, da durch beispielsweise der Lagerdauer beziehungsweise der Lagermöglichkeiten sowie die Bestell- und Lieferhäufigkeiten bestimmt werden können. Dementsprechend wird nach zunehmenden Aktualitätsgrad des Sortiments in Stapelsortiment, Modesortiment und Tages- beziehungsweise Frischsortiment unterteilt.

Es handelt sich bei der Stapelware um kontinuierlich geführte Artikel, welche jeweils immer wieder in unveränderter Form sowie meist von dem gleichen Lieferanten erneut erworben werden. Es lässt sich sagen, dass zu dem Bereich der Stapelware ein großer Teil der Hartwaren, wie beispielsweise Eisenwaren, Hausrat, Sanitärartikel und vieles mehr, oder Teilbereiche des Textilsortiments, wie beispielsweise Standard-Bekleidungsstücke wie ganz einfache T-Shirts, Hosen oder Pullover, zählen. Die Artikel im Modesortiment hingegen sind dadurch gekennzeichnet, dass diese sich ständig wechseln. In der Regel ist die modische Ware in hohem Maße saisonabhängig und wird meist nur einmal und in nur einer Auflage in der Industrie produziert. Unter dem Tagessortiment beziehungsweise Frischsortiment wird täglich gewechselt. Jedoch lässt sich sagen, dass die Frischsortimente durch ähnlich kurze, oft noch kürzere Rhythmen gekennzeichnet, so um Ultrafrisch-Sortiment. Obst und Gemüse wie Molkereiprodukte fallen in diesen Bereich. Zudem lässt sich sagen, dass die Frischware zusätzliche logistische Anforderungen aufweist, welche sich aus der Verderblichkeit der Artikel, aus dem Gewicht oder aus den Pfandsystemen ergeben.

[...]


1 Vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/supply-chain-management-scm-49361 (Stand 20.03.2020, 16:00Uhr)

2 Vgl. https://www.mm-logistik.vogel.de/was-ist-supply-chain-management-definition-beispiel-ziele-a-614558/ (Stand 20.03.2020, 16:12Uhr)

3 Vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/supply-chain-management-scm-49361 (Stand 20.03.2020, 16:20Uhr)

4 Vgl. https://www.mm-logistik.vogel.de/was-ist-supply-chain-management-definition-beispiel-ziele-a- 614558/ (Stand 20.03.2020, 16:22Uhr)

5 In Anlehnung an Pfohl 2010, S.9

6 Vgl. Hertel, Joachim/ Zentes, Joachim 2011, S.121

7 Vgl. Hertel, Joachim/ Zentes, Joachim 2011, S.121

8 Vgl. Hertel, Joachim/ Zentes, Joachim 2011, S.122

9 Vgl. Hertel, Joachim/ Zentes, Joachim 2011, S.122

10 Vgl. Hertel, Joachim/ Zentes, Joachim 2011, S.124

Details

Seiten
18
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346205650
ISBN (Buch)
9783346205667
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v544393
Institution / Hochschule
Hochschule Wismar
Note
2,0
Schlagworte
Supply Chain Supply Chain Management Zara Prozesse

Autor

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Titel: Supply Chain Management. Prozesse und Wirkung im Textil- und Lebensmittelhandel