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Das Burnout-Syndrom

Hausarbeit 2004 19 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

1.Einleitung

In unserer heutigen modernen, wettbewerbsorientierten Ellenbogen- Gesellschaft ist Stress ein weit verbreitetes Phänomen. Der Konkurrenzdruck in der Arbeitswelt ist stark gestiegen, die Anforderungen werden immer höher. Wer einen Arbeitsplatz hat, kämpft oft, bis alle Energie- Ressourcen verbraucht sind. Nichts scheint so wichtig zu sein wie Karriere und Erfolg. Die Menschen hetzen von Termin zu Termin und es bleibt kaum noch Zeit, um abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Stress kann jedem widerfahren und überall entstehen: am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Freizeit. Es hängt immer von der einzelnen Person ab und wie diese eine Situation bewertet. Deshalb ist es umso wichtiger zu lernen, wie man mit Stress umgeht, um trotz aller Hektik ein Leben in Gesundheit und Wohlbefinden zu führen.

Das Anliegen dieser Arbeit ist es, eine besondere Form von Stress darzustellen: das Burnout –Syndrom. Der Begriff selbst existiert erst seit wenigen Jahren, doch die Symptome dieser Krankheit haben eine längere Geschichte. Bereits mehr als 130 verschiedene Symptome wurden bisher entdeckt, die mit dem Ausgebrannt sein einhergehen, dennoch gilt dieses Phänomen nicht als eigenständige Krankheit und ist deshalb auch schwer diagnostizierbar. Zunächst möchte ich an verschiedenen Definitionen aufzeigen, was Burnout überhaupt bedeutet und deutlich machen, dass es, wie auch bei Stress allgemein, jeden treffen kann: Männer und Frauen, Erwachsene und Jugendliche sowie Angehörige aller Berufe.

Dennoch sind bestimmte Berufsgruppen stärker betroffen als andere; vor allem Angehörige helfender Berufe sowie Berufe, die in ständiger Interaktion mit Menschen sind, sind besonders gefährdet auszubrennen. Im Folgenden geht es darum, wie es überhaupt dazu kommt, dass Menschen ausbrennen, wie diese Krankheit entsteht und durch was sie ausgelöst werden kann. Es gibt verschiedene Art und Weisen auszubrennen. Burnout wird nicht immer von dem Betroffenen selbst verursacht, auch die Umwelt, der Arbeitgeber, die Kollegen am Arbeitsplatz oder Klienten können einen großen Teil zur Entstehung beitragen. Der Verlauf der Krankheit muss nicht immer in chronologischer Reihenfolge ablaufen; auch die Grenzen der einzelnen Phasen verlaufen fließend. Das macht es umso schwieriger für den einzelnen, überhaupt zu erkennen, dass man sich in einem Burnout Prozess befindet.

Im letzen Punkt möchte ich Möglichkeiten der Bewältigung von Burnout anführen. Da es viele Erklärungsansätze gibt, gibt es auch eine Vielzahl unterschiedlicher Interventionsansätze. Je nachdem wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Syndrom zu bekämpfen. Noch besser ist es natürlich, erst gar nicht so lange zu warten, bis man vollkommen ausgebrannt ist, sondern vorzubeugen, dass es erst gar nicht zur Entstehung des Burnout –Syndroms kommt.

2. Das Burnout – Syndrom

2.1 Definition

Das Burnout Syndrom ist eine spezielle Form von Stress. Dieser Begriff wurde erstmals 1974 von dem New Yorker Arzt und Psychoanalytiker Dr. Herbert Freudenberger als Krankheitsbezeichnung verwandt und heißt „Ausgebrannt sein“. Er führte Untersuchungen bei ehrenamtlichen Mitgliedern von Selbsthilfe, - Kriseninterventions- und Drogeneinrichtungen durch und beobachtete, wie aus aufopferungsvollen, pflichtbewussten und engagierten Helfern häufig reizbare, misstrauische und halsstarrige Mitarbeiter wurden, bei denen negative und sogar zynische Einstellungen zur Arbeit und zu den Klienten vorherrschten. Des Weiteren zeigten sie Symptome einer physischen und psychischen Erschöpfung. Diese Veränderung wurde als Burnout, als Ausbrennen bezeichnet. Freudenberger beschrieb dieses Symptom als einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Es handelte sich nicht um eine gewöhnliche Arbeitsmüdigkeit, sondern um einen Zustand, der mit wechselhaften Gefühlen der Erschöpfung und Anspannung verbunden ist. Seine Untersuchungen waren praxisorientiert und basierten auf Beobachtungen.

(vgl. http://pflege.klinikum-grosshadern.de/campus/psycholo/burnout/burnout.html)

Gusy sieht Burnout als einen aus der Alltagssprache entnommenen Begriff. Bezieht man es auf den technischen Bereich, ist damit z.B. das Herunterbrennen von Kerzen, das Abbrennen von Häusern oder das Durchbrennen von Sicherungen gemeint. Auf den Mensch bezogen bedeutet Burnout den Verlust vorhandener Fähigkeiten und Fertigkeiten, indem man sich zu sehr verausgabt. Im ersten psychologischen Wörterbuch wird Burnout beschrieben als Ergebnis von Überforderung in Bezog auf Energie, Stärken und Ressourcen des Helfers. Dieser ist unfähig, sich ausreichend auf die Belange des Klienten einzulassen. (vgl. Gusy 1995)

Eine weitere Definition lautet:“ Ausbrennen ist die Art Stress und emotionale Ermüdung, Frustration und Erschöpfung, die dann auftritt, wenn eine Abfolge von Ereignissen in einer Beziehung, einem Vorhaben, einer Lebensform oder im Beruf nicht die erwarteten Resultate erbringt.“ (Rush 1987,S.11)

Burnout ist ein schwer fassbarer Begriff, für den es keine allgemeingültige Definition gibt, da es sehr viele verschiedene Symptome gibt, die auf dieses Phänomen hinweisen können. Man kann aber nochmals zusammenfassend sagen, dass das Ausgebrannt sein einen Zustand körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung sowie einen Zustand der inneren Leere und seelischen Verausgabung darstellt. Es ist eine individuelle Reaktion auf eine persönliche Überforderung bei Menschen, die ihre physischen und psychischen Grenzen nicht mehr wahrnehmen. Ich möchte nun im nächsten Abschnitt erläutern, auf welchen Personenkreis dieses Phänomen besonders zutrifft.

2.2 Betroffene

Alle Menschen können betroffen sein:

„ Das Ausbrennen kennt kein Ansehen einer Person. Es widerfährt Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensläufen. Ärzte, Lehrer, Busfahrer, Pastoren, Heimarbeiter, Studenten- alle können am Burnout – Syndrom erkranken. Es widerfährt Jungen ebenso wie Alten. Sozialer oder finanzieller Status haben keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Ausbrennens. Die meisten, die ausbrennen, haben keine Vorgeschichte psychischer oder geistiger Störungen. Sie sind weder neurotisch noch psychotisch wie wir das medizinisch ausdrücken würden. Aber alle leiden seelisch – etwa in ihrem Gefühlsleben – und gewöhnlich auch geistlich.“ (Rush 1987, S.11)

Es handelt sich also bei Burnout längst nicht mehr um die typische Managerkrankheit. Alle möglichen Berufsgruppen können betroffen sein, auch Schüler und Studenten. Die Krankheit lässt sich auch nicht auf ein bestimmtes Geschlecht festlegen; Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, wobei man die Symptome bei Frauen häufiger beobachten kann, da sie mit Familie und Job doppelt belastet sind. Besonders betroffen sind jedoch Angehörige der so genannten helfenden Berufe wie Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer, Erzieher oder Sozialarbeiter. Jeder 2. Lehrer wird in Deutschland aus psychischen Gründen arbeitsunfähig, bevor er in Pension geht.

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Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638496537
ISBN (Buch)
9783638772419
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54446
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Lehrstuhl für Schulpädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Burnout-Syndrom Entwicklung Professionalität

Autor

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Titel: Das Burnout-Syndrom