Lade Inhalt...

Die Autonomielösung für Südtirol

Seminararbeit 2006 21 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Gliederung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Zeittafel

Text

1. Einführung

2. Geschichte Südtirols

3. Die verschiedenen Standpunkte zur Südtirolfrage nach dem Zweiten Weltkrieg
3.1 Der Standpunkt Südtirols
3.2 Der Standpunkt Österreichs.
3.3 Der Standpunkt Italiens

4. Zuspitzung des Konfliktes um Südtirol
4.1 Historischer Hintergrund
4.2 Der Terrorismus in den 50er und 60er Jahren

5. Entspannung des Konfliktes um Südtirol durch „Internationalisierung“

6. Das neue Autonomiestatut für Südtirol vom 31.08.1972
6.1 Das „Paket“
6.1.1 Der Anfang
6.1.2 Sprache und Kultur
6.1.2.1 Schulen
6.1.2.2 Universitäten
6.1.3 Wirtschaft und Industrie
6.1.4 Die Beurteilung des „Paketes“ aus völkerrechtlicher Sicht
6.2. Die Durchführungsbestimmungen des italienischen Ministerrates zum neuen
Autonomiestatut
6.3 Die Ladiner

7. Internationale Übereinkommen zum Schutze von sprachlichen Minderheiten

Literaturverzeichnis

Alcock, Antony Evelyn, Geschichte der Südtirolfrage, Braumüller Verlag (in Kommission – Universitäts-Verlagsbuchhandlung), Wien, 1982 (engl. Ausgabe:The History of the South Tyrol question, Michael Joseph, London, 1970).

Beyme, Klaus von, Das politische System Italiens, Stuttgart, Kohlhammer Verlag, 1970.

Boden, Martina, Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in Europa – Ein Handbuch (Reihe Geschichte und Staat), München, Olzog Verlag, 1993

Brütting, Richard (Hrsg.), Italien Lexikon, Berlin, Erich Schmidt Verlag, 1995.

Domenico, Roy,The Regions of Italy – A Reference Guide to History and Culture, London, Greenwood Press, 2002.

Ermacora, Felix, Südtirol – Die verhinderte Selbstbestimmung, Wien, Amalthea Verlag, 1991.

Faustini, Gianni/Kucera,Hansjörg (Hrsg.), Ein Weg für das Miteinander – 20 Jahre neue Autonomie in Südtirol, Bozen, Athesiadruck, 1992.

Feiler, Michael, Südtirol – Lösungsmodell für Minderheitenkonflikte?, in: Außenpolitik, Bd. 47, Heft 3, 1996, S. 288-299.

Lechthaler, Alois, Heimatland Tirol – Die Geschichte unseres Landes für Volk und Jugend, Innsbruck, Tyrolia-Verlag, 1959.

Minar, Alfred, Die Sicherung von Maßnahmen zur Beilegung des Südtirol-Konflikts, Würzburg, Druckerei Staudenraus, 1980 (Diss.).

Mittermaier, Karl, Südtirol – Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wien, Österreichischer Bundesverlag, 1986.

Peterlini, Hans Karl [Peterlini, Autonomie, 1997], Autonomie und Minderheitenschutz in Trentino-Südtirol – Überblick über Geschichte, Recht und Politik, Braumüller (in Kommission – Universitäts-Verlagsbuchhandlung), Wien, 1997 (Ethnos, Bd. 48).

Peterlini, Hans Karl [Peterlini, Wir Kinder, 2003], Wir Kinder der Südtirol-Autonomie – Ein Land zwischen ethnischer Verwirrung und verordnetem Aufbruch, Wien, Folio Verlag, 2003.

Pfaundler, Wolfgang (Hrsg.), Südtirol – Versprechen und Wirklichkeit, Wien, Wilhelm Frick Verlag, 1958.

Rother, Klaus/Tichy, Franz, Italien – Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000.

Solderer, Gottfried (Hrsg.), Das 20 Jahrhundert in Südtirol, Autonomie und Aufbruch (1960 – 1979), Band 4, Bozen, Edition Raetia, 2002 (5 Bde).

Staffler, Reinhold (Hrsg.), Geschichte Südtirols – Das 20. Jahrhundert: Materialien, Hintergründe, Quellen, Dokumente, Bozen, Graphik Line, 1985 (Jugendkollektiv Lana).

Tretter, Hannes (Hrsg.), Internationales und Europäisches Volksgruppenrecht, Klagenfurt, Hermagoras, 1995.

Wahlmüller, Franz (Hrsg.), Das neue Autonomiestatut (Autonome Provinz Bozen-Südtirol), Bozen, Athesia Graphische Betriebe, 1979.

Widmoser, Eduard, Autonomie für Südtirol – Der lange Weg, Innsbruck, Tyrolia Verlag, 1970.

Zeller, Karl, Das Problem der völkerrechtlichen Verankerung des Südtirol-Pakets und die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs, Wien, Braumüller Verlag, 1989.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zeittafel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Der Streit um Südtirol hat seine Wurzeln wie viele andere ethnische Konflikte in Europa im Ersten Weltkrieg und den daraus folgenden Pariser Vorortverträgen[i]. Die europäischen Großmächte (sog. „Ententemächte“) England, Frankreich und Russland haben Italien am 26.04.1915 in § 4 des Londoner Geheimvertrags die Zusage gemacht, im Falle eines Kriegseintritts auf ihrer Seite „ganz Südtirol bis zu seiner natürlichen Grenze, als solche der Brenner anzusehen ist“ zu erhalten, welches zu diesem Zeitpunkt noch zu Österreich-Ungarn gehörte[ii]. Die war kein Einzelfall: auch Rumänien erhielt von der Entente Transylvanien in einem Geheimvertrag zugesichert[iii].

Am 23.05.1915 erklärte sodann Italien der Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn den Krieg[iv]. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns im Jahr 1918 besetzten nun italienische Truppen das Gebiet Südtirol ohne auf Widerstand zu stoßen[v]. Im Friedensvertrag von St. Germain vom 10.09.1919 erhielt dann Italien Südtirol neben Trient, Triest, Istrien ohne Fiume und Teile Dalmatiens[vi]. Am 10.10.1920 wurde es annektiert[vii]. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol 97 Prozent[viii]. Mit dem Hitler-Mussolini-Abkommen von 1939 wurde Südtirol quasi weitgehend entrechtet und Hitler „verzichtete“ zudem überraschend auf Südtirol[ix]. 1946 wurden diverse Denkschriften zur Südtirolfrage mit 123.777 Unterschriften unterstützt, die den folgenden Inhalt hatten:

„Es ist unser unerschütterlicher Wunsch und Wille, dass unser Heimatland Südtirol vom Brenner bis zur Salurner Klause mit Nordtirol und Österreich wieder vereinigt werde.“[x]

Für dem Klerus schrieb der Fürstbischof Dr. Johannes Geisler an die Pariser Friedenskonferenz[xi].

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rechte der deutschsprachigen Südtiroler in den Friedensverträgen in einem Abkommen zwischen Italien und Österreich gesichert[xii]. Die Provinzen Bozen und Trient erhielten weitreichende legislative und exekutive Vollmachten von Verfassungsrang[xiii]. Am 27.6.1945 wurde durch die italienische Regierung die autonome Region „Trentino – Alto Adige“ gebildet[xiv].

[...]


[i] Feiler, Südtirol – Lösungsmodell für Minderheitenkonflikte?, in: Außenpolitik, Bd. 47, Heft 3, 1996, S.

288-299 (288).

[ii] Feiler, a.a.O., S. 288 f. Vgl. auch Boden, Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in

Europa – Ein Handbuch, 1993, S. 141 und Rother/Tichy, Italien – Geographie, Geschichte, Wirtschaft,

Politik, 2000, S. 80.

[iii] Ermacora, Felix, Südtirol – Die verhinderte Selbstbestimmung, 1991, S. 31.

[iv] Feiler, a.a.O., S. 289.

[v] Ebd.

[vi] Ebd. Vgl. auch Widmoser, Autonomie für Südtirol – Der lange Weg, 1979, S. 5; Rother/Tichy, a.a.O.,

S. 80 und Brütting, a.a.O., S. 792.

[vii] Feiler, a.a.O., S. 289.

[viii] Ebd.

[ix] Widmoser, a.a.O., S. 5. Vgl. auch Boden, a.a.O., S. 141.

[x] Widmoser, a.a.O., S. 5.

[xi] Ebd.

[xii] Boden, a.a.O., S. 141.

[xiii] Ebd., S. 141.

[xiv] Feiler, a.a.O., S. 293.

Details

Seiten
21
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638499040
ISBN (Buch)
9783638765619
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v54786
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Lehrstuhl für Europäische Ethnologie
Note
1,7
Schlagworte
Autonomielösung Südtirol Proseminar Nationalstaatliche Zersplitterung Europa Regionen

Autor

Zurück

Titel: Die Autonomielösung für Südtirol