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Von der Industriebrache zum Landschaftspark - eine kritische Bilanz der IBA Emscher Park

Seminararbeit 2001 29 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung

2. Strukturwandel des Ruhrgebietes
2.1. Historische Entwicklung des Ruhrgebietes
2.2. Strukturpolitische Maßnahmen

3. Die IBA Emscher Park
3.1. Was ist IBA?
3.2. Besondere Merkmale der Emscherregion
3.3. Entwicklungspotentiale der Emscherregion
3.4. Strategie und Entwicklungsphilosophie der IBA Emscher Park
3.5. Organisationsstruktur und Finanzierung

4. Leitprojekte der IBA Emscher Park
4.1. Emscher Landschaftspark
4.2. Ökologischer Umbau des Emscher Systems
4.3. Rhein-Herne Kanal als Erlebnisraum
4.4. Kunst, Industriekultur und Tourismus
4.5. Arbeiten im Park
4.6. Neues Wohnen und Stadtteilentwicklung
4.7. Angebote für soziale, kulturelle und sportliche Tätigkeiten

5. Beurteilung des Politik- und Planungsmodells der IBA

6. IBA Emscher Park- ein Beispiel für eine nachhaltige Regionalentwicklung?

7. Die Zeit nach der IBA

1. Einführung

Lange Zeit standen strukturpolitische Maßnahmen im Ruhrgebiet ausschließlich unter dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Steinkohleförderung und der Ruhrwirtschaft zu verbessern. Auch waren regional übergreifende Planungen eher die Ausnahme. Erst mit der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA) ging man einen Schritt weiter. Sie wählte mit dem Emscherraum von Duisburg bis über Dortmund hinaus, eine ganze, durch den Strukturwandel gebeutelte Region von rund 800 km² als Handlungsfeld und erstreckte sich über volle 10 Jahre. Im Zentrum der Ruhrgebietskrise – dem Emscherraum – sollte ein ganzheitlicher Umbau eingeleitet werden. Zöpel formulierte anlässlich der Auftaktveranstaltung am 16.12.1988 als Hauptziel der IBA, die „endogenen Kräfte, die eigenen Kräfte der Region, die Wirtschaftskräfte und die sozialen Kräfte zu mobilisieren.“

Ohne Zweifel hat die IBA Spuren hinterlassen. Die Neuordnung der Region zeigt sich in einem Wandel der Kulturlandschaft: Landschaftsparks sind entstanden, Flächen wurden rekultiviert, Grünflächen vernetzt, industriegeschichtliche Denkmäler herausgehoben und brachliegende Industrieflächen neuen Nutzungen zugeführt. Kulturwirtschaft und Tourismus haben in der Region einen höheren Stellenwert erhalten, Veränderungen in der Wirtschafts-, Beschäftigten- und Sozialstruktur sind zu verzeichnen.

Die Bewertungen fallen jedoch unterschiedlich aus. Einerseits werden Modernisierung und innovative Verbindung von Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft gelobt, andererseits wird die Nachhaltigkeit der mit hohen Subventionen initiierten Programme und Projekte bezweifelt. Ist es bei einzelnen zukunftsweisenden Vorzeigeprojekten geblieben, oder konnte durch Nachbarschaftseffekte die ganze Region erfasst werden? Wird die Strategie der IBA weiterverfolgt? Rund zwei Jahre nach dem Finale soll nun im Rahmen einer kritischen Bilanz eine Auseinandersetzung mit solchen und ähnlichen Fragen erfolgen.[1]

2. Strukturwandel im Ruhrgebiet

2.1. Historische Entwicklung des Ruhrgebietes

Das Gebiet zwischen Ruhr, Emscher und Lippe umfasst als Verwaltungsregion des ältesten deutschen kommunalen Regionalverbandes „Kommunalverband Ruhrgebiet“ die kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim und Oberhausen sowie die Kreise Ennepe-Ruhr-Kreis, Recklinghausen, Unna und Wesel, rund 5,5 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 4500 km². Kriterium für die regionale Abgrenzung und den räumlichen Zusammenschluss waren die Kohlevorkommen.

Das Ruhrgebiet kann in folgende Zonen gegliedert werden, die sich anhand der westöstlich verlaufenden Siedlungsreihen und der von Süd nach Nord chronologisch verlaufenden Abbau- und Industrialisierungsphasen ergeben:

- Ruhrzone (Werden-Hattingen-Witten-Hagen-Schwerte)
- Hellwegzone (Duisburg-Mülheim-Essen-Bochum-Dortmund-Unna)
- Emscherzone (Oberhausen-Bottrop-Gelsenkirchen-Herne)
- Lippezone (Wesel-Dorsten-Marl-Haltern-Lünen-Hamm)[2]

Die Geschichte des Ruhrgebietes geht zurück bis ins 13. Jahrhundert, dem Beginn des Steinkohleabbaus. 1840 folgte die erste Verhüttung von Eisenerz zu Roheisen mit Ruhrkoks. Kohle wurde zu einem der wichtigsten Rohstoffe und Energieträger des ausgehenden 19. und des beginnenden 20 Jahrhunderts. 1956 wurde der wirtschaftliche Höchststand im Ruhrgebiet erreicht.

In der nachfolgenden Zeit begann der wirtschaftliche Niedergang des Ruhrgebietes. Kohle als wichtigster Energieträger verlor immer mehr an Bedeutung. Zahlreiche Zechen mussten schließen, Arbeitsplatzverluste in der Montanindustrie konnten aufgrund der monostrukturellen Ausrichtung des Ruhrgebietes zunächst nicht aufgefangen werden. 1975 verschärfte sich die Situation durch die hinzukommende Absatzkrise in der Stahlindustrie. Eine zunehmende Zahl internationaler Konkurrenten mit günstigerer Rohstoffversorgung und besonders die nassen Hütten an Küstenstandorten führten zu erheblichen Standortnachteilen für das Ruhrgebiet. Auch die Subventionierung der Steinkohle durch den Bund konnte den Niedergang der dominierenden Branchen im Ruhrgebiet nicht aufhalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1.1: Fördermengen und Beschäftigte im Steinkohlebergbau

von 1956 bis 1996

(Faust, H., 1999, Das Ruhrgebiet – Erneuerung einer europäischen

Industrieregion, Impulse für den Strukturwandel durch die

Internationale Bauausstellung Emscher Park.-

In: Europa Regional, Band 7, Heft Nr.2, Seite 11)

2.2. Strukturpolitische Maßnahmen

Im Zuge der Bergbaukrisen seit 1957 begann man zunächst mit strukturpolitischen Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Steinkohleförderung erhöhen sollten. Eine solche Politik des Standorterhaltes der großen Industrien ist jedoch heute umstritten, da sie einen rechtzeitigen Strukturwandel verhinderte. Ein Umdenken zeichnete sich seit den 70er Jahren ab: das 1968 eingeleitete „Entwicklungsprogramm Ruhr“, das folgende „NRW-Programm 1975“ und das „Aktionsprogramm Ruhr 1979“ stellten den Aufbau einer leistungsfähigen und den modernen Erfordernissen entsprechenden Infrastruktur in den Vordergrund. Im Rahmen dieser Zielsetzung kam es zu einem Ausbau des Schnellstraßennetzes und der Errichtung von Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Konnten sich früher Studierende nur in andere Regionen ausbilden lassen, ist das Ruhrgebiet heute die dichteste Hochschullandschaft in Deutschland mit mehr als 150000 Studierenden in 14 Hochschulen.[3]

Andere Strategien sind jedoch nicht so positiv zu bewerten:

- Die einseitige Förderung der Energieproduktion mit Kohlekraftwerken hatte Überkapazitäten und den Verzicht auf regenerative Energien zur Folge
- Das Festhalten an veralteten Kraftwerkstechniken hatte zusätzliche Umweltbelastungen zur Folge.
- Die Politik des großen Flächenangebotes zu niedrigen Preisen führte zur Ansiedlung von Betrieben geringer Wertschöpfung, die nicht in der Lage waren, die vorhandenen Defizite auszugleichen.
- Durch den Ausbau des Schnellstraßennetzes wurde der öffentliche Nahverkehr vernachlässigt.
- Zunächst blieb man bei der großbetrieblichen Denkweise (Ansiedlung der Opelwerke in Bochum).[4]

Regional übergreifend orientierte Maßnahmen blieben zunächst die Ausnahme und beschränkten sich auf Verkehr, Grünflächen, Energieversorgung und Abfallentsorgung. Die einzelnen Städte traten in ihren Planungen zueinander in Konkurrenz, sie ergänzten sich nicht.

Seit dem Ende der 80er Jahre ist die regionale Wirtschaftspolitik in Nordrhein-Westfalen weitreichend umorganisiert worden. Diese „regionalisierte“ Strukturpolitik strebt nach Kooperation und Vernetzung.

1987 wurde die „Zukunftsinitiative Montanregion“ gegründet, die später auf die insgesamt 15 Regionen Nordrhein-Westfalens ausgedehnt wurde. Im Vordergrund stand nun die Abkehr von den traditionellen Montanbranchen. Neue, sogenannte Wachstumsbranchen wie Mikroelektronik und Umwelttechnik sollten angesiedelt werden und der tertiäre Sektor ausgebaut werden. 1989 folgte mit der Einrichtung der Internationalen Bauausstellung Emscher Park durch die Landesregierung ein weiterer Schritt in der Entwicklung der regionalisierten Strukturpolitik in Nordrhein-Westfalen.[5]

3. Die IBA Emscher Park

3.1. Was ist IBA ?

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Escher Park steht in einer alten Tradition von Bauausstellungen, die sich mit dem Bauen allgemein und dem Städtebau im besonderen befassten. Die erste Bauausstellung fand 1901 in Darmstadt (Mathildenhöhe) statt. Es folgten Bauausstellungen in Stuttgart (1927), Hannover (1951) und Berlin (1957). Stand bei den ersten Bauausstellungen zeitgemäßer Städtebau im Vordergrund, ging die IBA ein ganzes Stück weiter: sie bezog sich auf eine ganze Region, die Emscherzone. Dieser nördliche Teil des Ruhrgebietes umfasst 17 Städte mit heute rund 2 Mio. Einwohnern und erstreckt sich über eine Fläche von 800 km². Die IBA war eine Art Revitalisierungsprogramm für die benachteiligte Emscherzone. Anhand von 120 Projekten wurde in einem Planungszeitraum von 10 Jahren versucht, einen ökologischen Umbau und eine Erneuerung der Wirtschafts- und Sozialstruktur der Region einzuleiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1.1: Gebiet der IBA Emscher Park

(Fuchs, M., 1999, Werkstatt für die Zukunft von Industrieregionen, Die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park im nördlichen Ruhrgebiet.- In: Praxis Geographie, 10/1999, Seite 47)

3.2. Besondere Merkmale der Emscher Region

Um die besondere Arbeitsweise der Internationalen Bauausstellung Emscher Park verstehen zu können, muss man sich mit den Besonderheiten der Emscherregion auseinandersetzen. Die Emscherzone ist eine noch stark (alt)industriell und von Großbetrieben geprägte Teilregion im Norden des Ruhrgebietes. Vor der Industrialisierung war die Region nur dünn besiedelt, größere Stadtkerne gab es nicht. Die Emscher war Teil einer Sumpfniederung. Die Emscherzone konnte der stürmischen Industrialisierung der letzten hundert Jahre und ihren Folgen weitaus weniger Widerstand entgegensetzen als der südliche Teil des Ruhrgebietes mit seinen historisch etablierten Städten an der alten Handelsstraße des Hellwegs, wo der Abbau der Kohle und die damit verbundene Industrialisierung fast 50 Jahre früher einsetzte – hier wurde bereits 1837 der erste Schacht angelegt. Im Gegensatz zur Ruhr wurde das Emscherflußsystem zum größten Abwasserkanal der Welt ausgebaut.

Im Gefolge der Industrialisierung haben sich keine Städte im traditionellen Sinn entwickelt, sondern Ansammlungen von Siedlungen, die jeweils auf Kohlezechen und Stahlwerke bezogen angelegt wurden. Aus diesen Industrie- und Siedlungsansammlungen habe sich im Laufe der Zeit ineinanderverflochtene Stadträume gebildet, scheinbar regellose Geflechte von Siedlungen, Industrie und Infrastrukturtrassen, von denen keiner die Chance erhielt, sich zu einer „richtigen“ Stadt zu entwickeln. Nach der Schließung vieler Zechen und Stahlwerke fehlen ihnen heute die funktionalen Bezugspunkte. Attraktive Stadtzentren sind kaum vorhanden. Es fehlt an Urbanität und Stadtkultur.

Doch nicht nur die Anlage der Siedlungen, sondern auch die Infrastruktur folgte den Anforderungen der Montanindustrie. Durch den Strukturwandel im Ruhrgebiet verlor sie ihre Bedeutung – weder für die Wirtschaft, noch für die Städte war sie noch von Nutzen, zurück blieben schwach ausgelastete Schifffahrtskanäle, das weitläufige Netz der Werkseisenbahnen, Güterbahnhöfe, Gashochbehälter, Rohrleitungen, stillgelegte Kraftwerke, leere Straßenbahndepots und Reste von Straßenbahngleisen, die in den großen Industriebrachen endeten.

Mit dem Verschwinden der Montanindustrie ist zwar die Luft wieder sauberer geworden, zurück blieb jedoch eine zerstörte Landschaft aus Brachen, Halden und Restflächen. Freiflächen und Grünzüge sind zerschnitten, wirken verloren, sind zum großen Teil mit Bodenverseuchungen belastet, wenig attraktiv und meist schlecht oder gar nicht zugänglich.

Die ökonomische Entwicklung der Region hinterließ auch ihre Spuren in den politischen Machtstrukturen. Die Kommunen waren aufgrund der monostrukturellen Ausrichtung der Wirtschaft weitgehend abhängig von der Montanindustrie, man ordnete sich den im Laufe der Industrieentwicklung wachsenden Großkonzernen unter. So konnten sich keine kommunal eigenständigen Politikkulturen entwickeln. Es bildeten sich Großorganisationen, die aufgrund bürokratischer Schwerfälligkeit und geringer Flexibilität kaum in der Lage waren, auf die sich aus der Kohl- und Stahlkrise ergebenden vielschichtigen Probleme ausreichend schnell zu reagieren. Infolgedessen hielt man viel zu lange an den alten Machtstrukturen fest.

Die Krise in der Montanindustrie traf die Emscherzone weitaus härter als den südlichen Teil des Ruhrgebietes. Mit der Wanderung des Bergbaus nach Norden bekamen die im Süden gelegenen Städte den Abbau in der Montanindustrie zwar schon in den 60er Jahren zu spüren, allerdings in einer Zeit des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs. Trotz des Abbaus von Arbeitsplätzen in der Montanindustrie konnte mit Hilfe staatlich geförderter Umschulungsprogramme und Anpassungspläne ein wirtschaftlicher Strukturwandel eingeleitet werden. Die Emscherzone erreichte der Abbau im Montansektor erst in den 80er und 90er Jahren, also in Zeiten wirtschaftlicher Rezession. Die negativen Auswirkungen vor allem im Hinblick auf die Höhe der Arbeitslosenquote waren somit weitaus stärker. Im Ruhrgebiet hatte sich ein deutliches Wohlstandsgefälle in Süd-Nord Richtung herausgebildet.

Die Emscherregion - das Gebiet mit der größten Problemdichte in Deutschland! Die Arbeitslosigkeit lag im Durchschnitt bei 12 Prozent, in einzelnen Stadtteilen erheblich höher, mit einem hohen Anteil von Langzeitarbeitslosen. Chaotische Raumstrukturen, Bevölkerungsverluste durch Abwanderung, eine vernutzte ökologische Substanz, eine nur mäßige Erschließung der Fläche, Mangel an jungen, qualifizierten Arbeitskräften, fehlende städtische Lebensqualität, Urbanität und Stadtkultur – dieses Erbe hatte lange Zeit weitere Fehlentwicklungen zur Folge.[6]

3.3. Entwicklungspotentiale

Neben allen Problemen und Belastungen, die sich durch den Abbau der Montanindustrie für den nördlichen Teil des Ruhrgebietes ergaben, konnte die Region jedoch auch einige Kriterien der Standortgunst erfüllen:

- Die Emscherregion liegt gut erschlossen in der Mitte Europas als Teil der zentralen Entwicklungsachse London-Mailand
- Mit 6 Hochschulen und zahlreichen Fachhochschulen ist das Ruhrgebiet die dichteste Hochschullandschaft Deutschlands
- Das vielfältige kulturelle Angebot ist nahezu konkurrenzlos in Europa
- Die wichtigsten Entwicklungspotentiale ergaben sich aus den großen Industriebrachen der Montanindustrie. Niedrige Grundstückspreise in Kombination mit erheblichen staatlichen Vorleistungen ermöglichen die Entwicklung von landschaftbezogenen und stark durchgrünten Wohn- und Gewerbegebieten

Diese einzelnen Entwicklungspotentiale zusammen schafften eine Perspektive für die Zukunft der Emscherregion.[7]

3.4. Strategie und Entwicklungsphilosophie der IBA Emscher Park

Obwohl die Region also durchaus alle herkömmlichen Kriterien der Standortgunst erfüllt, verharrte die Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Machte man zunächst ausschließlich den noch nicht abgeschlossenen Abbau in der Montanindustrie dafür verantwortlich, wurde man sich zunehmend bewusst, dass noch ganz andere Ursachen in Betracht gezogen werden mussten. Es zeichnete sich eine spezifische Standortschwäche ab, ein „Regionaleffekt“, denn alle Wirtschaftssektoren, ob nun wachsend oder schrumpfend, ob in der Industrie oder im Dienstleistungssektor zeigten schlechtere Entwicklungsdaten als im Bundesdurchschnitt.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.4.: Die relative Beschäftigungsentwicklung im Verdichtungsraum Ruhr nach

Wirtschaftabteilungen

(Ganser, K, 2001, IBA Emscher Park in der Rückschau – Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung?.-

In: Petermanns Geographische Mitteilungen, 145, 5/2001, Seite 19)

Da sich bei den klassischen Standortkriterien keine gravierenden Unterschiede zu anderen Wirtschaftsstandorten in Deutschland ergaben, wurden die vorhandenen Defizite in der Lebensraumqualität und der Innovationsfähigkeit der Region als Ursachen für die schlechten Entwicklungsdaten der einzelnen Wirtschaftssektoren angesehen. Diese beiden Vermutungsthesen wurden zum Ausgangspunkt für das Handlungsprogramm der IBA.[9]

Die IBA sah ihre Aufgabe also darin, dem ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbau des Emscherraumes zukunftsweisende Impulse zu geben und Innovationen in allen gesellschaftlichen Bereichen des Lebens hervorzurufen. Die Lebensbedingungen der Bewohner des Gebietes sollten verbessert und Voraussetzungen für nachhaltige und hochwertige wirtschaftliche Investitionen und für die Anziehung qualifizierter Arbeitskräfte geschaffen werden. Das Spektrum der Tätigkeiten wurde 1996 über den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbau hinaus um den künstlerischen und kulturellen Bereich ergänzt.[10]

Die Strategien der Internationalen Bauausstellung waren nicht von Beginn an in einem geschlossenen Programm zusammengefasst. In Arbeitskreisen, Werkstätten, Runden Tischen, in Kooperation von Experten, lokaler und regionaler Politik und Planung, im internationalen Austausch mit anderen europäischen Industrieregionen wurden sie an verschiedenen Themen und Projekten erarbeitet.

[...]


[1] Faust, H., 1999, Das Ruhrgebiet – Erneuerung einer europäischen Industrieregion, Impulse für den Strukturwandel durch die Internationale Bauausstellung Emscher Park.- In: Europa Regional, Band 7, Heft Nr.2, Seite 17

[2] Faust, H., 1999, Das Ruhrgebiet – Erneuerung einer europäischen Industrieregion, Impulse für den Strukturwandel durch die Internationale Bauausstellung Emscher Park.- In: Europa Regional, Band 7, Heft Nr.2, Seite 10

[3] Faust, H., 1999, Das Ruhrgebiet – Erneuerung einer europäischen Industrieregion, Impulse für den Strukturwandel durch die Internationale Bauausstellung Emscher Park.- In: Europa Regional, Band 7, Heft Nr.2, Seite 13

[4] Zlonicky, P.,1996, Solarenergie in einer Kohleregion? Zu den Strategie der Internationalen Bauausstellung Emscher Park.-In: Dortmunder Beiträge zur Raumplanung, Band 78, Seite 98

[5] Faust, H., 1999, Das Ruhrgebiet – Erneuerung einer europäischen Industrieregion, Impulse für den Strukturwandel durch die Internationale Bauausstellung Emscher Park.- In: Europa Regional, Band 7, Heft Nr.2, Seite 13-14

[6] Sieverts,T., Hrgs., 1991, IBA Emscher Park - Zukunftswerkstatt für Industrieregionen, Seite 4-7

[7] Sieverts,T., Hrgs., 1991, IBA Emscher Park - Zukunftswerkstatt für Industrieregionen, Seite 8

[8] Ganser, K, 2001, IBA Emscher Park in der Rückschau – Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ?.- In: Petermanns Geographische Mitteilungen, 145, 5/2001, Seite 18

[9] Ganser, K, 2001, IBA Emscher Park in der Rückschau – Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ?.- In: Petermanns Geographische Mitteilungen, 145, 5/2001, Seite 18-19

[10] Rommelsbacher, T., 1999, Das Politikmodell der IBA Emscher Park.-In: Informationen zur Raumentwicklung, Heft 3/4.1999, Seite 158

Details

Seiten
29
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638501989
DOI
10.3239/9783638501989
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55170
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH) – Institut für Geographie und Geoökologie II
Note
1,0
Schlagworte
Industriebrache Landschaftspark Bilanz Emscher Park Humangeographisches Seminar Deutschland

Autor

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