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Die strukturellen Veränderungen der deutschen Apothekenlandschaft aufgrund der neuen Apothekengesetze im Zuge des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004

Seminararbeit 2006 31 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

0. Einleitung
0.1 Zielsetzung
0.2 Aufbau der Arbeit

1. Marktstruktur vor Inkrafttreten des GMG
1.1 Versorgungsauftrag
1.2 Umsatzdaten
1.3 Apothekenarten
1.3.1 Öffentliche Apotheken
1.3.2 Sonderform: Krankenhausapotheke
1.3.3 Sonderform: Bundeswehrapotheke
1.4 Apothekendichte
1.4.1 Bundesländer im Vergleich
1.4.2 Regionale Struktur
1.5 gesetzliche Bestimmungen
1.5.1 Fremd- und Mehrbesitzverbot
1.5.2 Versandhandelserlaubnis

2. Die Änderungen und ihre Auswirkung
2.1 Kürzung der GKV-Ausgaben
2.1.1 Arzneimittelverordnung
2.1.2 Selbstmedikation
2.1.3 Strukturelle Veränderung durch GKV-Kürzung
2.2 Arzneimittelpreisverordnung (AMPVO)
2.2.1 Abgabehonorar
2.2.2 Indirekte Einfluss-Variable
2.2.3 Strukturelle Veränderung durch die AMPVO
2.3 Liberalisierung des Apothekenmarktes
2.3.1 Mehrbesitz
2.3.2 Strukturelle Veränderung durch Mehrbesitz
2.3.3 Kooperation
2.3.4 Strukturelle Veränderung durch Kooperationen
2.3.5 Versandhandel
2.3.6 Öffnung der Handelsschranken
2.3.7 Strukturelle Veränderung durch den Versandhandel

3. Aktuelle Strukturdaten
3.1 Umsatzdaten
3.2 Apothekenanzahl
3.3 Neue Vertriebskanäle
3.3.1 Versandhandelserlaubnis, Botendienste und Filialen
3.3.2 Kooperationen

4. Expertenmeinung
4.1 Aufbau und Auswahl der Befragung
4.2 Zusammenfassung des Interviews

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang.
Anhang 1: Apotheken nach Kreisen des Landes Sachsen- Anhalt
Anhang 2: Gesamtumsatz der Apotheken nach Jahren
Anhang 3: Apothekendichte in den Bundesländern zum 31.12.2004
Anhang 4: Experteninterview

Darstellungsverzeichnis

Darstellung 1 Apothekenanzahl nach Bundesländern 02/03

Darstellung 2 Verordnungen nach Packungsgrößen

Darstellung 3 Zahl der Apotheken 2003 und 2004

Darstellung 4 Die Hälfte im Verbund

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0. Einleitung

Das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) sieht erhebliche Neuregelungen für Versicherte, Ärzte und auch Apotheker vor.

Der Gesetzgeber hat damit ein Maßnahmenbündel zur Förderung von Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Arzneiversorgung verabschiedet. Nach Berechnungen des Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS) sollten die Kassen 2004 damit um insgesamt 9,8 Mrd. € entlastet werden (vgl. Schwabe/Paffrath 2006, S. 192). Nach den Kosten für Krankenhausaufenthalte und ärztliche Behandlungen gilt die Versorgung mit Arzneimitteln als der dritte größte Ausgabenblock der gesetzliche Krankenversicherung (GKV) (vgl. www.die-gesundheitsreform.de, S. 2).

Die Nachfrage nach Medikamenten jedoch ist nahezu unelastisch, da sie im Wesentlichen (ausgenommen ist der Kauf von Life-Style-Präperaten u.ä.) nicht vom Verbraucher ausgeht, sondern durch das Verordnungsverhalten der Ärzte bestimmt wird[1] : Arzneimittel werden schließlich hauptsächlich aus krankheitsbedingten Gründen konsumiert und damit meist vom Arzt verschrieben.

0.1 Zielsetzung

Der gesamte Arzneimittelmarkt und somit auch der Apothekenmarkt haben also ganz spezifische Markteigenschaften. Nicht vergessen werden dürfen in diesem Zusammenhang auch nicht die diversen gesetzlichen Vorschriften.

Eine Frage, die sich hinsichtlich der Einschätzung dieser Rahmenbedingungen stellt, ist, wie sich die Einführung des GMG auf den Apothekenmarkt auswirkt. Inwiefern werden, so muss man weiter fragen, diese Neuregelungen eine strukturelle Veränderung der deutschen Apothekenlandschaft mit sich bringen? Die Antwort auf diese Frage soll im Rahmen dieser Arbeit erörtert werden.

0.2 Aufbau der Arbeit

- Zu Beginn wird die Struktur der deutschen Apothekenlandschaft vor dem Inkrafttreten des GMG dargestellt.
- Im Anschluss daran wird erörtert, welche konkreten Änderungen des GMG besonders starken Einfluss auf die Struktur der Apothekenlandschaft haben.
- In einem anschließenden Kapitel wird aufgezeigt, wie sich die Apothekenlandschaft seit dem 1. Januar 2004 bereits verändert hat bzw. welche Tendenzen sich abzeichnen.
- Zum Abschluss erwartet den Leser eine Zusammenfassung von Interviews mit Experten aus verschiedenen Bereichen der Apothekenbranche; darauf folgt ein kurzer persönlicher Ausblick.

1. Marktstruktur vor Inkrafttreten des GMG

Apotheken haben eine sehr lange Tradition: so schlägt „die Geburtsstunde des Apothekerberufs […] im Jahre 1241. In diesem Jahr wird eine Medizinalordnung erlassen, die erstmals eine Trennung der Berufe von Arzt und Apotheker gesetzlich vorschreibt“ (vgl. www.aponet.de). Auf die Geschichte der Apotheke soll hier aber nicht näher eingegangen werden. Wichtig ist es jedoch zu erwähnen, dass der Apothekenmarkt bis in die heutige Zeit in einem hohen Maße an Gesetze und Verordnungen gebunden ist (dazu gehören AMG, AMPVO, ApoG, AAppO, BApoO, BTMG). Das ist ein wesentlicher Grund, warum gerade die Arzneimittelbranche sich mit der Deregulierung durch das GMG besonders schwer tut.

Im Folgenden wird ein grober Überblick über den Apothekenmarkt und dessen Struktur kurz vor Inkrafttreten des GMG am 01. Januar 2004 vermittelt, um im Anschluß daran die Auswirkungen der Veränderungen leichter nachvollziehen zu können.

1.1 Versorgungsauftrag

Als Akteur im Gesundheitswesen hat der Apotheker – ähnlich wie der Arzt – eine besondere Stellung. Auch er hat nämlich die Pflicht, einen Versorgungsauftrag zu erfüllen. So obliegt ihm gemäß § 1 Abs. 1 ApoG die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Er dient damit der Gesundheit des einzelnen Menschen und der gesamten Bevölkerung. Aus diesem Grund sind Apotheken durch ein gesetzliches Abgabemonopol gesichert (§ 43 Abs.1 Satz 1 AMG). So dürfen verschreibungs- bzw. apothekenpflichtige Arzneimittel nur in Apotheken in den Verkehr gebracht werden (vgl. www.123recht.net).

1.2 Umsatzdaten

Gemeinsam haben die öffentlichen Apotheken 2003 „über eine Milliarde einzelne Arzneimittelpackungen […] aufgrund ärztlicher Verordnung an ihre […] Kunden ausgehändigt, und noch einmal 640 Millionen Packungen gingen im Rahmen der Selbstmedikation über die Apothekentheke“ (www.die-gesundheitsreform.de, S. 1).

Der Gesamtumsatz der Apotheken belief sich dabei auf rund € 33,60 Mrd. (vgl. ABDA, siehe Anhang 2), wobei sich hierbei der positive Trend der vergangenen Jahre fortsetzte.

1.3 Apothekenarten

Die Apotheke ist ein „gewerblicher Betrieb, der zur Herstellung, Lagerung und Abgabe von Arzneimitteln berechtigt ist“ (Brockhaus Gesundheit 2004, S. 80).

Von den etwa 50.000 zugelassenen Arzneimitteln hat jede deutsche Apotheke etwa acht- bis zwölftausend ständig auf Lager. Alle weiteren können binnen weniger Stunden über den pharmazeutischen Großhandel beschafft werden

(vgl. www.abda.de).

Unterschiede hinsichtlich der Art der Apotheken ergeben sich wie folgt:

1.3.1 Öffentliche Apotheken

Die öffentliche Apotheke ist im Besitz eines selbstständigen Apothekers oder sie ist von ihm verpachtet und ist für die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. In der Offizin können Bürger vom Arzt ausgestellte Rezepte einlösen sowie rezeptfreie Arzneimittel erwerben (vgl. Brockhaus Gesundheit 2004, S. 80).

1.3.2 Sonderform: Krankenhausapotheke

Neben der öffentlichen Apotheke gibt es noch einige Sonderformen, beispielsweise die Krankenhausapotheke (§14 ApoG). Denn „hinsichtlich der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus kann der Krankenhausträger eine eigene Krankenhausapotheke einrichten […]“ (Schöffski/Fricke/Guminski 2002, S. 61). Diese sind nicht an die Arzneimittelpreisverordnung (AMPVO) gebunden; es werden vielmehr mit den Pharmaherstellern individuelle Preise vereinbart. Zum Teil bestehen zwischen Krankenhäusern auch Einkaufsgemeinschaften, um über eine erhöhte Nachfrage Mengenrabatte zu bekommen (vgl. ebenda, S.61). Die Krankenhausapotheke ist in der Arzneimittelversorgung primär beschränkt auf die Versorgung der Patienten des Krankenhauses.[2]

1.3.3 Sonderform: Bundeswehrapotheke

Die Bundeswehrapotheke gilt ebenfalls als eine Sonderform der Apotheke. Darunter zählen Sänitätshauptdepos, Bundeswehrkrankenhausapotheken sowie Apotheken der Teilstreitkräfte. Das Sortiment eine Bundeswehrapotheke umfasst daher nicht nur Arzneimittel, sondern auch Verbandmittel, Reagenzien, Diagnostika, weiteres medizinisches Sachmaterial sowie zahnärztliches Verbrauchsmaterial. Versorgt werden die Truppen, die Gesundheitsdienste des Auswärtigen Amtes, die obersten Bundesbehörden und der Bundesgrenzschutz (vgl. www.bundeswehr-karriere.de).

In den weiteren Betrachtungen sollen diese Sonderformen der Apotheke ausgeschlossen werden. Ihr zahlenmäßiger Anteil ist äußerst gering, wie man den repräsentativen Daten in Anhang 1 entnehmen kann.

[...]


[1] Eine für das Gesundheitswesen typische Situation, die in der Fachliteratur häufig als „Principal-Agent-Modell“ benannt wird.

[2] Weiterführende Vorschriften finden sich in §26 ff ApBetrO; §§ 116a,116b,140b SGB V.

Details

Seiten
31
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638506359
Dateigröße
801 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55767
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,7
Schlagworte
Veränderungen Apothekenlandschaft Apothekengesetze Zuge Gesundheitsmodernisierungsgesetzes Gesundheitsmanagement

Autor

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