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Didaktisch-Methodische Analyse des Bilderbuches -Prinzessin Pfiffigunde-

Hausarbeit 2001 22 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kurze Inhaltsangabe der Geschichte

3. Didaktische Analyse
3.1 Curricularer Kontext
3.2 Lernvoraussetzungen
3.3 Mögliche Schwierigkeiten
3.4 Bezug zum Erfahrungshorizont der Schüler/innen
3.5 Erziehungswert
3.6 Bildungswert
3.7 Grob- und Feinlernziele

4. Methodische Analyse
4.1 Mögliche methodische Lösungswege
4.2 Begründung des Einsatzes von Medien

5. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich habe dieses Bilderbuch für meine Analyse ausgewählt, weil mich sofort die fröhlich-bunte Aufmachung des Buches ansprach.

Gefallen hat mir außerdem, dass keine Gewalttaten in der Geschichte zu finden sind.

Meine didaktisch-methodische Analyse des Bilderbuchs „Prinzessin Pfiffigunde“ von Babette Cole habe ich in drei Schwerpunkte gegliedert.

Zunächst möchte ich eine kurze Inhaltsangabe der Geschichte geben, da ich meine, dass die Arbeit leichter verständlich ist, wenn man genauer über das Geschehen im Buch informiert ist.

In der didaktischen Analyse möchte ich die Voraussetzungen der Kinder, Schwierigkeiten und den Wert des Buches für Erziehung und Bildung herausstellen.

Die methodische Analyse soll Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht aufzeigen.

Den Schwerpunkt möchte ich primär auf die klischeehafte Geschlechterrollenverteilung, beziehungsweise auf deren Aufhebung, setzen.

2. Kurze Inhaltsangabe der Geschichte

Prinzessin Pfiffigunde will absolut nicht heiraten, obwohl es sich ihre Eltern und auch die sie umschwärmenden Prinzen so sehr wünschen würden. Sie lebt viel lieber nur mit ihren „Kuscheltieren“, die ziemlich groß sind, in ihrem Schloss und tut, was ihr gefällt. Die Königseltern aber bestehen auf Vermählung mit einem Adeligen.

Da Pfiffigunde, wie ihr Name schon sagt, pfiffig ist, beschließt sie, jedem Freier eine Aufgabe zu stellen, die für ihn unerfüllbar ist. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat, ist ein Prinz, der alle ihm gestellten Aufgaben mit Bravour löst.

Doch auch hier ist die Prinzessin wieder schlauer. Kurzerhand gibt sie dem „Superprinzen“ einen Zauberkuss und sogleich verwandelt er sich in eine hässliche Kröte, was ihn schließlich von Dannen treibt.

Von nun an kann Prinzessin Pfiffigunde wieder in Ruhe mit ihren „Kuscheltieren“ spielen, denn was diesem Prinzen widerfahren ist, schreckt alle heiratswütigen Prinzen ab, um ihre Hand anzuhalten.

3. Didaktische Analyse

3.1 Curricularer Kontext

Im staatlichen Lehrplan ist das Bilderbuch unter dem Kapitel „Umgang mit Texten“[1], speziell beim „Lesenlernen“[2] zu finden.

Es wird hier davon gesprochen, dass die Schüler/innen schon vor ihrer Einschulung Erfahrungen mit bebilderten Texten gemacht haben und dass man auf dieses Vorwissen sehr gut aufbauen kann.

So sollen Bilderbücher den Übergang zum ausschließlich „schriftsprachlichen Text“[3] erleichtern. Aber auch um Bilderbücher selbständig lesen zu können müssen die Kinder erst mal lesen können. Also kann diese Lektüre erst eingesetzt werden, wenn die Schüler/innen eine mittlere Lesefertigkeit vorweisen können, was etwa im zweiten bis dritten Schuljahr zu erwarten ist. Dann können bebilderte Texte helfen, diese Fertigkeit noch weiter zu verbessern.

Wenn das selbständige Lesen der Bilderbücher klappt, ist der nächste Schritt der eigentliche „Umgang mit Texten“[4], der sich speziell in die „Aufgabenschwerpunkte“[5] „Sich auf Texte einlassen“[6], „Texte untersuchen“[7], „Texte werten“[8] und „Texte nutzen“[9] unterteilt.

Nach dem Arbeiten mit Bilderbüchern ist im Lehrplan das Lesen von und der Umgang mit ausschließlich „schriftsprachlichen Texten“[10] vorgesehen.

Hier haben die Kinder nicht mehr die Zeichnungen als Hilfe, um den Inhalt zu verstehen.

3.2 Lernvoraussetzungen

Grundsätzlich lässt sich schwer sagen, welches Alter für Bilderbücher am besten geeignet ist. Schließlich kann man Bücher auch vorlesen.

Man sagt, das „Märchenalter“[11] läge bei den zwischen „sechs- und achtjährigen“[12]. Dennoch ist jedes Kind ein Individuum, das in diesem Alter vielleicht seine Neigungen zu einem ganz anderen Lesebereich hat.

Wenn die Kinder im Alter von meist sechs Jahren eingeschult werden, so wurden ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten bis dahin weitgehend von den Eltern geprägt. Auch in den weiteren Schuljahren ist der Stand des Lesenkönnens viel von der Unterstützung der Erziehungsberechtigten abhängig.

Bei Unterrichtsvorbereitungen sollte man natürlich immer vom „schwächsten Glied in der Kette“ ausgehen. Das heißt, wenn es ein Kind in der Klasse gibt, das noch nicht so schnell lesen kann wie die anderen, so sollte man es nicht überfordern, sondern ihm einfach mehr Zeit zum Lesen gewähren.

Um ein Bilderbuch im Unterricht einsetzen zu können, sollten die Schüler/innen bereits „eine gewisse Reife und ein größeres Maß an Verständnis“[13] besitzen, um die Bilder richtig deuten und ihren sinnlichen Zusammenhang verstehen zu können.

Wobei man die Kinder von heute nicht unterschätzen darf, denn sie verfügen viel früher „über ein breit gefächertes Repertoire an Bilderlebnissen“[14] als die Kinder die nicht im Zeitalter von Fernsehen, Playstation und PC aufgewachsen sind.

Die Kinder sollten auch ohne Text und die Hilfe von Erwachsenen die Abbildungen einzuordnen wissen, denn sie sind das Wesentliche eines Bilderbuches. Der Text dient hauptsächlich der Aufklärung nicht darstellbarer Merkmale.

Die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler/innen müssen soweit ausgebildet sein, dass sie Dinge erkennen, benennen, bewerten können, aber auch die Geduld zum Zuhören aufbringen können. Genauso sollten sie auf Fragen antworten können, dürfen aber auch selber Fragen stellen. Sie sollten mit wörtlicher Rede, sowie mit Umgangs- und Alltagssprache vertraut sein.

Es sollten also genügend Sprachkenntnisse vorhanden sein, um sich ins Gespräch einbringen zu können und um Verständigungsprobleme zu vermeiden.

Der beste Zeitpunkt für den Einsatz von Bilderbüchern scheint demnach im 2. oder 3. Schuljahr (je nach Fähig- und Fertigkeiten der Kinder) zu sein, denn dann ist auch gesichert, dass die Schüler/innen die Lektüre „selbständig mit Freude und Gewinn betrachten und lesen“[15] können.

Die Bilder der Geschichte „Prinzessin Pfiffigunde“ von Babette Cole gehören zum erzählerisch-dramatischen Stil. Das heißt, dass sie mit dem Text parallel die gleiche Szene erzählen. Aber ohne den Text könnten einige Szenen falsch verstanden werden.

Die Zeichnungen des Buches sind vielfältig in Farben und Formen. Es gibt viel zu entdecken. Für Kinder, die noch nie eine intensive Bildbetrachtung mitgemacht haben, könnten sie zu umfassend sein, denn zu dieser Fülle an Eindrücken auf den einzelnen Bildern kommt noch die Tatsache hinzu, dass viele Phantasiegestalten und –begebenheiten zu sehen sind. Beispielsweise sind die Kuscheltiere riesengroß und die Bäume haben Gesichter. Diese Verfremdungen könnten zu Missverständnissen führen.

Die Hauptfigur im Bilderbuch, Prinzessin Pfiffigunde, ist eine handelnde Figur, so dass die Bilder auffordernd auf die Schüler/innen wirken. Die Kinder sollten sich auf die innere Dynamik der Zeichnungen einlassen können und bereit sein, das zu erzählen, was sie sehen, Vermutungen anzustellen und weiter phantasieren zu können.

[...]


[1] Ministerium für Schule und Weiterbildung: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Sprache, 26.

[2] Ebenda, S. 26.

[3] Ebenda, S. 26.

[4] Ebenda, S. 26.

[5] Ebenda, S. 27.

[6] Ebenda, S. 27.

[7] Ebenda, S. 27.

[8] Ebenda, S. 27.

[9] Ebenda, S. 27.

[10] Ebenda, S. 27.

[11] Dahrendorf, Malte; Schack, Walter von (Hrsg.): Das Buch in der Schule, S. 47.

[12] Ebenda, S. 47.

[13] Ebenda, S. 58.

[14] Hurrelmann, Bettina; Richter, Karin (Hrsg.): Kinderliteratur im Unterricht, S. 137.

[15] Born, Monika; Sahr, Michael: Kinderbücher im Unterricht der Grundschule, S. 83.

Details

Seiten
22
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638134934
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v5686
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Fachbereich Pädagogik
Note
keine Benotung
Schlagworte
Didaktisch-Methodische Analyse Bilderbuches Pfiffigunde-

Autor

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