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Die Theaterlandschaft in Deutschland ab 1993: Zahlen, Daten, Fakten

Hausarbeit 2005 18 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhalt

1 Das Theatersystem in Deutschland

2 Die öffentlichen Theater in Deutschland

3 Veranstaltungsformen

4 Besucherzahlen öffentlicher Theater

5 Einnahmen öffentlicher Theater

6 Ausgaben öffentlicher Theater

7 Die Problematik öffentlicher Theater und potentielle Auswege

8 Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Theaterlandschaft in Deutschland 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 2: Die Verteilung der Rechtsträger öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 3: Die Verteilung der Rechtsformen öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 4: Veranstaltungen an öffentlichen Theatern 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 5: Die Entwicklung der Besucherzahlen öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 6: Die Entwicklung der Besucherzahlen öffentlicher Theater nach Veranstaltungsform (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 7: Die Auslastung der Veranstaltungsformen öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 8: Die Entwicklung der Gesamt-, Betriebseinnahmen und Zuwendungen öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 9: Die Entwicklung der Betriebseinnahmen im Einzelnen (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 10: Die Entwicklung der Zuwendungen im Einzelnen (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 11: Die Entwicklung der bundesdurchschnittlichen Einspielergebnisse öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 12: Die Entwicklung der bundesdurchschnittlichen Subventionen pro Theaterbesucher (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung.

Abbildung 13: Die Entwicklung der Gesamt-, Personal- und sächlichen Betriebsausgaben öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 14: Die anteilige Zusammensetzung der Gesamtausgaben öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 15: Der Anteil der versch. Berufsgruppen am Gesamtpersonal öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 16: Die Entwicklung der Personalbestände öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Abbildung 17: Die Entwicklung der Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

1 Das Theatersystem in Deutschland

Die Wurzeln des Theaters liegen in der hellenischen Antike. Um 550 vor Christus wurden Chorlieder und Rundgesänge zu Ehren des Gottes Dionysos aufgeführt (Reclam 1969: 9). Ab dem 16. Jahrhundert spaltete sich das Theater in Europa in die verschiedenen Kulturkreise auf. Eine zentrale Rolle für die Entwicklung der deutschen Theaterlandschaft, begann mit der Epoche der Aufklärung Mitte des 18. Jahrhunderts (Reclam 1969: 18). Georg Ibrahim Lessing beispielsweise war der erste Dramaturg, der an Theaterproben teilnahm, den Schauspielern Verhaltensweisen vorschrieb und mit seinem bekannten Werk „Emilia Galotti“ die von Richelieu aufgestellte Ständeklausel durchbrach (Doll 1985: 68, 74). Goethe war von 1791 bis 1871 Intendant am Weimarer Hoftheaters (Doll 1985: 82), etablierte dort erstmals ein festes Ensemble (Doll 1985: 68) und forderte von seinen Schauspielern intensive Leseproben und mindestens fünf Bühnenproben vor der Premiere (Doll 1985: 86). Zusammen mit Schiller unterstrich er die radikale, erzieherische Absicht des Theaters. Zur gleichen Zeit verschaffte sich das betuchte Bürgertum in Hamburg, Gotha und Mannheim durch die Errichtung von Nationaltheatern, mit literarisch anspruchsvollen Spielplänen, Zugang zu dem bisher größtenteils dem Adel vorbehaltenen Kulturgut (Doll 1985: 83). Da der kulturpolitische Nutzen von Theatersubventionen seit damals als außerordentlich hoch eingestuft wurde, erhielt das Theaters ab dem 20. Jahrhundert staatliche Zuwendungen (Doll 1985: 76).

So lässt sich die Vielfalt der deutschen Theaterlandschaft aus der historischen Entwicklung herleiten und in der Spielzeit 2002/03 gab es, wie Abbildung 1 zeigt, neben 280 Privattheatern und 150 Theater und Spielstätten ohne festes Ensemble, 150 öffentliche Theater mit eigenem Ensemble.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Theaterlandschaft in Deutschland 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

2 Die öffentlichen Theater in Deutschland

Da die Datenverfügbarkeit für Festspiele, Kulturorchester und Privattheater äußerst mangelhaft ist, werden im folgenden nur die Daten und Besonderheiten der öffentlichen Theater betrachtet.[1]

Ein Rechtsträger ist definiert als Inhaber, bzw. Träger von Rechten und Pflichten einer juristischen Person (Gabler 2004: 2499). Wie Abbildung 2 darstellt, wird der überwiegende Teil der öffentlichen Theater in Deutschland von den Gemeinden getragen, während der Staat nur 19% der öffentlichen Theater trägt. 29% der öffentlichen Theater befinden sich in einem so genannten Mehrträgerschaftsverhältnis, was eine gemeinsame Trägerschaft von mehreren Gemeinden oder von einer Gemeinde und dem Staat anzeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Verteilung der Rechtsträger öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

Das Theater wird von einem Intendanten geleitet, der dieses im Sinne des Rechtsträgers führen muss. Aber wie kann der Rechtsträger seine Kontrollbefugnisse ausüben? Dies wird durch die Wahl der Rechtsform festgelegt. Wie in Abbildung 3 zu erkennen, können Theater als Zweckverband oder eingetragener Verein geführt werden; üblich sind aber GmbH, AG oder mit überragenden 44% der Regiebetrieb. D.h. diese Bühnen unterstehen direkt der öffentlichen Hand (Sucher 1996: 57).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die Verteilung der Rechtsformen öffentlicher Theater 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

3 Veranstaltungsformen

An den 150 öffentlichen Theatern in Deutschland wurden in der Spielzeit 2002/03 4539 Stücke inszeniert, d.h. es wurden 4539 Bühnenwerke szenisch interpretiert (Pavis 1986: 473).

Veranstaltet wurden, neben Opern, Balletten, Operretten und Musicals auch Schauspiele, Kinder- und Jugendtheater, Konzerte und sonst. Veranstaltungen wie Lesungen.

Wie in Abbildung 4 dargestellt, machen Schauspiele mit 41% den größten Anteil der Veranstaltungen aus, gefolgt von Kinder- und Jugendstücken mit 18% und sonstigen Veranstaltungen mit 13%. Die Tatsache, dass Kinder- und Jugendstücke so oft gezeigt werden, unterstreicht den Bildungsauftrag, der dem öffentlichen Theater zugedacht ist. Was allerdings überrascht ist, dass „sonstige Veranstaltungen“, wie Lesungen oder Matinées häufiger an öffentlichen Theaters stattfinden, als Opern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Veranstaltungen an öffentlichen Theatern 2002/03 (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2002/03, eigene Darstellung)

4 Besucherzahlen öffentlicher Theater

Wie kommt die Stilvielfalt und die Förderung junger Autoren und Regisseure, die etwa seit Mitte der 90er Jahre das deutsche Theater prägt, bei den Besuchern an? Wie in Abbildung 5 abgetragen, ist die Entwicklung der Besucherzahlen sehr unstetig. Allein das Abfallen der Besucherzahlen ab der Spielzeit 1997/98 lässt sich durch die schlechte wirtschaftliche Lage erklären und der Tiefpunkt 2001/02 durch die weltpolitische Anspannung im Rahmen des 11. Septembers 2001. Berechnet man einen Trend – wie in Abbildung 5 durch die schwarze Linie dargestellt – zeigt sich, dass die Besucher seit 1992/93 insgesamt rückläufig sind. In der Spielzeit 2002/03 verzeichneten die 150 öffentlichen Theater ca. 19,68 Millionen Besucher. Wobei in dieser Spielzeit im Bundesdurchschnitt für ca. 93% der vorhanden Plätze Karten angeboten wurden.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die Entwicklung der Besucherzahlen öffentlicher Theater (Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1992/93 – 2002/03, eigene Darstellung)

Betrachtet man die Besucherzahlen öffentlicher Theater nach Veranstaltungsform, wie in Abbildung 6, so zeigt sich, dass die Veranstaltungsform, die am häufigsten aufgeführt wird – nämlich Schauspiele (vgl. Abbildung 4) – regelmäßig die absolut meisten Besucher erhält. Opern werden als zweitliebstes gesehen und mit großem Abstand auf Platz drei Kinder- und Jugendstücke. Letzteres erklärt sich aus der Tatsache, dass vor allem an Grundschule der Besuch des Theaters als Klassenfahrt regelmäßig praktiziert wird. Wie Abbildung 6 ebenfalls zeigt, besuchen Operetten nur etwa 15 % der Besucher, die Schauspiele sehen.

[...]


[1] Deren Daten werden für jede Spielzeit vom Deutschen Bühnenverein veröffentlicht.

[2] Es werden aus akustischen oder architektonischen Gründen regelmäßig nicht für alle Plätze eines Theaters Karten angeboten.

Details

Seiten
18
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638520300
ISBN (Buch)
9783656536383
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57641
Institution / Hochschule
Universität Konstanz – FB Verwaltungswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Theaterlandschaft Deutschland Zahlen Daten Fakten Kulturmanagement

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