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Über Sinn und Unsinn ausgewählter Kurs- und Seminarmethoden in der Erwachsenenbildung und der außerschulischen Jugendbildung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 18 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Methoden in der Erwachsenen- und
außerschulischen Jugendbildung
1.1. Die Qual der Wahl
1.2. Methoden für den Einstieg
1.3. Lehr- und Lernmethoden
1.3. Lehr- und Lernmethoden
1.4. Methoden zur Gruppenentwicklung
1.5. Feedback und Evaluationsmethoden

2. Festhalten und Vergewissern
2.1. Theoretische Grundlagen
2.2. Die praktische Umsetzung
2.3. Evaluation der angewendeten Methode

3. Schlussfolgerungen für die Praxis

Literatur

1. Methoden in der Erwachsenen- und außerschulischen Jugendbildung

„Na, wie fandest du das Seminar heute? – Oh Mann, da stellt die sich hin und liest geschlagene eineinhalb Stunden das Handout vor! Als ob ich nicht selbst lesen könnte! Wenn das nächste Woche auch so weitergeht, dann bleib ich in Zukunft im Bett liegen und schlaf aus, anstatt in dieses Seminar zu trotten.“ Solche Gespräche zweier Studenten bekommt man auf den Gängen von Universitäten immer wieder zu hören und manchmal führt man sie auch selbst. Dieses kleine Beispiel soll verdeutlichen welchen Stellenwert Methodeneinsatz und Auswahl in der Erwachsenenbildung haben sollten und auch welche Funktion Methoden haben. Der Teilnehmer soll durch sie zum Mitdenken und Mitarbeiten angeregt werden und auch darin unterstützt werden, über einen längeren Zeitraum seine Konzentration der Veranstaltung zu widmen und nicht gedanklich wegzudriften. Anscheinend gelang dies der Referentin des Seminars, das die beiden Studenten besuchten, nicht wirklich. Es ist aber auch kein leichtes Geschäft Teilnehmer eines Seminars oder Kurses über einen längeren Zeitraum in seinen Bann zu ziehen, vor allem dann nicht, wenn diese kaum Interesse zeigen. Es ist viel Vorarbeit und Hintergrundwissen nötig um eine ausgewogene und angemessene Auswahl verschiedener Methoden treffen zu können, die imstande sind, Interesse zu fördern und Mitarbeit anzuregen. Und dennoch, man ist vor dem Scheitern eben der gewählten Methoden nie ganz sicher. Genau mit diesen Problematiken möchte ich mich im Folgenden auseinandersetzen. Im ersten Teil soll es vor allem darum gehen wie man verschiedene Methoden richtig auswählt und welche Methoden der Erwachsenenbildung es überhaupt gibt (wobei hier aufgrund der Vielzahl an Methoden selbstverständlich nur ein kleiner Einblick gegeben werden kann), sowie wann es sinnvoll ist diese einzusetzen oder eben nicht. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich dann einige Methoden der Ergebnissicherung darstellen, die ich selbst mit meinem Partner in unserem Blockseminar angewandt habe. Des weiteren sollen hier unsere positiven wie negativen Erfahrungen mit diesen Methoden dargestellt, sowie die Ergebnisse der durchgeführten Evaluation kurz skizziert werden. Zum Schluss werde ich dann versuchen ein kurzes Fazit zu ziehen, dahingehend inwiefern Methoden Erleichterung und Bereicherung, aber auch Erschwernis und Hemmnis in einem Seminar oder Kurs sein können.

1.1. Die Qual der Wahl

Bevor ich einen kleinen Einblick in ausgewählte Methoden der Erwachsenen- und außerschulischen Jugendbildung gebe, möchte ich kurz einige Kriterien für die richtige Auswahl skizzieren. Hierbei sind vor allem drei Aspekte zu beachten. Zunächst einmal muss man sich als Leiter mit der Zielgruppe seiner Veranstaltung auseinandersetzen. Es muss versucht werden die Merkmale der Zielgruppe zu erarbeiten, um anschließend angemessene Methoden finden zu können. Fragen zur Erarbeitung der Merkmale können sein: in welcher Lebens- und Alltagssituation befindet sich die Zielgruppe, wie ist ihre Situation bezüglich des Themas, wie bezüglich Lernen und Methodeneinsatz. Die Antworten dieser Fragen geben entscheidende Hinweise für die Methodenauswahl, dürfen diese aber nicht von vorneherein fixieren. Des weiteren sollte bedacht werden welche Methoden die Zielgruppe meistern kann. Man kann durchaus fordernd versuchen die Gruppe einen Schritt über das bisherige Potenzial hinaus zu führen, aber hier ist Vorsicht geboten, die Teilnehmer nicht zu überfordern, da diese sonst leicht resignieren könnten. (vgl. Knoll, 1991, S. 27ff.) Als zweiten Aspekt gilt es zu beachten, welche Kenntnisse und Einstellungen bezüglich verschiedener Methoden man selbst als Leiter mitbringt. Welche hat man selbst schon einmal erfolgreich oder ohne Erfolg angewandt, welche selbst als Teilnehmer erlebt und wie beeinflusst dies meine Auswahl sowie meine Möglichkeiten verschiedene Methoden anzuwenden. (vgl. Knoll, 1991, S. 37ff.) Der dritte wichtige Aspekt der berücksichtigt werden muss, bezieht sich auf die Methoden selbst und dem was sie leisten können und leisten sollen. Sie sollen:

„die in Lernzielen beschriebenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für den Teilnehmer erreichbar machen, Sachstruktur und Teilnehmer in eine lebendige Beziehung setzen sowie den Teilnehmern gerecht werden, indem die fordern aber nicht überfordern, und umgekehrt: indem sie nicht überfordern aber durchaus fordern.“ (Knoll, 1991, S. 74)

Über die drei dargestellten Aspekte hinaus muss die Auswahl an Methoden natürlich noch weitere Punkte wie das Ausgangsproblem, die formulierten Lernziele, die zu vermittelnden Inhalte, die Rahmenbedingungen (beispielsweise Zeit, Räumlichkeit, Sitzordnung) der Veranstaltung sowie den Träger der Veranstaltung berücksichtigen (vgl. Knoll, 1991, S. 74). Des weiteren gilt allgemein für die Planung von Veranstaltungen auf genügend Abwechslung zu achten. Hier kommt die so genannte „20 - Minuten Regel“ zum tragen. Diese besagt, dass eine Sequenz in der der Dozent im Mittelpunkt des Seminargeschehens steht nicht mehr als 20 Minuten umfassen soll, eine Sequenz in der die Teilnehmer den Unterricht durch eigene Aktivität gestalten soll nicht kürzer sein als 20 Minuten. Um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu sichern und einem gedanklichen Abschweifen vorzubeugen sollte immer wieder zwischen rezeptiven und expressiven Tätigkeiten gewechselt werden. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Wahl der angewandten Methoden aus. (vgl. Döring, 1995, S. 45ff.) Hat man nun all diese Punkte berücksichtigt so sollte die Wahl der Methode gut gelingen können, aber welche Methoden stehen überhaupt zur Auswahl?

1.2. Methoden für den Einstieg

Im nun Folgenden möchte ich einen kleinen Einblick in verschiedene Methoden geben, die den Seminareinstieg erleichtern, ja überhaupt erst ermöglichen. Vorneweg sei klargestellt, dass wir es in Veranstaltungen der Erwachsenen- und außerschulischen Jugendbildung überwiegend mit Gruppen zu tun haben und deshalb die Prozesse der Gruppendynamik immer im Hinterkopf behalten werden sollten. Diesen kommt besonders beim Einstieg in ein Seminar besondere Bedeutung zu.

Vor allem in längerfristig angelegten Veranstaltungen sind in der ersten Sitzung sowohl die Teilnehmer als auch der Leiter selbst gespalten zwischen, Neugier auf das was da inhaltlich und auch an Menschen auf einen zukommen mag, sowie einer gewissen Zurückhaltung, ja Angst, vor der neuen Situation. Es gilt nun die Neugier zu nutzen und die Angst zu überwinden. Aus diesen Gründen sollte der Leiter zunächst einmal durch sein Auftreten eine gewisse Sicherheit für die Teilnehmer bieten. Des weiteren muss er Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme zwischen den Teilnehmern arrangieren sowie eine erste Berührung mit dem Thema der Veranstaltung ermöglichen. Zu Beginn empfiehlt sich eine Art Vorstellungsrunde aus verschiedenen Gründen. Es lernen sich hierbei alle zumindest einmal namentlich kennen und es hat jeder schon einmal etwas gesagt, was die Hemmschwelle für spätere Wortäußerungen deutlich herabsetzt. Ich möchte nun eine Methode vorstellen die in unserem Blockseminar an diesem Punkt zur Anwendung kam. (vgl. Knoll, 1991, S. 79ff.)

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Details

Seiten
18
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638522670
ISBN (Buch)
9783638895828
Dateigröße
804 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57960
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Sinn Unsinn Kurs- Seminarmethoden Erwachsenenbildung Jugendbildung Didaktik Erwachsenenbildung Jugendbildung

Autor

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Titel: Über Sinn und Unsinn ausgewählter Kurs- und Seminarmethoden in der Erwachsenenbildung und der außerschulischen Jugendbildung