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Traditionelle Bilanzanalyse - Die Analyse der Kapitalstruktur

Seminararbeit 2005 20 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Betrachtungsweisen der Kapitalstrukturanalyse
2.1 Statische Betrachtung
2.1.1 Eigenkapital- und Fremdkapitalquote
2.1.2 Leverage Effekt
2.2 Dynamische Betrachtung

3. Analyse des Eigenkapitals
3.1 Komponenten
3.2 Kennzahlen

4. Analyse des Fremdkapitals
4.1 Fristigkeitsstruktur
4.2 Verbindlichkeiten.
4.3 Rückstellungen.
4.4 sonstige finanzielle Verpflichtungen

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in ieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Eine Bilanz muss heute von fast allen Unternehmen, insbesondere von Kapitalgesellschaften, erstellt werden. Sie dient als Informationsfunktion gegenüber den Anteilseignern und anderen Interessenten. Das Lesen einer Bilanz allein beantwortet jedoch kaum eine Frage des interessierten Personenkreises. Hierzu bedarf es einer detaillierten Analyse der Bilanz. Bei der Bilanzanalyse wird der Jahresabschluss eines Unternehmens in einzelne Teile zerlegt, um genauere Aussagen über die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Unternehmens fertigen zu können. Die Bilanzanalyse kann dabei als mehrstufiger Prozess beschrieben werden. Um einen Einblick in die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens zu bekommen, ist somit eine Bilanzanalyse unabdingbar.

Das Ziel der folgenden Betrachtungen ist es, dem Leser die Kapitalstruktur- bzw. Finanzanalyse, die einen wichtigen Bestandteil der traditionellen Bilanzanalyse darstellt, vorzustellen.

Das zweite Kapitel soll zunächst die allgemeinen Ziele und Aufgaben der Kapitalstrukturanalyse vermitteln und die unterschiedlichen Betrachtungsweisen aufzeigen, wobei zwischen Statischer und Dynamischer Betrachtungsweise unterschieden wird. Dem Leser wird dabei u.a. vermittelt, welche Erkenntnisse mit der Eigenkapitalquote verbunden sind und was der Leverage Effekt aussagt. Dies geschieht, um zu zeigen, welche Bedeutung die Eigenkapitalquote bei der Analyse der Kapitalstruktur besitzt. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Analyse des Eigenkapitals, wobei zunächst auf die Komponenten des Eigenkapitals und anschließend daran auf verschiedene Kennzahlen eingegangen wird, die für eine Beurteilung der Eigenkapitalstruktur von Bedeutung sind. Das vierte Kapitel setzt sich mit der Fremdkapitalanalyse auseinander. Dabei wird zunächst auf die Fristigkeitstruktur eingegangen, um zu verdeutlichen inwiefern sich das Fremdkapital vom Eigenkapital unterscheidet. Im Anschluss daran werden die Verbindlichkeiten näher vorgestellt, die für die Kapitalstrukturanalyse eine besondere Bedeutung haben. Ebenso wird auf die Rückstellungen eingegangen, um zu zeigen, welche Rolle sie bei der Kapitalstrukturanalyse besitzen und welche Probleme sie bei der Auswertung verursachen. Auch die sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben im Rahmen der Kapitalstrukturanalyse eine wichtige Bedeutung, deshalb wird des Weiteren auch auf sie eingegangen. Abschließend werden im fünften Kapitel die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst.

2. Betrachtungsweisen der Kapitalstrukturanalyse

Die Kapitalstrukturanalyse wird auch als Finanzierungsanalyse bezeichnet.[1] Das Ziel dieser Analyse ist es, Informationen über die Kapitalaufbringung zu gewin­nen, sowie Informationen über die für das Fremdkapital gewährten Sicherheiten zu geben.[2] Die Analyse der Kapitalstruktur soll die Zusammensetzung des Kapitals, welches dem Unternehmen zur Verfügung steht, nach Art, Sicherheit und Fristig­keit aufzeigen.[3] Weiterhin soll sie Aufschluss über die Finanzierungsrisiken ge­ben.[4] Wie die Vermögensseite finanziert ist, zeigt die Kapitalseite der Bilanz. Sie gibt Aufschluss, woher die im Unternehmen eingesetzten Mittel kommen. Prin­zipiell gibt es zwei Formen wie die Mittel aufgebracht werden können, zum einen in Form von Eigenkapital und zum anderen in Form von Fremdkapital.[5]

Für einen externen Analyst ist es dann besonders sinnvoll eine Analyse der Kapi­talstruktur vorzunehmen, wenn er mit einem erhöhten Kapitalbedarf des betrach­teten Unternehmens rechnet. Die Kapitalstrukturanalyse kann ihm dabei Aufschluss geben, inwieweit es dem Unternehmen gelingen wird, neues Kapital zu beschaffen.[6] Je nachdem, ob der Analysezeitraum ein- oder mehrperiodisch ist, kann zwischen statischer und dynamischer Bilanzanalyse unterschieden werden.[7]

2.1 Statische Betrachtung

Der folgende Abschnitt befasst sich zunächst mit der Eigenkapitalquote, um darzustellen welche Bedeutung diese für ein Unternehmen besitzt. Anschließend daran, wird sowohl auf die Vor- als auch auf die Nachteile eingegangen, die mit einer hohen Eigenkapitalquote verbunden sind. Abschließend wird hierbei der Leverage Effekt näher erläutert.

2.1.1 Eigenkapital- und Fremdkapitalquote

Die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens besitzt bei der Kapitalstrukturanalyse eine besondere Bedeutung.[8] Diese besondere Bedeutung besteht darin, dass das Eigenkapital dem Unternehmen langfristig zur Verfügung steht und bei Kapitalgesellschaften unkündbar ist.[9] Um Informationen über die Eigenkapitalausstattung zu erlangen, wird sich im Wesentlichen auf die Kennzahlen[10] Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote gestützt.[11] Diese zentralen Kennzahlen sind Relationen der Passivseite, die die Versorgung des Unternehmens mit Eigenkapital in unterschiedlicher Weise messen:[12]

[Abbildung in ieser Leseprobe nicht enthalten](1)

[Abbildung in ieser Leseprobe nicht enthalten](2)

Die Eigenkapitalquote gibt an, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme bzw. des Gesamtkapitals ist.[13] Die Fremdkapitalquote wird auch als Verschuldungsgrad oder Anspannungskoeffizient bezeichnet. Sie drückt die Inanspruchnahme von Fremdkapital im Verhältnis zum Eigenkapital aus.[14]

Festgehalten werden kann, dass je höher der Eigenkapitalanteil eines Unternehmens ist, desto solider ist die Finanzierung des Unternehmens.[15] Außerdem hat das Eigenkapital auch eine Haftungsfunktion zu erfüllen, so dass sich die Haftungssubstanz mit steigendem Eigenkapitalanteil vergrößert.[16] Des Weiteren erhöht eine niedrige Eigenkapitalausstattung die Insolvenzanfälligkeit.[17] Ferner erleichtert ein hohes Eigenkapital die Beschaffung von Fremdkapital, da es das Risiko für die Gläubiger mindert.[18] Ebenso wird durch einen hohen Eigenkapitalanteil der Unternehmungsleitung Dispositionsfreiheit und weitgehende Unabhängigkeit von Kreditgebern garantiert.[19] Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine über dem Durchschnitt liegende Eigenkapitalquote, aufgrund der vom Eigenkapital zu erfüllenden Funktionen (Haftungsfunktion, Finanzierungsfunktion, Verlustausgleichsfunktion sowie Sicherung der Unabhängigkeit gegenüber Dritten), hauptsächlich positiv interpretiert wird.[20] Eine hoher Eigenkapitalanteil vermindert also die Insolvenzanfälligkeit, verkleinert das Risiko für die Gläubiger, sichert die Dispositionsfreiheit und reduziert die Gefahr kurzfristiger Liquiditätsengpässe.[21] Ein weiterer Vorteil bei der Finanzierung mit Eigenkapital besteht dahingehend, dass keine festen Zins- und Tilgungszahlungen ausgelöst werden, wie es bei der Finanzierung durch Fremdkapital der Fall ist.[22]

[...]


[1] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 102.

[2] Vgl. Born, Bilanzanalyse international, S. 343.

[3] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 102;

Vgl. auch Born, Bilanzanalyse international, S. 347.

[4] Vgl. Born, Bilanzanalyse international, S. 347.

[5] Vgl. Treuz, Themenbrief Buchhaltung, 2005, S. 1.

[6] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 102.

[7] Vgl. Peemöller, Bilanzanalyse und Bilanzpolitik, S. 202 f.

[8] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 103; Vgl. auch Born, Bilanzanalyse international,

S. 347 und Gräfer, Bilanzanalyse, S. 130.

[9] Vgl. Tacke, Jahresabschlussanalyse in der Praxis, S. 65.

[10] Unter Kennzahlen werden Zahlen verstanden, die relevante Zusammenhänge in verdichteter und

quantitativ messbarer Form wiedergeben. Vgl. für weitere Ausführungen u.a . Peemöller,

Bilanzanalyse und Bilanzpolitik, S. 240 f.

[11] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 103.

[12] Vgl. Rehkugler/Poddig, Bilanzanalyse, S. 180.

[13] Vgl. Treuz, Themenbrief Buchhaltung, 2005, S. 1 (4).

[14] Vgl. Schult, Bilanzanalyse, S. 127 f.

[15] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 103.

[16] Vgl. Tacke, Jahresabschlussanalyse in der Praxis, S. 70;

Vgl. auch Hirsch, Bilanzanalyse und Bilanzkritik, S. 82.

[17] Vgl. Rehkugler/Poddig, Bilanzanalyse, S. 181.

[18] Vgl. Gräfer, Bilanzanalyse, S. 135; Vgl. auch Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 103.

[19] Vgl. Gräfer, Bilanzanalyse, S. 130.

[20] Vgl. Hirsch, Bilanzanalyse und Bilanzkritik, S. 83.

[21] Vgl. Rehkugler/Poddig, Bilanzanalyse, S. 181; Vgl. auch Gräfer, Bilanzanalyse, S. 135.

[22] Vgl. Küting/Weber, Die Bilanzanalyse, S. 104.

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638525336
ISBN (Buch)
9783638863117
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v58297
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Schlagworte
Traditionelle Bilanzanalyse Analyse Kapitalstruktur ABWL Seminar Ansätze Bilanzanalyse“

Autor

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Titel: Traditionelle Bilanzanalyse - Die Analyse der Kapitalstruktur