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Die Ökozone Winterfeuchte Subtropen nach Jürgen Schultz. Vegetation, Tierwelt und Landnutzung

Hausarbeit 2020 15 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Verortung

2 Vegetation
2.1 Sklerophyllen
2.2 Einfluss des Feuers
2.3 Vegetationsaufbau & Degradation

3 Tierwelt

4 Landnutzung
4.1 Landwirtschaftliche Landnutzung
4.2 Touristische Landnutzung
4.3 Folgen der Landnutzung

Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis2

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit einer nach Jürgen Schultz definierten Ökozone, den Winterfeuchten Subtropen. Einleitend wird eine knappe Verortung dieser Ökozone vorgenommen, um die globale Verbreitung zu verdeutlichen, da diese im Vergleich zu den restlichen Ökozonen nur sehr gering ausgeprägt ist (vgl. SCHULTZ 2008, S. 226f.). Diese Verortung soll dem Gesamtüberblick dienen. Danach werden wesentliche Aspekte der Vegetation präsentiert, spezieller geht es um die weit verbreiteten Hartlaub-Strauchgewächse sowie die konvergente Anpassung der Pflanzen an die extremen klimatischen Bedingungen.

Trotz der geringen globalen Ausprägung dieser Ökozone, verfügt sie über eine sehr artenreiche Fauna (vgl. SCHULTZ 2008, S. 230ff.). Welche Tierarten dort anzutreffen sind und welche Tiere die Ökozone nur vorübergehend nutzen, werden deshalb näher erläutert.

Zum Abschluss der Arbeit werde ich auf die Landnutzung eingehen, die viele interessante Aspekte aber auch kritische Fragen aufwirft. Eine besonders detaillierte Betrachtung wird dabei auf die Folgen des überdimensionalen Tourismus getätigt. Nicht nur die Meere, darunter besonders das Mittelmeer, sondern auch die noch unberührten Landschaften werden zunehmend verschmutzt und degradiert (vgl. KAGERMEIER 2016, S.252ff.). Wie stark die Regionen mit den Folgen des Tourismus zu kämpfen haben wird genauer analysiert.

Da sich die Winterfeuchten Subtropen größtenteils im europäischen Mittelmeerraum verorten lassen, wird im folgenden Papier häufiger auf diesen eingegangen, als auf andere Standorte. Nach Schultz´ Einordnung wird jedoch davon ausgegangen, dass sich die klimatischen, sowie vegetativen Bedingungen der Standorte weitestgehend ähneln.

1 Verortung

Die Winterfeuchten Subtropen haben mit einer Gesamtfläche von 2,5 Mio. km2 den kleinsten Anteil aller Ökozonen und umfassen nur etwa 1,7% der globalen Festlandfläche. Eine weitere Besonderheit der Ökozone ist, dass sie auf fünf Kontinente verteilt ist und somit eine sehr starke Fragmentierung aufweist. Global verortet werden die Winterfeuchten Subtropen zwischen dem 30. und 40. Grad geographische Breite zwischen den Tropisch und Subtropischen Trockengebieten sowie den Feuchten Mittelbreiten. Auffällig ist, dass sich die Ökozone fast ausschließlich an den Westseiten der Küstenregionen widerspiegelt, wie zum Beispiel an der Westküste Kaliforniens, an der südlichen Westküste Australiens oder im europäischen Mittelmeerraum, welcher zugleich auch den mit Abstand am stärksten ausgeprägten Anteil der Winterfeuchten Subtropen ausmacht. In der Mittelmeerregion erreicht die Ökozone mit 45 Grad ihr polnächstes Vorkommen und dringt am weitesten ins Landesinnere vor (vgl. SCHULTZ 2008, S. 226). Diese Besonderheiten lassen sich in Abbildung 1 anhand der bräunlich gefärbten Bereiche gut erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ökozonale Gliederung der Erde nach Schultz (Geohilfe/Ökozonen).

Aufgrund der ausgeprägten Fragmentierung lassen sich mit Blick auf die Flora und Fauna grundsätzliche Unterschiede feststellen. So ist der Affinitätsgrad zwischen dem Mittelmeergebiet und Südafrika nur sehr schwach ausgeprägt. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch grundlegende Ähnlichkeiten zu beobachten. So sind sich Kalifornien und Chile, sowieso Australien und Südafrika in Hinsicht auf die Artenvielfalt und vielen physiognomisch-ökologischen Merkmalen sehr gleich (vgl. SCHULTZ 2008, S. 226). Diese Ähnlichkeiten und Unterschiede sind im Folgenden zu berücksichtigen, werden jedoch dem Umfang der Hausarbeit angepasst und für die Bearbeitung mehr vereinheitlicht, als sie in Wirklichkeit sind.

2 Vegetation

Nachdem bereits eine knappe Verortung der Ökozone erfolgte, ist nun die Erwähnung der Vegetation von hoher Bedeutung, da es in allen Teilgebieten der Winterfeuchten Subtropen eine auffallend hohe Artenvielfalt gibt, darunter sind viele endemische Arten vertreten (vgl. SCHULTZ 2008, S. 230). Dies bedeutet, dass viele Pflanzen ausschließlich in den Gebieten der Winterfeuchten Subtropen wachsen. Als logische Ursache lassen sich ungewöhnliche abiotische und biotische Umweltbedingungen, die sehr lokal auftreten und erfordern, dass Pflanzen spezielle Anpassungen ausbilden müssen, um zu überleben, geographische Barrieren und isolierte Habitate, welche der Ausbreitung Grenzen setzen, wie hohe Berge oder isolierte Inseln, kleinräumig sowie über lange erdgeschichtliche Zeiträume sehr konstante öko-klimatische Bedingungen auf Kontinenten, welche die Entstehung evolutionärer Hotspots begünstigen, heranziehen (vgl. STÖCKLIN 2018, S. 6f.). Neben den Endemiten lässt sich festhalten, dass die Artenvielfalt in den Winterfeuchten Subtropen die zweithöchste nach den Immerfeuchten Subtropen ist. In einem kleinen südafrikanischen Winterregengebiet sind zum Beispiel über 6000 Gefäßpflanzenarten vertreten. Dies ist circa das Dreifache, wie auf vergleichbaren Flächen tropischer Regenwälder. Im Mittelmeerraum gibt es circa 18.000 – 25.000 verschiedene Pflanzenarten, wobei etwa die Hälfte endemisch ist (vgl. SCHULTZ 2008, S. 230). Dabei muss bedacht werden, dass viele Arten noch unentdeckt und unerforscht sind, sodass von weit mehr Pflanzenarten ausgegangen werden kann.

2.1 Sklerophyllen

Die Ökozone ist geprägt von immergrünen Hartlaubgewächsen (= Sklerophyllen). Es kann davon ausgegangen werden, dass immergrüne Hartlaubwälder, in beiden nordhemisphärischen Teilgebieten auch Kiefernwälder, in den meisten Regionen dominierten. Der immergrüne Habitus ist durch einen milden Winter begünstigt und wächst am besten in den kurzen Übergangsjahreszeiten (vgl. ROTHER 1993, S. 55). Die Hartlaubwälder werden abgeleitet von der Hartblättrigkeit (vgl. BAUMHAUER 2008, S. 145). Aufgrund der sommerlichen doppelten Stresssituation bestehend aus einer erschwerten Wasserversorgung und einer extremen Hitze, waren die Gewächse gezwungen, sich an diese Bedingungen anzupassen, um zu überleben. Dies haben sie neben der Hartblättrigkeit in Form von einer Ausprägung hydrostabiler Blätter getätigt. Die hydrostabilen Blätter sorgen dafür, dass die Wasserbilanz im Laufe eines Jahres ausgeglichen bleiben kann. In der trockenen Jahreszeit wird die Verdunstung durch den Verschluss der Spaltöffnungen herabgesetzt, wodurch die Zellsaftkonzentration ansteigt und die Pflanzen eine höhere Saugkraft gewinnen, mit der sie auch auf sehr trockenen Standorten Bodenwasser erschließen können. So halten sie die jahreszeitliche Trockenheit, unter Umständen auch längere Dürren aus, ohne das Laub zu verlieren. Sie bleiben stets assimilationsbereit und haben damit gegenüber den laubwerfenden Pflanzen einen Vorteil (vgl. ROTHER 1993, S. 56). Um die reduzierte Wasserabgabe und damit den Verdunstungsschutz der Pflanze sicher zu stellen, weisen die Epidermiszellen durch Cutineinlagerungen stark verdickte Zellwände auf. Die dicke Cuticula ist zusätzlich mit einer verdunstungshemmenden Schutzschicht aus Wachs oder harzhaltigen Stoffen überzogen, die dazu beiträgt, dass die Blätter eine glänzende Oberschicht aufweisen. Feine Behaarungen auf der Blattoberfläche reduzieren außerdem die Wasserverdunstung und schützen gleichzeitig vor Austrocknung. Dies ist möglich, da durch die Behaarungen windstille wassergesättigte Räume geschaffen werden. Die genannten Methoden tragen dazu bei, dass die Hartlaubblätter oft als dick, lederartig und saftarm beschrieben werden (vgl. ROTHER 1993, S. 55f.). Ein typisches Beispiel für ein sklerophylles Gewächs ist der vor allem im Mittelmeerraum verbreitete Olivenbaum (vgl. ROTHER 1993, S. 57). Anstelle der Sklerophyllen weisen einige Pflanzenarten in den Winterfeuchten Subtropen einen saisonalen Dimorphismus auf, wie zum Beispiel einige niederwüchsige Straucharten der Garrigue (vgl. SCHULTZ 2008, S. 233).

2.2 Einfluss des Feuers

Darüber hinaus hat das Feuer einen großen Einfluss auf die Gewächse, da es in Folge der sommerlichen Hitze und Trockenheit in regelmäßigen Abständen zu Bränden kommt. Die Busch- und Waldbrände sind oft verheerender, als gewöhnlich, da die Sträucher und Bäume häufig sehr dicht bei einander stehen und die ätherischen Öle und Harze das Laub leicht entflammbar machen. Mit der Zeit haben sich die Pflanzen jedoch an die Brände angepasst und ein hohes Regenerationsvermögen entwickelt, feuerangepasste und feuerbedingte Pflanzengesellschaften sind entstanden. So verbessert sich die Keimfähigkeit mancher Samen nach Feuerdurchdrang, oder wird erst erreicht. Ein typisches Beispiel für einen feuerresistenten Baum ist die Korkeiche. Es darf jedoch nicht außer Betracht gelangen, dass sich die Flächenproduktivität trotzdem verringert und Bodenerosionen und Auswaschungen von Nährstoffen auf abgebrannten Flächen durch Abfluss und Tiefenversickerung verstärkt wird (vgl. SCHULTZ 2008, S. 236).

2.3 Vegetationsaufbau & Degradation

Um die Vielfältigkeit und Entstehung der Vegetation besser nachvollziehen zu können, folgt nun eine Beschreibung und Erläuterung des Vegetationsaufbaus.

Die meist aus immergrünen Eichen bestehenden natürlichen Hartlaubwälder zeichnen sich durch eine 15 – 18m hohe Baumschicht, einer 3 – 5m hohen artenreichen immergrünen Strauchschicht und einer 0,5m tiefen Krautschicht immer- und sommergrüner Gewächse aus. Vor allem in den kontinentalen Gebieten verbreitet sind aber Nadelhölzer (vgl. ROTHER 1993, S. 57).

Diese natürlichen mediterranen Hartlaubwälder wurden aber im Laufe der Zeit unter anthropogenen Einfluss zu Hartlaub-Strauchformationen degradiert, welche unter dem Sammelbegriff Matorral zusammengefasst werden. Diese Strauchformationen teilen sich auf in übermannshohe Matorrale (Macchien) und niederwüchsige Matorrale (Garriguen) (vgl. BAUMHAUER 2008, S. 145), die als anthropogene Ersatzgesellschaften, genauer als Degradationsstadien, also Sekundärformationen, des Hartlaubwaldes gesehen werden. Macchien sind ca. 0,5m bis wenige Meter hohe eng beieinanderstehende Straucharten, die gelegentlich von kleinen Bäumen überragt werden. Diese Sträucher werden als blattlos, klein- bis lorbeerblättrig oder teilweise dornig charakterisiert. Die Garriguen werden nur etwa kniehoch und stellen eine offene Pflanzengesellschaft dar. Zwischen den Zwergsträuchern können einjährige Pflanzen, die durch Samen überdauern (Therophyten) und Zwiebelgewächse (Geophyten) aufkommen, wie Iris, viele Orchideen und Wildtulpen (vgl. SCHULTZ 2008, S. 231f.). Im Vergleich zu den Macchien besitzen Garriguen einen reichhaltigeren Artenbestand mit starkem Wechsel der Leitarten und viele duftende Kräuter, wie Minze, Thymian, Salbei, Lavendel und Rosmarin, die durch die Ausscheidung ätherischer Öle die Verdunstung zu vermindern versuchen (vgl. ROTHER 1993, S. 59). Die Matorrale sind so stark verbreitet, dass sie das mediterrane Landschaftsbild bestimmen und als vegetatives Abgrenzungskriterium der Winterfeuchten Subtropen herangezogen werden können. In Abbildung 2 erkennt man die stark ausgeprägte Landschaft der Macchie im Mittelmeerraum sehr gut (siehe gelber Kreis). Im rechten Hintergrund der Abbildung wird die offene Pflanzengesellschaft der niederwüchsigen Garrigue ebenfalls deutlich veranschaulicht (siehe roter Kreis).

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Details

Seiten
15
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346181459
ISBN (Buch)
9783346181466
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v588052
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1.3
Schlagworte
ökozone jürgen landnutzung schultz subtropen tierwelt vegetation winterfeuchte
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Titel: Die Ökozone Winterfeuchte Subtropen nach Jürgen Schultz. Vegetation, Tierwelt und Landnutzung