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Von der Gastarbeit zur Einwanderungssituation. Wie entwickelte sich die Ausländerpolitik in Deutschland?

von N. H. (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 29 Seiten

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchung der Begrifflichkeiten
2.1 Terminus - Migration
2.2 Was bedeutet Integration
2.3 Terminus - Rechtsextremismus

3. Migration ImWandel der Zeit
3.1 Mobilitatsprozess im 19. Und fruhen 20. Jahrhundert
3.2 Vertreibung und Zwangsmigration im Nationalsozialismus
3.3 Wirtschaftswunder und Gastarbeit

4. Die Integration der Gastarbeiter?
4.1 Die Bedeutung des Gastarbeiters
4.2 Das Leben in Deutschland

5. Die Situation nach 1973

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Migration sowie Integration stellen ein Themenfeld der Auslanderpolitik dar, das in Deutschland im offentlichen Raum stets besondere Aufmerksamkeit findet. Eine nahere Untersuchung zeigt, dass Migration kein „Phanomen" der Gegenwart ist. Gerade die Politik der Zuwanderung geht in der Forschung bis weit in das 19. Jahrhundert zuruck.1 In der Gegenwart ist das Thema prasenter denn je in Deutschland.2 Auf Grund des Eingliederungsprozesses, der zu einem standigen Konflikt uber die Frage der „richtigen" Integration fiihrt, gelangt das Thema immer wieder in den Fokus der Offentlichkeit und fiihrt dort zu breiten gesellschaftlichen und politischen Debatten.3 Damit hat sich Integration zu einem wichtigen wie auch interessanten Untersuchungsfeld fiir die Wissenschaft entwickelt. Die Thematik stellt sich dabei als sehr komplex dar. Dies auftert sich unter anderem dadurch, dass der Begriff Integration nicht eindeutig definiert ist.4 Weiterhin sind verschiedene Termini nicht eindeutig definiert, was eine wissenschaftlich- klare Auseinandersetzung mit der Thematik weiter erschwert.5 Einige Beispiele hierfur sind Assimilation, Akkulturation, Segregation und Adaption.6 AuGerdem muss bedacht werden, dass die Ubergange zwischen den oben genannten Begriffen und deren Konzepte flie&end sind, da es im soziologisch-politischen Diskurs selten moglich ist, diese Termini klar gegeneinander abzugrenzen.7

Es gibt eine Vielzahl von Ansatzpunkten zum Thema Auslanderpolitik, was zu erheblichen Kontroversen in der Wissenschaft fiihrt. So befassen sich einige Politikwissenschaftler beispielsweise mit dem historischen Verlauf von Migrationspolitik8, andere mit einer umfassenden Begriffsdefinition von Integration sowie den unterschiedlichen Bedeutungen eben dieser.9 Daruber hinaus wird untersucht, welche Grunde fiir Zuwanderung von Bedeutung sind. Unterschieden wird nach Kuhne hinsichtlich des Wanderungsprozesses und nach Freiwilligkeit oder UnfreiwilligkeitderMigranten.10

Besondere Beachtung im historischen Prozess der Migration finden dabei die Gastarbeiter, die ab 1955 auf Grund von Arbeitskraftemangel nach Deutschland kamen und am sogenannten Wirtschaftwunder beteiligt waren.11 Der Autor geht in der vorliegenden Arbeit ausschliefilich auf die Bundesrepublik Deutschland ein, die Einwanderungssituation nach Ostdeutschland zur Zeit des Kalten Krieges wird nicht behandelt. Untersuchenswert fur den Eingliederungsprozess der eben genannten Gruppen sind Faktoren wie Verlauf der Integration oder Aufzeigen von Problemen auf Grund kultureller Differenzen.12

Einer der wichtigsten Aspekte der Forschung ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der Entwicklung, die die Auslanderpolitik in Deutschland seit 1945 genommen hat. So haben sich einerseits die Nachfrage nach Gastarbeitern sowie die Zahlen der auslandischen Erwerbstatigen verringert. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der nicht in Deutschland geborenen Einwohner.13

In der vorliegenden Seminararbeit wird eine Darstellung der Auslanderpolitik in Deutschland anhand eines historischen Uberblicks uber die Entwicklung und die Veranderungsprozesse der Zuwanderung bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts erfolgen. Die dabei zu Tage tretenden Problematiken sollen ebenso naher erlautert werden. Abschlieftend wird naher auf die Integration der Gastarbeiter eingegangen. Auf Grund der Tatsache, dass die ubernationale Arbeitswanderung in Europa von 1950 bis 1970 die Zahl von ungefahr 15 Millionen Menschen erreichte, liegt der Fokus auf diesem Zeitraum.14 Dabei werden die Inhaltspunkte „Das Leben in Deutschland", „Probleme kultureller Differenzen", sowie „der Integrations-Umbruch" starken Bezug auf Gastarbeiter nehmen.

"Ke Sef vSS humanitare Katastrophe: Fluchtlinge - in Deutschland und Europa nicht willkommen, in Hentges, Gudrun u.a. (Hg.): Migrations- und Integrationsforschung in der Diskussion - Biografie, Sprache und Bildung als zentrale Bezugspunkte, Wiesbaden 2008, S. "Igl: Schildt, Axel: Gesellschaftliche Entwicklung, in: Bundeszentrale fur politische Bildung (Hg.): Informationen zur politischen Bildung - Deutschland in den funfziger Jahren, Die in der vorliegenden Arbeit behandelte Forschungsfrage lautet: „Von der Gastarbeit zur Einwanderungssituation - Wie entwickelte sich die Auslanderpolitik in Deutschland?" Relevant ist dabei die Teilfrage: Was bedeuten Migration und Integration? Dies soil am historischen Verlauf der Auslanderpolitik in Deutschland gezeigt werden. Hierbei soil naher auf drei Phasen der Auslanderpolitik eingegangen werden. Insbesondere der Zeitraum von 1945 bis 1973 wird naher untersucht. Im Fokus dabei stehen die Gastarbeiter, deren Integration und ihr Leben in Deutschland. Aufterdem soil der Ubergang zur vierten Phase der Auslanderpolitik einbezogen werden.

2. Untersuchung der Begrifflichkeiten

Die Untersuchung dieser Fragestellungen macht es notig, methodisch aufbauend vorzugehen. Fur eine genauere Analyse ist es daher zunachst erforderlich, auf Grundlagen und Begriffe der Thematik einzugehen. Der Autor will dadurch eine Abgrenzung der Termini ..Migration" und ..Integration" aufzeigen und in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Ansichten und Definitionen diverser Wissenschaftler berucksichtigen.

2.1 Terminus - Migration

Bevor der Begriff ..Integration" naher untersucht wird, erscheint zunachst eine Erlauterung des Terminus ..Migration" sinnvoll. Nicht nur weil es in regelmaftigen Abstanden zum zentralen Thema des politischen Diskurs gerat, sondern auch wegen der Komplexitat in Bezug auf die zahlreichen Definitionen aus verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen, bedarf es einer naheren Untersuchung.15

Das Wort Migration stammt aus dem Lateinischen, abgeleitet von migrare bzw. migratio und bedeutet wandern oder Wanderung.16

Zu Beginn der Auseinandersetzung mit dem Terminus wird zum besseren Verstandnis ein eher allgemeiner Begriff verwendet. Schubert und Klein beschreiben Migration wie folgt: ..Soziologischer Begriff, der fur alle Formen raumlicher Mobilitat von Individuen, (religiosen, ethnischen etc.) Gruppen, Minderheiten und Volksteilen verwendet wird. [Migration kann] in Form von Land- Oder Stadtflucht und damit als Binnen-Migration oder in Form von Ein- bzw. Auswanderung (Immigration, Emigration), also z.B. als politisch-geographische Wanderungsbewegungen [auftreten]."17 Einerseits wird die freiwillige Wanderung genannt, urn beispielsweise eine verbesserte Lebensqualitat zu erreichen. Anderseits gibt es jedoch auch die Verlagerung des Lebensraumes, die auf Zwang kriegerischer Auseinandersetzungen basiert.18 Ein weiterer Aspekt am Begriff der Migration ist die Tatsache, dass die Autoren Migration als soziologischen Begriff betrachten, bei dem es urn Individuen und Kulturen als auch urn die Gesellschaft geht. Im Folgenden soil auch auf die politikwissenschaftliche Betrachtungsweise eingegangen werden. Nach dem Soziologen Han fCihrt eine fortschreitende politische, kulturelle sowie okonomische Verflechtung in der Welt dazu, dass immer mehr Menschen ihren Arbeits- und Lebensraum verlagern.19 Dariiber hinaus zeigt die jungere Migrationsforschung ein wichtiges Kriterium auf: Die ursprungliche Abgrenzung der Begriffe Flucht, Gastarbeit und Einwanderung in Bezug auf unterschiedliche Wanderungsformen stellt nach heutiger Forschungslage ein Hilfskonstrukt dar, bei dem die Ubergange flie&end sind.20

Zahlreiche Autoren beschreiben den Begriff Migration als Wanderung oder Wanderungsprozess.21 Jedoch beinhaltet dies nicht nur Zuwanderung, sondern auch Abwanderung. Fur Heberle bedeutet Migration jeden Wohnwechsel des Wohnsitzes, und zwar des de facto-Wohnsitzes, einerlei ob freiwillig oder unfreiwillig, dauernd oder vorrubergehend".22 Sein theoretischer Ansatz bezieht sich dabei auf den geographischen Aspekt. Im Gegensatz dazu ist fur Eisenstadt der Wechsel der Gruppenzugehorigkeit vorranging, in dem er sagt: „Der Ubergang eines Individuums oder einer Gruppe von einer Gesellschaft zur anderen".23 Dasselbe gilt fur die Elias und Scotsen, die Wanderungen nicht unter dem geographischen Gesichtspunkt betrachten, sondern in Bezug auf Individuum und Gesellschaft. Die beiden beschreiben Wanderungen wie folgt: „Was geschieht, scheint nur zu sein, dass Menschen sich physisch von einem Ort zum anderen bewegen. In Wirklichkeit wechseln sie immer von einer Gesellschaftsgruppe in eine andere iiber."24 Auf Grund der zahlreichen Beruhrungspunkte verschiedenster Bereiche hat sich der Begriff ausdifferenziert. Die soziologische Sichtweise charakterisiert beispielsweise Wanderungsprozesse als komplex ablaufende Prozesse, bei denen es nicht nur urn wandernde Individuen geht, sondern daruber hinaus Gesellschaften und Regionen tangieren, zwischen denen sich die Menschen bewegen.25 Entscheidend fur die soziologische Begriffsbestimmung ist der standige Wohnortwechsel, dabei ist die .Freiwilligkeit' der Migration eherzweitrangig.26

Ein weiterer Bereich der sich mit der Thematik befasst, ist die Wirtschaftswissenschaft, die okonomische Ursachen und Auswirkungen der Wanderungsprozesse untersucht sowie welche Vor- und Nachteile die Beschaftigung auslandischer Arbeiter27 mit sich bringt.28 Wahrend die Geschichtswissenschaft den Verlauf einer Wanderung untersucht und mit Anderen vergleicht, ist fur die Politikwissenschaft die auslanderrechtliche sowie politische Entwicklung von Bedeutung.29 Hierbei wird einerseits die Partizipation von Migranten und anderseits Mobilitat Oder die landerubergreifende Asylpolitik untersucht.30 Weiterhin wird sich in der Politikwissenschaft mit dem Faktum auseinandergesetzt, wer als deutscher und wer als auslandischer Staatsburger gilt. Eine entscheidende Hilfe dabei ist das Grundgesetz, indem dies rechtlich festgeschrieben wurde. So heilit es im Artikel 116 I GG, dass alle Personen die Deutsche im Sinne des eben genannten Artikels sind, die deutsche Staatsburgerschaft besitzen.31 Folglich sind nach dem Grundgesetz Staatenlose, Personen die nicht Deutsche nach Artikel 116 I sind sowie deren Staatsangehorigkeit ungeklart ist, Auslander.32

Zusammenfassend lasst sich ..Migration" durch mehrere Wesensmerkmale charakterisieren, welche sich aus den oben genannten Begriffsbestimmungen ableiten lassen:

Kennzeichnend fiir Migration sind einerseits raumliche Bewegungen, welche zu einem Wandel des Lebensmittelpunktes von Individuen oder Gruppen fuhrt. Auf der anderen Seite charakterisiert es den Wechsel der Gruppenzugehorigkeit, ergo den soziale Aspekt der Migration.33

2.2 Was bedeutet Integration?

Nach der Untersuchung des Terminus ..Migration" wird im folgenden Abschnitt naher auf ..Integration" eingegangen. Ersichtlich bei der Begriffsbestimmung werden Kontroversen in Bezug auf die Bedeutung von Integration und deren Formen.34 Es zeigt, wie differenziert die Definition ist, in welchen Bereichen Integration Anwendung findet und welcher Sinngehalt sich dahinter verbirgt. Auf Grund dessen ist es notwendig den Begriff genau zu definieren und zu untergliedern.35 Im Vordergrund dieser Analyse steht die sozialwissenschaftliche Kontroverse urn die Bedeutung der Begriffe.36 In der Wissenschaft gait der Terminus ..Assimilation" lange als Uberbegriff fur Integrationsprozesse.37 Silke Hans beschreibt Assimilation als „eine Form der Akkomodation durch Angleichung in verschiedenen Bereichen (Einstellungen, nationale Identitat, Kultur, Interaktionen, Brauche, Sprache). Dabei geht es nicht urn eine vollstandige Angleichung (...), sondern darum, dass die ethnische Gruppenzugehorigkeiten und die damit verbundenen Unterschiede"38 nicht zu Vorurteilen fuhren. Laut Brubaker gilt Assimilation in der Gegenwart weiterhin als Begriff fur Eingliederungsprozesse und folglich besteht keine Unterscheidung zwischen Assimilation und Integration.39 Jedoch gilt in der Empirie der Prozess der Anpassung in puncto Verlauf als umstritten.40 Milton Gordon widerrum hat sein Hauptaugenmerk auf den Prozess der Assimilation gelegt. So hat er in den Assimilationsprozess nicht nur die Entwicklungsphase der Anpassung seitens der Zuwanderer einbezogen, sondern ebenfalls die Seite des Zuwanderungslandes und die institutionellen Rahmenbedingungen fur Eingliederung in die Gesellschaft.41 Als nachstes soil der Begriff der „Akkulturation" untersucht werden. Der Terminus bedeutet im Allgemeinen eine passive Form der Anpassung, nach Nohlen und Schultze.42 Im Bereich der Ethnologie sowie der Anthropologie wird der Begriff angewandt, der die Anpassung der Zuwanderer meint. Demnach geht es hierbei urn die Einstellungen dieser Personen.43 Hans beschreibt Akkulturation als eine Anpassung oder Angleichung der gegebenen Kultur durch Interaktion. Demzufolge ist der Assimilationsprozess umfassender und differenzierter.44 Der dritte Begriff, Integration, leitet sich aus dem lateinischen Wort integratio ab und bedeutet Einbeziehung. In der Politikwissenschaft charakterisiert der Terminus im Allgemeinen „die Entstehung oder Herstellung einer Einheit oder Ganzheit aus einzelnen Elementen oder die Fahigkeit einer Einheit oder Ganzheit, den Zusammenhalt der einzelnen Elemente auf der Basis gemeinsam geteilter Werte und Normen aufrechtzuerhalten".45 Mit anderen Worten, Integration steht fur einen Prozess der Eingliederung eines Individuums oder einer Gruppe in eine andere Gesellschaft, die sich auf Grund ihrer Religion sowie der ethnischen Zugehorigkeit unterscheiden.

Aus politikwissenschaftlicher Sichtweise ist der Integrationsprozess in vier Dimensionen zu gliedern.46 Fur Beger bedeutet Integration einen Eingliederungsprozess der „oft uber Generationen verlauft, und in dem eine Abnahme von Unterschieden in den Lebensumstanden von Einheimischen und Zugewanderten erfolgt."47 Den Prozess unterteilt er wie folgt: Strukturelle Integration ist die Erste, in der die Zuwanderer in die Gesellschaft aufgenommen werden. Sie werden durch den Zugang in das rechtliche und soziale System der Zielgesellschaft eingebunden.48 Die zweite Phase beinhaltet die kulturelle Integration oder Akkulturation. Im Vordergrund dabei steht die Partizipation des Individuums am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.49 Ein Mitglied der Gesellschaft zu werden, auf den Privatbereich bezogen, charakterisiert die soziale Integration. Akzeptanz der sozialen Umwelt, Engagement im sozialen Bereich sowie die Integration in Verbanden oder Vereinen sind hier von Wichtigkeit.50 Ein Zugehorigkeitsgefiihl zu der Gesellschaft zu entwickeln, die Identifikation mit dem kulturellen Leben, umschreiben das Charakteristikum der letzen Eingliederungsphase, die identifikatorische Integration 51 Weiterhin werden die Integrationsformen wie folgt differenziert.52 Nach Deeg liegt die Unterscheidung zwischen den Prozessen darin, dass bei ,Einseitigen Integrationsformen' die Eingliederung ohne groftere Probleme gelingt. Zur Erreichung des Zieles werden institutionelle Rahmenbedingen geschafften.53 Im Gegensatz dazu, geht es bei ,Wechselseitigen Integrationsformen' viel mehr urn die Interaktion. Folglich bedarf es Flexibility in den Strukturen und den Prozessen sowie mehr Freiheiten der zu Integrierenden. Ersichtlich bei diesem Prozess wird die Wichtigkeit des Interagierens untereinander, wodurch eine wechselseitige Beeinflussung beider Seiten geschieht. Daruber hinaus werden Veranderungen bzw. Erneuerungen angeschoben. Jedoch bedarf diese Form einer beidseitigen Angepasstheit.54 Eine weiterer Eingliederungsprozesses findet beispielsweise zwischen ..Adaption" und ..Integration" statt, nach Beer.55 Auffallig dabei ist, dass der Autor in der Phase eine Bedingtheit zwischen den beiden Begriffen beschreibt. Anders formuliert, Adaption und Integration bauen aufeinander auf und beeinflussen sich gegenseitig. ,,'Anpassung', 'Adaption' sei eine aktive Handlung, die uberhaupt erst .Integration' ermogliche; ohne .Anpassung gebe es keine .Integration'."56

Dem folgend lasst sich ..Integration" unter mehreren Eigenschaften zusammenfassen, welche aus den oben genannten Definitionen abgeleitet sind: Zunachst bezieht sich die Eingliederung auf ein Individuum oder eine ethnische Gruppe, die die Moglichkeiten erhalten, sich auf alien Ebenen wie Kultur, Gesellschaft und Politik zu beteiligen. Hierfur sind einerseits strukturelle sowie institutionelle Rahmenbedingungen notwendig. Auf der anderen Seite ist ein ..angepasstes" Verhalten des Zuwanderers von Noten. Damit ist keine vollkommene Anpassung gemeint. Vielmehr die Akzeptanz der gastgebenden Gesellschaft und des dortigen kulturellen Lebens. Der Eingliederungsprozess charakterisiert sich als zeitaufwendig, ja sogar mehrere Generationen andauernd. Letztendlich soil neben dem Abbau kultureller Differenzen, ein friedliches, respektvolles, gleichberechtigtes und sich gegenseitig akzeptierendes Leben das zu erreichende Ziel sein.

3. Migration im Wandel der Zeit

lm vorherigen Abschnitt wurde auf die Begriffe Migration und Integration eingegangen. Der nachste Arbeitsschritt ist der Ubergang vom theoretischen hin zum praktischen Teil. Im folgenden Kapitel erfolgt ein historischer Ruckblick auf die Zuwanderung in Deutschland, indem verschiedene Phasen der Auslanderpolitik untersucht werden. Der Ruckblick beginnt Ende des 19. Jahrhunderts, uber die Zeit des Nationalsozialismus hinaus und endet Mitte der 80er Jahre.57 „Eine historische Betrachtung der Auslanderpolitik dient aber nicht oder nicht in erster Linie dazu, ,aus der Geschichte zu lernen', das heiftt, durch uberzeitliche Vergleiche oder Ubertragung gegenwartige Verhaltnisse beschreiben oder zukunftige Entwicklungen prognostizieren zu wollen."58 So lasst sich beispielsweise die Beschaftigung von polnischen Saisonarbeitern im Kaiserreich nicht mit der Situation von auslandischen Erwerbstatigen bei Opel in Russelsheim vergleichen. Vielmehr geht es darum, die Komplexitat und Problematik in puncto Auslanderpolitik der Gegenwart durch die nahere Untersuchung ihrer historischen Entwicklung zu erkennen und zu begreifen.59

[...]


1 VgL: sSanR - Lorien und empirische Befunde aus

2 VgL: sSanR - Lorien und empirische Befunde aus

3 VgL: sSanR - Lorien und empirische Befunde aus

3 VgL: sSanR - Lorien und empirische Befunde aus

5 Vg?: Sute" in den multikulturellen Gesellschaften derwesentlichen Demokratien, in: Blanke, Bernhard: Zuwanderung und Asyl in der

6 vS Anpassungsprozesse von Einwanderern in

7 Einen guten Oberblick bietet: Bade, Klaus J, Europa in Bewegung - Migration vom spaten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Munchen 2002.

8 Einen guten Oberblick bietet: Bade, Klaus J, Europa in Bewegung - Migration vom spaten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Munchen 2002.

9 Einen guten Oberblick bietet: Bade, Klaus J, Europa in Bewegung - Migration vom spaten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Munchen 2002.

10 Einen guten Oberblick bietet: Bade, Klaus J, Europa in Bewegung - Migration vom spaten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Munchen 2002.

11 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

12 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

13 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

14 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

15 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

16 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

17 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

18 Schubert, Klaus und Klein, Martina: Das Politiklexikon, 4. Auflage, Bundeszentrale fur politische

19 Vgruhneoi Sisches rsaumnis und humanitare Katastrophe, S. 77 ff.

20 Vgl Annette: Migration in modernen Gesellschaften - Soziale Folgen von Einwanderung,

21 HflXgen' Francois: Bevolkerungssoziologie - Eine Einfuhrung in bevolkerungssoziologische Ansatze und demographische Prozesse, Munchen 1998, S. 98.

22 HflXgen' Francois: Bevolkerungssoziologie - Eine Einfuhrung in bevolkerungssoziologische Ansatze und demographische Prozesse, Munchen 1998, S. 98.

23 HflXgen' Francois: Bevolkerungssoziologie - Eine Einfuhrung in bevolkerungssoziologische Ansatze und demographische Prozesse, Munchen 1998, S. 98.

24 HflXgen' Francois: Bevolkerungssoziologie - Eine Einfuhrung in bevolkerungssoziologische Ansatze und demographische Prozesse, Munchen 1998, S. 98.

25 HflXgen' Francois: Bevolkerungssoziologie - Eine Einfuhrung in bevolkerungssoziologische Ansatze und demographische Prozesse, Munchen 1998, S. 98.

26 Vgl, Han: Soziologie der Migration. S. 8.

27 Arbeitnehmer' ist al generisLs Maskulin aufzufassen und schlie&t Arbeitnehmerinnen

28 I VgULd?reSe|h MigraL in modernen Gesellschaften. S. 17 f.

29 Vgl IchneSer7 Jan: Die Organisation der Asyl- und Zuwanderungspolitik in Deutschland. Nurnberg

30 Vgl Gmndgesetz fur die Bundesrepublik Deutschland. Stand August 2006. Seite 79.

31 Vgl Gmndgesetz fur die Bundesrepublik Deutschland. Stand August 2006. Seite 79.

32 Vgl Gmndgesetz fur die Bundesrepublik Deutschland. Stand August 2006. Seite 79.

33 Vgl.: Angenendt, Steffen: Migration und Flucht - Aufgaben und Strategien fur Deutschland, Europa

34 Vgl.: Angenendt, Steffen: Migration und Flucht - Aufgaben und Strategien fur Deutschland, Europa

35 Vgl, Sackmann: Zuwanderung und Integration. S. 15.

36 Gemeint sind Begriffe wie Assimilation. Akkulturation und Integration.

37 Gemeint sind Begriffe wie Assimilation. Akkulturation und Integration.

38 Gemeint sind Begriffe wie Assimilation. Akkulturation und Integration.

39 Gemeint sind Begriffe wie Assimilation. Akkulturation und Integration.

40 Gemeint sind Begriffe wie Assimilation. Akkulturation und Integration.

41 benda,S.21.

42 benda,S.21.

43 benda,S.21.

44 benda,S.21.

45 Nohlen: Lexikon der Politikwissenschaft, S. 412.

46 Vgl, Beger, Kai-Uwe: Migration und Integration - Eine Einfuhrung in das Wanderungsgeschehen und die Integration der Zugewanderten in Deutschland, Hemsbach 2000, S. 10 f.

47 Vgl: Beger: Migration und Integration, S. 11.

48 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

49 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

50 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

51 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

52 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

53 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

54 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

55 Dbeeengdajugen und Weibler, Jurgen: Die Integration von Individuum und Organisation.

56 Vgl, Beer. Mathias: Zur Integration der Fluchtlinge und Vertriebenen im deutschen Sudwesten nach 1945 - Ergebnisse der Tagung vom 11. und 12. November 1993 in Tubingen, Sigmaringen 1994, S.

57 Vgl, Beer. Mathias: Zur Integration der Fluchtlinge und Vertriebenen im deutschen Sudwesten nach 1945 - Ergebnisse der Tagung vom 11. und 12. November 1993 in Tubingen, Sigmaringen 1994, S.

58 Vgl, Beer. Mathias: Zur Integration der Fluchtlinge und Vertriebenen im deutschen Sudwesten nach 1945 - Ergebnisse der Tagung vom 11. und 12. November 1993 in Tubingen, Sigmaringen 1994, S.

59 Vgl, Beer. Mathias: Zur Integration der Fluchtlinge und Vertriebenen im deutschen Sudwesten nach 1945 - Ergebnisse der Tagung vom 11. und 12. November 1993 in Tubingen, Sigmaringen 1994, S.

Details

Seiten
29
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783346175182
ISBN (Buch)
9783346175199
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v589461
Note
2,0
Schlagworte
Migranten Integration Ausländerpolitik Deutschland Gastarbeiter Einwanderung Terminus - Migration

Autor

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    N. H. (Autor)

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