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Ausgewählte Kriterien der englischen Kapitalgesellschaft "Limited" im Rahmen der Rechtsformwahl im Vergleich mit der deutschen Kapitalgesellschaft "GmbH"

Unterrichtsentwurf 2005 26 Seiten

BWL - Recht

Leseprobe

Thema der Stunde:

Didaktisches Fenster:

„Gruppenbezogene Erarbeitung und Präsentation ausgewählter Kriterien der englischen Kapitalgesellschaft “Limited“ im Rahmen der Rechtsformwahl mit anschließender fallorientierter Entscheidungsfindung durch den Vergleich mit der deutschen Kapitalgesellschaft “GmbH“ unter besonderer Berücksichtigung der Förderung der Methodenkompetenz.“

1. Angaben zur Lerngruppe

1.1 Lerngruppenzusammensetzung

Bei der 04H30 handelt es sich um eine Mittelstufenklasse des dreijährigen Bildungsgangs Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent mit der Fachrichtung Fremdsprachen. Aufgrund von überdurchschnittlich hohen Schülerabgangszahlen wurden die beiden Klassen 04H30 und 04H31 nach der Unterstufe zusammengelegt. Nun bilden 20 Schülerinnen und drei Schüler die “neue“ Klassengemeinschaft. Bis auf eine Schülerin, die bereits 24 Jahre alt ist, sind die übrigen Schüler im Alter von 17 bis 21 Jahren. 2 Schülerinnen (aus der Türkei und Albanien) und 1 polnischer Schüler besitzen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein weiteres Merkmal dieser Lerngruppe sind die hohen Fehlzeiten der Schüler, welche zum Teil auf Motivationsschwierigkeiten zurückzuführen sind.

1.2 Besonderheiten der Lerngruppe

Obwohl alle Schüler[1] die Fachoberschulreife besitzen (davon 11 ohne Qualifikation und 12 mit Qualifikation), ist das Leistungsniveau und die Schüleraktivität, wie die folgende Übersicht zeigt, als äußerst heterogen einzustufen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es konnte festgestellt werden, dass bei dieser Lerngruppe eine themenbezogene Motivation über die Auswahl der Materialien hervorgerufen werden kann. Das Lernklima ist etwas angespannt, was auch darauf zurückzuführen ist, dass zwei Klassengemeinschaften zusammengelegt wurden und klassenspezifische Gruppenbildungen zustande gekommen sind. Durch wiederholte Gespräche mit der Lerngruppe konnte die Situation verbessert werden.

Ein Teil der Klasse (Schüler aus der ehemaligen 04H31) ist mir seit Beginn meines Referendariats, im ersten Ausbildungsabschnitt durch Hospitationen und Unterricht unter Anleitung sowie im zweiten Ausbildungsabschnitt durch den bedarfsdeckenden Unterricht, sehr gut bekannt. Seit Mitte Januar unterrichte ich die neue Klassenzusammensetzung im Rahmen des Ausbildungsunterrichts. Somit konnte ich auch einen besseren Bezug zu den mir noch unbekannten Schülern bekommen. Meine Unterrichtserfahrungen in der Klasse sind sehr positiv, da sich die Schüler mir gegenüber freundlich und aufgeschlossen verhalten.

1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe

Bei der Beurteilung des Leistungsvermögens dieser Lerngruppe ist die Handlungskompetenz insgesamt in einem durchschnittlichen Bereich einzustufen.

Zur Fachkompetenz

Im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Problemstellungen zeigen die Schüler ein unterschiedliches Leistungsniveau. Einige Schüler zeigen sich sehr kompetent bei der Bearbeitung von Aufgabenstellungen, während die schwächeren Schüler wesentlich mehr Zeit und gezielte Lehrerimpulse benötigen. Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenordnungen kann bei den Schülern insbesondere dann erzielt werden, wenn die behandelten Inhalte ihrem Erfahrungshorizont entsprechend aufbereitet und die Materialien anschaulich gestaltet werden. Im Zusammenhang mit dem Thema der Unterrichtsreihe „Rechtsformen und Unternehmensentscheidungen“ ist den Schülern der Kaufmann im Rechtsrahmen des HGB (Kaufmannseigenschaften, Firma) bekannt. Sie sind in der Lage, die Rechtsform als gesetzlich beschriebenen Rahmen zu identifizieren und die Einzelunternehmung von verschiedenen Arten der Gesellschaftsunternehmungen anhand ausgewählter Kriterien zu unterscheiden. Sie wissen, dass die Wahl der Rechtsform von großer Bedeutung ist für die Haftung der Gesellschafter, die Geschäftsführung sowie für die Vertretung der Gesellschaft. Den Schülern ist auch bewusst, dass die Rechtsform darüber hinaus einen Einfluss auf die Rahmenbedingungen der Gesellschaft hat (z.B. Gewinn- und Verlustverteilung). Das Arbeiten mit Gesetzestexten habe ich bereits in der Unterstufe eingeführt („BGB-Heft“) und nun durch das Anlegen eines „HGB-Heftes“ fortgeführt. Eine fachliche Voraussetzung für die heutige Stunde ist die Kenntnis der wesentlichen Beurteilungskriterien der Rechtsform „GmbH“. Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass 2 Schülerinnen aufgrund einer abgebrochenen Ausbildung bereits über Vorkenntnisse im Bereich Betriebswirtschaftslehre verfügen, und damit ein tieferes Fachwissen besitzen als ihre Mitschüler.

Zur Lern- und Methodenkompetenz

Die Schüler haben Erfahrungen in der Erarbeitung fachlicher Inhalte in Gruppenarbeitsphasen, und sie sind vertraut im Umgang mit komplexeren Materialien. Jedoch konnte beobachtet werden, dass einige Schüler sehr lange brauchen, bis Arbeitsergebnisse zustande kommen. Deshalb hat sich in Erarbeitungsphasen eine strukturierte Vorgehensweise bewährt. Obwohl das Präsentieren von Ergebnissen mit Hilfe von Plakaten oder auf Folien den Schülern bereits aus der Unterstufe bekannt ist, muss durch den Einsatz verschiedener Präsentationstechniken und –medien die Methodenkompetenz noch verbessert werden.

Zur Sozialkompetenz

Obwohl in der Klasse eine Gruppenbildung nach alter Klassenzusammensetzung festgestellt werden kann, werden einzelne Klassenmitglieder nicht ausgeschlossen. Jedoch ist ein Konkurrenzkampf zwischen den Leistungsträgern festzustellen, der sich darin äußert, dass sie Schwierigkeiten haben, mit der gegenseitigen Kritik ihrer Ergebnisse umzugehen.

2. Didaktische Schwerpunkte

2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas

Das Thema der heutigen Stunde wird durch den Lehrplan zur Erprobung für Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentinnen und Assistenten legitimiert. In diesem finden sich die Inhalte der heutigen Stunde im Themenbereich Rechtliche Rahmenordnung betrieblicher Entscheidungen“ der Mittelstufe des Faches Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen wieder.[2] Die didaktische Jahresplanung des Robert-Schuman-Berufskollegs sieht die Behandlung der Unterrichtsreihe „Rechtsformen und Unternehmensentscheidungen“ in der Mittelstufe im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen (RW/B) vor.

2.2 Einbettung des Themas in den unterrichtlichen Kontext

In der nachfolgenden Übersicht wird die heutige Unterrichtstunde im Zusammenhang mit der Unterrichtsreihe dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der heutigen Stunde werden die Schüler mit dem Problem der Umwandlung des Sprachreiseninstituts Edward KG konfrontiert. Zu Beginn der Unterrichtsreihe wurde der Unternehmensgründer Peter Edward eingeführt. Mit Hilfe dieser Person wurde den Schülern die Möglichkeit gegeben, den Prozess der Unternehmensgründung sowie den damit zusammenhängenden Handlungsrahmen des HGB anschaulich zu verdeutlichen. Sukzessive hat sich die Lebenssituation von Peter E. verändert, indem die zuerst gewählte Rechtsform der Einzelunternehmung in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt wurde und nun die Entscheidung zwischen den Unternehmensformen „GmbH“ und „Limited“ bevorsteht.

2.3 Hauptintention

Der didaktische Schwerpunkt der heutigen Stunde besteht darin, die wesentlichen Merkmale und Beurteilungskriterien der englischen Rechtsform „Limited“ herauszustellen und diese einem Vergleich mit der deutschen Rechtsform „GmbH“ zu unterziehen. Die Schüler sollen aus der Gegenüberstellung der beiden Rechtsformen fallbezogene Vor- und Nachteile ableiten und sich begründet für eine Unternehmensrechtsform entscheiden. Die Schüler sollen erkennen, dass es keine allgemeingültige Rechtsformempfehlung geben kann, da stets persönliche Kriterien zu berücksichtigen sind. Sowohl die Gründung als auch die Umwandlung eines Unternehmens bedingen komplexe Entscheidungsprozesse, die auf der Grundlage einer beträchtlichen Informationsbreite und –tiefe zu fällen sind. In diesem Zusammenhang sollen die Schüler die wesentlichen Inhalte des zur Verfügung gestellten Informationsmaterials herausfiltern, situationsgerecht aufbereiten und präsentieren.

2.4 Didaktische Transformation

Die komplexe Thematik der heutigen Unterrichtseinheit verlangt nach einer didaktischen Reduktion. In der heutigen Stunde sollen die Schüler anhand ausgewählter Beurteilungskriterien einen Vergleich zwischen der Rechtsform der Limited Company und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung durchführen. Dabei werden die Publizitäts- und Steueraspekte der unterschiedlichen Rechtsformen ausgeblendet. Darüber hinaus wurde der Fall so konzipiert, dass es zunächst keiner genaueren Analyse der Kriterien Kapitalaufbringung, Gewinn- und Verlustverteilung bedarf. Außerdem wurde der Fall so aufgebaut, dass sich die bisherige Unternehmensform der Kommanditgesellschaft nicht mehr anbietet, da hierbei keine Haftungsbeschränkung der Gesellschafter und keine Gesamtgeschäftsvertretung möglich ist. Aus diesem Grund ist eine Entscheidungsfindung notwendig. Dieser Fall bietet aber keine eindeutige Lösung, sondern lässt beide Unternehmensformen als geeignete Rechtsformen zu. An dieser Stelle würde sich zur Analyse der Entscheidungssituationen ein Punktbewertungsverfahren als Hilfsmittel eignen. Aus zeitlichen Gründen wird dieses methodische Verfahren in die nachfolgende Stunde ausgelagert.

Zudem wurde der Informationstext aus zahlreichen Aufsätzen[3] zusammengestellt, um Redundanzen gekürzt und an einigen Stellen mit dem Ziel eines besseren Verständnisses umformuliert. Eine punktgenaue Bearbeitung des Informationstextes wird durch die vorstrukturierte Textgliederung gefördert.

Neben dem Prinzip der didaktischen Reduktion werden in dieser Stunde insbesondere folgende Unterrichtsprinzipien berücksichtigt:[4]

[...]


[1] Zur Vereinfachung des Leseflusses sind mit der Bezeichnung Schüler im laufenden Text Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gemeint.

[2] Minister für Schule, Jugend und Kinder (2004): Lehrplan zur Erprobung des Bildungsgangs Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent mit der Fachrichtung Fremdsprachen, S. 15-16.

[3] Vgl. Literaturhinweise

[4] In Anlehnung an Klafki 1962; die fünf Grundfragen der Didaktik.

Details

Seiten
26
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638530347
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v58987
Note
2,0
Schlagworte
Gruppenbezogene Erarbeitung Präsentation Kriterien Kapitalgesellschaft Limited Rahmen Rechtsformwahl Entscheidungsfindung Vergleich Kapitalgesellschaft GmbH Berücksichtigung Förderung Methodenkompetenz

Autor

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