Lade Inhalt...

Die Rolle der E-Mobilität in der Automobilindustrie

Essay 2019 5 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Die Rolle der E-Mobilität in der Automobilindustrie

„Das […] am 29. Januar 1886 erteilte Reichspatent über ein dreirädriges Fahrzeug mit Gas- motorbetrieb beschrieb die Gesamtkonzeption des ersten selbstfahrenden Motorwagens[…]“ (H. Schrader 2011, S.21). Carl Friedrich Benz war somit der erste Mensch, der das erste funk- tionstüchtige Automobil auf der Welt baute. Das Auto wurde Ende der 1880er Jahre von den Menschen sehr begehrt. Zu dieser Zeit galt das von Benz produzierte Fahrzeug als Unikat, für welches die Menschen bereit waren mehrere tausend Mark zu bezahlen. Die Summe war äu- ßerst hoch zu dieser Zeit, teilweise das Mehrfache eines Jahreslohns eines Arbeiters. Die ers- ten Automobilrennen wurden als gesellschaftliche Großereignisse gefeiert. Die deutschen Motoren waren überlegener als die von den anderen Ländern produzierten Motoren. Damit startete Benz seinen Durchbruch. Bis zum Jahr 1893 verkaufte er weltweit 69 Autos. Fünf Jahre später waren es bereits 2000 Autos, die er vermarktete (o.V. 2017). Die Popularität des Automobils wird in der Zeit des 21. Jahrhundert noch deutlicher. „Weltweit gibt es bereits rund 900 Millionen Pkw, davon 231 Millionen in der EU“ (o.V. 2007). Dadurch wird deut- lich, dass die Anzahl der verkauften Pkw sehr gestiegen ist.

Nun betrachte man die Entwicklung des Elektroautos. Der deutsche Unternehmer Andreas Flocken entwickelte im Jahre 1888 das erste Elektroauto, welches auf deutschen Straßen fuhr (o.V. 2013). Zu dieser Zeit wurde diese Innovation ebenso begehrt wie die von Benz. Erst im Jahr 2008 fand das Elektroauto wieder den Weg in die Zukunft. Das amerikanische Unter- nehmen Tesla baute seinen elektrisch betriebenen Roadster und rüttelte somit die anderen großen Automobilhersteller wieder wach. Jedoch wurden nur ab und an reine E-Autos von den Herstellern gebaut. Ein großes Engagement war es nicht (Glawatsch o.J.). Beispielsweise wird dieses Engagement in Deutschland nicht deutlich. Die Zahl des reinen E-Mobiles ist mit 54000 sehr gering. Das sind nur 0,12% aller Pkw in Deutschland (Hajek 2018). Ein weiteres Problem stellt die Infrastruktur dar. Im Jahr 2012 startete das Unternehmen Multicity mit ei- ner reinen E-CarSharing-Flotte in Berlin. Nach fünf Jahren musste der CarSharing Anbieter sein Angebot einstellen. Hauptgründe dafür waren zu wenig Ladesäulen und zugeparkte Stellplätze (Lehmann 2017).

Die Arbeit wird sich mit weiteren Problemen des Daseins der E-Mobilität in der Automobil- industrie befassen. Dabei wird die Meinung von Experten und Studien hineinfließen, welche mögliche Probleme schildern könnten. Wird die E-Mobilität in der Automobilindustrie schei- tern?

Stan d der Forschung

„Deutschland muss schneller werden beim Ausbau seiner Infrastruktur“ (F. Dudenhöffer 2016, S. 252). Dieses Thema wurde bereits politisch angesprochen. Die Bundeskanzlerin kam im Jahr 2007 zum Entschluss, das Zukunftsthema Elektromobilität couragiert in ihre Agenda aufzunehmen. Von 2007 bis dato wurden 14 Bundesminister abwechselnd für das Thema en- gagiert. Diese sollten dafür sorgen, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu ma- chen. Die Tabelle sieben, welches die Anzahl der verkauften E-Autos in 2015 darstellt, zeigt ein erschreckendes Ergebnis. Frau Merkel postulierte nämlich im Jahr 2008 einen Verkauf von einer Millionen Elektroautos bis 2020 in Deutschland. Mit einer Anzahl von 23481 E- Autos in 2015 liegt dieser Wert Lichtjahre entfernt von dem Merkels. Deutschland subventio- niert weiterhin den Dieselkraftstoff, somit hat die E-Mobilität eine geringe Chance, um sich auf den deutschen Automarkt zu etablieren (F. Dudenhöffer 2016, S. 252-254). Zur Thematik der E-Mobilität in Deutschland äußert sich der Automobilexperte Guido Reinking und bewer- tet das Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2030 negativ. Er sieht klimatische und industri- elle Konsequenzen. Diese sind zum einen der Entwicklungsstopp von Verbrennungsmotoren und der höhere CO2 Ausstoß bei der Stromerzeugung. Deutschland wollte diesen bis 2030 halbieren und mittels einer Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren wäre dieses Ziel denkbar. Weiterhin würde von 750000 Arbeitnehmern in der Autoindustrie jeder siebte seinen Job verlieren, wenn Verbrennungsmotoren und Getriebe überflüssig werden (Reinking 2016).

Am Beispiel des Autoherstellers Tesla soll die Zukunftschance des E-Autos betrachtet wer- den. Der Unternehmensgründer Elon Musk ist besessen von Innovation und technischem Fortschritt. Von Zulieferern erwartet er nur die allerbeste Qualität und die neuste Technologie für die Komponenten und Teile von Teslaautos. Doch Tesla machte von 2011-2015 einen Verlust von 1,9 Mrd. US-Dollar. Ein Kernpunkt des Verlustes beschreibt die Verzögerung, die immer wieder in der Produktion Teslas auftreten. Die Zulieferer haben erhebliche Proble- me mit den neuen Teilen und Komponenten (F. Dudenhöffer 2016, S.199; S.203-205). Guido Reinking sieht kaum Zukunftschancen für Tesla. Er berichtet, dass Tesla keine Konkurrenz für die großen Automobilunternehmen wie BMW oder Opel ist, da diese ebenfalls Elektroau- tos im Preissegment von 30000-40000 Euro anbieten. Weiterhin spricht er das Klima an. Aus Studien heraus weiß Reinking, dass die Umweltbelastung bei der Produktion von Batteriezel- len sehr hoch ist, sodass ein E-Auto aus Klima-Gesichtspunkten keine alternative Lösung ist (Damm 2017). Letztendlich fällt der Automobilexperte ein eindeutiges Urteil. „[…] rein mit dem Bau und Verkauf von Autos lässt sich für Tesla kein Geld verdienen“ (Damm 2017).

Wissenschaftliche Forschungsmethoden

Da die Zukunftschance der Elektromobilität ein kompliziertes und weltweit umstrittenes Thema ist, wäre für die Beantwortung der Forschungsfrage eine qualitative und quantitative Forschungsmethode in Form eines Gruppeninterviews und einer Umfrage bestens geeignet. Bislang wurden schon mehrere Experten interviewt, die sich über diese Thematik äußern. Beispielsweise wurde der Motoren –und Fahrzeugentwickler Professor Fritz Indra öfters in- terviewt und allemal äußerte er sich kritisch zum Zukunftsthema der E-Mobilität. Ein Inter- viewer fragte ihn, ob Leute wie er in Zukunft arbeitslos werden, wenn die Autos statt mit fos- silem Kraftstoff nur noch Strom tanken. Lachend antwortete der Prof.: „[…] Der Verbren- nungsmotor wird für die nächsten 100 bis 300 Jahre konkurrenzlos bleiben“ (Henrichs 2014). Ein weiteres Beispiel wäre Kurt Sigl, welcher Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität ist. In einem Interview äußerte er sich explizit über das Thema der E-Autos in der deutschen Au- toindustrie. Es kam die Frage, ob seiner Meinung nach, die Autoindustrie selbst der Bremser der E-Mobilität sei. Sigl erwiderte: „Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit hat die deutsche Autoindustrie nicht unbedingt Interesse an der Thematik [der Elektromobilität]“ (Kerler 2017).

Zusammen mit dem Automobilexperten Guido Reinking (siehe Stand der Forschung) hätte man drei Personen, mit denen man ein Gruppeninterview durchführen könnte. Vorteilhaft wäre dabei, dass man einen Experten, ein Verbandsmitglied und einen Ingenieur gleichzeitig im Interview befragen könne. Dadurch hätte man differenzierte Meinungen, Ideen und Aussa- gen parallel. Ein weiterer Vorteil wäre, dass das Gruppeninterview im Gegensatz zum Einzel- interview zeitsparender wäre. Jedoch beruhen Gruppeninterviews nicht nur von positiven As- pekten. Ein großer Nachteil wäre, dass sich das Gruppeninterview durch Meinungsverschie- denheit in eine Gruppendiskussion verändern könnte. Man hätte kein einheitliches Interview mehr, da sich die Interviewteilnehmer unbeabsichtigt untereinander beeinflussen könnten. Nach dem Gruppeninterview könnte man einen Umfragebogen erstellen. Die primäre Frage wäre ob die E-Mobilität Zukunftschancen in der Automobilbranche hätte. Um die Frage mög- lichst genau beantworten zu können wäre es geeignet, die Umfragebögen in verschiedensten Automobilkonzernen, welche nicht nur E-Autos produzieren, zu verteilen. Im Vordergrund würden Volkswagen, Opel und BMW stehen. Vorteilhaft wäre, dass die Umfrage von einer Vielzahl an Personen beantwortet werden kann. Den Fragebogen würde man dann beispiels- weise von KFZ-Mechatroniker*innen oder Automobilkaufleute ausfüllen lassen. Diese sind nämlich mit der Automobilbranche vertraut und man hätte somit exaktere und glaubwürdigere Evaluationen in Hinblick auf das Zukunftsthema Elektromobilität.

Auf der Grundlage der Ausarbeitung wurde das Thema der E-Mobilität in der Automobilin- dustrie eher kritisch bewertet. Aus unterschiedlichsten Betrachtungsweisen kann man sich nun ein klareres Bild zu dieser Thematik machen. Schlussendlich ist zu sagen, dass die Rolle der Elektromobilität in der Autoindustrie stark zum Scheitern tendiert.

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346181954
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v594900
Institution / Hochschule
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)
Note
1,3
Schlagworte
automobilindustrie e-mobilität rolle

Autor

Zurück

Titel: Die Rolle der E-Mobilität in der Automobilindustrie