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Können Trends aus den erreichten Punkten in der Lesekompetenz der PISA-Studien und den erbrachten Leistungsbilanzsalden des jeweiligen Staates herausgelesen werden?

Hausarbeit 2019 17 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen & Hintergrundinformationen
2.1 PISA-Studie
2.1.1 eine internationale Schulleistungsstudie
2.1.2 Lesekompetenz
2.2 Leistungsbilanz
2.2.1 Leistungsbilanzsaldo
2.2.2 Leistungsbilanzüberschuss
2.2.3 Leistungsbilanzdefizit

3 Länderauswahl

4 Stand der Forschung

5 Veränderungen der PISA-Punkte und Leistungsbilanzsalden
5.1 PISA-Punkte
5.2 Leistungsbilanzsalden

6 Rückschlüsse auf Trends

7 Diskussion

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: PISA-Punkte und ihre Veränderungen für die sechs Referenzländer

Tabelle 3: Leistungsbilanzsaldos und ihre Veränderungen für die sechs Referenzländer

1 Einleitung

Seit 2004 platziert sich Deutschland in der Europäischen Union auf Platz zwei mit dem Leistungsbilanzüberschuss. Zehn Jahre später gelingt es Deutschland die Nation Schweden vom ersten Platz abzulösen und diesen bis dato zu halten (eurostat, 2020). Das hört sich auf den ersten Blick als eine herausragende Leistung an. Jedoch übersteigt Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss, in Prozent des Bruttoinlandsproduktes, seit 2011 die „ausgegebene Höchstmarke“ der Europäischen Union von sechs Prozent (Brankovic, 2017).

Da politische Diskussionen vermehrt auf Leistungsbilanz und Außenhandel eingehen, wurde für das Jahr 2019 eine offizielle Prüfung von der EU-Kommission bezüglich des Leistungsbilanzüberschusses in Deutschland eingeleitet. Weitere EU-Länder wie beispielsweise Schweden, Frankreich und Irland werden ebenfalls unter der Lupe betrachtet (Handelsblatt, 2018).

Das Ziel dieses Essays ist herauszufinden, inwiefern sich die Bildung der 15-jährigen Jugendlichen eines Landes auf den Leistungsbilanzsaldo auswirkt. Im Hauptaugenmerk werden die Jahre 2000, 2009 und 2018 stehen. Betrachtet werden dabei Deutschland, Dänemark, Polen, Schweden, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Zur Umsetzung dieses Ziels werden zum einen die Ergebnisse der PISA-Studien und zum anderen Statistiken zum Saldo der Leistungsbilanz herangezogen. Geprüft wird dabei, ob die Leistungsbilanzsalden sinken oder steigen bei sinkenden beziehungsweise steigenden Punkten der Lesekompetenz in den PISA-Studien.

In diesem Essay werden zunächst in Kapitel 2 die grundlegenden Begriffe näher erläutert. In Kapitel 3 wird die Auswahl der Länder beleuchtet und in Kapitel 4 wird der Stand der Forschung nähergebracht. Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Veränderungen der PISA-Punkten und Leistungsbilanzsalden, um daraus dann in Kapitel 6 Trends feststellen zu können, welche anschließend im siebten Kapitel diskutiert werden. Dieser Essay endet mit einem Fazit.

2 Definitionen & Hintergrundinformationen

Das folgende Kapitel legt die Definitionen beziehungsweise Hintergrundinformationen zu den folgenden Begriffen dar: PISA-Studie, Leistungsbilanz, Leistungsbilanzsaldo, Leistungsbilanzüberschuss und Leistungsbilanzdefizit

2.1 PISA-Studie

In diesem Teilbereich werden die PISA-Studie an sich und die Lesekompetenz der PISA-Studie beleuchtet.

2.1.1 eine internationale Schulleistungsstudie

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) etablierte im Jahr 2000 das Programm zur internationalen Schülerbewertung (zu Englisch: Programme for International Student Assessment, abgekürzt mit PISA). Dabei werden 15-jährige Schüler in einem dreijährlichen Turnus auf ihre Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Jedoch wird dabei nicht reines Faktenwissen abgefragt. Im Vordergrund steht die sinnvolle Verknüpfung von einem neuen Informationsfluss und bereits angeeignetem Wissen und der Anwendung dieser neuen Verknüpfung (Klieme et al., 2019). Zusätzlich werden noch weitere Informationen gesammelt. Diese sind die folgenden: Merkmale der jeweiligen Schule, die Aktivitäten der Jugendlichen und die Situation im Elternhaus. Diese Informationssammlung hat mehrere Ziele im Fokus. Als erstes wird festgestellt, ob zum einen das jeweilige Bildungssystem die Jugendlichen zu einem lebenslangen Lernen befähigt und zum anderen in wieweit die Anforderungen der Gesellschaft erfüllt werden. An zweiter Stelle stehen das Lehren und Lernen und wie effektiv diese in unterschiedlichen Bildungssystemen gestaltet werden. Zu Letzt versucht man herauszufinden, wie die Entwicklung der Kompetenzen der Kinder durch die jeweiligen Staaten vollbracht wird, ohne dabei kulturelle und soziale Herkünfte einfließen zu lassen (Klieme et al., 2019).

2.1.2 Lesekompetenz

In einer digitalen Welt, die mit einer Informationsflut angereichert ist, bildet die Lesekompetenz eine Schlüsselqualifikation ab. Will man weitere Kompetenzen in Schulfächern erwerben oder den beruflichen Bereich meistern, so muss die Lesekompetenz beherrscht werden, um erfolgreich zu sein. Denn nicht mehr die Entnahme von Informationen, sondern ein fundiertes Urteil treffen zu können und eine kritische Hinterfragung der Informationen vorzunehmen steht im Fokus. Die Fähigkeit “anhand von impliziten Hinweisen in Bezug auf Inhalt oder Informationsquelle zwischen Tatsachen und Meinungen zu unterscheiden“ wird jedoch von weniger als zehn Prozent der 15-jährigen Jugendlichen in den OECD-Staaten beherrscht (OECD, 2019). Aus diesem Grund wird die Lesekompetenz als wichtigste der drei getesteten Kompetenzen erachtet und daher wird sich in diesem Essay nur auf die Lesekompetenz konzentriert.

2.2 Leistungsbilanz

Alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen dem Inland und dem Ausland werden in der Zahlungsbilanz festgehalten. Die Leistungsbilanz ist eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Im weiteren Verlauf des Essays wird sich nur mit der Leistungsbilanz beschäftigt. Alle Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft, die in das Ausland exportiert und aus dem Ausland importiert werden, werden in der Leistungsbilanz zusammengefasst und statisch gegenübergestellt. Vier Teilaspekte lassen sich in der Gliederung der Leistungsbilanz wiederfinden (Weerth, 2018).

Erstens, die Handelsbilanz. Diese erfasst den Außenhandel im Sinne von dem Export und Import von Sachgütern. Zweitens, die Dienstleistungsbilanz. Wie er Name vermuten lässt, fließen hier die Ein- und Ausfuhren von Dienstleistungen ein. Beispielhaft hierfür wären Versicherungen und Lizenzen. Drittens, die Übertragungsbilanz. Erfasst werden dabei zum einen private und zum anderen öffentliche Überweisungen. Das heißt, dass zum einen geleistete und empfangene Rücküberweisungen von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimatländer und zum anderen Überweisungen an beispielsweise internationale Organisationen erfasst werden. Als vierter und letzter Teilbereich der Leistungsbilanz steht die Zusammenstellung von Dividenden und sonstigen Gewinnen und Einkommen aus unselbstständiger Arbeit. Dieser Teilbereich trägt daher den Namen der Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen (Weerth, 2018).

2.2.1 Leistungsbilanzsaldo

Eine wertmäßige Differenz aus den Importen und Exporten einer Volkswirtschaft wird als Leistungsbilanzsaldo bezeichnet. Drei Ausprägungen (positiv - ausgeglichen - negativ) kann der Leistungsbilanzsaldo einnehmen. Verbindlichkeiten eines Landes gegenüber dem Ausland sinken bei einem positiven Leistungsbilanzsaldo. Analog wird dasselbe erhöht, wenn ein negativer Leistungsbilanzsaldo vorhanden ist (Weerth, 2018). Sowohl ein negativer als auch ein positiver Saldo können schlechte Konsequenzen für eine Volkswirtschaft auslösen, wenn es nicht versucht wird den Saldo auszugleichen. Ein Referenzwert bietet die „ausgegebene Höchstmarke“ der Europäischen Union von sechs Prozent in Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Brankovic, 2017).

2.2.2 Leistungsbilanzüberschuss

Das Nettoauslandsvermögen eines Landes steigt, sobald der Saldo der Leistungsbilanz größer als Null ist. Dies nennt man dann einen Leistungsbilanzüberschuss. Entstehen tut ein Überschuss durch einen höheren Export als Import, wodurch die Forderungen gegenüber dem Ausland steigen (Brankovic, 2017).

2.2.3 Leistungsbilanzdefizit

Beim Leistungsbilanzdefizit verbraucht ein Land mehr als das es produziert, wodurch das Auslandsvermögen abgebaut wird (Brankovic, 2017). Der Import steigt verglichen mit dem Export. Der Leistungsbilanzsaldo beträgt einen Wert kleiner Null. Im Klartext bedeutet dies eine Verschuldung eines Landes im Ausland.

3 Länderauswahl

Zu Beginn war die Idee die Länder mit dem größten Leistungsbilanzüberschuss und -defizit zu nehmen. Dies stellte sich als problematisch dar, da nicht für jedes dieser Länder freizugängliche Statistiken im Internet vorhanden waren. Meistens gab es nur Statistiken für die Jahre 2018 und 2019. Von Interesse sind jedoch die Jahre von 2000 bis 2018, da dies dem Zeitraum der PISA-Studien entspricht, fallen einige Nationen weg. Des Weiteren nahmen nicht alle Länder an den PISA-Studien teil, wodurch einige Anfangskandidaten ebenfalls entfallen.

Der nächste Gedankengang war es Mitgliedsstaaten der OECD zu nehmen, denn ein Vergleich zwischen Deutschland und einem Entwicklungsland ist aufgrund von beispielsweise monetären Kapazitäten nicht sinnvoll. Zusätzlich gibt es ausführliche und kostenlose Datenbanken zu den Leistungsbilanzsalden aller Mitgliedsstaaten der OECD. Hier können problemlos die Länder mit dem größten Leistungsbilanzüberschuss und -defizit herausgelesen werden. Aus den oben genannten Gründen werden folgende Länder für diesen Essay herangezogen. Deutschland, Schweden und Dänemark mit einem Leistungsbilanzüberschuss und Großbritannien und Polen mit einem Leistungsbilanzdefizit. Die Vereinigten Staaten sind eine gute Referenz als Weltmacht und werden daher mit ihrem Leistungsbilanzdefizit ebenfalls zum Vergleich herangezogen.

4 Stand der Forschung

Laut der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) ist einer der Basisbausteine für den Wohlstand einer Gesellschaft die Bildung. Denn daraus entstehen „bessere Beschäftigungsperspektiven, ein höheres Einkommen und auch nicht-monetäre Faktoren wie politische, kulturelle und soziale Teilhabe, ein höheres Gesundheitsbewusstsein sowie eine steigende Lebenszufriedenheit“ (Anger, Plünnecke & Schüler, 2019). Zusätzlich scheint das Wirtschaftswachstum durch die Bildungsleistung beeinflusst zu werden. Schafft ein Land es die Bildungsleistung um 25 PISA-Punkte anzuheben, so gibt es Prognosen, die einen Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens um mehr als ein Viertel innerhalb von 50 Jahren voraussagen (Anger et al., 2019). Ferner zeigen Studien, dass „bessere Lese- und mathematische Kompetenzen international mit höheren Verdienstmöglichkeiten einhergehen“ (Anger et al., 2019).

5 Veränderungen der PISA-Punkte und Leistungsbilanzsalden

In diesem Abschnitt werden die Veränderungen der PISA-Punkte und Leistungsbilanzsalden der jeweiligen Länder dargelegt. Dabei wird sich im Wesentlichen nur auf die Jahre 2000, 2009 und 2018 bezogen, da dies die Jahre sind, wo die Lesekompetenz als Hauptdomäne erhoben wurde. Dazu werden zwei Tabellen zur Hilfe genommen.

5.1 PISA-Punkte

Zur besseren Verständlichkeit der Zahlen, werden die PISA-Punkte und ihre Veränderungen beispielhaft anhand von Deutschland detailliert erklärt. Die Abweichungen bei den Referenzländern werden anschließend verkürzt beschrieben. Zur Hilfe genommen wird die Tabelle 1, die im Folgenden zuerst beschrieben wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: PISA-Punkte und ihre Veränderungen für die sechs Referenzländer

Quelle: In Anlehnung an Artelt et al., 2000, 2003, 2006, 2009 und Klieme et al., 2012, 2015, 2018 n/v = nicht vorhanden

In der äußerst linken Spalte sind die sechs Länder und der OECD-Durchschnitt gelistet. Die Jahre von 2000 bis 2018 bilden die Jahre ab, indem die PISA-Studie durchgeführt wurde. Dementsprechend befinden sich unter den verschiedenen Jahren die für das Land entsprechenden PISA-Punkte, die die 15-jährigen Jugendlichen in der Lesekompetenz erhalten haben. „Zur Beurteilung des Umfangs der Punktzahldifferenzen sei angeführt, dass 41 Punkte einem Jahr formaler Bildung entsprechen“ (OECD, 2014). Es folgt die detaillierte Erklärung der Tabelle anhand von Deutschland.

Zu Beginn der PISA-Studie im Jahr 2000 lag der Mittelwert der Lesekompetenz der 15-jährigen Jugendlichen Deutschlands mit 484 Punkten unter dem OECD-Mittelwert (500). Das heißt die Lesekompetenz dieser Jugendlichen lag unter der durchschnittlichen Lesekompetenz der Jugendlichen aller teilnehmenden Staaten. Neun Jahre später verzeichneten die Fünfzehnjährigen 497 Punkte. Mit vier Punkten über dem Durchschnitt der OECD-Staaten und einem Anstieg von 13 Punkten hat sich die Lesekompetenz der deutschen Jugendlichen im Jahr 2009 dem Durchschnitt der OECD-Staaten angepasst. In der letzten PISA-Studie (2018) wurden 498 Punkte durch die Jugendlichen Deutschlands erreicht. Dies scheint auf dem ersten Blick eine Erhöhung um lediglich einen PISA-Punkt gewesen zu sein, jedoch lag der OECD-Durchschnitt in diesem Jahr bei 487. Somit wurde eine Differenz von zwölf Punkten zum OECD-Durchschnitt erreicht. Dies besagt, dass die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen im Jahr 2018 eine höhere Lesekompetenz besaßen als der Durchschnitt der OECD-Staaten. In den Jahren 2012 und 2015 erlangten die Jugendlichen zwar 508 und 509 Punkte, jedoch wurde die Lesekompetenz zu diesen Zeitpunkten als „Nebendomäne und somit weniger ausführlich erfasst“ (Klieme et al., 2019). Vom Jahr 2000 bis 2018 ist somit eine klare Verbesserung der Lesekompetenz für Deutschland festzuhalten.

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Details

Seiten
17
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346172303
ISBN (Buch)
9783346172310
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v595196
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,0
Schlagworte
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