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Die Entwicklung der türkischstämmigen Bevölkerung vom Zeitpunkt des Anwerbeabkommens an

Seminararbeit 2004 21 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Zuwanderung der Türken in die BRD

3. Migration
3.1 Definition: Migration und Emigration
3.2 Ursachen der Migration

4. Vom Gastarbeiter zum Unternehmer

5.Türkische Kinder und Jugendliche

6. Türkische Frauen in Deutschland

7. Schuss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im folgenden werde ich mich mit der Entwicklung der türkisch-stämmigen Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland vom Zeitpunkt des Anwerbeabkommens zwischen Türkei und Deutschland beschäftigen.

Da dieses Thema sehr umfangreich ist und sehr viele Unterpunkte hat, habe ich mich nur auf wenige beschränkt. Der Grund dafür ist nicht die Wichtigkeit dieser Themen, sondern allein mein persönliches Interesse.

Ich möchte mich mit diesem Thema beschäftigen, weil ich es für eines der wichtigen Entwicklungen für die Bundesrepublik halte.

Ich selber bin auch eine türkischstämmige Bürgerin Deutschlands. Meine Eltern leben seid ihrer Kindheit in Deutschland. Mein Großvater kam auch 1964 infolge des Anwerbeabkommens, als Gastarbeiter in die BRD. Ein Jahr später folgten ihm meine Großmutter mit den Kindern. Meine Großeltern arbeiteten ca. 20 Jahre in Deutschland und kehrten dann wegen Krankheitsgründen zurück in die Türkei.

Meine Mutter wuchs hier auf, machte eine Ausbildung und heiratete später meinen Vater.

Mein Vater kam erstmalig 1979 mit dem Zug aus Izmir um in Stuttgart zu arbeiten. Zuvor hatte er in der Türkei eine Ausbildung zum Elektriker absolviert und später ein Germanistikstudium. Hier arbeitete er in der Automobilindustrie.

Nach dem meine Eltern geheiratet hatten und drei Töchter bekamen, konnte meine Mutter ihr Abitur nachholen und ein Studium im Fach Sozialarbeit beenden.

Heute arbeitet meine Mutter als Sozialarbeiterin am Kreis Herford und mein Vater ist Lehrer an der Berufschule in Detmold.

Wir drei Mädchen haben alle das Gymnasium besucht und ein Studium begonnen.

Allein in meiner Familie hat sich also in der Zeit vom Anwerbeabkommen bis heute viel verändert, deshalb finde ich es sehr interessant zu erfahren welche Veränderungen es in der Gesellschaft noch gab.

Im folgenden werde ich mich erst mit der Zuwanderung der Türken in die Bundesregierung Deutschland beschäftigen.

Des weiteren werde ich mich mit den Ursachen von Migration auseinander setzten und dann die Entwicklung der „Gastarbeiter“ zum Unternehmer erarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Punkt meiner Arbeit ist die Thematik über türkische Kinder und Jugendliche. Als letztes beschäftige ich mich mit der Entwicklung der türkischen Frauen.

2. Die Zuwanderung der Türken in die BRD

In den Gründungsjahren der alten Bundesrepublik Deutschland gab es hier in Deutschland, im Vergleich zu heute nur sehr wenige türkische Mitbürger.1912 lebten in Berlin etwa 1350 Türken (vgl. Königseder,2001). Heute zählt die türkische Sprache zu der zweithäufigst gesprochenen Sprache in Deutschland (vgl.

Es leben heute ca. 2,4 Millionen Menschen türkischer Herkunft in der Bundesrepublik Deutschland (vgl. Sen, Sauer , Halm, 2002).

Nach dem Anwerbeabkommen, dass am 31. Oktober 1961 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet wurde, begann die Arbeitmigration (vgl. Manfrass, 1991 und Sen /Goldberg, 1994). Doch kamen die angeworbenen ausländischen Arbeiter, die man damals als „Gastarbeiter“ bezeichnete, nicht als Gäste, sondern als billige und deshalb auch viel umworbene Arbeitskräfte. Deshalb wurden sie hier in Deutschland mit Pauken und Trompeten empfangen und herzlichst Begrüßt. Die ersten türkischen Gastarbeiter kamen schon 1957, erst nach dem Anwerbeabkommen setzte eine Einwanderung größeren Umfangs ein (vgl. Sen/ Goldberg, 1994).

Ursprünglich wollten die Gastarbeiter aus der Türkei nur 3-5 Jahre in Deutschland arbeiten, um dann mit dem gesparten Geld wieder zurück in ihre Heimat und zu ihrer Familie zu kehren. Die meisten Gastarbeiter waren zwischen 20 und 30 Jahren und da Rückkehrabsichten vorhanden waren, wurde eine Eingliederung oder Integration weder von Deutschen noch von Türken thematisiert. Weiterhin hatten nicht viele türkische Mitbürger den Willen die deutsche Sprache zu erlernen.

Migranten der ersten Generation bildeten eine „homogene soziale und kulturelle Subgesellschaft in der BRD“ (Sen , Sauer, Halm, S. 14, 2002).

Nach 3 bis 5 Jahren kehrten allerdings die wenigsten Türken in die Türkei zurück. Das lag nicht zuletzt auch an der in den 70ern angespannten wirtschaftlichen Lage der Türkei. Weitere Gründe für das aufschieben der Rückkehr waren z.B auch folgende: Die Kinder sollten ihre Ausbildungen beenden oder die Eltern wollten genügend Geld gespart haben (vgl. Sen/ Goldberg, 1994).

Nach dem Anwerbestopp vom November 1973 lebten 910500 Türken in Deutschland. Ziel war es jetzt, die Ausländeranzahl in der BRD zusenken. Dies wurde allerdings nicht erreicht, denn den Gastarbeitern blieben zwei Möglichkeiten:

Entweder konnten sie in der BRD auf längere Sicht bleiben oder sie verließen Deutschland mit der Bedingung für immer zurückzukehren.

Um einen finanziellen Anreiz für eine Rückkehr zu schaffen, wurde am 28. November 1983 das „Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern“ (Sen/ Goldberg, 1994, S. 23) verabschiedet. Das Rückkehrförderungsgesetz beinhaltete, dass alle Ausländer die zwischen dem 31. Oktober 1983 und dem 30. September 1984 in ihre Heimatländer zurückkehrten eine Rückkehrhilfe von 10500 DM und zuzüglich 1500 DM pro Kind erhielten. Zusätzlich wurden in diesen Fällen selbsteingezahlte Rentenversicherungsbeiträge ohne Wartezeit, jedoch auch ohne den Arbeitgeberanteil, ausgezahlt. In dieser Zeit kehrten ca. 250000 Ausländer, hauptsächlich Türken, in ihre Heimat zurück (vgl. Sen/ Goldberg, 1994). Dieses „Gesetz wurde neben ökonomischen Gründen auch im Hinblick darauf verabschiedet, dass man der türkischen Wohnbevölkerung die Fähigkeit zur Integration in ein christlich geprägtes westeuropäisches Land absprach.“ (Sen/ Goldberg, 1994, S. 24).

Doch von den Folgen für die Migranten erführ das deutsche Volk meist nichts. Da sich die zurück kehrenden Familien, wie schon oben beschrieben, verpflichten mussten für immer in die Türkei zurückzukehren, hatte dies auch z.B. Folgen für die Kinder. Diese hatten einen großen Teil ihrer Schulzeit in der BRD verbracht und mussten nun viele Freunde zurücklassen, mit der Angst sie wahrscheinlich nie mehr wieder zu sehen.

Vertragsarbeiter blieben länger und holten ihre Kinder und Frauen aus der Türkei nach Deutschland nach. 1983 kamen 27800 und 1984 14400 Türken nach Deutschland (vgl. Sen/ Goldberg, 1994). Dadurch veränderte sich die Sozialstruktur der türkischen Migranten:

Zu Beginn der Zuwanderung lebten fast nur männliche erwerbstätige Migranten in Deutschland. Heute ist von der türkischen Bevölkerung in Deutschland nur ein viertel als „Gastarbeiter“ hergekommen. 53% kamen in Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland und schon 17% der heutigen türkischstämmigen Bevölkerung ist in der BRD geboren (vgl. Sen, Sauer, Halm, 2002). Obwohl es heute immer noch mehr männliche türkische Mitbürger gibt, hat sich die Zahl der weiblichen Mitbürger doch angeglichen. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen Türken sind heute älter als 20 Jahre. Von 2,1 Millionen türkischen Staatsbürgern sind 800000 jünger als 21 Jahre und 445000 zwischen 21 Jahren und 30 Jahren. Junge Migranten bilden 60% der türkischen Bevölkerung in der BRD (vgl. Sen , Sauer, Halm, 2002).

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638534369
ISBN (Buch)
9783640386352
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v59521
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
Schlagworte
Entwicklung Bevölkerung Zeitpunkt Anwerbeabkommens

Autor

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