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Landschaftsökologische Beschreibung der Insel Usedom

Hausarbeit 2006 10 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhalt

Kurzbeschreibung der Insel

Entstehung der Insel Usedom

Geomorphologische Beschreibung

Klimatische Verhältnisse

Vegetation und Tiere

Anthropogene Einflüsse

Quellenverzeichnis

Kurzbeschreibung der Insel

Usedom gehört zur Großlandschaft „Norddeutsches Tiefland, Küsten und Meere“.3 Die Insel hat eine Landfläche von 445 km² und ist nach Rügen die zweitgrößte Insel Deutschlands. 373 km² davon gehören zu Deutschland und 72 km² zu Polen.1 Usedom besitzt eine Vielfalt an landschaftlichen Formen. Wälder, Seen, vermoorte Niederungen, Äcker und Wiesen, Strandwall- und Dünenlandschaften prägen die Insel. Der Verlauf der Küste ist abwechslungsreich. So ist sie an der Außenküste verhältnismäßig ausgeglichenen und zur Landseite stark gegliedert und zerlappend. Zahlreiche verschieden große Buchten kennzeichnen diesen Küstenverlauf. Ein Wechselspiel von Steilufern und breiten Sandstränden kennzeichnen die Küste.3 Begrenzt wird die Insel vom Peenestrom (NW/SO), Krumminer Wiek (NW), Achterwasser (NW/SO), Oderhaff (S) und der Ostsee (SO/NW). Etliche Seen, wie Schmollensee und Gothensee, stellen ehemalige Gletscherzungenbecken dar.“6

Entstehung der Insel Usedom

Usedom ist eine von der Eiszeit geprägte und somit relativ junge geologische Bildung. Während der Weichseleiszeit, vor rund 15000 Jahren, schob sich ein Gletscher weit nach Süden vor. Dieser hat den charakteristischen Verlauf der pommerschen Hauptendmoräne geschaffen. Ein Wechsel von Rückzugsphasen des Gletschers und wiederkehrender Vereisung am Ende dieser Eiszeit, vor rund 14000 –12000 Jahren, führte zur Bildung der Stauchendmoränen auf Südostusedom (Streckelsberg bis Golm). Vor 12000 bis 8000 Jahren lag der Meeresspiegel unter seinem jetzigen Niveau. Usedom bildete mit den Gewässern, die sie heute umgeben, ein zusammenhängendes Festland. Das weitere Abschmelzen von Gletschern in Nordeuropa brachte während der so genannten Litorinatransgression, vor rund 8000 Jahren, einen Anstieg des Meeresspiegels um rund 25 Meter. Das Ansteigen des Wasserspiegels führte dazu, dass nur noch die höchsten Erhebungen von Usedom aus dem Wasser ragten. Dazwischen erstreckten sich breite Öffnungen, durch die das Wasser strömte. Diese Öffnungen nennt man auch Pforten (Zinnowitzer, Pudagla- und Swinepforte). Die Erhebungen, die aus dem Wasser ragten, bildeten die 3 Inselkerne Usedoms.13 Durch Verlandung und Versandung wurden sie nach und nach miteinander verbunden. Der Küstenverlauf und die Landschaft wurden ständig durch die Kräfte von Wind und Wasser verändert. Strömungen, die parallel zur Küste verliefen, trugen Sand ab und spülten ihn an anderen Stellen wieder an. Diesen Prozessen verdankt Usedom seinen überwiegend steinfreien, breiten Sandstrand.2 Zeitgleich entstanden die ersten Dünen, die von Nordwest nach Südost verlaufende Ausgleichsküste zur Ostsee und - durch Abschnürung vom offenen Meer - die Seen (Schmollensee, Gothensee, Wolgastsee etc.). Das gesamte Odermündungsgebiet, zu dem die Insel gehört, erhielt in dieser Zeit seine im Wesentlichen auch heute noch vorhandene Gestalt. Die natürlichen Veränderungen der Landschaft waren damals keinesfalls abgeschlossen, wurden jedoch in den letzten 1000 Jahren zunehmend durch anthropogene Einflüsse beeinflußt.1

Geomorphologische Beschreibung

Usedom ist mit Sicht auf die Morphogenese als Endmoränenlandschaft zu betrachten. Die Reliefstärke nimmt nach Osten hin zu.3 Die geologische Struktur der Insel wird aus pleistozänen Inselkernen der Weichselkaltzeit (Zinnowitzer, Koserow-Loddiner, Ückeritzer, Bansiner, Heringsdorfer, Korswandter Kern) gebildet. Die stärksten Beeinflussungen brachten die drei Eisvorstöße, der Velgaster, Zinnowitzer und Nordrügen-Ostusedomer Staffel. Der Bereich im Nordwesten Usedoms ist hauptsächlich durch Seesandebenen (ausgeschürfte und durch holozäne Küstenausgleichsprozesse aufgefüllte Gletscherzungenbecken), vermoorte und versumpfte Niederungen und flache Grundmoränen gekennzeichnet. Der Südöstliche Teil Usedoms hat neben den oberflächlich vermoorten Seesandebenen und Grundmoränen auch Stauch- und Satzendmoränen mit Sandern. Diese hügeligen Stauchendmoränen werden auch Usedomer Schweiz genannt. Leichte Erhebungen befinden sich auf den Inselkernen. Ansonsten hat Usedom ein relativ flaches Landschaftsbild. Der präquartäre Untergrund der Insel ist geprägt durch Kreidesedimente und Zechsteinablagerungen. Auch Tone, Steinsalz, Anhydrit, Kalisalze, Dolomit und Kalksteine sind häufig anzutreffen. Oft werden mächtige Zechsteinablagerungen von Kohlenwasserstofflagerstätten begleitet. Daher gibt es auch Erdölvorkommen, vor allem im Bereich der Halbinsel Gnitz.6 Sedimentationsprozesse, die sich auch heute noch abspielen, verändern ständig, wenn auch sehr langsam, das Bild einer Landschaft. Das zeigt sich am Beispiel der Insel Usedom, wo seit der schwedischen Landesaufnahme im Jahr 1693 ca. 40 Millionen Kubikmeter Sedimentmaterial von den eiszeitlichen Inselkernen abgetragen und im Bereich des Peenemünder Hakens bzw. der Swinepforte ca. 25 Millionen Kubikmeter Material, also etwa 60 Prozent, angelagert worden sind. Der Flächenzuwachs durch die Bildung von Flachküsten übertrifft dabei deutlich den Flächenabtrag der Steilküsten.8

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Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638538541
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v60096
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Note
1,3
Schlagworte
Landschaftsökologische Beschreibung Insel Usedom Vorlesung Landschaftsökologie

Autor

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Titel: Landschaftsökologische Beschreibung der Insel Usedom