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Die Darstellung des Unternehmensgewinns unter Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung

Seminararbeit 2005 16 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff und Sinn einer Deckungsbeitragsrechnung
2.1 Begriff und Wesen des Deckungsbeitrags
2.2 Grundtypen der Deckungsbeitragsrechnung
2.3 Anwendung der Grundtypen

3. Möglichkeiten des Controllers bei der Handhabung
3.1 Anwendung in der Praxis
3.2 Nutzen der Deckungsbeitragsrechnung
3.3 Optimierung der Deckungsbeitragsrechnung

4. Fazit

1. Einleitung

Die Herstellung von Produkten verursacht Kosten, die nur zum Teil den einzelnen Produkten sicher zugeordnet werden können. Zum Beispiel können die Fertigungsteile und die Fertigungslöhne direkt dem hergestellten Produkt zugeordnet werden. Darüber hinaus werden aber Kosten verursacht, die nicht direkt zuordenbar sind. So beispielsweise die EDV‑Kosten für die Verwaltung. Diese Kosten werden in der Theorie Gemeinkosten genannt und die Zurechnung dieser Kosten auf das einzelne Produkt gestaltet sich schwierig, da es aufwendig und ungenau ist. Demnach muss eine andere Methode genutzt werden, um den Erfolg eines Produktes zu messen. Der Controller nimmt den erzielten Verkaufspreis des Produktes und zieht davon die wirklich direkt zuzuordnenden Kosten ab. Der Rest ist der Beitrag dieses Produktes zur Deckung der Gemeinkosten, der Deckungsbeitrag.[1]

Der Deckungsbeitrag wird innerhalb des Berichtswesens durch die Deckungsbeitragsrechnung dargestellt.

Das Berichtswesen stellt die Kommunikationsbrücke zwischen Management und Controlling dar. Die wesentlichste Aufgabe an das Berichtswesen ist die Entscheidungsunterstützung des Managements. Um dies zu gewährleisten muss das Reporting (Berichtswesen) die Erfolgstreiber des Unternehmens abbilden, am Bedarf der Controlling-Kunden orientiert sein und eine Ergebnis-, Abweichungs- und Maßnahmendiskussion unterstützen.[2]

Damit diese Anforderungen an die Deckungsbeitragsrechnung erfüllt werden, muss diese verschiedenen Kriterien genügen.

In diesem Report wird dargestellt, wie eine Deckungsbeitragsrechnung aufgebaut ist, welche hauptsächlichen Anwendungsgebiete für sie genutzt werden und welche Form der Deckungsbeitragsrechnung in dem Unternehmen X angewandt wird. Außerdem werden unterschiedliche Optimierungsbetrachtungen aufgezeigt.[3]

2. Der Begriff und Sinn einer Deckungsbeitragsrechnung

2.1 Begriff und Wesen des Deckungsbeitrags

Als Deckungsbeitrag bezeichnet man die Ausgestaltung von Teilkostenrechnungssystemen, in denen der Überschuss der Erlöse über bestimmte Teilkosten als Deckungsbeitrag ausgewiesen wird. Der Deckungsbeitrag wird dabei ausgehend vom Erlös retrograd gerechnet.[4]

Teilkostenrechnungssysteme sind dabei im Gegensatz zu Vollkostenrechnungen solche Kostenrechnungssysteme, bei denen nicht alle Kosten den betrieblichen Leistungen zugeordnet werden. Während in der Vollkostenrechnung versucht wird, alle Kosten, auch die nicht volumenabhängigen Kosten, proportional auf die betrieblichen Leistungen zuzurechnen, begnügen sich die Teilkostenrechnungssysteme damit, ausschließlich die volumenabhängigen (beschäftigungsabhängigen) Kosten den Leistungen/Produkten zuzurechnen. Die übrigen nicht volumenabhängigen Kosten werden über die Deckungsbeiträge gedeckt.[5]

Entstanden sind Teilkostenrechnungssysteme, die auf Ist-, Normal- oder Plankosten aufbauen können durch die Notwendigkeit, entscheidungsrelevante Kosteninformationen für kurzfristige Entscheidungsprobleme wie Produktions- und Absatzprogrammgestaltung, Eigenerstellung oder Fremdbezug, Sortimentsplanung, Zusatzauftragsannahme und ähnlicher Problemstellungen zu erhalten. Ihre eigentliche Bedeutung erlangen sie im Rahmen von Planungsrechnungen zur Vorbereitung kurzfristiger Entscheidungen auf der Basis von Plankosten. Darüber hinaus sind aber auch die Unzulänglichkeiten der Vollkostenrechnung bei der Erfolgsanalyse und der Erfolgsplanung sowie bei der Kostenkontrolle und Kostenplanung ausschlaggebend für die Entwicklung der Deckungsbeitragsrechnung. Insbesondere die Planung und Analyse des Betriebsergebnisses verlangen nach einem Ergebnisaufbau nach dem Deckungsbeitragsprinzip.[6]

2.2 Grundtypen der Deckungsbeitragsrechnung

Deckungsbeitragsrechnungen lassen sich auf zwei Grundtypen zurückführen. Beim ersten Typ werden die Kosten in Abhängigkeit zur Beschäftigung in fixe und proportionale Kostenbestandteile aufgespaltet. Den Kostenträgern werden nur die proportionalen Kosten zugerechnet. Diese Verfahren werden als "direct costing" bezeichnet. Sofern die neben der Beschäftigung wirkenden Kosteneinflussfaktoren konstant bleiben, ermöglichen diese Verfahren eine Zurechnung aller beschäftigungsabhängigen (variablen) Kosten auf die Kostenträger. Unterschieden werden kann darüber hinaus, ob die nicht direkt zugerechneten Fixkosten als Gesamtblock oder zerlegt in verschiedene Teilblöcke verrechnet werden. Entsprechend liegt eine einstufige oder eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung vor. Einstufige Deckungsbeitragsrechnungen werden vorwiegend in Fertigungsunternehmen eingesetzt und mehrstufige vorwiegend in Dienstleistungsunternehmen.[7]

Der Deckungsbeitrag beim direct costing erlaubt die Ermittlung der Gewinnschwellenmenge, d. h. der Menge an abzusetzenden Produkten, deren Deckungsbeitragssumme gerade ausreicht, um die fixen Kosten zu decken (kritische Menge). Dieser Sachverhalt lässt sich auch graphisch darstellen, indem man die Fixkosten und die Deckungsbeitragsfunktion DB(x) über der Absatzmenge x aufträgt. Die kritische Menge ergibt sich dann aus dem Schnittpunkt der Deckungsbeitragsfunktion mit der Fixkostengerade, dem sogenannten "break even point".[8]

Abbildung 1: Kritische Menge und break even point

Quelle: Jung, Dr. H. (2001), S. 1107.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kritische Menge Absatzmenge x

Der zweite Grundtyp der Deckungsbeitragsrechnung rechnet die Kosten nach dem Identitätsprinzip einem Zurechnungsobjekt zu. Zurechnungsobjekte können dabei Kostenstellen, Kostenträger, Kostenträgergruppen, Aufträge, Projekte etc. oder das Gesamtunternehmen sein. Alle Kosten werden nur als Einzelkosten zugerechnet. Dies bedeutet, dass eine Zurechnung nur auf ein solches Zurechnungsobjekt erfolgen kann, bei dem eine Einzelkostenbeziehung besteht. Die Kosten sind also in Abhängigkeit von ihrer Zurechenbarkeit relativ als Einzelkosten zu sehen. Entsprechend wird dieser Grundtyp der Deckungsbeitragsrechnung auch als relative Einzelkostenrechnung bezeichnet.[9]

Abbildung 2: Grundtypen der Deckungsbeitragsrechnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Klein, Dr. A., Vikas, Prof. Dr. K., Zehetner, Dr. K., (2003), Heft 4, S. 2.

2.3 Anwendung der Grundtypen

Für den Aufbau einer Deckungsbeitragsrechnung mit relativen Einzelkosten sind die Kosten in Leistungskosten und Bereitschaftskosten zu unterscheiden. Leistungskosten sind dabei direkt den einzelnen Produkten, Aufträgen, Kostenträgern zurechenbar. Bereitschaftskosten müssen ihrerseits unterschieden werden, inwieweit sie zumindest einer Produktgruppe, einem Bereich, einer Region zugerechnet werden können.[10]

Solche Bereitschaftskosten werden als Bereitschaftskosten I bezeichnet. Bereitschaftskosten, die nur dem Gesamtunternehmen als Einzelkosten zugerechnet werden können, fallen in die Kategorie der Bereitschaftskosten II. Im Unterschied zum vorher dargestellten Typ der Deckungsbeitragsrechnung (einstufig oder mehrstufig) steht bei der Einzelkostenrechnung nicht das Verhalten der Kosten zur Beschäftigung im Vordergrund, sondern deren Zurechenbarkeit. Der Stückdeckungsbeitrag wird als Differenz aus Nettopreis und Stückeinzelkosten definiert.[11]

Abbildung 3: Deckungsbeitragsrechnung mit relativen Einzelkosten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Klein, Dr. A., Vikas, Prof. Dr. K., Zehetner, Dr. K., (2003), Heft 4, S. 2.

= Deckungsbeitrag

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden lediglich die variablen Kosten von den Umsatzerlösen subtrahiert.

Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung wird der Deckungsbeitrag I wie der Deckungsbeitrag bei der einstufigen Rechnung ermittelt. Beim Deckungsbeitrag II werden die erzeugnisfixen Kosten, das ist der Teil der Kosten, die direkt einem Kostenträger zugerechnet werden können, vom Deckungsbeitrag I subtrahiert. Der Deckungsbeitrag III errechnet sich durch den Abzug der erzeugnisgruppenfixen Kosten, diese können dem Kostenträger nicht direkt zugeordnet werden, vom Deckungsbeitrag II.

Vom ermittelten Deckungsbeitrag III lässt sich nun der Deckungsbeitrag IV also der Gewinn, durch die Subtraktion der unternehmensfixen Kosten, diese Kosten lassen sich nicht mehr verursachungsgerecht einer Kostenträgergruppe zuordnen, berechnen.[12]

Im Folgenden werden beide Möglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung mit Hilfe eines erdachten Beispiels erläutert.

[...]


[1] Vgl. Bleiber, R. (2004),S. 102 f.

[2] Vgl. Waniczek, M. (2004), http://www.controlling-portal.org/3/Briefing/11/11.shtml.

[3] Vgl o. V. (Hrsgb.), (2004).

[4] Vgl. Deitermann, M. (1993), S. 393 f.

[5] Blank, A. (1996), S. 249.

[6] Vgl. Weber, P. (1996), S. 313 f.

[7] Vgl. Klein, A. (2003), S. 4/1.

[8] Vgl. Jung, Dr. H. (2001), S. 1106 f.

[9] Vgl. Klein, A. (2003), S. 4/1.

[10] Vgl. Meffle, Prof. Dr. G. (1995), S. 178 f.

[11] Vgl. Meffle, Prof. Dr. G. (1995), S. 178 f.

[12] Vgl. Jung, Prof. Dr. H. (2001), S. 1111.

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638548724
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v61404
Institution / Hochschule
Berufsakademie Berlin
Note
2,7
Schlagworte
Darstellung Unternehmensgewinns Anwendung Deckungsbeitragsrechnung

Autor

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