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Islamischer Fundamentalismus in der EU - Eine Bedrohung für Europa?

Seminararbeit 2001 94 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinitionen
1.2 Europäische Wahrnehmungen
1.3 Muslimische Wahrnehmungen
1.4 Bemerkung zum Islam
1.5 Religiöser Fundamentalismus
1.6 Politischer Fundamentalismus
1.7 Islamismus und Faschismus
1.8 Die Verschiedenartigkeit der Ausrichtungen
1.9 Die Ursachen des Islamismus

2. Was macht Islamismus gefährlich?
2.1 Universalismus
2.2 Politischer Machtanspruch
2.3 Angriff auf die Demokratie
2.4 Missachtung nationaler Gesetze
2.5 Die Frage der Menschenrechte
2.6 Gesellschaftlicher Konflikt
2.7 Die Frage des Bevölkerungswachstums

3. Politische Wechselwirkungen
3.1 Weltpolitische Anteilnahme
3.1.1 Iran: die Revolution
3.1.2 Algerien: die Wahl
3.1.3 Türkei: die Kurden
3.1.4 Israel: die Palästinenser
3.1.5 Irak: der Golfkrieg
3.1.6 Pakistan: die Bombe
3.1.7 Philippinen: die Entführung
3.2 Bosnien - eine europäische Tragödie
3.2.1 Islam und Islamismus auf dem Balkan
3.2.2 Unscharfe Politik und die Folgen
3.2.3 Der Völkermord
3.2.4 Die europäischen Verwicklungen
3.2.5 Erstarken des Islamismus
3.2.6 Mazedonien - der nächste Schritt?
3.3 Wechselwirksame Mechanismen

4. Arabischer Islamismus in Frankreich
4.1 Zur Ausgangssituation
4.2 Integration der Muslime
4.3 Reaktionen auf die Weltpolitik
4.4 Die Attentatsserie 1995
4.5 Algerien als Treibkraft
4.6 Finanzielle Vernetzungen
4.7 Die Reislamisierung der Jugendlichen
4.8 Laizismus und Islamismus
4.9 Schlussfolgerungen

5. Türkischer Islamismus in Deutschland
5.1 Zur Ausgangssituation
5.2 Integration der Muslime
5.3 Der Kalif von Köln
5.4 Die Kurdenproblematik
5.5 Islamismus in Deutschland
5.6 Schlussfolgerungen

6. Andere Länder der EU
6.1 Österreich
6.2 Großbritannien
6.3 Spanien
6.4 Niederlande

7. Europa, der Islam und die Islamisten
7.1 Historische Erinnerungen
7.2 Europäische Muslime - eine homogene Gruppe?
7.3 Einwanderungspolitik
7.4 Islamistischer Einfluss auf die EU-Innenpolitik
7.5 Islamistischer Einfluss auf die EU-Außenpolitik
7.6 Wie sollen westliche Regierungen agieren?
7.7 Die Türkei als Brücke

8. Ausblick

9. Literatur- und Quellenverzeichnis
9.1 Bücher, Buchbeiträge und Berichte
9.2 Artikel
9.3 Internet

10. Stichwortverzeichnis

1. Einleitung

Islamischer Fundamentalismus oder Islamismus wurde in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren ein wichtiges Thema der Weltpresse. Diese Seminararbeit beschäf- tigt sich speziell mit dem islamischen Fundamentalismus auf dem Territorium der Europäischen Union. Dabei müssen vorerst die verschiedenen möglichen Definitio- nen der in Literatur und Presse verwendeten Begriffe skizziert und die grundlegen- den und politisch relevanten Ausrichtungen beschrieben werden, die nicht nur für den Nahen Osten, das anerkannte Zentrum islamischer Kultur, sondern selbstver- ständlich auch für Europa gelten. In der Öffentlichkeit werden muslimische Religi- on und islamistische Gewalt häufig vermischt, deshalb ist die Darstellung von Ge- meinsamkeiten und Abgrenzungen zwischen Islam und Islamismus von großer Be- deutung.

In dieser Seminararbeit untersuche ich das Entstehen und Vorkommen islamistischer Tendenzen speziell in der EU, die Wechselwirkungen zwischen Religion und Politik einerseits sowie den europäischen muslimischen Gemeinden und den politischen Vorgängen in islamischen Ländern andererseits. In weiterer Folge möchte ich die Beeinflussungsmechanismen zwischen Islamismus in Europa und der europäischen Innen- und Außenpolitik herausarbeiten. Die europäische Immigrationspolitik wird zwar gestreift, ist jedoch kein eigenes Thema dieser Arbeit.

Reflexionen über die Situation in Frankreich und Deutschland nehmen einen zentra- len Raum ein, da die größten muslimischen Gemeinden und Gruppierungen Europas in diesen Ländern leben. Kürzere Betrachtungen islamistischer Tendenzen in ande- ren Ländern der EU wie Österreich und Großbritannien dienen der Vervollständi- gung des Bildes. Diese Abschnitte gehen zum tieferen Verständnis auch auf die all- gemeine Situation der islamischen Bevölkerung im jeweiligen Land ein, ohne diese jedoch zum zentralen Thema zu machen; im Mittelpunkt soll jeweils der Islamismus stehen.

Die vorhandene Literatur bewegt sich generell in zwei unterschiedliche Richtungen: Ein Teil der Autoren behandelt den islamischen Fundamentalismus aus einer globa- len Sicht heraus, beschreibt das Grundwesen und die Auswirkungen des Islamismus sowie seine Geschichte. Diese Autoren gehen intensiv auf die politische Situation und die Rolle der Islamisten im arabischen Raum, in der Türkei und im Iran ein.

Andere Autoren beschäftigen sich hingegen mit der Rolle des Islam und der muslimischen Bevölkerung in Europa, wobei letzterer Begriff nicht auf die Europäische Union begrenzt sein muss, sondern durchaus auch Länder wie die Schweiz und Norwegen, vor allem aber den Balken und Osteuropa erfasst.

Eine ganze Reihe von Büchern über den islamischen Fundamentalismus veröffent- lichte Bassam Tibi, der auf Arabisch, Englisch und Deutsch publiziert. Tibi kennt viele - speziell arabische - Originalquellen und streicht hauptsächlich die Gefahren hervor, die vom Islamismus für die Weltpolitik und die westliche Gesellschaft aus- gehen. Was mir sehr wichtig erscheint, ist die Tatsache, dass Bassam Tibi selbst gläubiger Muslim ist und als deutscher Professor für Politikwissenschaft mit syri- scher Herkunft sowohl mit der arabisch-islamischen wie auch mit der europäischen Geisteswelt vertraut ist. Tibis Bücher waren mir eine wichtige Quelle für das Be- greifen des islamistischen Phänomens und für die Abgrenzung zwischen der musli- mischen Religion und dem gewalttätigen Fundamentalismus.

Die Problematik des Islamismus in Europa und speziell in der EU ist in der Literatur erst sehr wenig beleuchtet worden und die vorhandenen Quellen gehen zumeist nur auf einen Detailbereich oder auf ein ganz bestimmtes Land ein. Diese Seminararbeit soll dazu beitragen, die Thematik des Islamismus in der EU umfassender darzustellen und gleichzeitig die politischen Wechselwirkungen zwischen Ereignissen in islamischen Staaten und der muslimischen Bevölkerung Europas sowie die politischen Konsequenzen für die Europäische Union aufzuzeigen.

Folglich stammt ein bedeutender Teil meiner Quellen aus der Tagespresse der euro- päischen Länder, die mir aufgrund meiner Sprachkenntnisse gut zugänglich ist.1 Das Tagesgeschehen ist ein Gradmesser der Integration von Muslimen in die europäi- sche Gesellschaft und vor allem ein wichtiger Anhaltspunkt für islamistische Aktio- nen in der EU.

Auf die folgenden Fragen soll eine Antwort gefunden werden: Welche Gefahr stellt der Islamismus für Europa tatsächlich dar und welche Erfahrungen haben die euro- päischen Länder damit bisher gemacht? Auf welche Weise soll Europa mit seinen Muslimen umgehen? Wie können wir dem gewalttätigen Islamismus in Europa ent- gegentreten?

1.1 Begriffsdefinitionen

In der Literatur werden unterschiedliche Begriffe verwendet, um die Thematik des islamischen oder islamistischen Fundamentalismus zu beschreiben. Gleichzeitig möchte ich Aufschluss darüber geben, in welcher Weise die Begriffe in dieser Seminararbeit verwendet werden.

Der Begriff Islam ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) ist die Bezeichnung einer Religion, ein Wort, das gleichzeitig mit der muslimischen Offenbarung des Propheten Muhammad entstand und philologisch auch mit dem arabischen Wort für den Frieden, sala:m ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]), verwandt ist. Von Autoren wie Bassam Tibi, Ali Daddy oder Fikret Aslan wird der Islam als eine tolerante Religion bezeichnet und als quasi perfekte Illustration dieser Behauptung zitieren sie Vers 256 der zweiten Sure des Koran ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]): „In der Religion gibt es keinen Zwang“2 ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten])3. Im Kontext dieser Seminararbeit werden die Begriffe Islam und muslimische Religion synonym gebraucht.

Der Begriff Fundamentalismus bezeichnet grundsätzlich die Bestrebung, zu den Wurzeln einer Ideologie oder Glaubensrichtung zurückzukehren. Fundamentalismen gibt es nicht nur religiöse, sondern auch politische, wirtschaftliche, wissenschaftli- che, etc. Außerdem sind Fundamentalismen quasi in jeder Religion anzutreffen.

Der Begriff Islamismus ist eine westliche Definition, die üblicherweise mit gewalt- tätigem islamischem Fundamentalismus gleichzusetzen ist.4 Der Islamismus ist eine intolerante Auslegung des Islam, die einerseits Universalismus beansprucht und an- dererseits auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ein anderer in der Literatur ver- wendeter Begriff ist der Revivalismus. Die Revivalisten versuchen, die Zeit auf das islamische goldene Zeitalter, nämlich die Jahrzehnte nach der Hidschra (622 n.Zr.5 ) zurückzudrehen. Im Französischen wird dafür heute auch der Begriff intégrisme verwendet, der eine Position bezeichnet, die jede Neuerung, Aktualisierung und Er- weiterung einer Geisteshaltung mit modernen Erkenntnissen kategorisch ablehnt.

Die in der Literatur verwendeten Begriffe können nur schwierig allgemeingültig be- stimmt werden, denn sie erhalten in unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedli- che Inhalte. Bassam Tibi stellt dazu fest, dass jene Strömung, die Menschen der westlichen Welt als Fundamentalismus und islamischen Fanatismus empfinden, bei den meisten Muslimen einfach Islam heißt und lediglich als eine Lesart oder Ausle- gung der islamischen Religion gilt. Außerdem seien Islamisten keine rein politi- schen Fanatiker - wie es der westlichen Auffassung entspricht -, sondern im Grun- de tief gläubige Muslime, die allerdings Gewalt als legitimes Mittel zur Verbreitung ihrer Ideale sehen.6 Die heute in arabischen Texten verwendete Bezeichnung für Is- lamisten ist das Wort ussuliyyu:n (NuilÓÁ), das im Grunde eine Übersetzung von Fun- damentalist darstellt. Diese Bezeichnung wurde offensichtlich notwendig, weil die meisten islamischen Staaten viel Energie dafür aufwenden, den ihre Souveränität bedrohenden Islamismus im eigenen Land zu bekämpfen.

Auch in den europäischen Sprachen ist die Begriffsverwendung oft nicht eindeutig bzw. vermag sich von Land zu Land und daher von Sprache zu Sprache zu ändern. Dies fällt speziell bei der Lektüre deutscher, englischer, französischer, spanischer und italienischer Quellen auf. Die folgende Tabelle soll diese Gefahr der begrifflichen Unschärfe und der möglichen Verwechslung deutlich machen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Europäische Wahrnehmungen

In den 90er-Jahren wurde der Islam in der gesamten Weltpolitik von westlichen und somit auch europäischen Staaten zumeist als Bedrohung wahrgenommen: Saddam Hussein, die iranischen Ayatollahs, der islamische Revivalismus in Algerien, Tune- sien, Ägypten und der Türkei, afrikanische und türkische Immigrationswellen nach Europa sowie Arbeitslosigkeit, politische und religiöse Verfolgung in islamischen Ländern.7

Immerhin führte diese Wahrnehmung dazu, dass Länder wie Frankreich und Spanien das Interesse der EU mehr auf den Süden denn auf Osteuropa lenken wollten, um quasi die „Südflanke“ zu sichern.8

Generell scheinen islamische Religion und Kultur kein Thema für europäische Me- dien zu sein. Sehr wohl wird hingegen über islamistische Umtriebe berichtet, über Ereignisse, die als Bedrohung empfunden werden können oder eine solche tatsäch- lich darstellen.

Die Existenz realer außenpolitischer und auch innenpolitischer, islamistischer Ge- fahren führt vor allem bei weniger gut informierten Journalisten9 dazu, die islami- sche Religion mit islamistischer Gewalt gleichzusetzen, was in vielen Fällen zu ei- ner regelrechten verbalen Hetzjagd auf die muslimische Bevölkerung und ihre Kul- tur führt. Speziell in Folge von Bombenattentaten, Entführungen und kriegerischen Auseinandersetzungen tritt diese Art von Journalismus auf, die im Grunde als Pro- paganda im negativen Sinn bezeichnet werden muss. Zahlreiche Beispiele dafür gibt es laut John L. Esposito in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA.10 Dass auch der Islamismus selbst keineswegs eine einheitliche Bewegung darstellt, sondern zahlreiche und sehr unterschiedliche Facetten besitzt, die von so- zialen Hilfswerken bis zu gewalttätigen Terrororganisationen reichen, verkompli- ziert die Situation zusätzlich.

1.3 Muslimische Wahrnehmungen

Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass diese Thematik zwei Auffassungen besitzt, möchte ich versuchen, die Ereignisse einmal von der anderen Seite her zu betrachten und herauszuarbeiten, wie denn eigentlich die muslimische Wahrnehmung aussieht. Auf dieselben politischen Ereignisse reagiert nämlich die muslimische Welt in der Regel völlig unterschiedlich.

Eine gewisse Rolle für das Entstehen des Islamismus spielt bereits der Sechstagekrieg von 1967, den Israel aufgrund einer massiven Bedrohung durch mehrere arabische Staaten als Präventivkrieg führte. In diesem Krieg wurden die arabischen Armeen vernichtend geschlagen und das israelische Staatsgebiet quasi verdreifacht. Den meisten Muslimen ist diese Niederlage als eine Demütigung durch den jüdischchristlichen Westen in Erinnerung.

Die Revolution im Iran wurde in der islamischen Welt als Zerstörung einer durch den Westen gestützten Diktatur des Schahs gesehen. Ayatollah Khomeini errichtete einen islamischen Gottesstaat, der seither fundamentalistisch regiert wird. Dass der iranische Islamismus kaum in die übrige islamische Welt exportiert werden konnte, liegt daran, dass die Iraner der schiitischen Glaubensrichtung angehören, während die Mehrheit der Muslime in der ganzen Welt Sunniten sind. Seit der Machtübernahme der fundamentalistischen Mullahs unterstützt der Iran islamistische Gruppen und Terrororganisationen finanziell und logistisch.

Im Afghanistan-Krieg erlebten Muslime, dass sie eine Großmacht in die Knie zwin- gen konnten. Nicht nur, dass die Sowjetunion diesen Krieg verlor, leistete die Nie- derlage offensichtlich auch einen Beitrag zum Zusammenbruch des Kommunismus. Viele Muslime folgerten daraus, dass nach diesem Sieg auch die andere Weltmacht, nämlich die USA und die gesamte westliche Welt, niedergerungen werden könn- ten.11

Die Satanischen Verse des pakistanisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie verbitterten die islamische Welt. Dieses Buch wurde als Angriff auf die muslimi- sche Religion und als Blasphemie empfunden - am stärksten allerdings von jenen Muslimen, die das Buch gar nicht kennen. Die von den Urhebern verfilmte öffentli- che Verbrennung des Buches sensibilisierte die islamische Welt, während derselbe Film westliche Betrachter an die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten erinnerte. Ayatollah Khomeini nahm die Gelegenheit wahr, eine Art Führungsrolle für alle Muslime zu übernehmen, und gab die bekannte Fatwa mit dem Todesurteil für den Autor bekannt.12

Die Invasion des Irak in Kuwait führte unter Muslimen kaum zu Protesten, aller- dings löste der darauf folgende Golfkrieg eine Reaktion aus, mit der die westliche Welt wohl nicht gerechnet hat und die außerhalb der islamischen Länder auch kaum wahrgenommen wird. Obwohl islamische Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien und Syrien maßgeblich am Krieg beteiligt waren und der saudische König selbst sein Land als Aufmarschgebiet angeboten hatte, wurde dieser Krieg von den meisten Muslimen abgelehnt und als ein Kreuzzug des Westens gegen den Islam empfunden. Quasi über Nacht avancierte der zuvor auch von vielen Muslimen abgelehnte oder sogar gehasste Saddam Hussein zu einem Helden des Islam, der es sozusagen wag- te, der westlichen Dominanz und Überheblichkeit die Stirn zu bieten. Saddam Hus- sein verwendete im Laufe des Golfkriegs in seiner Propaganda islamistische Denk- muster und Argumente, womit es ihm tatsächlich gelang, die Islamisten in der gan- zen Welt - und so auch in Europa - für seine Sache zu gewinnen. Der Golfkrieg schlug offensichtlich eine Wunde in das gesamtislamische Gemeinschaftsgefühl und gilt nach wie vor als Demütigung der islamischen Welt durch die westlichen Demo- kratien und das Christentum.13

Einer besonderen Bedeutung kommt der Krieg in Bosnien zu. Dieser wird von den meisten Muslimen als Fortsetzung des westlich-christlichen Feldzuges gegen den Islam gesehen, der im Golfkrieg begonnen hat. In den Augen der islamischen Welt hat es der Westen verabsäumt, die von ihm propagierten und von anderen Ländern geforderten Ideale auf seinem eigenen Territorium zu verteidigen. Darüber hinaus hätte der Westen eine islamische Bevölkerung zur Vernichtung freigegeben. Dass der Krieg in Bosnien ein christlicher Feldzug gegen den Islam sei, wurde überdies von den serbischen Aggressoren oftmals und offiziell ausgesprochen.14 Sogar nach Beendigung des Krieges in Bosnien gelingt es radikalen Serben durch Störaktionen und Bedrohungen, den Wiederaufbau von Moscheen zu unterbinden, die sie selbst während des Krieges zerstört hatten.15 Eine ähnliche Wirkung dürfte auch der russländische Krieg gegen die Tschetschenen haben.16

Versuche islamischer Regierungen, bezüglich des Islamismusproblems mit westlichen Regierungen Kooperationen einzugehen, schlugen bisher zumeist fehl. Was auf westlicher Seite wohl auf Verkennung der Lage oder sogar Gleichgültigkeit zurückzuführen ist, mag von den Regierungen der islamischen Länder eher als Missachtung der islamischen Kultur verstanden werden.

Die drohende Bürgerkriegsgefahr in Mazedonien zwischen albanischer Minderheit und mazedonischer Mehrheit könnte das nächste Kapitel dieser Geschichte werden, denn fast 80% aller Albaner sind Muslime. Eine ähnliche Interpretation eines sol- chen Krieges durch die islamische Welt wie im Fall Bosnien ist sehr wahrscheinlich.

1.4 Bemerkung zum Islam

Europäer und Amerikaner sind leicht geneigt, die Lehre des Islam mit dem isla- mistischen Fundamentalismus zu verwechseln bzw. zu identifizieren. Speziell wäh- rend der letzten zehn bis zwanzig Jahre wurde im Westen die islamische Religion nämlich fast ausschließlich durch die ideologische Vermittlung der Islamisten wahr- genommen. Aufgeklärte Muslime wie Bassam Tibi wehren sich jedoch dagegen, die islamische Religion mit dem islamistischen Fundamentalismus gleichzusetzen. Er weist darüber hinaus nach, dass der gewalttätige Islamismus keineswegs mit der Lehre oder Religion des Islam gerechtfertigt werden kann17. Während sich Tibi in seiner Argumentation sehr stark auf die Geschichte stützt und lediglich in den Kern- punkten die islamischen Schriften heranzieht, arbeitet Ali Daddy zur Gänze mit den islamischen Originaltexten und setzt den Argumenten der Islamisten jeweils Koran- zitate entgegen, die jenen profund widersprechen18.

Der Islam ist eine der großen und monotheistischen Weltreligionen, der heute (2001) ca. 1,3 Milliarden Menschen angehören. Das heilige Buch des Islam, der Ko- ran/Qur’a:n (NÚrÑ), gilt als Wort Gottes, das durch den Mund des letzten und wich- tigsten Propheten Muhammad (dm`Í) in arabischer Sprache offenbart wurde. Die zweite maßgebliche Textsammlung, die Hadith (öÉdÀ) oder Sunna (änÓ), beschreibt das Leben des Propheten und seiner Anhänger und wird zur Beantwortung von Fra- gen herangezogen, die im Koran nicht behandelt sind. Diese Textsammlung enthält auch die so genannte Schari’a (äoÉr×), welche die Quelle für die islamische Gesetz- gebung darstellt.

Ein wichtiges Merkmal des Islam ist, dass dieser Begriff nicht nur für eine Religion steht, sondern Regeln und Formen für alle Bereiche des Lebens beschreibt und vorgibt. Der Islam ist eine Lebensweise:

Islam is not only a religion: it is a comprehensive way of life, catering for all the fields of human existence. Islam provides guidance for all aspects of life - individual and social, material and moral, economic and political, legal and cultural, national and international.19

Die islamische Religion verlangt von ihren Gläubigen Toleranz und ein friedliches Zusammenleben mit den Menschen anderer Herkunft. Da gibt es einmal die bereits erwähnte koranische Aussage, dass Religion nicht erzwungen werden darf20, mehrere Erklärungen, die sich auf eine Akzeptanz von Christentum und Judentum beziehen, und im Zusammenhang mit Gewalt gegenüber Andersgläubigen erklärt der Koran, dass die Auslöschung eines Lebens mit der Auslöschung der gesamten Menschheit vergleichbar ist21. Der Islam ist eine offene Religion, die jeden aufnimmt, der das will, die jedoch niemandem aufgedrängt wird.

22.[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Die muslimische Religion steht jedem offen, ohne dass sie irgend jemandem aufgezwungen würde. (Übers. d. Verf.)

Die Zugehörigkeit zur islamischen Religion, sagt Nikola Tietze, hat für viele in Eu- ropa lebende Muslime oder Menschen muslimischer Herkunft eine große Bedeu- tung, die keineswegs nur religiöse Ursachen hat, sondern auch oder vor allem sozia- le. Mit ihrer Identität als Ausländer, d.h. Araber, Türke, Bosnier oder Iraner, sehen sich diese Menschen in Europa in eine Außenseiterposition gedrängt und somit dem Autochthonen sozial und politisch untergeordnet. Hingegen steht der Muslim auf der gleichen Stufe wie ein Christ. Man steht als Anhänger einer der großen Weltreligionen dem Christen „quasi in Augenhöhe gegenüber“. 23

Wie auch andere Religionen und Ideologien kennt der Islam das Phänomen, dass viele Menschen ihr Leben nicht ganz genau nach den heiligen Schriften und Regeln ausrichten. Diese Abweichungen existieren praktisch in allen islamischen Ländern, ganz besonders aber bei den muslimischen Bevölkerungsgruppen in Europa. Der islamische Fundamentalismus knüpft an dieser Stelle an und möchte Muslime wie- der völlig auf die Linie der Schriften zurückbringen. Dabei gibt es Gruppierungen, die das durch friedliche Maßnahmen, Vorleben eines Vorbildes und Missionierung erreichen wollen, wie auch jene Gruppen, denen Gewalt ein probates Mittel zur Durchsetzung ihrer Ideen erscheint. Nur letztere sind jene, die in der westlichen Welt und in einem Großteil der Literatur üblicherweise als Islamisten identifiziert werden.

1.5 Religiöser Fundamentalismus

Islamisten geben vor, die ursprüngliche Version der muslimischen Religion zu propagieren. Es ginge also lediglich um einen religiösen Fundamentalismus. Alles Politische sei ja ohnehin dem Glauben unterzuordnen. Religion übt auf die Menschen in der Regel eine viel stärkere Wirkung aus als Politik, weshalb Bassam Tibi den Islamismus, der laut seiner Definition einer politischen Ideologie eine religiöse Form gibt, als besonders gefährlich einstuft. Der Autor entlarvt den Islamismus als eine religiös verbrämte weltpolitische Ideologie:

Im Fall der islamischen Zivilisation nimmt der religiöse Fundamentalismus die Gestalt einer weltpolitischen Ideologie an, deren Ordnungsvorstellungen die Illusion einer von einer islamischen Weltmacht getragenen Weltordnung - eine pax islamica als Ersatz für eine pax americana - enthalten.24

Ein typisches Merkmal der Politisierung des islamischen Fundamentalismus ist sein universeller Geltungsanspruch. Islamische Fundamentalisten meinen, der Islam sei von Gott für die gesamte Menschheit geschaffen worden und von dieser demnach auch zu akzeptieren. Im Gegensatz dazu stehen etwa jüdischer Fundamentalismus, der sich mit einem Groß-Israel (!"#$% &#"/Eretz Israel25 ) begnügt, sowie der hindu- istische Fundamentalismus, dem es lediglich um Hindustan geht; diese beiden Fun- damentalismen streben also eine rein lokale oder regionale Ordnung an.26

Der Imam ist ein Vorbeter - der allerdings auch Rechtsautorität besitzt und ein Rechtsgutachten, die so genannte Fatwa (ÅutÆ), herausgeben kann -, während der Kalif ein politischer Führer ist. Die Rolle des Kalifen ist jedoch im Koran nicht be- legt.27

Es liegt auf der Hand, dass jeder universelle Anspruch einer Religion bzw. eines po- litischen Systems Konflikte vorprogrammiert. Historisch hat in diesem Zusammen- hang das Christentum eine lange Geschichte von Kriegen vorzuweisen, während sich heute der islamische Fundamentalismus auf eine Reihe von Konflikten vorbe- reitet. Gerade im Kontext einer modernen aufgeklärten Zeit scheint es daher beson- ders wichtig zu sein, die Religion (z.B. den Islam) von einer politischen Bewegung zu trennen, die durchaus unter dem Deckmantel der Religion auftreten kann (z.B. der Islamismus).

1.6 Politischer Fundamentalismus

Der Islamismus geht einerseits von der muslimischen Religion aus, deutet dieses jedoch andererseits in ein intolerantes politisches System um.

Religion ist eine Ethik und ein Gottesglauben, politisierte Religionen hingegen sind Ideologien, die religiös-zivilisatorische Ordnungsvorstellungen predigen. Das ist ge- nau der Inhalt des religiösen Fundamentalismus, der nach Kommunismus und Fa- schismus als eine übernationale Ideologie auf die Bühne der Weltpolitik getreten ist.28

Islamisten meinen, dass der Islam gleichzeitig ein politisches System vorgäbe und der Ursprung jeder Demokratie sei. Bassam Tibi weist in seinen Büchern jedoch schlüssig nach, dass einerseits die islamische Schari’a keineswegs ein komplettes und ausdefiniertes Rechtssystem darstellt und andererseits weder der Koran noch die Hadith ein politisches System vorgibt oder beschreibt.29 In der Hadith gibt es so- gar einen Abschnitt mit dem Titel „Wer nicht nach der Macht strebt, dem wird Gott beistehen“30, also die eindeutige Aufforderung, keine Machtübernahme anzustreben.

Islamisten sind bestrebt, die durch die westliche Welt geprägte Weltordnung zu stürzen und an ihre Stelle ein islamisches System/Nizam Islami (éÍüÓA MaðÎ) zu setzen. Dieser Begriff stammt jedoch weder aus dem Koran noch aus der Überlieferung des Propheten, sondern ist eine neuarabische Übersetzung des westlichen Systembegriffs.31 Nur eine Gottesherrschaft/Hakimiyyat Allah (èlÌA äimikÀ) könne der Menschheit Frieden und Wohlstand bringen, sie gilt den Islamisten als einzig gültige und somit auch notwendige Alternative zur vom Westen geprägten Demokratie. Auch diese Idee ist in Koran und Hadith nicht belegt.32

Das Konzept des modernen Nationalstaats stammt aus Europa. Es wurde vor allem nach dem Westfälischen Frieden 1648 gültig, wobei Frankreich und England den Hauptteil zu seiner Entwicklung geleistet haben. Ein wichtiges Element des Natio- nalstaats ist die Souveränität des Staates nach außen hin sowie die Souveränität des Einzelnen, des Individuums, in seinem Inneren. Eine solche Souveränität wurde a- ber vom Islam niemals entwickelt.33 Die einzige historische Form islamischer Staa- tenbildung ist die eines Territorialstaats. Innere Souveränität fehlt den heutigen is- lamischen Staaten, ein homogenes Nationalvolk oder auch Staatsvolk existiert nor- malerweise nicht.34 Die Geschichte des Islam kennt eine Reihe Despotien und die heutigen islamischen Staaten haben selten etwas mit Demokratie im westlichen Sinn zu tun. Wo der Islamismus an die Macht kommt, stehen politische und religiöse Un- terdrückung auf der Tagesordnung, so beispielsweise im Iran, wo sogar friedliche Demonstrationen für freie Meinungsäußerung vom fundamentalistischen Regime blutig niedergeschlagen werden35.

Islamische Fundamentalisten kennen nur ein einziges für sie gültiges Rechtssystem, nämlich die Schari’a (äoÉr×), die Grundlage jeder islamischen Herrschaft und daher auch eines noch zu erreichenden Weltregierungssystems werden solle. In diesem Zusammenhang sehen Fundamentalisten das islamische Gesetz als ein bestehendes und vollständiges Rechtssystem, das für alle Zeiten und für die gesamte Menschheit gültig sei und darüber hinaus direkt von Gott gegeben wurde.36 Diese Rechtsauffas- sung ist ein weiteres Indiz für die politische Dimension des fundamentalistischen Islam.

Der Begriff Schura (ÅRu×) bedeutet Rat oder Beratung. Es gibt genau eine Stelle im Koran, wo dieses Wort als Substantiv in Verwendung ist, und zweimal kommt es als Verb vor. Der Begriff kommt im Zusammenhang damit vor, dass der Prophet sich für eine bestimmte Entscheidung mit seinen engsten Vertrauten beraten solle. Isla- misten nehmen diesen Begriff als Argument dafür, dass der Islam die erste und äl- teste Demokratie sei.37 Andererseits wurde der Wahlsieg der Islamisten in Algerien 1991 von einem bedeutenden Imam des Landes öffentlich als „Sieg des Islam und als eine Niederlage der Demokratie“38 gefeiert. Somit wird das, was die moderne oder westliche Welt unter Demokratie (auf Arabisch ebenfalls äiYArqmÉD/dimuqratija) zutiefst abgelehnt, und was in den Schura-Begriff des Koran hineingelegt wird, geht historisch gesehen in orientalischen Despotien unter.

Schari’a und Schura werden von Islamisten als Antwort auf die moderne Gesellschaftsordnung genannt. Die Verwirklichung der beiden Prinzipien in einer islamisch regierten Welt ist das Ziel, das es auch mit Gewalt durchzusetzen gilt.

Der islamische Fundamentalismus ist somit eine Reaktion auf die moderne, westlich geprägte Welt. Führende Islamisten wollen sehr wohl die wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften übernehmen, aber nicht das rationalistisch- säkularistisch geprägte Weltbild, das diese Entwicklung in der Geschichte des Wes- tens wohl erst ermöglichte. Bassam Tibi stellt klar, dass ein Zurückfallen hinter das Erreichte auch für die islamische Welt keineswegs wünschenswert ist. Gleichzeitig hätten die Muslime aber noch keinen Beitrag zur Entwicklung einer eigenständigen Moderne geleistet.39 Das Ansinnen, die wissenschaftlichen und technologischen Leistungen der westlichen Welt übernehmen zu wollen, ohne dabei jedoch Säkulari- tät, Laizismus, Demokratie und Individualismus zu akzeptieren oder auch nur anzu- erkennen, bezeichnet Bassam Tibi als den „islamischen Traum von der halben Mo- derne“.40

Bassam Tibi weist an vielen Stellen darauf hin, dass der Islamismus eine Gefahr für die westliche Welt, die bestehende Weltordnung und das friedliche Zusammenleben der Staaten miteinander darstellt. Außerdem stellt er wiederholt klar, dass der Isla- mismus rechtsextremistische Züge aufweist, denen es entgegenzutreten gilt; die Tat- sache, dass beispielsweise Türken in Deutschland Opfer von Neonazis werden, darf seiner Meinung nach nicht dazu führen, die totalitaristischen und antidemokrati- schen Züge des Islamismus zu verharmlosen oder gar zu übersehen:

Die nötige Auseinandersetzung mit der deutschen Ausländerfeindlichkeit als einer Form des Rechtsradikalismus darf nicht von der Auseinandersetzung mit dem islamischen Fundamentalismus als einer neuen Spielart des Totalitarismus entbinden. Diese politische Richtung behindert die Entfaltung eines demokratischen Euro-Islam und schadet dem Ruf des Islam unter Nicht-Muslimen.41

1.7 Islamismus und Faschismus

Normalerweise wird der islamische Fundamentalismus nicht in Zusammenhang mit faschistischen Ideen gesetzt, weil etwa die europäischen Muslime normalerweise zu Opfern von faschistischen Gruppierungen werden. Dennoch weisen mehrere Auto- ren auf die offensichtliche Verwandtschaft von Faschismus und Islamismus hin.

Neben den Ausführungen von Bassam Tibi kommt der Vorwurf des Faschismus in erster Linie von deutschen Gruppierungen, die zum überwiegenden Teil aus Türken bestehen, die aber politisch deutlich links stehen. Wie dem Buch Graue Wölfe heulen wieder42 zu entnehmen ist, steht die Klassifikation des Islamismus als faschistisch auch in einem Kontext mit der Kurdenproblematik, wobei die kurdische Arbeiterpartei PKK sich ebenfalls als politisch links bezeichnet.

Es stellt sich nun die Frage, ob Islamismus faschistisch ist, faschistische Züge aufweist oder mit dieser Weltanschauung überhaupt nichts zu tun hat.

In Deutschland ist eine Reihe von politischen, kulturellen und religiösen türkischen Organisationen tätig, die erstens enge Beziehungen zur türkischen Regierung sowie zu türkischen Fundamentalisten unterhalten und zweitens von den Autoren von „Graue Wölfe heulen wieder“ als rechtsextremistisch und faschistisch bezeichnet werden.

Die türkischen Zeitungen, die es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Öster- reich gibt, allen voran Hürriet, Sabah, Milli Gazete und Türkiye, geben sich betont national und arbeiten mit Überschriften, die zumindest als türkisch nationalistisch bezeichnet werden müssen und immer wieder sogar zu mehr oder weniger gewalt- samen Protestaktionen auch gegenüber deutschen Journalisten und Politikern aufru- fen. Hürriet trägt auf der Titelseite den Spruch „Die Türkei den Türken“ (Türkiye Türklerindir), eine Formulierung, die, wie die Autoren wohl zu Recht sagen, in Deutschland nur von Neonazis gebraucht wird.43 Der WDR-Redakteur Klaus Bed- narz wurde Opfer einer groß aufgemachten und von türkischen Tageszeitungen an- gezettelten Rufmord-Kampagne. Anlass war ein Kommentar des Journalisten am 18. März 1996 im TV, worin er die türkische Armee und ihren „völkermörderischen Krieg“ gegen die Türken mitverantwortlich für den Zulauf zur PKK gemacht hatte.44

Als nationalistisch und rechtsradikal bezeichnen Fikret Aslan und Kemal Bozay den über Kabel zu empfangenden Fernsehsender TRT. Der islamistischen Partei Erbakans steht der Sender Kanal 745, der stark religiös geprägt ist.

Seit Ende des zweiten Weltkrieges ist in der Türkei eine offensichtlich immer mas- siver werdende Re-Islamisierung im Gang. Türkische Fundamentalisten erhielten immer mehr Möglichkeiten, ihre Ideen zu verbreiten, der ursprünglich streng laizis- tische Staat führte in den 50er-Jahren einen freiwilligen Religionsunterricht an den Schulen ein, machte diesen jedoch zwanzig Jahre später verpflichtend. Koranschu- len und Moscheen wurden gebaut und heute verfügt die Türkei über mehr Moscheen als Schulen. Das türkische Ministerium für religiöse Angelegenheiten hat rund 100.000 Mitarbeiter. Islamischer Fundamentalismus, türkische Politik und der Krieg gegen die Kurden scheinen in der Türkei Hand in Hand zu gehen.46 Interessant scheint mir dabei, dass im Gegensatz zu dem von Bassam Tibi beschriebenen isla- mischen Fundamentalismus in der Türkei vor allem die ungebildete ländliche Be- völkerung dem islamischen Fundamentalismus zuströmt, während die städtische und gebildete Bevölkerung eher in liberalen und laizistisch ausgerichteten Kreisen zu finden ist.

Der Zusammenhang mit dem türkisch-islamischen Fundamentalismus in Europa ist darin zu sehen, dass die türkischen Regierungs- und Religionsorganisationen enge Verbindungen mit den europäischen Organisationen der Türken unterhalten, die aufgrund der hohen türkischen Bevölkerungskonzentration besonders in Deutsch- land anzutreffen sind.

Schulbücher werden im offiziellen türkischen Religionsunterricht an den deutschen Schulen zugelassen, die eindeutig türkischen Nationalismus fördern und die Ableh- nung von anderen Nationalitäten sowie Fremdenhass schüren. Ein wichtiges Ele- ment ist dabei die profunde militante Gegnerschaft gegenüber der kurdischen und armenischen Bevölkerungsgruppe in der Türkei, aber auch in Deutschland.

Ein völlig anderes - und außereuropäisches - Beispiel für rassistische Züge des Is- lamismus nennt Bassam Tibi in seinem Buch „Die fundamentalistische Herausfor- derung“. Im Zusammenhang mit der Erklärung, dass die islamische Religion es bis heute nicht geschafft hat, die Trennung der arabischen und im weiteren Sinn musli- mischen Völker in verschiedene Stämme mit unterschiedlicher und wechselnder po- litischer Gewichtung auszumerzen, weist er darauf hin, dass im fundamentalisti- schen Sudan die negroide Bevölkerungsgruppe der Dinka offen diskriminiert wird und heute einen Großteil der Slumbewohner der Hauptstadt Khartum stellt.47

Der Islamismus besitzt also Züge, die durchaus als faschistisch bezeichnet werden können. Trotzdem scheint mir die generelle Qualifikation des Islamismus als Fa- schismus unangebracht, da vereinfachend. Ich halte Faschismus lediglich für eine Beschreibung einzelner Elemente des Islamismus. Die Gesamtheit des Islamismus ist jedoch ein viel komplexeres Phänomen, das einerseits in der islamischen Religi- on verwurzelt ist, andererseits aber eine völlig intolerante Auslegung derselben ist und Politik sowie alle Lebensbereiche dem Islam unterordnet und gleichzeitig Universalität beansprucht.

1.8 Die Verschiedenartigkeit der Ausrichtungen

Wie an den unterschiedlichen Argumenten zu sehen ist, kann die Frage nach der Natur des Islamismus nicht so einfach beantwortet werden. Tatsache ist, dass der Islamismus mit verschiedenen Gesichtern auftritt. Von Muslimen grundsätzlich als eine Auslegung des Islam verstanden, reicht der Islamismus von sozial tätigen Wohlfahrtsorganisationen (z.B. in der Türkei und in Marokko) über politische Parteien (z.B. FIS in Algerien) bis zu militärischen und terroristischen Gruppierungen (z.B. die vom Iran gestützte Hamas und die Hisbollah).

Nicht nur der Islam kennt verschiedene Ausrichtungen und Konfessionen48, sondern auch der Islamismus hat eine reiche Palette unterschiedlicher Formen.49 Von der westlichen Presse und auch so manchem Buch westlicher Nahostexperten wird dem viel zu wenig Rechnung getragen.

Aussagen und Texte von Muslimen zeigen, dass darüber hinaus keine klare Grenze zwischen Islam und Islamismus existiert. Jede offizielle Handlung, die islamische oder islamistische Gruppierungen betrifft, muss daher behutsam überlegt und abge- wogen werden. Als die britische Regierung Anfang 2001 eine Liste von terroristi- schen Organisationen herausgab, die 21 islamische bzw. islamistische Organisatio- nen enthält, waren scharfe Proteste zahlreicher islamischer Gruppen und Muslime die Folge. Sie warfen der britischen Regierung die Unterstützung von (islamischen) Regimes vor, welche die muslimische Bevölkerung unterdrückten. Außerdem wurde die Liste als „Gift für die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Islam“ bezeichnet.50

1.9 Die Ursachen des Islamismus

Primär ist der islamische Fundamentalismus eine Reaktion auf die wirtschaftliche und militärische Übermacht der westlichen Welt, die von Muslimen oft als Bevor- mundung verstanden wird. Gegenüber dieser modernen Welt existiert eine muslimi- sche Welt, die mit tiefen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen hat.

Die Bevölkerung wächst in den islamischen Staaten stärker als in anderen Ländern: während Ayatollah Khomeini 1979 noch zu 700 Millionen Muslimen gesprochen hat, dürfte es heute, 2001, fast 1,3 Milliarden Muslime geben. Ein gutes Beispiel ist Algerien, wo die Bevölkerung von 9 Millionen 1962 auf 29 Millionen 1992 anstieg. Die Wirtschaft, die zudem all die Jahrzehnte an einer immer korrupteren Regierung litt, konnte mit diesem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten: die Ressourcen wurden pro Einwohner knapper und das Elend wuchs. 75% der Jugendlichen sind arbeitslos.51 Der Islamismus verspricht eine bessere Zukunft und bedient sich der Religion; reger Zulauf ist die Folge. Natürlich verstehen auch viele arabische Auto- ren, dass eine Hauptursache des Islamismus in der verheerenden wirtschaftlichen Lage vieler Muslime zu suchen ist und diese unter anderem eine Folge des rasanten Bevölkerungswachstums ist52.

Ähnliches gilt für die europäischen Muslime. Sie leben hauptsächlich in relativ schlechten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Kommt schließlich noch eine gesellschaftliche Diskriminierung hinzu, so muss die Zuwendung zum Islam sowie zum gewalttätigen Fundamentalismus als eine Art Gegenreaktion auf die äußere Situation verstanden werden. Die folgenden Kapitel werden diesen Hintergrund immer wieder aufgreifen und belegen.

Die Ausländerpolitik eines Landes steht zumindest im indirekten Zusammenhang mit dem Entstehen von Fundamentalismus. Da Islamismus eine Reaktion auf die Dominanz der westlichen Welt ist, reagieren muslimische Bevölkerungsgruppen besonders sensibel auf die Ausländerpolitik eines Landes sowie auf die Qualität des Kontaktes zur nicht-muslimischen Umwelt. Vereinfacht könnte man sagen: je schlechter die muslimische Bevölkerung in einem Land behandelt wird, desto empfänglicher ist sie für den islamistischen Fundamentalismus.

Jede Art von Fremdenhass scheint eine starke soziale Komponente zu inkludieren, wodurch die Unterscheidung, inwieweit eine ablehnende Haltung der Mehrheitsbevölkerung soziale oder xenophobe Hintergründe hat, erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht wird. Der umgekehrte Schluss aus diesem Zusammenhang bedeutet aber laut Heinz Fassmann, dass Xenophobie und Rassismus durch entsprechende Förderung und Bereitstellung von Ressourcen abgeschwächt und im Extremfall sogar eliminiert werden könnten:

Wer für den gleichberechtigten Zugang zu materiellen und immateriellen Ressourcen in der Gesellschaft sorgt, der entzieht der Fremdenfeindlichkeit weitgehend ihre Ba- sis.53

Das unleugbare Vorhandensein eines gewissen Fremdenhasses und der zunehmend bedrohliche islamistische Fundamentalismus führten zu einer prekären Situation in der öffentlichen Meinung. Einerseits ist es in den Augen von Bassam Tibi notwen- dig, gegen den Islamismus entschlossen aufzutreten, seine terroristischen Zentren zu zerschlagen und gegen islamistische Gewalttäter mit allen Mitteln des Rechtsstaats vorzugehen.54 Andererseits ist es schwierig geworden, offen gegen Gewalttätigkeit aufzutreten, die aus den Reihen von ethnischen Minderheiten oder Ausländern kommt.

Beispielsweise gab es 1989 in den Niederlanden nach der iranischen Verkündung des Todesurteils gegen den britisch-pakistanischen Schriftsteller Salman Rushdie und in Folge von öffentlichen Demonstrationen zur Unterstützung dieses Todesur- teils in Den Haag und Rotterdam Stimmen von Journalisten und Politikern, die eine Beendigung dieser Affäre forderten - dies nahmen manche zum Anlass, die nieder- ländische Regierung der „pauschalen Ablehnung des Islam“ zu bezichtigen.55

2. Was macht Islamismus gefährlich?

Mehrere Autoren, wie etwa Bassam Tibi, Fikret Aslan und David Pujadas, charakte- risieren den islamischen Fundamentalismus als gefährlich und für die westlich ori- entierte Staaten- und Wertegemeinschaft bedrohlich. Die folgenden Abschnitte be- schäftigen sich mit den Eigenschaften des Islamismus, die hinter dieser Gefährlichkeit stehen oder zu stehen scheinen.

2.1 Universalismus

Bassam Tibi führt in seinen Büchern unter Stützung auf zahlreiche arabische Origi- nalquellen sehr detailliert aus, dass der Islamismus einen universalistischen An- spruch hat. Das bedeutet, dass in den Augen der Islamisten der Islam und das isla- mische Gesetz das einzig richtige politische System für die Welt und die gesamte Menschheit sind. Dies gilt es in ihren Augen auch mit Gewalt durchzusetzen, um den Weltfrieden zu erlangen. Von der herrschenden westlichen Weltordnung seien lediglich die technischen Errungenschaften zu übernehmen - vor allem die Waffen- technologie! -, um dem Islam zur Weltherrschaft zu verhelfen. Das Individuum oder auch ein Staat im westlichen Sinn könne keinerlei Souveränität besitzen, denn aus- schließlich Gott sei souverän und jeder Mensch habe sich diesem unterzuordnen.

Islamisten behaupten weiters, der Islam sei die erste wahre Demokratie der Welt gewesen. Die Grundlage für diese Behauptung ist die Schura (ÅRu×), die jedoch le- diglich auf zwei Koran-Versen beruht, in denen der Prophet Muhammad aufgefor- dert wird, sich über seine Entscheidung mit den Vertrauten zu beraten. Ein weiter- gehendes Konzept fehlt gänzlich, außerdem ist demokratische Freiheit für das Indi- viduum, die in der westlichen Welt als selbstverständlich und verfassungskonform gilt, dem Muslim fremd, da in seinem Glauben ja jeder Einzelne der islamischen Umma (ämÏ) untergeordnet ist und lediglich Gott (èlÌA) Souveränität zukommt.

In diesem Zusammenhang stellt Bassim Tibi auch die berechtigte Frage, warum die Muslime im Lauf ihrer Geschichte immer wieder Tyranneien und Despotien unterworfen waren. Islamistische Antworten weisen lediglich darauf hin, dass Muslime eben nicht gemäß den Regeln des Islam gelebt hätten oder dass das Studium von Geschichte völlig irrelevant sei.56

2.2 Politischer Machtanspruch

Islamisten wollen einen auf Koran (NÚrÑ) und Schari’a (äoÉr×) basierenden Gottesstaat errichten. Darüber hinaus soll dieser Gottesstaat keine Begrenzungen haben, son- dern sich über die gesamte Erde erstrecken. Der Islam erhebt in ihren Augen einen universalistischen Anspruch, den die gesamte Menschheit akzeptieren muss. Mit diesem Anspruch greifen die Islamisten jedwede Staatssouveränität an und bedro- hen die gesamte nationalstaatliche Weltordnung sowie das demokratische und laizistische Gefüge.

Die politische Machtübernahme soll in kleinen Schritten erfolgen. So wird zuerst die Macht in islamischen Ländern angestrebt. Dies wurde im Iran und im Sudan bereits erreicht. In der Türkei üben die Islamisten bereits einen enormen Einfluss auf die gesamte Gesellschaft aus und sind in der Regierung vertreten.

In Algerien löste die Annullierung des islamistischen Wahlsieges 1991 einen bis heute andauernden Bürgerkrieg aus. In allen Ländern sprechen die Islamisten von der Aufhebung der Staatsgrenzen, Vergrößerungen des Territoriums und der Unterordnung aller Gebiete unter das islamische Gesetz.

Inzwischen tätigen Islamisten bereits Aussagen, wonach nicht-muslimische Gebiete erobert oder rückerobert werden sollen. So warben die Fundamentalisten der FIS in Algerien mit Landkarten einer umfassenden islamischen Ordnung, zu der auch Spa- nien bis zur französischen Grenze gehören sollte, also jenes Gebiet, das die Omajja- den57 im 8. Jahrhundert eroberten und im 15. Jahrhundert wieder an die kastilische Krone verloren.58 Gegen solche Ideen, die etwas später auch von den marokkani- schen Islamisten zu hören waren, legte Spanien offiziell Protest ein. Dies ist als Zei- chen dafür zu werten, dass islamistische Ansinnen dieser Art - so lächerlich sie mit- unter für einen Europäer klingen mögen - durchaus ernst genommen werden.

2.3 Angriff auf die Demokratie

Demokratie wird von Islamisten als westlicher Import betrachtet, als eine importierte Lösung, die für Muslime unpassend ist, im Gegensatz zur göttlichen Ordnung des Islam steht und deshalb abgelehnt werden muss.

Nach dem Wahlsieg der FIS 1991 in Algerien sagte der Imam von al-Sunna im Ar- menviertel Bab al-Ouad: „Die Demokratie ist eine Gottlosigkeit“. Auch von anderen

[...]


[1] Als Romanist beherrsche ich sechs romanische Sprachen und darüber hinaus habe ich neben Deutsch und Englisch auch Kenntnisse in Niederländisch, Dänisch, Russisch und Arabisch.

[2] Paret, Rudi (Üb.): Der Koran. S. 38

[3] al-Qur’an (NÚrÑ), Verlag al-Chair. S. 36

[4] Obwohl einzelne Autoren zwischen Fundamentalismus und Islamismus unterscheiden, indem sie mit Fundamentalismus lediglich den Willen zur Rückkehr zu den Grundlagen einer Religion bezeichnen, verwende ich in dieser Arbeit die Begriffe islamischer Fundamentalismus und Islamismus synonym. Diese Verwendung geht mit den meisten europäischen und amerikanischen Texten konform, wird jedoch von manchen islamischen Autoren als fragwürdig eingeschätzt.

[5] Für historische Jahreszahlen bevorzuge ich das neutralere, da nicht-religiöse, Kürzel „n.Zr.“ für „nach Beginn der Zeitrechnung“.

[6] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 44

[7] Bideleux, Robert: Bringing the East back in. In: Bideleux, Robert (Hg.): European Integration and Disintegration. S. 234

[8] Ebenda.

[9] Außerdem ist den meisten Journalisten der Zugang zu islamischen Quellen aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse (Arabisch, Türkisch, Persisch, Indonesisch) fremd.

[10] Esposito, John L.: The Islamic Threat. S. 235

[11] Vgl. Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung.

[12] Parekh, Bhikhu: Rethinking Multiculturalism. S. 295 ff.

[13] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 109 ff.

[14] Tibi, Bassam: Im Schatten Allahs. S. 315 ff.

[15] Wiener Zeitung (Redaktion): Wilde Ausschreitungen wegen Moschee-Bau. In: Wiener Zeitung, 8.5.2001. S. 4

[16] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 108

[17] Vgl. bes. Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 57-99

[18] Vgl. Daddy, Ali: Le Coran contre l’intégrisme.

[19] Hrbek, Ivan I.: Africa from the Seventh to the Eleventh Century. S. 20

[20] Paret, Rudi (Üb.): Der Koran. S. 38

[21] Meziane, Abdel Majid (NaÉzÍ dijmÌA dbÏ): åÍüÓßA rkfÌA äikiÍanÉD (Die Dynamik der muslimischen Philosophie). In: Islam: ÅrjhÌA rwÏ óÍaxÌA NrqÌAU MüÓßA (Das 15. Jahrhundert der Hidschra), UNESCO-Kurier. S. 57 f.

[22] al-Chatty, Habib (éyvÌA âibÀ): äimÌaÏ äÌaÓR : MüÓÝA äÌaÓR (Die universale Botschaft).

In: ÅrjhÌA rwÏ óÍaxÌA NrqÌAU MüÓßA (Das 15. Jahrhundert der Hidschra), UNESCO-Kurier. S. 15

[23] Tietze, Nikola: Islamische Identitäten. S. 14

[24] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 25

[25] Eretz Israel heißt eigentlich nur Land Israel.

[26] Vgl. Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 25

[27] Ebenda. S. 31

[28] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 24 f.

[29] Vgl. Tibi, Bassam: „Die fundamentalistische Herausforderung“, „Im Schatten Allahs“ und „Die neue Weltunordnung“.

[30] Al-Buchari, Sahih: Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad. S. 475

[31] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 46 f.

[32] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 92

[33] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 134

[34] Ebenda. S. 135

[35] Vgl. Alcoverro, Tomás: La policía iraní reprime con dureza una manifestación contra el régimen. In: La Vanguardia Digital, Madrid. 20.2.2001

[36] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 85

[37] Ebenda. S. 144 f.

[38] Ebenda. S. 192

[39] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 55

[40] Tibi, Bassam: Die neue Weltunordnung. S. 35

[41] Tibi, Bassam: Im Schatten Allahs. S. 300

[42] Aslan, Fikret/Kemal Bozay (Hg.): Graue Wölfe heulen wieder.

[43] Aslan, Fikret/Kemal Bozay (Hg.): Graue Wölfe heulen wieder. S. 216

[44] Ebenda. S. 217

[45] Jaschke, Hans-Gerd: Fundamentalismus in Deutschland. S. 129

[46] Aslan, Fikret/Kemal Bozay (Hg.): Graue Wölfe heulen wieder. S. 161 ff.

[47] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 123

[48] Neben der bekannten Zweiteilung in Sunniten und Schiiten, gibt bei der Mehrheit der Sunniten die vier Rechtsschulen Hanefismus, Malikismus, Schafiismus und Hanbalismus, die auf islamische Rechtsgelehrte aus dem Mittelalter zurückgehen. Diese Schulen können in etwa mit einer religiösen „Konfession“ verglichen werden.

[49] Khouri, Rami G.: Media gives bad rap to Islamism. In: The Daily Star Online, Beirut. 28.2.2001

[50] Norton-Taylor, Richard: Islamic anger at terrorist list. In: The Guardian, London. 26.4.2001

[51] Vgl. Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 189 ff.

[52] Fanek, Fahed: High population growth leads to poverty. In: Jordan Times, Amman. 23.4.2001

[53] Fassmann, Heinz (Hg.): Abgrenzen, ausgrenzen, aufnehmen. S. 10

[54] Tibi, Bassam: Im Schatten Allahs. S. 300

[55] Jansen, Johannes J. G.: L’Islam et les droits civiques aux Pays-Bas. In: Lewis, Bernard (Hg.): Musulmans en Europe. S. 55

[56] Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. S. 170 f.

[57] Die Omajjaden gelangten als zweites islamisches Herrschergeschlecht nach den Fatimiden an die Macht. Als die Abassiden die Herrschaft übernahmen, blieb das Omajjadenreich auf der iberischen Halbinsel noch bis zum Abschluss der Reconquista 1492 bestehen.

[58] Ebenda. S. 209

Details

Seiten
94
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638138055
ISBN (Buch)
9783638696982
Dateigröße
1000 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6171
Institution / Hochschule
Fachhochschule des bfi Wien GmbH – Politikwissenschaft (Hauptfach)
Note
1 (Sehr Gut)
Schlagworte
Islamismus Europa EU Islam

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Titel: Islamischer Fundamentalismus in der EU - Eine Bedrohung für Europa?