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Förderung der Eigenkapitalfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland

Diplomarbeit 2006 99 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Motivation und Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Untersuchung

2. Der Mittelstand in Deutschland
2.1 Was ist der „Mittelstand“? – Definitionen
2.1.1 Die Definition der Europäischen Union
2.1.2 Die Definition des IfM Bonn
2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung
2.2.1 Die Bedeutung des Mittelstands in Deutschland
2.2.2 Die Stellung der KMU im europäischen Vergleich
2.3 Die Finanzstruktur des Mittelstands
2.3.1 Die Bedeutung der Finanzierungsquellen
2.3.2 Der Finanzmarkt im Wandel

3. Finanztheoretische und empirische Evidenz
3.1 Eigenkapitallücke und Eigenkapitalrationierung
3.2 Das Auftreten asymmetrischer Information
3.3 Theoretische Modelle der Kreditrationierung
3.4 Theoretische Modelle der Eigenkapitalrationierung
3.5 Empirische Untersuchung
3.5.1 Vorbemerkungen
3.5.2 Die Auswirkungen des Finanzsystems
3.5.3 Verfügbarkeit der Eigenkapitalfinanzierungsinstrumente
3.6 Zusammenfassung und Zwischenfazit

4. Staatliche Förderung der Eigenkapitalfinanzierung
4.1 Die KfW Bankengruppe
4.1.1 Auftrag und Bedeutung
4.1.2 Die Struktur der KfW Bankengruppe
4.2 Die KfW Mittelstandsbank
4.3 Die Beteiligungsfinanzierung der KfW Mittelstandsbank
4.3.1 Die Early-Stage-Förderung
4.3.2 Die Later-Stage-Förderung
4.4 „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“
4.4.1 Die Zielgruppe
4.4.2 Die Ziele
4.4.3 Der Kerngedanke und Lösungsansatz
4.4.4 Der Private Equity-Ansatz
4.4.5 Der MBG-Ansatz
4.4.6 Die Umsetzung am Beispiel des HessenFonds
4.5 Die Mezzanine Förderung - Unternehmerkapital

5. Die Evidenz der Förderung
5.1 Die theoretische Rechtfertigung staatlicher Förderung
5.2 Die Gestaltung staatlicher Förderung
5.2.1 Breitenwirksame vs. gezielte Förderung
5.2.2 Ex ante vs. ex post Förderung
5.2.3 Direkte Finanzierung vs. Haftungsübernahme
5.3 EK für den breiten Mittelstand – Subvention oder Innovation?
5.3.1 Ist die Förderung des „breiten Mittelstands“ gerechtfertigt?
5.3.2 Die Ausgestaltung des Förderprogramms
5.3.3 Die Beurteilung der Initiative

6. Resümee

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: KMU Definition der EU - Stand 01.01.2005.

Abbildung 2: KMU Definition des IfM Bonn - Stand 01.01.2002.

Abbildung 3: Struktur des Mittelstands nach Branchen.

Abbildung 4: Die Größenverteilung der Beschäftigung im Mittelstand.

Abbildung 5: Anteil der investierenden Unternehmen 2004.

Abbildung 6: Finanzierungsalternativen nach Mittelherkunft

Abbildung 7: Die Bedeutung der Finanzierungsquellen.

Abbildung 8: Die Eigenkapitalausstattung des Mittelstands.

Abbildung 9: Eigenkapitalquoten verschiedener Institutionen.

Abbildung 10: Eigenkapitalquoten im internationalen Vergleich.

Abbildung 11: Die Finanzierungsstruktur nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften.

Abbildung 12: Eigenkapitalrentabilität von Kreditinstituten im internationalen Vergleich

Abbildung 13: Die Veränderung der Kreditaufnahme.

Abbildung 14: Gründe für die Verschlechterung der Kreditaufnahme.

Abbildung 15: Der Unternehmenslebenszyklus.

Abbildung 16: Entwicklung des Gesamtportfolios in Deutschland.

Abbildung 17: Entwicklung der Bruttoinvestitionen.

Abbildung 18: Neuinvestitionen in Unternehmen nach Mitarbeiterzahl

Abbildung 19: Neuinvestitionen in Unternehmen.

Abbildung 20: Gründe für ein „Unzureichendes“ Angebot an Beteiligungskapital für den „breiten“ Mittelstand“

Abbildung 21: Die zukünftige Bedeutung von Finanzierungsquellen.

Abbildung 22: Gründe für die Nichterhöhung der Eigenkapitalquote.

Abbildung 23: Herkunft der Mittel für eine angestrebte Eigenkapitalerhöhung.

Abbildung 24: Mezzanine Angebot in Deutschland.

Abbildung 25: Die Marken der KfW und ihre Aufgaben.

Abbildung 26: Die Geschäftszahlen der KfW Mittelstandsbank.

Abbildung 27: KfW Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“.

Abbildung 28: Der PE-Ansatz.

Abbildung 29: Der MBG-Ansatz.

Abbildung 30: Das Förderprogramm „Unternehmerkapital“.

Abbildung 31: Verteilung der Auszubildenden.

1. Einleitung

1.1 Motivation und Problemstellung

„Der Mittelstand jammert, auch über ihn wird gejammert – besonders über seine Eigenkapitalschwäche“[1], so beurteilen die Autoren der Studie „Aufbruch aus dem Jammertal“ der Ruhr Universität Bochum die Diskussion um die Situation des Mittelstands in Deutschland. Seit der Einigung auf die Bestimmungen der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (Basel II), der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Deutschland und dem Wandel auf den internationalen Finanzmärkten ist das Finanzierungsumfeld des deutschen Mittelstands verstärkt in den Fokus von Politikern und Wirtschaftsanalysten geraten. Obwohl sich die finanzielle Situation der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland im letzten Jahr tendenziell verbessert hat, scheinen weiterhin Finanzierungshemmnisse zu bestehen, die Investitions- und Finanzierungsvorhaben erschweren und teilweise sogar verhindern.[2] Als einer der Hauptgründe für die Finanzierungsprobleme wird im „Jammertal“ der erschwerte Zugang zu Krediten aufgrund zu geringer Eigenkapitalquoten im deutschen Mittelstand genannt. Daher wurde eine stärkere staatliche Unterstützung der KMU durch Förderung der Eigenkapitalfinanzierung gefordert, worauf der Staat bereits reagiert hat: Neben der Förderung junger, innovativer KMU in Deutschland wurde im Jahr 2003 auf Betreiben der Mittelstandsbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“ ins Leben gerufen. Sie soll dem „breiten Mittelstand“ in Deutschland verstärkt Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Wie bei allen staatlichen Eingriffen muss jedoch auch hier nach dem Sinn einer staatlichen Eigenkapitalförderung gefragt werden.

Liegt im vorliegenden Fall ein Versagen des Marktes vor, das den Eingriff des Staates rechtfertigt?

Kann der Staat an dieser Stelle tatsächlich eine Leistung effizienter zur Verfügung stellen als der Markt?

Wenn ja, wie sollte die staatliche Förderung ausgestaltet sein?

1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Untersuchung

Zur Beantwortung dieser Fragen wird zunächst definiert, was unter „Mittelstand“ in Deutschland verstanden wird (Kapitel 2). Es folgt eine Einschätzung seiner Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und seiner Stellung im europäischen Vergleich. Des Weiteren werden die Instrumente dargestellt, die dem Mittelstand zur Finanzierung seiner Unternehmertätigkeit bisher zur Verfügung stehen. Der Erläuterung der Bedeutung der Finanzierungsquellen folgt eine Einschätzung der sich verändernden Finanzmarktbedingungen und seiner Auswirkungen auf das Finanzierungsverhalten im Mittelstand.

Das 3. Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, in wieweit hier eine „Equity Gap“ existiert und von einem Versagen des Marktes ausgegangen werden kann. Aufbauend auf den Definitionen von Eigenkapitallücke und Eigenkapital-rationierung werden unterschiedliche Modelle der Kredit- und Eigenkapital-rationierung dargestellt. Dem theoretischen Teil folgt eine empirische Untersuchung über die Finanzierungssituation der KMU in Deutschland. Dabei werden die Instrumente der Eigenkapitalfinanzierung bezüglich ihrer Verfügbarkeit für den Mittelstand unter Beachtung der Struktur des deutschen Finanzmarkts untersucht und die Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs diskutiert.

Im 4. Kapitel folgt zunächst eine Darstellung der bedeutendsten mittelständischen Förderbank, der KfW Mittelstandsbank, und ihre Förder-programme. Dabei geht es vor allem um die die Förderinstrumente mit Beteiligungskapital und Mezzanine Mittel und insbesondere um die Initiative „Eigenkapital für den breiten Mittelstand“.

Im 5. Kapitel werden die Berechtigung einer staatlichen Förderung und die optimale Ausgestaltung eines staatlichen Eingriffs auf theoretischer und empirischer Ebene diskutiert. Es folgt eine Untersuchung, in wieweit das neue Förderprogramm den gestellten Ansprüchen gerecht wird.

In Kapitel 6 werden die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit in einer Schluss-folgerung noch einmal zusammenfassend dargestellt.

2. Der Mittelstand in Deutschland

2.1 Was ist der „Mittelstand“? – Definitionen

Eine gesetzliche oder allgemeingültige Definition für den „Mittelstand“ gibt es bisher nicht.[3] Für empirische Untersuchungen ist jedoch eine Eingrenzung des Begriffs aufgrund seiner Vieldeutigkeit unumgänglich.

Die derzeit gebräuchlichste Definition für den Mittelstand, bzw. für kleine und mittlere Unternehmen (KMU[4]) ist die der Europäischen Union (EU). Sie wurde auf Empfehlung der Europäischen Kommission vom 6. Mai 2003[5] aktualisiert und trat zum 01.01.2005 in Kraft. Vielen Datenerhebungen der letzten Jahre liegt jedoch noch die KMU Definition des IfM Bonn zu Grunde.[6]

Es erscheint daher sinnvoll, beide Definitionen kurz darzustellen. Sie berücksichtigen ökonomische, gesellschaftliche und psychologische Aspekte, die über quantitative und qualitative Merkmale[7] bestimmt werden.[8]

2.1.1 Die Definition der Europäischen Union

Kleine und mittlere Unternehmen sollen nach der Empfehlung der EU anhand ihrer Mitarbeiteranzahl, ihres Jahresumsatzes oder ihrer Bilanzsumme klassifiziert werden. Dies dient in erster Linie der Identifizierung von Empfängern von EU-Fördermitteln und im Rahmen des EU-Beihilferechts auch zur wettbewerbsrechtlichen Prüfung nationaler Unterstützungsmaßnahmen für den Mittelstand.[9] Im Vergleich zur alten EU-Definition vom 03.04.1996 wurden bei der Aktualisierung 2003 die Schwellenwerte der Mitarbeiterzahlen beibehalten, die Werte für Umsatz und Bilanzsumme wurden jedoch an Inflation und Produktivitätssteigerung der letzten Jahre angepasst und deutlich angehoben.[10] (siehe Abbildung 1)

Nach den Kriterien werden drei Klassen unterschieden:

Abbildung 1: KMU Definition der EU - Stand 01.01.2005

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: KfW Mittelstandsbank (2005d): KMU Definition, S. 12 - eigene Darstellung.

Die jeweiligen quantitativen Schwellenwerte beziehen sich auf den aktuellsten Jahresabschluss eines Unternehmens. Zur Klassifizierung muss dieser in zwei aufeinander folgenden Jahren unter-, bzw. überschritten worden sein. Liegt bei einem neu gegründeten Betrieb der Jahresabschluss noch nicht vor, werden die Werte für das erste Geschäftsjahr geschätzt.

Die Anzahl der Mitarbeiter wird anhand von Jahresarbeitseinheiten (JAE) berechnet.

Um als KMU eingestuft werden zu können, muss ein Unternehmen zudem seine Unabhängigkeit wahren (das qualitative Merkmal erfüllen). Werden 25% des Kapitals oder der Stimmen direkt oder indirekt von der öffentlichen Hand gehalten, so zählt es nicht als KMU. Ausnahmen sind jedoch Beteiligungen von Forschungszentren oder Universitäten, die keinen Gewinn-Zweck beinhalten und die nicht mit dem Betrieb verbunden sind.

Je nachdem, ob es sich um ein verbundenes Unternehmen, ein Partner-unternehmen oder ein eigenständiges Unternehmen handelt, führt die KfW in Deutschland auf Antrag unterschiedliche Verfahren durch, um die KMU-Zulassungskriterien des jeweiligen Unternehmens zu prüfen.[11]

2.1.2 Die Definition des IfM Bonn

Die IfM Bonn unterteilt den Mittelstand nach quantitativen Merkmalen lediglich in zwei Klassen, wobei nur die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz pro Jahr berücksichtigt werden. Zudem wird in Bezug auf die Größe des Unternehmens lediglich zwischen kleinen und mittleren Unternehmen differenziert. (siehe Abbildung 2)

Abbildung 2: KMU Definition des IfM Bonn - Stand 01.01.2002

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IfM Bonn (2005) - eigene Darstellung.

Daneben gelten qualitative Abgrenzungskriterien wie die Einheit von Eigentum, Haftung und Führung, die Konzern-Unabhängigkeit des Unternehmens und die weitgehende Verantwortlichkeit des Inhabers für alle unternehmensrelevanten Entscheidungen.[12]

2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung

2.2.1 Die Bedeutung des Mittelstands in Deutschland

Der Mittelstand wird in Deutschland auch als „Wachstumsmotor“[13], „Rückgrat“[14] oder „Fundament“[15] der Wirtschaft bezeichnet. Untersuchungen unterschiedlicher Wirtschaftsinstitute bestätigen diese außergewöhnliche Stellung des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft.

Nach der KMU-Definition der Europäischen Union gab es im Jahr 2003 in Deutschland ca. 2,9 Millionen[16] mittelständische Unternehmen.[17] Das sind etwa 99,7% des gesamten Unternehmensbestandes. Ca. 99,5 % der Unternehmen beschäftigten im Jahr 2004 weniger als 250 Mitarbeiter, etwa 66,1% sogar weniger als vier. Die Unternehmen mit einem Umsatz von bis 50 Millionen Euro erwirtschafteten im Jahr 2001 272.288 Millionen Euro, das entsprach etwa 42,1% des Gesamtumsatzes aller deutschen Unternehmen.[18]

Berechnungen des IfM Bonn zufolge war der Mittelstand mit 1,34 Mio. Auszubildenden und einer Anteilsquote von 82,4% im Jahr 2004[19] eindeutig der Ausbildungsmotor der Gesellschaft. Inklusive der Auszubildenden und der aktiven Inhaber ergab sich in diesem Jahr ein Beschäftigungsanteil von 70,5% an der deutschen Gesamtbeschäftigung. Die KMU erzielten mit ca. 48,8%[20] knapp die Hälfte der gesamtdeutschen Bruttowertschöpfung. Auch ein Anteil von ca. 51,5% an den Bruttoinvestitionen der Unternehmen im Jahr 2003 bestätigt seine außergewöhnliche, wirtschaftliche Bedeutung.[21]

1) Die Struktur des Mittelstands

Befragungen der KfW Mittelstandsbank zeigten, dass im Jahr 2004 etwa 2,7 Millionen Unternehmen - das sind mehr als drei Viertel der mittelständischen Unternehmen - im Dienstleistungssektor tätig waren. Jedoch nur etwa 1% der KMU in Deutschland betreiben Forschung und Entwicklung (F&E).[22] (siehe Abbildung 3)

Abbildung 3: Struktur des Mittelstands nach Branchen[23]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Reize (2005), S. 15.

Grundlage der Daten ist das KfW Mittelstandspanel, eine repräsentative Wiederholungsbefragung von 15.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 500 Millionen Euro.[24] Als einzige Studie berücksichtigt das Panel auch die Unternehmen des Mittelstands, die weniger als 5 Beschäftigte haben.[25] Dabei bilden diese mit ca. 2,7 Millionen, das sind ca. 79%, aller Unternehmen die größte Gruppe.[26]

Da nur ca. 12% der Unternehmen 5-9 und etwa 7% 10 bis 49 Mitarbeiter beschäftigen, haben im Mittelstand nur etwa 2% der Unternehmen 50 und mehr FTE-Beschäftigte.[27] (Siehe Abbildung 4)

Abbildung 4: Die Größenverteilung der Beschäftigung im Mittelstand[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Reize (2005), S. 16.

2) Investitions-, Innovations- und F&E-Tätigkeit im Mittelstand[29]

Während der Mittelstand im Jahr 2003 noch 190 Mrd. Euro investierte, waren es im Jahr 2004 nur noch 172 Mrd. Euro.[30] Das entspricht einem Rückgang von knapp 10%.[31]

Aufgrund des Rückläufigen Investitionsvolumens der KMU sprach der Vorstandssprecher der KfW Bankengruppe Hans W. Reich anlässlich der Veröffentlichung des Mittelstandspanels 2005, von einer „schwierigen Situation“ im Mittelstand. Eine Vielzahl von Investitionen seien auch in diesem Jahr nicht zu realisieren.[32]

Trotz der Probleme trägt der Mittelstand jedoch auch weiterhin entscheidend zur Wirtschaftskraft in Deutschland bei. So flossen im Jahr 2004 117 Mrd. Euro an Investitionen in neue Anlagen und Bauten, das entspricht einem Anteil von 30% der gesamten Bruttoanlageinvestitionen und 52% aller Unternehmens-investitionen. Im Jahr 2004 investierten immerhin 46% aller mittelständischen Unternehmen.[33] Abbildung 5 verdeutlicht jedoch, dass der Anteil investierender Unternehmen mit sinkender Unternehmensgröße stark abnimmt.

Abbildung 5: Anteil der investierenden Unternehmen 2004[34]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Reize (2005), S. 19.

So investierten 80% der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten, bei den Unternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten waren es lediglich 42%.

Die Innovationstätigkeiten der KMU in Deutschland sind hingegen von 2002 bis 2004 von 38% auf 41% gestiegen. Den Hauptanteil mit 60% haben daran Unternehmen aus dem entwicklungsintensiven, verarbeitenden Gewerbe. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern zeigten dabei eine weitaus größere Innovationstätigkeit als Unternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten. Der Anteil junger Unternehmen war 2004 sogar rückläufig. Auch die F&E-Tätigkeit im Mittelstand ging seit 2002 zurück. Betrieben 2002 noch ca. 81% keine F&E, waren es 2004 bereits etwa 86%.[35]

2.2.2 Die Stellung der KMU im europäischen Vergleich

Nach Berechnungen des ifm der Universität Mannheim sind die Zahlen für Europa mit denen in Deutschland vergleichbar. Aufgeteilt nach Beschäftigungsklassen hatten gemäß der KMU-Definition der Europäischen Union im Jahr 2003 99,8% aller Betriebe 1 bis 250 Mitarbeiter und waren damit dem Mittelstand zuzurechnen. 92,3% aller Unternehmen lagen sogar bei lediglich 1-9 Beschäftigten.[36]

Insgesamt stellte der Mittelstand für knapp 100 Millionen Menschen in Europa einen Arbeitsplatz bereit, das entsprach 2003 etwa zwei Drittel aller Beschäftigten in Europa.[37] Im Durchschnitt bot ein europäisches Unternehmen 7 Personen eine Beschäftigung und war damit ein Kleinstunternehmen.[38]

2.3 Die Finanzstruktur des Mittelstands

Die Finanzstruktur eines Unternehmens beschreibt, wie sein Unternehmens-vermögen finanziert ist.[39] Von besonderem Interesse ist das Verhältnis von Eigenkapital (EK) zu Fremdkapital (FK), der sog. Verschuldungsgrad (Leverage),[40] und der Anteil langfristiger Mittel (EK, Rückstellungen und Verbindlichkeiten) an der Bilanzsumme eines Unternehmens. Anhand dieser Kennzahlen kann viel über die Nachhaltigkeit der Finanzstruktur eines Unternehmens ausgesagt werden.[41] Abbildung 6 gibt eine knappe Übersicht über die Finanzierungsalternativen eines Unternehmens.[42]

Abbildung 6: Finanzierungsalternativen nach Mittelherkunft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Selch (2005), Folie 10.

Das Finanzierungsverhalten des Mittelstands unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von dem größerer Unternehmen und von KMU in anderen Ländern und bedarf deswegen einer genaueren Betrachtung.

2.3.1 Die Bedeutung der Finanzierungsquellen

Nach einer breitflächigen Unternehmensbefragung der KfW aus dem 1. Quartal 2005 ist die Innenfinanzierung aus eingehaltenen Gewinnen, Abschreibungen, oder Rückstellungen nach wie vor die wichtigste Finanzierungsquelle für Unternehmen in Deutschland.[43] Dieses Ergebnis ist unabhängig von Branche und Größe des Unternehmens. Die Bedeutung der Innenfinanzierung nimmt jedoch mit wachsender Größe des Unternehmens zu. Die zweitwichtigste Finanzierungsquelle stellen lang- und kurzfristige Kredite dar, gefolgt von Leasing und Lieferantenkrediten. Auffällig ist, dass die Zahl und Höhe von Leasingverträgen und Lieferantenkrediten mit steigender Unternehmensgröße zunimmt. Abbildung 7 lässt erkennen, dass Finanzierungsformen, wie die Finanzierung über Private Equity, Mezzanine Mittel[44] oder durch Factoring[45], eher wenig genutzt werden. Auch derivate Finanzierungsquellen, wie z.B. Unternehmensanleihen oder Schuldverschreibungen spielen für Unternehmen in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle.[46]

Abbildung 7: Die Bedeutung der Finanzierungsquellen[47]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zimmermann/Schumacher (2005), S. 48.

Das Finanzierungsverhalten der KMU in Deutschland spiegelt sich auch in ihrer Eigenkapitalausstattung wieder. Nach einer aktuellen Untersuchung von Creditreform im Herbst 2005 hatten nur etwa 22,2% aller KMU eine Eigenkapitalausstattung von über 30% der Bilanzsumme. Bei ca. 36,6 der KMU liegt der Eigenkapitalanteil sogar unter 10%.[48] (siehe Abbildung 8)

Abbildung 8: Die Eigenkapitalausstattung des Mittelstands

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Creditreform (2005), S. 19 - eigene Darstellung.

Es ist jedoch zu beachten, dass es in Deutschland kein zentrales, nationales Unternehmensregister gibt, das die Daten der Finanzstruktur von KMU aufarbeitet. So sind die Ergebnisse eher als Nebenprodukt der Tätigkeit verschiedener Institutionen zu werten. Eine Vergleichbarkeit ist nicht immer gegeben, da in der Regel unterschiedliche Ermittlungsmethoden und Grund-gesamtheiten verwendet werden.

Abbildung 9: Eigenkapitalquoten[49] verschiedener Institutionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S. 159 - eigene Darstellung.

Abbildung 9 verdeutlicht die Unterschiede.[50] Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Ergebnisse kann eine einheitliche Eigenkapitalquote des Mittelstands nicht ermittelt werden. Es lassen sich dennoch gemeinsame Tendenzen in der Entwicklung der Eigenkapitalquoten ermitteln.

So belegt Abbildung 9, dass die Eigenkapitalquoten mit zunehmender Unternehmensgröße ansteigen. Zudem ist die generelle Eigenkapitalausstattung der Unternehmen in den letzten Jahren tendenziell gestiegen. insbesondere für mittlere Unternehmen. Nach den Daten des DSGV stieg die Eigenkapitalquote der mittleren Unternehmen von 2001 bis 2003 um mehr als 30% (bis 2004: 60%), laut KfW immerhin um 20%. Die Zunahme der Eigenkapitalquote resultiert sowohl aus einer Zunahme der Eigenmittel als auch aus einer Abnahme der Bankverbindlichkeiten.[51]

Deutsche KMU weisen damit aber immer noch deutlich geringere Eigenkapital-quoten als vergleichbare Unternehmen anderer europäischen Staaten oder der USA aus.[52] (siehe Abbildung 10)

Abbildung 10: Eigenkapitalquoten im internationalen Vergleich[53]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Paul/Stein(2005), S. 40 - eigene Darstellung.

Auch die Unterschiede zwischen KMU und den Großunternehmen sind in Deutschland ausgeprägter als in den meisten anderen Ländern.[54]

Große Unternehmen differenzieren ihre Finanzierungsstruktur stärker durch die Nutzung von Rücklagen, Pensionsrückstellungen oder des Kapitalmarkts[55] als Finanzierungsquelle.

Abbildung 11: Die Finanzierungsstruktur nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften[56]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Sachverständigenrat (2005), S. 459.

Abbildung 11 verdeutlicht, dass die KMU in anderen Ländern insbesondere Lieferantenkredite intensiver in Anspruch nehmen. In den USA und in GB hat zudem die außerbörsliche Beteiligungsfinanzierung einen weitaus höheren Stellenwert für die Unternehmensfinanzierung als in Deutschland.[57]

2.3.2 Der Finanzmarkt im Wandel

Seit einigen Jahren befindet sich das Finanzierungsumfeld europäischer und deutscher Unternehmen in einem starken Wandel. Fortschritte in Informations- und Kommunikationstechnologien und die Deregulierung nationaler Kapital- und Finanzmärkte haben zu einer verstärkten Globalisierung und Integration der weltweiten Finanzmärkte geführt. Zwangsläufig entstanden größere und liquidere Märkte mit erhöhtem Wettbewerbsdruck.[58]

Auch der Bankensektor blieb von dieser Entwicklung nicht unberührt.

Durch die Harmonisierung der Märkte und die Einführung des Euro ist der Markt transparenter geworden. Neben nationalen Banken wirbt nun auch eine Fülle von internationalen Kreditinstituten um die Gunst der Anleger. In der entstehenden „shareholder-value-Kultur“ müssen die Kreditinstitute verstärkt auf die Rentabilität ihrer Geschäftssegmente achten und ihre Refinanzierungskosten senken.

Abbildung 12 unterstreicht den Handlungsbedarf. Im internationalen Vergleich von ausgewählten Industrienationen rangiert die Eigenkapitalrentabilität der deutschen Banken nur noch auf dem letzten Platz.

Abbildung 12: Eigenkapitalrentabilität von Kreditinstituten im internationalen Vergleich[59]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S. 147

Zur Verbesserung der Eigenkapitalrentabilität soll auch das bisher wenig profitable Firmenkundengeschäft mit den kleinen und mittleren Unternehmen ertragreicher gestaltet werden.[60] Zu diesem Zweck sollen die Kreditmargen stärker am Risiko des jeweiligen Kreditnehmers ausgerichtet werden. Die Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglichen die Entwicklung von intelligenten, objektiven Rating- und Pricingmodellen, die eine bessere und standardisierte Risikoeinschätzung ermöglichen. Auf regulatorischer Ebene unterstützen die Vorschläge der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (Basel II[61]) diese Entwicklung.[62]

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf die Finanzierungs-möglichkeiten des Mittelstands?

Durch die neuen Ratingverfahren sind die Banken besser in der Lage, das Risiko jedes einzelnen Kreditnehmers zu prüfen. Damit sind sowohl Chancen als auch Gefahren für die deutschen KMU verbunden. Für Kunden mit einer guten Bonität wird sich die Kreditaufnahme aufgrund eines geringeren Risiko-aufschlags verbilligen. Bei Kunden mit einem schlechteren Rating sichern sich die Banken durch einen höheren Aufschlag gegen das gestiegene Risiko ab. Da ein gutes Rating insbesondere durch Sicherheiten oder einen hohen Eigenkapital-anteil in der Bilanz bestimmt wird, wird die Kreditaufnahme für die meisten mittelständischen Unternehmen in Deutschland aufgrund der geringen Eigenkapitalquote schwieriger und teurer werden.[63]

Abbildung 13: Die Veränderung der Kreditaufnahme[64]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zimmermann/Schumacher (2005), S.10-13.

Das belegen aktuelle Zahlen einer Unternehmensumfrage der KfW Mittelstands-bank 2005. Über 42% der KMU berichten von einer erschwerten Kredit-aufnahme innerhalb der letzten 12 Monate. Abbildung 13 verdeutlicht jedoch, dass die Finanzierungsschwierigkeiten mit steigender Unternehmensgröße abnehmen. Über 50% der Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 2,5 Mio. Euro klagen über erschwerte Bedingungen. Bei den Unternehmen mit einem Umsatz über 50 Mio. Euro sind es lediglich noch 25%.In dieser Größenklasse geben sogar knapp ein Achtel der Unternehmen einer Erleichterung der Kredit-aufnahme an.[65]

Abbildung 14: Gründe für die Verschlechterung der Kreditaufnahme[66]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zimmermann/Schumacher (2005), S.15.

Als Gründe für die verschlechterte Kreditaufnahme nennen knapp 60% der Unternehmer die gestiegenen Anforderungen an die Offenlegung der Geschäfts-zahlen und -strategien. Für knapp 58% ist die Bereithaltung höherer Sicherheiten das Problem. An dritter Stelle werden erhöhte Anforderungen an die Dokumentation von Investitionsvorhaben genannt. Die aufgeführten Gründe stützen die Vermutung, dass sich darin die Auswirkungen des Finanzmarkt-wandels und der damit verbundenen neuen Ratingkultur der Banken niederschlagen.

So ergibt sich, dass besonders kleine Unternehmen (43%) Probleme haben, überhaupt einen Kredit zu bekommen (siehe Abbildung 14).[67]

Die Eigenkapitalquote eines Kreditnehmers beeinflusst entscheidend das Ratingergebnis, an dem sich das Kreditinstitut bei der Kreditvergabe und den Konditionen eines Kredites orientiert.[68]

Daher kommt, trotz bereits positiver Tendenzen, in Zukunft für die KMU in Deutschland einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung mehr Bedeutung zu, wenn sie Nachteile in der Kreditfinanzierung vermeiden wollen.[69] Sind die mittelständischen Unternehmen in der Lage, ihre finanzielle Ausstattung den veränderten Bedingungen anzupassen?

3. Finanztheoretische und empirische Evidenz

Ob deutsche KMU eine zu geringe Eigenkapitalausstattung aufweisen, ist ein seit Jahrzehnten diskutiertes Thema. Bereits vor 30 Jahren widmete Süchtig in seinem Lehrbuch „Finanzmanagement“ der „Finanzierungslücke bei den deutschen Unternehmen“ ein eigenes Kapitel.[70] 30 Jahre später, ausgelöst durch den fortschreitenden Finanzmarktwandel und die Einigung auf die Bestimmungen der neuen Baseler Eigenkapitalverordnung (siehe Kapitel 2.3.3), ist die Frage nach der Existenz einer „equity gap“ (Eigenkapitallücke) bei den KMU wieder ein aktuelles Thema. Von der Beantwortung dieser Frage wird die Legitimation einer staatlichen Förderung der Eigenkapitalfinanzierung (EF) entscheidend abhängen. Es ist daher zu untersuchen, ob Finanzierungs-instrumente mit Eigenkapital als Alternative zur Fremdkapitalfinanzierung (DF) auf dem Markt für KMU verfügbar sind. Dazu werden in diesem Kapitel theoretische Ansätze vorgestellt, die sich mit der Rationierung von Kredit und Kapital und deren Auswirkung auf die Finanzierungsentscheidung von KMU auseinandersetzen.

3.1 Eigenkapitallücke und Eigenkapitalrationierung

Die Frage, ob eine Eigenkapitallücke bei deutschen Unternehmen existiert, ist schnell gestellt, aber schwierig zu beantworten. Zu diesem Thema gehen die Meinungen in der Literatur weit auseinander.[71] Auch gibt es keine Einigung darüber, wann ein Eingreifen des Staates erforderlich ist.[72]

Wir nähern uns der Frage daher zunächst über die Eingrenzung des Begriffes „equity gap“ (Eigenkapitallücke).

Parker (2004) unterscheidet zwischen einer „equity gap“ (oder „funding gap“) und einer „equity rationing“ (Eigenkapitalrationierung). Bei einer Eigenkapitallücke handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen Kapital nachfragenden Unternehmern und den Beteiligungsgebern (z.B. Beteiligungs-gesellschaften, Venture Capital Gesellschaften oder Business Angels[73]). Da die mittelständischen Unternehmer relativ geringe Summen nachfragen, sind die Beteiligungsgeber aufgrund der verhältnismäßig hohen Fixkosten nicht bereit, diese zur Verfügung zu stellen. Die Nachfrage wird somit aus Kostengründen nicht bedient. Bei Eigenkapitalrationierung (equity rationing) handelt es sich hingegen um eine dauerhafte, überschüssige Nachfrage nach finanziellen Mitteln, die sogar Beteiligungsgesellschaften, die mit geringen Kosten konfrontiert werden, nicht bereitstellen wollen. Diese Situation ist mit dem Problem der Kreditrationierung vergleichbar.[74]

Nach Cressy (2002) ist das Vorliegen einer „funding gap[75] “ und die Dauerhaftigkeit des Defizits (oder Überschusses) eine notwendige Bedingung für die Berechtigung eines staatlichen Eingriffs, impliziert ihn jedoch nicht zwangsläufig.[76]

Wann kann es zu einer Eigenkapitallücke, oder Eigenkapitalrationierung kommen?

3.2 Das Auftreten asymmetrischer Information

Neoklassische Standardmodelle über die Finanzierung von Unternehmen gehen in der Regel von der Annahme eines perfekten Kapitalmarkts aus. Ist ein Kapitalmarkt vollkommen und vollständig, treten keine Finanzierungslücken oder Rationierungsprobleme auf. Die Hauptannahmen eines perfekten Kapitalmarkts wurden jedoch von einem Großteil der theoretischen Arbeiten in den letzten Jahren in Frage gestellt, da es in der Realität häufig zu Marktunvollkommenheiten kommt. Ist z.B. eine Firma über ihr Investitions-vorhaben besser informiert als der potentielle Investor, kann eine externe Finanzierung teuer werden, wenn sie denn überhaupt angeboten wird. Gründe dafür können „Adverse Selection[77] “ und „Moral Hazard“ Phänomene[78] sein. Diese Probleme sind besonders ausgeprägt, wenn Kapitalanlagen wenig gesichert sind.[79]

3.3 Theoretische Modelle der Kreditrationierung

Ein Großteil der Literatur über Marktunvollkommenheiten hat sich in der Vergangenheit auf die DF beschränkt.[80] Da sich die theoretischen Ansätze über die Eigenkapitalrationierung an den Modellen der Kreditrationierung orientieren, werden diese kurz dargestellt.[81]

Herrscht über die Definitionen von „funding gaps“ noch weitgehende Einigkeit, so sind alle anderen Fragen in der Literatur umstritten.[82]

Stiglitz und Weiss (SW 1981) nehmen in ihrem Kreditrationierungsmodell an, dass Banken bei gleichem, durchschnittlichen Ertrag von Unternehmens-projekten nicht über die Qualität des Schuldners (z.B. bezüglich des Projektrisikos) urteilen können, da diese nur für die Unternehmen selber ersichtlich ist.[83] Die Unternehmer unterscheiden sich jedoch bezüglich ihres Risikos. Normalerweise könnte erwartet werden, dass die Banken aufgrund der Unsicherheit den Zinssatz erhöhen. Sie tun es jedoch nicht und rationieren stattdessen das Angebot für die Nachfrager. Es kommt zu Unterinvestition.[84] Warum ist das so? Würden die Banken aufhören, weniger Kredite bereitzustellen, als von den Unternehmen nachgefragt werden, würde der Markt keine Anzeichen zeigen, das Problem zu lösen. Der Preis für Kredite (Zinssatz) würde nicht auf ein Niveau ansteigen, an dem Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind, da ein höherer Zinssatz nur von Schuldnern für Projekte mit hohem Risiko (schlechter Qualität) und der Aussicht auf höhere Erträge gezahlt würden. Schuldner mit guter Qualität würden den Markt verlassen und lediglich die schlechten würden im Kreditnehmerpool verbleiben. Hierdurch könnte es zu einer Reduktion der Bankgewinne und möglicherweise zu Verlusten kommen. Diese Annahme beschreibt in klassischer Weise das Auftreten einer Adversen Selektion. Das Ergebnis ist ein Finanzierungsdefizit.[85]

De Meza und Webb (DMW, 1987) weisen jedoch nach, dass bereits eine kleine Änderung der Annahmen das Ergebnis verändert. Erlaubt man die realistische Annahme, dass die Projekterträge der Unternehmen nicht identisch sind, sondern zwischen den Firmen variieren können, so kann es eher zu einem Kredit-überschuss als zu einem Defizit kommen. Das implizierte Kreditüberangebot resultiert daraus, dass Banken nicht in der Lage sind, gute von schlechten Projekten zu unterscheiden, und daher alle Kredite zu einem durchschnittlichen Zinssatz anbieten. Gute Projekte „subventionieren“ dann schlechte. Der Grenzkreditnehmer[86] unter der durchschnittlichen Qualität bringt der Bank einen Verlust. In diesem Fall werden mehr Finanzierungen vorgenommen, als sozial optimal wären.[87] Bei DMW gibt es daher keine Kreditrationierung und kein „under-investment“.[88]

Treten diese Phänomene theoretisch jedoch auch noch auf, wenn die Finanzierung über Private Equity in die Untersuchungen einbezogen wird? Sind die auftretenden Ergebnisse auf beiden Märkten kompatibel? Welche Finanzierung ist zu bevorzugen?

3.4 Theoretische Modelle der Eigenkapitalrationierung

Auch die theoretischen Modelle der Eigenkapitalrationierung kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen der Situation.

DMW (1987) erweitern ihr Modell der Kreditrationierung und kommen zu dem Schluss, dass Anleger keiner Rationierung ausgesetzt sind, wenn sie die passenden Finanzierungsinstrumente benutzen. So sollten sie die DF der EF vorziehen, wenn asymmetrische Informationen nur in Bezug auf die erwarteten Erträge vorliegen. Ihrer Ansicht nach kommt es dann nämlich nicht zu einer Kreditrationierung. Liegen asymmetrische Informationen jedoch bezüglich des Risikos vor, sollten die Investoren die EF der DF vorziehen, da dann keine Eigenkapitalrationierung auftritt. Die Überlegungen von DMW berücksichtigen allerdings nicht das Auftreten asymmetrischer Informationen im Hinblick auf die erwarteten Erträge und das Risiko.[89]

Das Kreditrationierungsmodell von SW impliziert, dass sich das Finanzierungs-gleichgewicht eher durch EF als durch DF einstellt, da die EF „low-risk“-Typen nicht benachteiligt, die bei einem „all-debt“-Gleichgewicht den größten Beitrag zu den Gewinnen der Bank leisten würden. Würde Equity den „low risk“-Typen zu günstigeren Konditionen angeboten, so würde die DF verdrängt und es entstünde ein effizientes Marktgleichgewicht.[90]

Hellmann und Stiglitz (HS 2000) erstellten ein Modell, in dem Fremd- und Eigenkapitalanbieter um die Finanzierung heterogener Unternehmer konkurrieren. Sie interessierten sich für die Frage, ob unter diesen Umständen Kredit- und Equitymärkte immer ausgeglichen oder rationiert sind.[91] Bei ihrer Untersuchung kombinieren sie die Kreditrationierungsmodelle von SW und DMW.[92] Sie gehen von der Annahme aus, dass bezüglich der zu erwartenden Erträge und des Risikos der Unternehmensprojekte eine asymmetrische Informationsverteilung vorliegt.[93] Unter der Annahme, dass die zu erwartenden Erträge und das Risiko nur den Unternehmen selbst bekannt sind, zeigen sie, dass Individuen, die hohe Erträge unter einem hohen Risiko erwarten, die DF der EF vorziehen.[94] HS setzen dabei voraus, dass die Investoren entweder nur DF oder nur EF anbieten und keine Kombination aus beiden und dass die Unternehmer „ihren Typ“ nicht preisgeben.[95] Sie zeigten daraufhin, dass Kredit- und Eigenkapitalrationierung entweder einzeln oder gemeinsam auftreten können. Wie bei SW erhöhen die Gläubiger nämlich nicht den Preis, um den Markt auszugleichen, da dann die „guten Typen“ den Markt verlassen und die erwarteten Gewinne des Kreditgebers fallen. HS kamen sogar zu dem überraschenden Ergebnis, dass ein Wettbewerb zwischen den beiden Märkten in sich eine “adverse selection“ hervorruft, die für die Rationierung verantwortlich ist. Der Grund ist, dass viele Unternehmen mit geringem Risiko zwischen Fremdkapital- und Eigenkapitalmärkten wechseln, wenn der Preis in einem der Märkte steigt.[96] Der Wettbewerb zwingt die Gläubiger, in einem oder sogar in beiden Märkten, die Preise unter den den Markt bereinigenden Zinssatz zu senken, so dass Rationierung entsteht. Würde nur Equity angeboten, würde die Rationierung verschwinden.[97]

Greenwald, Stiglitz und Weiss (GSW 1984) und Myers und Majluf (MM 1984) zeigen in ihren Modellen, dass auch Equity Märkte rationiert sein können. GSW unterstellen, dass der fähigste Unternehmer die DF und der am wenigsten fähige die EF bevorzugt. Sie zeigen, dass allein die Andeutung der Wahl einer EF ein nachteiliges Signal erzeugen kann, mit einem Anstieg der Kapitalkosten, der den kreditrationierten Schuldner abhalten wird, EF für sich zu nutzen. Das bekräftigt die Bedeutung des Ergebnisses der Kreditrationierung nach SW, mit Widerlegung des Arguments, dass kreditrationierte Unternehmer eine andere Finanzierung erhalten, z.B. in Form von PE.[98]

Dass auch eine Unterinvestition im Fall von PE Verträgen möglich ist, zeigen MM. Sie beschäftigten sich mit der Frage, wie neues Eigenkapital angeboten werden kann, wenn andere nützliche Investitionsalternativen auf dem Markt existieren.[99] Da Manager von bestehenden Unternehmen mehr Informationen über die gegenwärtigen Vermögensanlagen des Unternehmens und über die Höhe der Möglichkeiten neuer Investitionen haben, besitzen sie einen Informationsvorsprung vor dem Kapitalmarkt.[100] Angenommen, eine PE-Gesellschaft will eine neue Investition finanzieren, die Manager des Unternehmens agieren im Interesse der bestehenden Aktionäre und die Aktionäre richten ihre Portfolios nicht aktiv nach den Firmenaktivitäten aus.[101] Durch die bestehende Informationsasymmetrie sind die Kapitalanleger am Markt bereit, nur einen sehr geringen Preis für die Aktien zu zahlen.[102] MM zeigen, dass durch die Ausgabe der neuen Aktien der Preis so stark sinkt, dass die Manager des Unternehmens sich diese profitable Chance aufgrund der Entstehung einer Unterinvestition entgehen lassen müssen. Im Gegensatz dazu würde die Verwendung von interner Finanzierung oder risikoloser DF jegliche Unterinvestition verhindern und den Aktienpreis nicht reduzieren, weshalb sie von den Managern bevorzugt werden.[103] Diese Ergebnisse stützen die Ergebnisse der Pecking-Order-Theorie. Sie besagt, dass Unternehmen zunächst die Innenfinanzierung zur Realisierung ihrer Projekte heranziehen. Reicht diese nicht aus, wird eine externe Finanzierung zunächst in Form von FK und erst als letzte Möglichkeit in Form von EK angestrebt.[104] Dieses Verhalten ist jedoch stark von den Überzeugungen der Manager des Unternehmens und dem Verhalten der Aktionäre abhängig.[105]

3.5 Empirische Untersuchung

3.5.1 Vorbemerkungen

Die oben dargestellten Modelle machen deutlich, dass bei einer Untersuchung einer potentiellen „Eigenkapitallücke“ im deutschen Mittelstand der Kreditmarkt nicht eindeutig vom Kapitalmarkt zu trennen ist. Dabei müssen jedoch zwei Aspekte des EKs berücksichtigt werden: EK stellt für ein Unternehmen eine alternative Finanzierungsform zum FK dar, zum anderen bestimmt die Höhe der Eigenkapitalquote die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen (d.h. ihr Risiko) und ist damit ein Bonitätsindikator.[106] Eine bessere Bonität erhöht wiederum den Finanzierungsspielraum.[107] Wie in Abschnitt 2.3.2 dargestellt, beeinflusst die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen nun nicht mehr nur die Entscheidung über eine Kreditvergabe, sondern auch über die Konditionen des Kredits.[108]

[...]


[1] Ruhr-Universität Bochum (2004), Pressemitteilung.

[2] KfW Bankengruppe (2005c), Presseerklärung.

[3] Vgl. HK Hamburg (2005).

[4] Abgeleitet aus dem Englischen: „small and medium sized enterprises“ (SME). Der Begriff KMU steht in den meisten Ländern der Europäischen Union für einen rein statistisch definierten Teil der Gesamtwirtschaft. Da er in der deutschen Fachliteratur mit dem Begriff Mittelstand gleichgesetzt wird, werden in dieser Arbeit die Begriffe gleichbedeutend verwendet.

[5] Siehe dazu auch: Europäische Kommission (2003).

[6] So z.B. die Veröffentlichungen der Bundesministerien für Wirtschaft und Arbeit.

[7] Zu den quantitativen Kriterien zählen u.a. die Beschäftigtenzahl, der Jahresumsatz, die Bilanzsumme und die Bruttowertschöpfung der Unternehmen. Typische qualitative Kriterien des Mittelstands sind insbesondere die Einheit von Eigentum, Haftung und Führung.

[8] Vgl. Günterberg/Wolter (2002), S.1.

[9] Vgl. HK Hamburg (2005).

[10] Vgl. IfM Bonn (2005).

[11] Vgl. KfW Mittelstandsbank (2005d), S. 1-2.

[12] Vgl. HK Hamburg (2005).

[13] Vgl. Finanzgruppe DSGV (2005), S. 6.

[14] Vgl. Creditreform (2005), S. 1.

[15] Vgl. SPD (2005), S. 5.

[16] Nach Berechnungen des IfM Bonn gab es im gleichen Jahr ca. 3,3 Mio. mittelständische Unternehmen; das entsprach einem Anteil von ca. 99,7% der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen mit einem Anteil von 40,8% an allen steuerpflichtigen Umsätzen in diesem Jahr. Vgl. IfM Bonn (2005).

[17] Berücksichtigt wurden Firmen mit einem Umsatz von max. 50 Mio. Euro pro Jahr.

[18] Vgl. ifm Uni-Mannheim (2006).

[19] Das ifm der Uni-Mannheim errechnet für das gleiche Jahr für Betriebe bis 249 Mitarbeiter einen Anteil von ca. 68,5%. Vgl. ifm Uni-Mannheim (2006).

[20] Die Untersuchungen des IfM Bonn beziehen sich auf die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 1999.

[21] Vgl. IfM Bonn (2005).

[22] Vgl. Reize (2005), S. 15.

[23] Anzahl der mittelständischen Unternehmen in Tausend nach Branchenzugehörigkeit in Tausend.

[24] Nach der Berechnung der KMU auf Basis einer Umsatzgrenze von 500 Millionen Euro gibt es ca. 3,5 Mio. KMU in Deutschland, d.h. ca. 200.000 mehr als bei den Untersuchungen des IfM Bonn (Umsatzgrenze von 50 Millionen Euro). Vgl. Reize (2005), S.12.

[25] Anders als z.B. das Mittelstandspanel des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI).

[26] Gemessen mit dem Full-Time-Equivalent (FTE) , das bedeutet, dass die vollzeitäquivalenten Beschäftigten als Strukturmerkmal der Unternehmensgröße herangezogen werden. Bei der Berechnung des FTE werden Vollzeitbeschäftigte mit dem Faktor 1 und Teilzeitbeschäftigte mit einem Multiplikator von 0,5 berücksichtigt.

[27] Vgl. Reize (2005), S. 16.

[28] Anzahl der mittelständischen Unternehmen in Tausend nach Zahl der FTE-Beschäftigten in Tausend.

[29] Als Innovation werden üblicherweise verbesserte Produkte und Prozesse bezeichnet, die in den Markt eingeführt bzw. in den Produktionsprozess implementiert worden sind. Vgl. Reize (2005), S. 27.

[30] Im Jahr 2002 wurden sogar knapp 207 Mrd. Euro investiert.

[31] Vgl. Reize (2005), S. 20-21.

[32] Hans W. Reich zitiert nach KfW Bankengruppe (2005c), Presseerklärung.

[33] Das sind etwa 1,6 Millionen Unternehmen.

[34] Im Vergleich zu Jahr 2003 nach Unternehmensgröße.

[35] Vgl. Reize (2005), S. 17-43.

[36] Vgl. ifm Uni-Mannheim (2006).

[37] In Europa waren im Jahr 2003 etwa 140 Millionen Menschen in insgesamt etwa 19.310 Unternehmen beschäftigt; bei etwa 40 Unternehmen handelte es sich um „große“ Unternehmen.

[38] Vgl. Europäische Kommission (2004), S. 27-30. Siehe auch Anhang 1, Bedeutung der KMU in europäischen Ländern.

[39] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S. 13.

[40] Vgl. Lichtblau/Utzig (2002), S. 15. Für Details siehe auch Anhang 2, Definition Verschuldungsgrad und Leverage.

[41] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S. 13.

[42] Für Details zu den Finanzierungsalternativen siehe Anhang 3.

[43] Die Befragung erfolgt jährlich auf Initiative der KfW Bankengruppe gemeinsam mit 25 Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft. Befragt werden Unternehmen aller Größenklassen, Branchen und Rechtsformen.

[44] Finanzierungsmittel, die die Finanzierungslücke zwischen FK und EK in der Kapitalstruktur füllen. Vgl. BVK (2004), S. 10.

[45] Idee des Factoring : Umwandlung nicht liquider Finanzaktiva (Forderungen) in liquide Mittel durch vertraglich festgelegten, laufenden Verkauf von Forderungen aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften vor deren Fälligkeit an ein spezialisiertes Finanzierungsinstitut („Factor“). Vgl. Selch (2005), Folie 37.

[46] Vgl. Zimmermann/Schumacher (2005) S. 47-54.

[47] Nach Umsatzgrößenklassen.

[48] Vgl. Creditreform (2005), S.19.

[49] Mit Bilanzsumme gewichteter Durchschnitt (Deutsche Bundesbank), Median (KfW-Bilanzdatenbank, Dafne Bilanzdatenbank, DSGV).

[50] Siehe auch Anhang 4: Datenquellen zur Ermittlung der Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen.

[51] Vgl. Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S. 157-164.

[52] Vgl. Paul/Stein (2005), S. 40.

[53] In Prozent der Bilanzsumme, Zusammenstellung Creditreform 2004.

[54] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S. 14.

[55] In Form von „going public“, Beteiligungs- oder Kreditfinanzierung.

[56] Ausgewählte Länder 2003: Deutschland (DE), Frankreich (FR), Japan (JP), Vereinigtes Königreich (UK), Vereinigte Staaten (USA).

[57] Vgl. Pfaffenholz (2005), S.92-93.

[58] Vgl. Sachverständigenrat (2005), S. 456.

[59] Im Jahr 2003.

[60] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S.18-20.

[61] Für weitere Informationen zu Basel II siehe Anhang 5.

[62] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S. 20-21.

[63] Vgl. Plattner/Skambracks/Tchouvakhina (2005), S.23.

[64] Nach Umsatzgrößenklassen (Anteile in Prozent).

[65] Vgl. Zimmermann/Schumacher (2005), S.10-13.

[66] Nach Umsatzgrößenklassen (Anteile in Prozent).

[67] Vgl. Zimmermann/Schumacher (2005), S.14-15.

[68] Vgl. Zimmermann/Schumacher (2005), S.55.

[69] Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S.170.

[70] Vgl. Paul/Stein (2005), S. 39.

[71] Vgl. Drukarzcyk (2003), S. 264.

[72] Vgl. Cressy (2002), S. F1-F2.

[73] Business Angel: Vermögende Privatperson, die sich an einer Geschäftsidee oder an einem Unternehmen mit aktiver Unterstützung (Know-How, Geschäftskontakte) und/oder mit Kapital beteiligt. Als Gegenleistung erhält ein Business Angel Kapitalanteile am Unternehmen. Aus: BVK (2004), S. 3.

[74] Vgl. Parker (2004), S. 174. Bei einer Kreditrationierung existiert eine überschüssige Nachfrage nach Krediten, die vom Markt nicht befriedigt werden kann. Vgl. Cressy (2002), S. F2.

[75] Eine „funding gap“ ist für Cressy ein Gleichgewichtszustand, bei dem das Finanzierungsvolumen geringer ist, als es unter den Bedingungen vollkommener Konkurrenz mit kostenlosen und vollständigen Verträgen, rationalen Erwartungen und unter vollkommener Information seien würde. Obwohl das dem Ergebnis einer (Kredit-)Rationierung entspricht, muss es sich für ihn bei einer „funding gap“ jedoch nicht zwangsläufig um eine Rationierung handeln.

[76] Vgl. Cressy (2002), S. F1-F2.

[77] Adverse Selection: Negative Risikoauslese, Gegenauslese.

Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Adverse_Selection . Siehe auch Box in Anhang 6.

[78] Moral Hazard: Wörtlich: "sittliche Gefährdung"; subjektives Risiko oder moralische Versuchung. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_hazard . Siehe auch Box in Anhang 6.

[79] Vgl. Carpenter/Petersen (2002), S. 1.

[80] Vgl. Carpenter (2002), S. 2.

[81] Vgl. Parker (2004), S. 174.

[82] Vgl. Cressy (2002), S. F1.

[83] Vgl. Cressy (2002), S. F2.

[84] Vgl. De Meza (2002), S. F21.

[85] Vgl. Cressy (2002), S. F3.

[86] Grenzkreditnehmer (Marginal Borrower): Unternehmer, der gerade die Gewinnschwelle mit seinem Projekt erreichen wird, wenn er einen Kredit aufnimmt, um es zu finanzieren.

[87] Vgl. Cressy (2002), S. F3-F5.

[88] Das Argument eines Überschusses wird noch verstärkt, wenn wir den Optimismus eines Schuldners über den Erfolg seines Projekts in die Überlegungen mit einbeziehen. Durch Optimismus kann es zu einer weiteren Reduzierung der durchschnittlichen Qualität der Schuldner kommen, da der Grenzkreditnehmer seine Eintritts-Entscheidung nun aufgrund der von ihm wahrgenommenen Qualität trifft, die jedoch eine Überschätzung seiner wirklichen Güte darstellt. Vgl. Cressy (2002), S. F4.

[89] Vgl. Hellmann/Stiglitz (2000), S. 282.

[90] Vgl. De Meza (2002), S. F21.

[91] Vgl. Hellmann/Stiglitz (2000), S. 283.

[92] Vgl. Parker (2004), S. 174.

[93] Vgl. Hellmann/Stiglitz (2000), S. 297.

[94] Vgl. Parker (2004), S. 174.

[95] Vgl. Hellmann/Stiglitz (2000), S. 297.

[96] Vgl. Hellmann/Stiglitz (2000), S. 283.

[97] Vgl. Parker (2004), S. 174-175.

[98] Vgl. Parker (2004), S. 175.

[99] Vgl. Parker (2004), S. 175.

[100] Vgl. Lichtblau/Utzig (2002), S. 12

[101] Vgl. Parker (2004), S. 175.

[102] Vgl. Lichtblau/Utzig (2002), S. 12.

[103] Vgl. Parker (2004), S. 175.

[104] Vgl. Lichtblau/Utzig (2002), S. 12.

[105] Vgl. Parker (2004), S. 175-176.

[106] Vgl. Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S. 156.

[107] Vgl. Sachverständigenrat (2005), S. 478.

[108] Vgl. Engel/Kohlberger/Pfaffenholz/Plattner (2006), S. 156.

Details

Seiten
99
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638554763
ISBN (Buch)
9783638668460
DOI
10.3239/9783638554763
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62185
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Alfred-Weber-Institut
Note
1,7
Schlagworte
Förderung Eigenkapitalfinanzierung Unternehmen Deutschland Betriebswirtschaftslehre

Autor

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Titel: Förderung der Eigenkapitalfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland