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Körpererfahrung im Sport und im Schulsport

Hausarbeit 2006 12 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Körpererfahrung
2.1. Begriffsklärung
2.2. Was ist Körpererfahrung?
2.3. Das Prinzip der Ganzheitlichkeit
2.4. Der Körpererfahrungsprozeß

3. Kritik
3.1. Ist das Konzept in seiner allgemeinen Anwendung sinnvoll?
3.2. Welche Probleme könnten bei seiner Anwendung auftreten?

4. Anwendung im Sportunterricht
4.1. Welche Vorteile bietet das Konzept für den Sportunterricht?
4.2. Welche Probleme können auftreten?
4.3. Ist eine sinnvolle Umsetzung des Konzeptes in der Schule möglich?

5. Körpererfahrung im Fußball

6. Fazit

7. Bibliographie

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Themenbereich der Körpererfahrung im Sport. Mitbegründer und Verfechter dieses Konzeptes ist Jürgen Funke-Wieneke.

Das Konzept der Körpererfahrung ist in der Forschung nicht unumstritten, sowohl was seinen Inhalt anbelangt als auch die Umsetzbarkeit, besonders im Sportunterricht (vgl. z.B. Heemsoth, 1988, S. 199). Dagegen weisen Funke-Wieneke et. al. darauf hin, dass gerade im Sportunterricht viele Erfahrungen mit dem Körper gemacht werden, was aber keinen Nutzen brächte, da diese Erfahrungen nicht bewusst wahrgenommen würden und sogar negative Auswirkungen haben könnten (Heine, 1983, S. 15). Bewusste Körpererfahrung spiele im Sportunterricht eine wichtige Rolle und dürfe demnach nicht vernachlässigt werden, denn der Sinn des Sportunterrichts liege nicht nur im Lernen des Sports (Funke, 1983, S.9). Doch dazu später mehr.

Das Anliegen dieser Hausarbeit ist es, das Konzept von Funke-Wieneke kritisch zu hinterfragen. Dabei sollen vier Fragen im Vordergrund stehen:

(1) Ist das Konzept in seiner allgemeinen Anwendung sinnvoll?
(2) Welche Probleme könnten bei seiner Anwendung auftreten?
(3) Ist die Anwendung im Schulsport sinnvoll und welche Vorteile hat das Konzept bzw. welche Probleme könnten auftreten?
(4) Ist es überhaupt möglich, das Konzept sinnvoll im Unterricht umzusetzen?

Um diese Fragen zu beantworten, möchte ich wie folgt vorgehen: Zunächst soll das Konzept an sich erläutert werden. Die Intention der Verfasser soll wiedergegeben, das „Warum“ des Ansatzes kritisch beleuchtet und die wichtigsten Punkte dargestellt werden. In diesem Abschnitt möchte ich versuchen, die Fragen (1) und (2) zu beantworten.

Danach möchte ich mich mit der Umsetzbarkeit im Schulsport beschäftigen sowie den Sinn – falls dieser existiert - einer Anwendung des Konzeptes im Schulsport erörtern. Dieser Bereich bezieht sich auf die Fragen (3) und (4).

Schließlich soll noch die praktische Anwendung am Beispiel des Sportspiels Fußball gezeigt werden und die Möglichkeiten, in diesem Spiel Körpererfahrungen zu machen. Dieser Abschnitt streift alle vier Fragen und soll noch einmal ganz praktisch Vorteile und Nachteile bzw. Probleme des Ansatzes der Körpererfahrung in einem gesamten Überblick darstellen. Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Hausarbeit kann ich das Konzept der Körpererfahrung nicht in seiner ganzen Fülle darstellen. Daher werde ich nur die mir für dieses Thema am bedeutsamsten erscheinenden Aspekte wiedergeben.

2. Das Konzept der Körpererfahrung

Allgemein kann die sportliche Körpererfahrung nach Funke als „Erfahrung des Körpers“, „Erfahrung mit dem Körper“, „Erfahrung meines Körpers im Spiegel der anderen“ und „Erfahrung in der Darstellung meines Körpers“(Funke, 1983, S. 7f.) beschrieben werden.

Im folgenden Abschnitt möchte ich nun auf einige grundlegende Pfeiler des Konzeptes eingehen.

2.1. Begriffsklärung

Zunächst müssen zwei Begriffe differenziert werden, die oberflächlich betrachtet den Eindruck erwecken, ein und dasselbe zu bezeichnen. Auf der einen Seite steht der Begriff der Körpererfahrung, auf der anderen der Bewegungserfahrung.

Bewegungserfahrung ist immer auch Körpererfahrung, Körpererfahrung hingegen muss nicht immer Bewegungserfahrung sein. Mehrere Punkte unterstreichen diese Aussage:

Zunächst ist der Körpererfahrung auch die Erfahrung implizit, die nach der aktiven Tätigkeit bleibt, wohingegen der Bewegungserfahrung nur die Erfahrung zugerechnet werden kann, die man im Moment der Bewegung macht. Ferner ist Körpererfahrung zusätzlich auch „Erfahrung meines Körpers im Spiegel der anderen“(siehe Kap. 2), bezieht sich also im Gegensatz zur Bewegungserfahrung nicht nur auf meinen eigenen Körper und schließlich können Körpererfahrungen auch ausgelöst werden, ohne dass dabei eigene Bewegung notwendig ist. Als Beispiel sei hier die Massage genannt (Funke, 21992, S. 10f.). Somit müssen diese Begriffe klar voneinander unterschieden werden.

2.2. Was ist Körpererfahrung?

Körpererfahrung ist der Umgang mit dem Körper im Zusammenhang mit der Bewegung. Entscheidend dabei ist die bewusste Wahrnehmung von Körpererfahrungen, zum Einen der äußerlichen Reize und zum Anderen der Reize, die von innen kommen.

Typische Körpererfahrungen im Sport können zum Beispiel sein:

Spannung, Entspannung, Wärme- und Kälteansprachen der Haut, zirkuläre und zyklische Schwingung des Körpers in wiederholten Bewegungen und Funktionswahrnehmungen innerer Organtätigkeiten wie Herzklopfen, Atmen etc.(Funke, 21992, S. 12).

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Details

Seiten
12
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638555944
ISBN (Buch)
9783638863629
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62330
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,5
Schlagworte
Körpererfahrung Sport Schulsport Sportpädagogik Funke-Wienecke

Autor

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Titel: Körpererfahrung im Sport und im Schulsport