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Depressive Erkrankungen. Entstehung, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2003 25 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Depressionen?

3. Einteilung depressiver Erkrankungen
3.1. Somatogene Depressionen
3.2. Endogene Depressionen
3.3. Psychoegene Depressionen

4. Entstehung von Depressionen
4.1. Psychologische Faktoren
4.2. Biologische Faktoren

5. Risikofaktoren

6. Typologie der Depressiven?

7. Verlauf und Dauer einer Depression

8. Depressionsformen
8.1. Die Altersdepression
8.2. Depressionen nach der Geburt
8.3. Saisonal abhängige Depressionen
8.4. Major Depression
9. Behandlungsmöglichkeiten depressiver Störungen
9.1. Medikamentöse Behandlungen
9.2. Therapien
9.3. Psychotherapien

10. Fazit

11. Literaturverzeichnis

1. Enleitung.

Ich kann nicht schlafen. Ich kann nicht essen. Ich kann nicht lesen, keine Unterhal­tung führen und mich nicht länger als ein paar Sekunden am Stück konzentrieren. Die Schwerkraft, die mich umgibt, hat sich verdreifacht. Es ist eine ungeheuere An­strengung, nur den Arm zu heben oder einen Schritt vorwärts zu machen. Wenn ich nicht zusammengerollt auf dem Sofa liege, gehe ich langsam auf und ab. Ich schaukle in meinem Schaukelstuhl. Ich ringe die Hände... Weinend komme ich nach Hause. Wieder sinnlose Tränen. Warum lässt Gott das alles zu? Ich weine, damit endlich alles aufhört. Ich weine um Gnade...“ (vgl. Hammen 1999, S.7)

Schätzungen zu Folge werden eine von vier Frauen und einer von vier Männern min­destens einmal im Leben depressiv. In Deutschland kommen im Jahr etwa 10000 Selbstmorde vor, auf der ganzen Welt 1000 täglich, dagegen etwa fünf- bis zehnmal so viele Selbstmordversuche. Das Suizidrisiko bei depressiven Menschen wird auf 15% geschätzt. Selbstmordhandlungen sind ohne Depressionen nicht möglich.

Depressionen, Bedrückung, Trauer. Diese Empfindungen sind schon so alt wie die Menschheit selbst und fast jeder hat es schon einmal erlebt, dieses Gefühl der Nie­dergeschlagenheit, der Lustlosigkeit und schlechten Laune. Aber was sind Depres­sionen? Wodurch entstehen sie? Kann sie jeder bekommen und vor allem: Was kann man dagegen tun? Diese und andere Fragen werde ich versuchen in der vorliegen­den Hausarbeit zu beantworten.

2. Was sind Depressionen?

Depressionen gelten als die häufigsten psychischen Beeinträchtigungen und zählen zu den affektiven Störungen. Die Stimmung wird beeinträchtigt, sowie Niederge­schlagenheit, Verlust der Freude, emotionale Leere, Antriebslosigkeit, Interessen­verlust, zahlreiche körperliche Beschwerden, wie Schlafprobleme, fehlender Appetit, sowie Herzschmerzen oder Magen- und Darmschmerzen sind wesentliche Merkmale (vgl. Oehler 1998, S. 36). Des Weiteren äußern sich Gefühle der Traurigkeit, der Ver­stimmtheit, der Hoffnungslosigkeit, der Sinnlosigkeit, sowie Ängstlichkeit und Unruhe.

Depressionen werden als kaum erträglicher Zustand beschrieben. Man fühlt sich wie versteinert, vollkommen leer und alles erscheint sinn- und hoffnungslos. Viele Men­schen quälen sich mit heftigen Schuldgefühlen und fühlen sich als Versager. Man sieht keine Möglichkeit wirklich menschenwürdig weiterzuleben (vgl. Reicher, 1989 S. 177).

Charakteristisch bei Depressionen ist, dass körperliche und psychische Symptome gemeinsam vorkommen. Bei einer Depression verändern sich Verhalten, Motorik, sowie das Erscheinungsbild. Der Mensch wirkt kraftlos, gebeugt, spannungsleer, er bewegt sich langsamer, ist unruhig. Der Gesichtsausdruck ist weinerlich und besorgt, die Mundwinkel sind herabgezogen. Das Gesicht scheint zu einer Maske erstarrt zu sein. Die Mimik ist nervös und angespannt. Die Aktivität vermindert sich und Prob­leme bei der täglichen Bewältigung von Anforderungen tauchen auf (vgl. Reinecker, 1994, S. 179).

Jeder Mensch kennt solche Gefühlszustände und wenn sie nicht eine bestimmte Dauer oder Intensität überschreiten, gelten sie als normale und gesunde Reaktionen auf bestimmte Erfahrungen (Verlust, Misserfolg Enttäuschung, Belastung, Ziellosig­keit, Einsamkeit oder Erschöpfung). Ungelöst bleibt die Frage, wann die Grenze zwi­schen diesen normalen Reaktionen und den als klinisch auffälligen betrachteten Symptomen überschritten wird.

3. Einteilung depressiver Erkrankungen.

Man kann sagen, daß eine Einteilung depressiver Erkrankungen recht schwierig ist, da die Übergänge fließend sind. Es wird unterteilt in „endogene Depressionen“ (schwere depressive Episoden) „somatoforme Störungen“ (Depressionen mit körper­lichen Symptomen/Ursachen) und „psychogene Depressionen“ (seelisch bedingte Depressionen).

3.1. Somatogene Depressionen.

Diese Formen der Depressionen sind körperlich begründbar und entstehen im Zu­sammenhang mit organischen Krankheitsbildern.

Sie werden nochmals untergliedert in „symptomatische Depressionen“, welche zum Beispiel in Krisenzeiten, Pubertät, oder ähnlichem entstehen können, und „organi­sche Depressionen“. Diese sind strukturelle Veränderungen des Gehirns und des Körpers, wie zum Beispiel bei Tumoren, Epilepsie oder Schlaganfällen.

3.2. Endogene Depressionen.

Dies ist eine Form der Depression, welche scheinbar grundlos und ohne erklärbare Ursachen auftritt. Als Hauptverursacher vermutet man Stoffwechselstörungen. Eine Pulsübertragung im vegetativen Nervensystem wird verhindert und damit blockiert. Endogen bedeutet wortwörtlich übesetzt „aus dem Inneren“ und kommen bei cirka 20% aller Depressiven vor. Viele Ursachen sind jedoch noch nicht vollständig er­forscht.

Endogene Depressionen können in zwei Varianten ablaufen. Zum einen die „bipola­ren Störungen“ und zum anderen die „unipolaren Störungen“.

Bipolare Störungen sind „manisch-depressive Störungen“ bei denen der Betroffene Phasen der Verzweiflung, jedoch auch der Überaktivität („Manie“) durchläuft. Zwi­schen Manie und Depression erlebt der Patient aber auch neutrale Stimmungen (vgl. www.depressionentherapie.de). Symptome einer manischen Phase sind unter an­derem gesteigertes Selbstwertgefühl, Redseligkeit, vermindertes Schlafbedürfnis, Ideenflucht, erhöhte Ablenkbarkeit und psychomotorische Unruhe. Wenn drei dieser Symptome diagnostiziert wurden in einer mindestens einwöchigen abgegrenzten Zeitspanne mit extrem euphorischer, expansiver und/oder gereizter Stimmung, spricht man von einer manischen Phase. Heute weiß man, dass die Depression auch ohne Manie ablaufen kann und umgekehrt. Das Auftreten bipolarer Störungen liegt in der Gesamtbevölkerung zwischen 0,4 und 1,2% (vgl.www.medizininfo.de/kopfund­seele/depression).

Unter unipolaren Depressionen leiden 75% aller Depressiven. Diese Art der endo­genen Depression äußert sich durch einen regelmäßigen Wechsel von Niederge­schlagenheit und neutraler Stimmung ohne manische Phasen (vgl. www.depressionentherapie.de).

3.3. Psychogene Depressionen.

Diese Art der Depression ist auf Umweltereignisse zurückzuführen, wobei alle reakti­ven Depressionen und Störungen der seelischen Erlebnisverarbeitung zugehören. Ursachen der reaktiven Störungen sind häufig durch den Verlust eines Angehörigen, den Verlust der vertrauten Umgebung aufgrund eines Umzuges oder durch belas­tende Erlebnisse die bis in die Kindheit zurückzuführen sind, ausgelöst. Dieser „in­nere Faktor“ kann, wenn er in Verbindung mit einem „äußeren Faktor“ gebracht wird zu einer Depression führen. (vgl. www.medizininfo.de/kopfundseele/depression)

4. Entstehung von Depressionen.

Was die genauen Ursachen von Depressionen sind, ist bis heute noch unklar, sicher ist nur, dass unterschiedliche Faktoren zusammenspielen müssen. Zu vererbter De­pression können Umwelteinflüsse oder Trennungserlebnisse hinzukommen, andere entstehen durch krankhafte körperliche Veränderungen (vgl. Oehler, 1998, S. 34). Da es sehr unterschiedliche Formen der Depression gibt, kann man nicht von einer Ur­sache reden, sondern ehr von einem Ursachenbündel.

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Details

Seiten
25
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638556903
ISBN (Buch)
9783638668095
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62451
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Schlagworte
Depressionen

Autor

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Titel: Depressive Erkrankungen. Entstehung, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten