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Der geologische Bau der Alpen

von Holger Hansen (Autor) Barbara Wurszt (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 24 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Alpen

3. Der geologische Bau der Alpen
3.1 Heutiges Erscheinungsbild
3.2 Sedimentationstypen
3.3 Die Tektonik und der Deckenbau
3.3.1 Die Tektonik der Südalpen
3.3.2 Die helvetischen Decken
3.3.3 Die penninischen Decken
3.3.4 Der Deckenbau der Ostalpen
3.3.5 Die französisch-italienischen Westalpen

4. Schlusswort

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Entwicklung und die Entstehung der Alpen sind bis heute nicht detailliert geklärt. In der Literatur gibt es zwar zahlreiche Ansätze, die sich mit der Geologie der Alpen beschäftigen, jedoch wird in keinem dieser Werke eine Verallgemeinerung der Entstehung oder der Entwicklung vorgenommen. Vielmehr werden die Alpen häufig untergliedert in West-, Ost-, Nord- und Südalpen.

Die Alpen sind das höchste innereuropäische Gebirge. Sie verlaufen in einem Gebirgsbogen, der sich von Ligurien im Westen bis an die Donau bei Wien im Osten erstreckt. Wie bereits erwähnt, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Alpen jedoch nicht sinnvoll. Deshalb wird in der Geologie die oben erwähnte Unterteilung vorgenommen. Diese Unterteilung ist vor allem deshalb notwendig, weil sich die einzelnen Gebiete in ihrem geologischen Aufbau und ihrer tektonischen und morphologischen Struktur unterscheiden (Gwinner 1971: 1). Die Grenze zwischen den West- und Ostalpen läuft an einer Linie zwischen Bodensee, Rheintal, Comer See bis Bergamo. Als Trennlinie zwischen Nord- und Südalpen fungiert die so genannte periadriatische Naht. Sie ist eine der wichtigsten Strukturen im Alpenraum, eine fast senkrechte Verwerfung, welche die gesamten Alpen S-förmig zwischen Tyrrhenische Meer und Südungarn durchzieht (Geologische Bundesanstalt http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/periadriatische.htm).

Die Alpen sind zudem ein Orogen, welches in Folge einer Kollision entstanden ist. Im Fall der Alpen bedeutet dies die Kollision von Kontinent-Ozean-Kontinent. Der Zusammenprall der Afrikanischen und der Europäischen Kontinentalplatte führte zu einer Zunahme der Mächtigkeit der Erdkruste. Die Heraushebung und das heute bekannte Erscheinungsbild als Hochgebirge ist ein relativ junges Phänomen. Im Tertiär begann mit dem Aufsteigen über den Meeresspiegel die Entwicklung des Reliefs.

2. Entstehung der Alpen

Die Alpen sind ein relativ junges Gebirge, wenn man sie in die gesamte Erdgeschichte eingliedert. Stellt man sich vor, dass die Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist, so sind die 250 Millionen Jahre, vor denen die Geschichte der Alpen begann, lediglich ein kleiner Teil der Erdgeschichte. Jedoch ist auch diese Zeitspanne für unsere Vorstellungen immens groß und kaum zu fassen (Kreutzer 1993: 15f). Auf der geologischen Zeittafel wird die Entstehung der Alpen ins Mesozoikum, also das Erdmittelalter eingeordnet. Das Mesozoikum beginnt etwa vor 250 Millionen Jahren und endet bei 65 Millionen Jahre vor heute. Es ist in die Erdzeitalter Trias (250 Mio. bis 205 Mio. Jahre), Jura (205 Mio. bis 135 Mio. Jahre) und Kreide (135 Mio. bis 65 Mio. Jahre unterteilt (Kreutzer 1993: 27).

Zu Beginn des Mesozoikums, vor etwa 250 Mio. Jahren, hingen alle heutigen Kontinente zusammen und bildeten den Großkontinent Pangäa.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Plattentektonische Situation der Erde zur Zeit der Obertrias.

Quelle: http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/entstehung_der_alpen.htm

Die kontinentale Kruste und die ozeanische Kruste liegen auf dem Erdmantel auf.

Strömungen unterhalb des Erdmantels zerren an der kontinentalen Kruste. Der Urkontinent bricht allmählich auseinander. Von Osten her schob sich ein Ozean ins Landesinnere vor und enorme Massen von flachmarinen Karbonatsedimenten werden innerhalb der Tethys abgelagert. Durch das Auseinanderbrechen des Urkontinents Pangäa entstand somit ein Ozeanbecken, das in etwa die Größe des heutigen westlichen Mittelmeeres hatte. Die Küstenlinie dieses Urmittelmeers verlief südlich der heutigen Lage von München (Veit 2002: 30). Zum einen lagerten sich in der Nähe dieser Küstenlinie Sande und Schotter ab, die als Bausteine der späteren Berge in den Zentralalpen fungierten. Zum anderen begünstigte das warme tropische Klima aber auch die Bildung von Korallenriffen, die heute mit dem Great-Barriere-Reef vor Australien zu vergleichen sind (Geologische Bundesanstalt: http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/entstehung_der_alpen.htm).

Im Jura führten die plattentektonischen Bewegungen zum Auseinaderdriften der eurasischen und der afrikanischen Platte. Der sich zuvor im Trias gebildete flache Ozean zerbrach und in der Mitte des Ozeans drückte heißes Magma die nördliche kontinentale Platte Europas und die Gondwanas, also Ur-Afrikas, immer mehr auseinander. Über die Kalksedimente aus der Triaszeit legte sich der Juraschlamm.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Plattentektonische Situation der Erde zur Zeit der Oberjura.

Quelle: http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/entstehung_der_alpen.htm

Zudem drückte heißes Magma in der Mitte des Ozeans die nördliche Platte Europas und die südliche Platte Ur-Afrikas immer weiter auseinander. Durch das fortschreitende Auseinanderweichen der Platten entstand eine neue ozeanische Kruste (siehe Abbildung 3). Dieser neue, so genannte penninische Ozean, ist Grundlage für die drei wesentlichen Elemente der Ostalpen, "Helvetikum", "Penninikum" und "Ostalpin" (Geologische Bundesanstalt: http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/entstehung_der_alpen.htm).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Die Alpen während des Jura.

Quelle: Kreutzer, Lutz Hermann (1995): Die Entstehung der Alpen. - in:

Praxis Geograpie 7-8/1995, S. 44.

Vor 135 Mio. Jahren dann, zu Beginn der Kreidezeit, kehrte sich die Bewegungsrichtung der Platten um (Veit 2002: 32). Afrika und Europa bewegten sich nicht mehr auseinander, sondern rückten wieder näher aufeinander zu. Als Resultat kam es zur Bildung einer Subduktionszone. In dieser Subduktionszone versank die spezifisch schwerere ozeanische Kruste unter der kontinentalen Kruste Afrikas (siehe Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Die Alpen während der älteren Kreide.

Quelle: Kreutzer, Lutz Hermann (1995): Die Entstehung der Alpen. - in:

Praxis Geograpie 7-8/1995, S. 44.

Im Norden kam es durch die Sedimentationsfracht der Flüsse zur Herausbildung der Flyschzone, wo die Grundlage der heutigen Voralpen geschaffen wurde. Gegen Ende der Kreidezeit wurde der Ozean immer weiter zugeschoben. Durch das Aufeinanderdriften der afrikanischen mit der eurasischen Platte kam es zu Überschiebungen und Faltenbildungen. Die nördlichen Kalkalpen hoben sich über das Meer hinaus und wurden über die Zentralalpen nach Norden verschoben. Zwischen den herausragenden Falten befanden sich Reste des Ozeans in Form von Seen, in denen es zu Ablagerungen von Sedimenten kam (Kreutzer 1995: 44).

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Details

Seiten
24
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638563154
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v63215
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,7
Schlagworte
Alpen

Autoren

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