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Montesquieu - Vom Geist der Gesetze

Hausarbeit 2002 23 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie

3. Historische Hintergründe
3.1. Aufklärung
3.2. Absolutismus
3.3 Veränderung des Weltbildes

4. De l' Esprit des lois – Vom Geist der Gesetze
4.1. Freiheit und Gesetze
4.2. Republik – Monarchie – Despotie
4.3. Analyse der Englischen Verfassung

5. Schlussbetrachtung

6. Quellenverzeichnis

1. EINLEITUNG

„Der Esprit des Lois gehört zu den zwar bekanntesten, aber am wenigsten gelesenen Büchern der Weltliteratur.“[1]

Dieser Klage Forsthoffs, in der Einleitung zu seiner Übersetzung des De l' Esprit des lois, folgend, habe ich versucht das Lebenswerk Montesquieus nicht auf das sechste Kapitel im elften Buch (Gewaltenteilung am Beispiel der Verfassung Englands),wie es sonst gern getan wird, zu reduzieren, sondern es in all seiner Vielfalt wahrzunehmen. Wobei die Darstellung dieser Vielfalt natürlich den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde.

Ich habe mich dem Werk über die Biographie Montesquieus und die damals vorherrschenden Umstände genähert, um dann auf Freiheit & Gesetze, die Verfassungsformen und ihre dazugehörigen Prinzipien und um zu guter letzt auf die Gewaltenteilungslehre einzugehen.

2. BIOGRAPHIE

Am 18. Januar 1689 wird Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu auf dem Schloß La Brède, südlich von Bordeaux, geboren. Seine Vorfahren gehörten dem Schwertadel und dem Amtsadel an.[2] Er studierte Jura und humanistische Philosophie in Juilly und später in Bordeaux. 1714 wird er Parlamentsrat und von 1716 bis 1726 Senatspräsident in Bordeaux. Literarischen Ruhm erlangt Montesquieu durch die Lettres persanes, die 1721 anonym in Holland erschienen waren. Darin verspottet er in fiktiven Briefen aus der Perspektive eines adeligen Persers, der mit seinem Diener gemeinsam durch Europa reist, die zeitgenössische Politik sowie die sozialen Verhältnisse. Es ist ein frecher und unterhaltsamer Roman, der sich als einer der frühesten Werke der Aufklärung großer Beliebtheit erfreute. Montesquieu wurde bald als der Verfasser identifiziert. Im Jahr 1728 wird er nach einigen Schwierigkeiten in die Académie francaise aufgenommen[3].

Von 1728 bis 1729 unternimmt Montesquieu eine große Europareise. Er besucht unter anderem, Wien, Ungarn, Venedig, Mailand, Rom, Neapel, München, Köln und bleibt von 1729 bis 1731 in England. Dort wird er Mitglied der Royal Society und der Freimaurer.[4]

Sein zweites großes Werk erscheint im Jahr 1734: Considérations sur les causes de la grandeur des Romains et de leur décadence. (Betrachtungen über die Ursachen von Größe und Niedergang der Römer). Es war eines der ersten bedeutenden Werke in der Geschichtsphilosophie. Darin macht Montesquieu auf den kriegerischen Geist, auf die Tugend und die Armut der republikanischen Römer aufmerksam. Die Kernfrage nach Aufstieg und Fall des Reiches soll darin beantwortet werden. Ende 1734 fasst Montesquieu den Entschluss ein großes Werk über Recht und Staat, Sitten, Wirtschaft und Geographie zu schreiben. Und so erscheint 1748 sein Meisterwerk De l ’ Esprit des lois (Vom Geist der Gesetze) in Genf, erneut anonym und erneut wird der Autor rasch identifiziert. Montesquieu trägt schwer an der Indizierung seines Werkes durch die Katholische Kurie 1751.[5]

Man muß natürlich bedenken das Montesquieu zu seinen Lebzeiten bedeutend mehr geschrieben als publiziert hat. Seine in Notizheften festgehaltenen Gedanken und Reflexionen wurden erst 1899 bis 1901 unter dem Titel: „Mes Pensées“ vollständig veröffentlicht. Im Jahr 1914 wurde eine weitere Gedankensammlung veröffentlicht: „Spicilège“.[6]

Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu stirbt am 10. Februar 1755 in Paris.[7]

3. HISTORISCHE HINTERGRÜNDE

Um Montesquieu und sein Werk besser zu verstehen möchte ich eine geschichtliche Einordnung vornehmen. Dabei werde ich die Begriffe der Aufklärung und des Absolutismus definieren. Denn sie charakterisieren die Umstände seiner Zeit.

3.1. Aufklärung

Aufklärung, bzw. das Zeitalter der Aufklärung bezeichnet die geistesgeschichtliche Epoche des 18. Jahrhunderts in Europa in deren Zentrum die Abkehr von einer mystisch-spekulativen Tradition und der Glaube in die Kraft der menschlichen Ratio steht. Überlieferte Werte, Institutionen, Konventionen und Normen wurden bewusst in Frage gestellt, um ihre rationale Legitimation zu überprüfen. Vordenker der Aufklärung waren René Descartes und Baruch Spinoza, Thomas Hobbes, John Locke, Pierre Bayle sowie der Naturwissenschaftler Isaak Newton.

Immanuel Kant, einer der Hauptvertreter, definierte den Wahlspruch der Aufklärung: „Sapere aude!“, „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Die Naturwissenschaften gewannen während dieser Epoche an Bedeutung, denn nun wurde der wissenschaftlichen Erkenntnis durch Naturbeobachtung und Experiment eine größere Bedeutung zugemessen als dem Studium der Schriften des Aristoteles und der Bibel, die bis dahin als Autoritäten und als unanfechtbare Quellen des Wissens galten. Obwohl die meisten Denker der Aufklärung die Kirche, vor allem die katholisch Kirche, wegen ihres Reichtums, ihres Machtmissbraucht und ihres Dogmatismus kritisierten, lehnten sie die Religion an sich nicht grundsätzlich ab, sondern vertraten die Ansicht, dass Gott nach Erschaffung der Welt nicht mehr in deren Lauf eingriff (Deismus).

Einen besonderen Einfluss auf die Aufklärung hatten, neben Montesquieus Lettres persanes, die wie bereits erwähnt eines der ersten Werke dieser Epoche waren, auch Denis Diderot, Autor und Herausgeber der französischen Encyclopédie, in der das Wissen der damaligen Zeit gesammelt war und in deren Vorwort Diderot das Programm der Aufklärung formulierte. Auch Voltaire ist ein weiterer maßgeblicher Denker der Aufklärung, der für Gewissensfreiheit, religiöse Toleranz und politische Gleichheit eintrat. Jean- Jacques Rousseau hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die politische und pädagogischen Theorien seiner Zeit. David Hume, Cesare Beccaria, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson vertraten die Idee eines übernationalen Kosmopolitismus und setzten sich für die allgemeinen Menschenrechte ein.[8]

[...]


[1] Forsthoff, Ernst (Hrsg.): Montesquieu Vom Geist der Gesetze, Leipzig 1951

[2] Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschen-buchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001. S 41- 48

[3] Vgl.: MicrosoftÒ EncartaÒ 98 Enzyklopädie: “Montesquieu“ 1993-1997 Microsoft Corporation

[4] Vgl.: Wilhelm Blum, Michael Rupp, Manfred Gawlina: Politische Philosophen, 3. Auflage, München 1997.

[5] Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschen-buchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001.

[6] Vgl.: Hereth, Michael: Montesquieu zur Einführung. Hamburg 1995.

[7] Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschen-buchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001. S 41- 48

[8] Vgl.: MicrosoftÒ EncartaÒ 98 Enzyklopädie: “Aufklärung“ 1993-1997 Microsoft Corporation

Details

Seiten
23
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638139182
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6324
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Politikwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Gewaltenteilung Freiheit

Autor

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