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Max Weber: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen

Referat (Ausarbeitung) 2005 10 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

1. Vorwort:

- Die religionssozilogischen Studien aus den Jahren 1911 bis 1914 „Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen“ sind aus sozial-ökonomischer Sicht die wichtigsten Arbeiten Webers
- Hier wird die Bedeutung der jeweiligen Religion für das volkswirtschaftliche Verhalten von Angehörigen einer Kultur, eines Volkes oder einer bestimmten Schicht untersucht
- Anstoß zu diesen Überlegungen gab ihm eine Studie einer seiner Schüler, in der herausgefunden wurde, dass der Kapitalbesitz hauptsächlich bei den Protestanten vorhanden
- Eher unvollkommene Fassung, in der eher unhistorisch vorgegangen wurde, die Ethik der einzelnen Religionen wurden systematisch wesentlich einheitlicher dargestellt als sie es in der Entwicklung wirklich gewesen sind

2. Definitionen & Konzeption

- Unter „Weltreligionen“ verstand Weber „jene fünf religiösen und religiös bedingten Systeme der Lebensreglementierung welche besonders große Mengen von Bekennern um sich zu scharen gewusst haben: die konfuzianische, hinduistische, buddhistische, christliche, islamitische religiöse Ethik.“
- Als sechste erwähnte er das Judentum
- Unter „Wirtschaftsethik“ verstand Weber die in den psychologischen und pragmatischen Zusammenhängen der Religionen gegründeten praktischen Antriebe zum Handeln.
- Ausgangsthese: der Wandel der sozialen Schichten hatte eine tief greifende Bedeutung für jede Religion, aber andererseits übte die Religion Einfluss auf die Lebensführung Schichten aus
- Rationales Denken Ausgangspunkt für die Entwicklung von Kapitalismus
- Er skizzierte die soziologischen Grundlagen der chinesischen Gesellschaft

3. China

- Nach Weber war China Land der großen ummauerten Städte, deren Herr der Fürst war
- Es ergaben sich für Weber zwei „eigentümliche Tatsachen“
- durch starke Vermehrung des Edelmetalbesitzes führte zu einer gewissen verstärkten Entwicklung der Geldwirtschaft, aber sie begünstigte jedoch keine kapitalistische Entwicklung, sondern eher eine Steigerung des Traditionalismus
- Auch die relativ günstigen Voraussetzungen wie Bevölkerungswachstum und den unerreichten Fleiß und die Arbeitsfähigkeit der Chinesen bildete keinen Anreiz für die kapitalistische Formung der Wirtschaft
- Gründe:
- China sei primär Fürstenresidenz gewesen
- in China habe ebenso der politische Sondercharakter gefehlt (d.h. sie war keine
Gemeinde mit eigenen politischen Sonderrechten wie in westlichen Ländern)
- Wesentliches Ergebnis: die chinesische Stadt war nicht Heimat eines Bürgertums
- Gründe für diese Verschiedenheit der städtischen Entwicklungen im Vergleich zu Europa:
- China war vorwiegend Binnenwirtschaftsgebiet
- Stadt war hauptsächlich rationales Produkt der Verwaltung
- die bestehenden Berufsmonopole waren im Wesentlichen durch Sippen und Stämme bestimmt
- fehlende Vollendung einer systematischen Stadtpolitik der Zünfte
- fehlende Rechtsgrundlagen
- Fehlen einer eigenen politisch-militärischen Macht der Städte
- Er untersuchte die historische Stellung des chinesischen Kaisers
- Hierbei Weber Begriff „Charisma“ eingeführt à meint Qualität einer Persönlichkeit, soweit sie als übernatürlich oder übermenschlich erscheint, ist bezogen auf Individuen, die von Gefolgschaften als Führer gewertet werden à „Charisma“ herrschaftsoziologischer Begriff
- China magisches Charisma (pazifistisch) nicht militär
- Chinesische Monarch blieb in erster Linie ein Pontifex
- Herrschaft war jedoch abhängig vom Kriterium der Bewährung (d.h. Erfolgs)
- Falls dieser ausblieb durfte die hohe Beamtenschaft den Kaiser im Extremfall sogar töten
- Zeigte noch einen Unterschied zwischen der chinesischen und der europäischen Entwicklung auf: die große Zunahme der bäuerlichen Bevölkerung seit Beginn des 18. Jahrhunderts in China
- Es kam, laut Weber, nicht zur Herausbildung größerer landwirtschaftlicher „rationaler“ Betriebseinheiten
- Zudem waren die altbäuerlichen Sippen die Träger des Bodeneigentums
- Innenpolitsicher Beutekapitalismus àWeber machte dafür die Institution der Sippenverbände und die dahinter stehende Bedeutung des Ahnenkults verantwortlich
- Diese beiden Momente seien es, laut Weber, gewesen, die eine westliche Entwicklung der Stadt verhinderten und dafür das Dorf zum Ausgang- und Bezugspunkt der Entwicklungsprozesse in China machten
- Durch den Sippengedanken war kam es zu einer Aneignung des öffentlichen Eigentums durch private Machthaber
- Dies verhinderte die Entwicklung von Verwaltung- und Rechtspflege und Verpfründung
- Neben diesen ökonomischen, politischen und sozialstrukturellen Gegebenheiten untersuchte Weber gesinnungsmäßige Grundlagen
- Träger dieser Grundlagen: der Literatenstand
- Der habe durch Bildung den sozialen Rang erreicht
- Literaten so herrschende Schicht Chinas
- Zugehörigkeit nicht erblich
- Hing von der Beherrschung der Fähigkeiten ab
- Literaten betrachteten sich als Einheit, sowohl in seiner Standeslehre, wie als einziger Träger der chinesischen Kultur
- Standen in intimer Beziehung zum Fürsten

3.1 Konfuzianismus

- Als erste wandte sich Weber der Religion des Konfuzianismus und Taoismus zu(den zwei großen religiösen Ordnungen des traditionellen China (FOLIE Weltreligionen)
- In China gab es, laut Weber, nie ein machtvolles Priestertum, nie eine eigene Erlösungslehre, nie Ethik und Erziehung durch autonome religiöse Mächte
- So konnte sich der intellektuelle Rationalismus durch Beamtenschicht frei ausleben, sie verachteten Religion
- Einzig staatlich vorgeschriebene Religion à„Laienreligion“
- Glaube an die Macht der Ahnengeister und der damit verbundene Kult wurde zugelassen à entsprach dem Selbsterhaltungsinteresse des Beamtentums à Hauptinteresse: langes Leben, Kinder und (mäßigen) Reichtum
- Neben philosophischen und theologischen fehlte auch die Entwicklung einer juristischen „Logik“
- Der Konfuzianismus war im wesentlichen eine „innerweltliche Laiensittlichkeit“ à Anpassung an die Welt
- Alle Probleme der Gesellschaft waren letztendlich Erziehungsprobleme mit dem Ziel der Selbstentwicklung des Einzelnen
- Es gab nicht das „Böse“, sondern nur Fehler, insbesondere als Folge ungenügender Bildung
- Bildungsideale: Höflichkeit, Anmut, Würde, insbesondere die Unterdrückung der Leidenschaft und die soziale Grundpflicht: die Pietät à Unterordnung gegenüber den Eltern, Lehrern, den Vorgesetzten
- Ziel dieser Ethik war die unbedingte Disziplin
- Auch wurde die Gewinnsucht geächtet, zerstört das Gleichgewicht und die Harmonie der Seele
- Diese Ideale konnten nur erreicht werden durch ein nie aufhörendes Lernen
- Deswegen nannte er den Konfuzianismus auch den „Rationalismus der Ordnung“
- So sei Konfuzianismus: pazifistisch, innerweltlich und nur an der Angst vor den Geistern orientiert
- Konfuzianismus: Hang zum Zentralismus

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638564083
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v63338
Institution / Hochschule
Universität Rostock
Schlagworte
Weber Wirtschaftsethik Weltreligionen

Autor

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Titel: Max Weber: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen