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Der Einsatz des Internet in der Grundschule

Seminararbeit 2002 10 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Die traditionelle Vermittlung der Kulturtechniken
2.2. Wissensaneignung vs. Informationen
2.3. Lernpsychologie der Hypermedien
2.4. Zentrale Möglichkeiten des Internets in der Grundschule

3. Schluss

4. Literaturliste

1. Einleitung

Es ist unbestritten, dass die Online-Medien aufgrund des technischen Fortschritts sowie ihrer rasanten Verbreitung aus unserer Gesellschaft im beruflichen wie auch im privaten Bereich nicht mehr wegzudenken sind. Demzufolge wächst auch die Zahl der Kinder, die Zugang zu Computern haben und den Kontakt mit ihm suchen. Denn gerade auf Kinder und Jugendliche übt das Medium Computer inklusive Internet mit seinen vielfältigen Angeboten oft eine besondere Faszination aus.

Die Grundschule definiert sich im Bildungsauftrag als eine lebensnahe Schule, die an die außerschulischen Erfahrungen und Erlebnisse des Kindes anknüpfen und diese sogar erweitern will.[1] In dieser Arbeit sollen Argumente, die für einen sinnvollen Einsatz des Internets im Grundschulunterricht sprechen, angeführt und kritisch hinterfragt werden.

2. Hauptteil

2.1. Die traditionelle Vermittlung der Kulturtechniken

In der öffentlichen Diskussion wurde gegen den Einsatz des Computers und zugleich des Internets oft argumentiert, dass dadurch die Vermittlung der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) überflüssig werden könnten.[2]

Als Gegenthese ist allerdings unter anderem nach dem Mathematiker und Erfinder Seymour Papert zu erwidern, dass es zum Beispiel seit der Nutzung des Computers bzw. des Internets nicht zu einer Bedeutungsreduktion von Schrift im Wissenserwerb kam, da gerade in diesem Bereich die sichere Beherrschung der Schrift bzw. des Lesens einen Kompetenzvorsprung bedeutet.[3] Wöckel verschärft diesen Gedanken noch und schreibt, dass das Lesen beim passiven und die Schrift beim aktiven Surfen unabdingbar sind.[4] Das Internet initiiert den Erwerb der Kulturtechniken nicht, jedoch unterstützt es sie.[5] Es trägt unter anderem zu einer Erweiterung der schulischen Möglichkeiten des Präsentierens und Publizierens von Schülerarbeiten bei.[6]

Es ist allerdings zu überlegen, ob ein Computer- bzw. Interneteinsatz schon zum Erwerb der Schriftsprache ratsam ist. Meiner Meinung nach ist es sicherlich besser, zunächst die Techniken auf traditionelle Weise zu vermitteln.

Die an der Technischen Universität Berlin tätige Frau Prof. Barbara Kochan übernimmt in ihrem Aufsatz „Schreiben und Publizieren mit dem Computer als Mittel des Wissenserwerbs in allen Lernbereichen – Ein didaktisches Konzept“ die Meinung der Autoren Müller-Maguhn, Schröter und Van Lück, dass sich im Zuge neuer Möglichkeiten des Schreibens mit dem Computer sich die Schriftkultur wandle.[7] Obwohl ich ihr in fast allem Recht gebe, wage ich zu behaupten, dass sich die Schriftkultur nicht wandelt, sondern sich erweitert. Auch mit dem Computer im Alltag wird das handschriftliche Schreiben nicht abgelöst.

2.2. Wissensaneignung vs. Informationen

Nach Stefan Wöckel, der unter anderem Macher der „Grundschule online“-Homepage ist, übertrifft das Internet die bisher vorhandenen medialen Angebote und die bisherige Lernsoftware bei weitem. Er kritisiert, dass die von manchen postulierte Wirkungslosigkeit des Internet im Klassenzimmer nicht bewiesen sein kann, da die Lernchancen in den verschiedenen Lernbereichen bislang nicht untersucht wurden.[8]

Mit Sicherheit kann man dem Internet keine einseitige Betonung bestimmter Lernbereiche unterstellen. Dem Benutzer stehen stets verschiedene Handlungsalternativen zur Verfügung.[9]

Der Regensburger Psychologe Zimmer scheint nach Wöckel davor zu warnen, dass zum Beispiel das Internet den Schülern das Lernen bzw. die Wissensaneignung zu einfach macht. Jedoch muss man sich bei diesem Gedanken im Klaren sein, dass somit Wissen und Information gleichgeschaltet werden. Wissen hat nach Wöckel nichts mit der Einführung eines neuen Mediums zu tun. Sicherlich wird mit dem Internet der Zugang zu Informationen erleichtert. Dies hat aber nichts mit dem Wissen zu tun, das die Schülerin/der Schüler lernen bzw. die Schule lehren soll. Eine Erschwerung bezüglich des Zugriffs auf Informationen kann keinen pädagogischen Hintergedanken mit sich führen.[10]

Das WWW erhöht die Verfügbarkeit von Informationen und vermag so zeitliche Freiräume für die Auseinandersetzung mit den Informationen und damit zum eigentlichen Wissenserwerb zu schaffen.[11] Beim Interneteinsatz in der Grundschule sollte man allerdings verstärkt schauen, auf welche Bereiche kindlichen Denkens und Handelns sich das Surfen auswirken könnte.[12]

[...]


[1] Vgl. Internet: Pareigat, Wissenschaftliche Hausarbeit zum Thema „Internet in der Grundschule“, S. 38

[2] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 106

[3] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 98

[4] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 106

[5] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 107

[6] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 113

[7] Vgl. Kochan, in: Mitzlaff/Speck-Hamdan (Hrsg.), Grundschule und neue Medien, S. 48

[8] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 106

[9] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 108

[10] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 109

[11] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 113

[12] Vgl. Wöckel, Internet in der Schule, S. 111

Details

Seiten
10
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638139458
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6353
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Schulpädagogik
Note
1
Schlagworte
Internet Grundschule neue Medien

Autor

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Titel: Der Einsatz des Internet in der Grundschule