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Aggression und Gewalt in Sport, Schule und Schulsport

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 34 Seiten

Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1 Definition Aggression
2.2 Definition Gewalt
2.3 Definition Prävention

3. Ursachen für Aggression und Gewalt
3.1 Frustrations-Aggressions-Hypothese
3.2 Die Lerntheorie
3.3 Trieb- und instinkttheoretisches Erklärungsmodell aggressiven Verhaltens
3.4 Genetisch-soziales Modell

4. Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt
4.1 Erscheinungsformen von Aggression nach äußeren Unterscheidungskriterien
4.2 Arten von Aggressionen
4.3 Wertewandel der Jugendlichen
4.4 Ängste

5. Gewalt und Aggression an der Schule
5.1 Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens
5.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen

6. Sport und Gewalt
6.1 Stress und Aggression im Sport
6.2 Gewalt und Sportunterricht
6.3 Sport und Gewaltprävention

7. Prävention und Intervention von Gewalt und Aggression
7.1 Möglichkeiten der korrektiven und präventiven Intervention
7.1.1 Korrektive Intervention
7.1.2 Präventive Intervention der Schule

8. Fazit

9. Zusammenfassung

10. Literaturverzeichnis

Abstract der Schriftlichen Hausarbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract:

Die Allgegenwärtigkeit von Aggression und Gewalt hat einen großen Stellenwert in unserem Leben eingenommen. Diese Arbeit bietet Ideen und Hilfestellungen, Aggression besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Sport und besonders der Schulsport spielen hierbei eine entscheidende Rolle, sowohl zum täglichen Ausgleich als auch zur Gewaltprävention.

Durch den richtigen Umgang mit Gewalt und Aggression erhalten die Jugendlichen Selbstbewusstsein und machen grundlegende Erfahrungen, die nicht nur ihr Verhalten in der Schule prägen.

Erklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig angefertigt und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Zitate und Quellen sind als solche gekennzeichnet. Mit einer eventuellen Ausleihe bin ich einverstanden.

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1. Einleitung

Gewalt gehört in allen Formen zum Leben dazu. In der Geschichte der Menschheit ist sie deshalb schon immer Thema von Erzählungen und Mythologien gewesen. Auch Märchen gehören in diese Branche, denn welches Kind kennt nicht die Geschichte von Hänsel und Gretel, der bösen Hexe und der Gewalt, die in dieser Erzählung vorkommt.

Heute mehr denn je leben wir in einer Welt voller Gewalt. Überall umgibt uns Aggression, und wir alle haben schon eigene Erfahrungen sowohl mit körperlichen, als auch mit seelischen Angriffen gemacht, teils von uns selbst ausgehend und teils direkt auf uns gerichtet.

Massenmedien vermitteln uns tagtäglich Gewalt aus aller Welt. Kriege, Vergewaltigungen, Mißbrauch und Gewalt in der Familie, Rechtsradikalismus und jede erdenkliche Art von Raubüberfällen bis hin zu Mord begleiten uns jeden Tag aufs neue, schon früh morgens, wenn das Radio uns mit neuen Terrormeldungen weckt.

Jeder vorsätzliche Versuch, Schaden anzurichten, ist Aggression. In der Praxis haben wir es mit der Frage zu tun, ob eine Handlung vorsätzlich oder unbeabsichtigt ausgeführt wurde. Kennt man die Gründe zur Entstehung von Aggression und Gewalt aus der Theorie, besitzt man eine Grundlage für den Umgang mit schwierigen Situationen und deren Prävention.

Ein erster Schritt zu professionellem Handeln ist es, die Begriffe Aggression und Gewalt mit all ihren verschiedenen Facetten verstehen zu lernen. Meine Arbeit beschäftigt sich deshalb intensiv mit Arten und Theorien von Aggression und Gewalt an der Schule, insbesondere unter der Berücksichtigung des Schulsports.

2. Begriffserklärungen

2.1 Definition Aggression

Aggression leitet sich von dem lateinischen Wort „aggressio“ ab und bedeutet Angriff, eine Verhaltensweise, bei der ein Lebewesen ein anderes bedroht oder angreift. Aggression ist ein Verhalten, welches mit der Absicht ausgeführt wird, einem anderen zu schaden.[1] /[2]

Es gibt die Möglichkeit zwischen „gutartiger“ und „bösartiger“ Aggression zu unterscheiden. Die gutartige entspricht einer vorprogrammierten Reaktion auf die Schädigung bzw. Behinderung vitaler Interessen, wobei sie lebenserhaltenden, defensiven Zielen wie Verteidigung oder Nahrungserwerb dient.

Bei einer bösartigen Aggression geht man von einem vorher durchdachten Plan aus. Hierbei geht es nur sekundär um die Verteidigung von lebenserhaltenden Zielen.[3] Eine Definition, die die Forschung über Aggression ganz wesentlich beeinflußt hat, findet sich in der klassischen Arbeit von Dollard, L.W. Doob, N.E. Miller, Mowrer und Sears (1939): „Aggression ist eine Verhaltenssequenz, deren Zielreaktion die Verletzung einer Person ist, gegen die sie gerichtet ist“.

Bandura hat eine weiter gefaßte Definition von Aggression vorgeschlagen: Aggression wird als „schädigendes und destruktives Verhalten charakterisiert, das im sozialen Bereich auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren als aggressiv definiert wird, von denen einige eher beim Beurteiler als beim Handelnden liegen.“[4]

2.2 Definition Gewalt

Im allgemeinen wird Aggression von Gewalt nicht unterschieden. In der Wissenschaft betrachtet man Aggression gewöhnlich als Vorstufe von Gewalt, oder umgekehrt als Ergänzung der Aggression und sieht hier einen unmittelbaren Zusammenhang. Man rechnet Aggression nicht zur Gewalt, vielmehr sieht man sie als eine mögliche Verhaltensform an, um sich durchzusetzen, zu behaupten oder abzugrenzen. Ursprünglich besagt Aggressivität „herangehen an“. Insofern kann ein aggressives Verhalten durchaus bedrängend und „gewaltig“ wirken, doch beinhaltet und intendiert es nicht unbedingt auch körperliche Verletzung.

Gewalt ist, was Opfer schafft. Das heißt, wir haben es dann mit Gewalt zu tun, wenn eine Person zum Opfer wird. Gewalt ist als Handlung zu definieren, in der vorsätzlich (bei Bewußtsein) versucht wird, jemanden körperlich oder psychisch zu schädigen. Die Gewalteinwirkung kann das Opfer vorübergehend oder dauernd daran hindern, seinen Wünschen oder Bedürfnissen entsprechend zu leben. Gewalt wird daher oft aus der Optik der Geschädigten definiert.[5]/[6].

Laut Meyers Lexikon (1999) ist „Gewalt die Anwendung von physischem und psychischem Zwang gegenüber Menschen. Sie ist ein Ausdruck von Aggression, entweder im Sinne eines ererbten oder durch Frustration verursachten menschlichen Triebs oder als sozial vermitteltes und gelerntes Verhalten.“[7]

2.3 Definition Prävention

Prävention bedeutet einer unerwünschten Entwicklung zuvorzukommen, sie zu verhindern und vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Im Zusammenhang dieser Arbeit geht es dabei primär um Aggressionen und Gewalt in der Schule. Hauptsächlich sollen sie frühzeitig erkannt werden und in Zukunft verhindert werden. Wichtig ist es, den Ursprung von Gewalt und Aggression zu verstehen, lernen, damit umzugehen, um dann richtige Maßnahmen ergreifen zu können.

3. Ursachen für Aggression und Gewalt

3.1 Frustrations-Aggressions-Hypothese

Frustration ist die Störung einer zielgerichteten Aktivität. Aggression ist jedes Verhalten, das auf die Verletzung eines Organismus abzielt. Aggression ist immer die Folge einer Frustration.

Frustration und Schmerz gelten als die wichtigsten Ursachen für aggressives Verhalten. Es sind jedoch noch viele weitere Faktoren ausschlaggebend für ein aggressives Verhalten und es ist nicht gesagt, daß ein Mensch aufgrund von Frustration oder Schmerz direkt aggressiv handelt.

Basierend auf dem Gedankengut von Freud und Marx gehen die Autoren der Frustrations-Aggressions-Hypothese (Dollard/Doob/Miller/Mowrer/Sears 1939) zunächst von der Annahme aus, daß Versagungserlebnisse (Frustrationen) zu Aggressionen führen. Frustration wird dabei als eine Behinderung einer bereits bestehenden, auf ein Ziel gerichteten, Aktivität umschrieben und bedeutet somit eine Unterbrechung einer zielgerichteten Handlung, nicht aber das diesem Ereignis folgende Gefühl der enttäuschten Person.[8]

Die Kernaxiome der Frustrations-Aggressions-Theorie gehen davon aus, dass als Folge einer Frustration immer Aggression entsteht und dass eine Frustration immer zu einer Art der Aggression führt. Die Zusatzaxiome besagen, dass die Stärke zur Bereitschaft zur Aggression von der Stärke der gestörten Aktivität, von der Stärke der Störung und von der Anzahl der Frustrationen abhängig ist.

[...]


[1] www.wissen.de

[2] Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Bd. 1, Mannheim, 1971, S.449.

[3] Godenzi, A: Gewalt im sozialen Nahraum, Basel, 1993, S.29

[4] Bierhoff, H.W., Wagner, U. (Hrsg.): Aggression und Gewalt. Stuttgart, 1998, S.5.

[5]www.wissen.de

[6]Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Band X, Mannheim, 1971, S.281.

[7]Meyers Grosses Lexikon 1999, Band I, S.134.

[8]Pilz, G.:Wandlungen der Gewalt im Sport. Hamburg, 1982, S.14.

Details

Seiten
34
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638139472
Dateigröße
620 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6356
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Sportwissenschaftliches Institut
Note
1
Schlagworte
Aggression Gewalt Sport Schule Schulsport

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Titel: Aggression und Gewalt in  Sport, Schule und Schulsport