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Die Erfolgsaussichten der Aktivierung von Unternehmen zur Lösung der durch den demographischen Wandel verursachten Probleme in Städten

Hausarbeit 2006 35 Seiten

Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Herausforderungen des demographischen Wandels für Städte
A. Der Begriff der Stadt
B. Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf der Ebene der Gemeinden
C. Die Konsequenzen des demographischen Wandels für die traditionelle Stadtplanung

III. Die Reaktionen der Städte auf die sich verändernden Rahmenbedingungen von Stadtplanung
A. „Urban Governance“ als neues Konzept zur Steuerung von Städten
B. Das Good Urban Governance-Instrumentarium
1. New Public Management
2. Liberalisierung und Privatisierung kommunaler Aufgaben
3. Public Private Partnerships
4. Bürgerorientierte Kommune
5. Bürgerschaftliches Engagement

IV. Corporate Citizenship
A. Das Corporate Social Responsibility Begriffssystem
1. Die traditionelle Rolle von Unternehmen
2. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
3. Die verschiedenen Formen von Corporate Citizenship
B. Unternehmen als Bürger einer Stadt
C. Zwischenfazit

V. Fazit - Die Erfolgsaussichten von CC zur Lösung der Probleme des demographischen Wandels in Städten

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der demographische Wandel ist derzeit das Megathema in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion, und das zu Recht, „[...] denn die Bevölkerungszahl [Deutschlands] würde ohne Wanderungen bei konstanter Geburtenzahl pro Frau von 1995 bis 2050 von 81,8 Mio. auf 50,7 Mio. und bis 2100 auf 22,4 Mio. abnehmen.“1 Gleichzeitig altert die Bevölkerung. Während 1960 nur 17% der Menschen älter als 60 Jahre waren, wird dieser Anteil im Jahr 2030 vermutlich rund 36% erreichen.2 Die Veränderung der Altersstruktur und die Schrumpfung der Wohnbevölkerung haben gravierende soziale, politische und ökonomische Auswirkungen, besonders auf die Städte.3 Diese stehen im Zeitalter der Globalisierung in einem verschärften Wettbewerb zueinander und buhlen vor allem um die Gunst von Unternehmen, denn nur deren vermehrte Ansiedlung stellt für viele Städte einen Ausweg aus ihren aku- ten Finanzproblemen dar, welche wiederum die Handlungsspielräume von Sozial- und Strukturpolitik, mit denen die Städte auf den demographischen Wandel reagie- ren müssen, erheblich einschränken.4

Als Reaktion auf die derzeitige Gemengelage von Problemen kommen für die Städte verschiedene Vorgehensweisen in Frage, unter anderem die Förderung von freiwilli- gem, gemeinwohlorientierten Engagement von Unternehmen. Der erst seit kurzem vermehrt in der wissenschaftlichen Literatur auftauchende Begriff „Corporate Citi- zenship“ (CC) ist für das Verständnis dieses Ansatzes von entscheidender Bedeu- tung, wie so oft bei neu auftauchenden Begriffen besteht allerdings auch im Fall von CC in der Literatur eine enorme Unstimmigkeit bezüglich einer theoretisch überzeu- genden Definition des Ausdrucks.5 Daher soll in dieser Arbeit zunächst Corporate Citizenship charakterisiert und von anderen Begriffen abgegrenzt werden. Danach wird aber auch diskutiert, inwieweit das mit dem Begriff im Zusammenhang stehen- de „Urban Governance-Instrument“ potentiell geeignet ist, um die akuten Probleme der Städte zu lösen. Genauer gesagt soll eine wissenschaftliche Theorie der Wirk- samkeit von Corporate Citizenship im Rahmen der Steuerung von Städten unter den oben beschriebenen Rahmenbedingungen des demographischen Wandels entwickelt und im Anschluss daran kritisch diskutiert werden. Damit dieses Vorhaben gelingen kann, ist es notwendig, einige Spielregeln der Wissenschaftstheorie einzuhalten. Vor allem muss zunächst genau festgelegt werden, was unter einer Theorie zu verstehen ist, bzw. aus welchen Elementen eine solche bestehen muss, damit sie als vollständig gelten kann. Werden diese Spielregeln nicht eingehalten, so besteht die Gefahr, dass die Beliebigkeit bezüglich des wissenschaftstheoretischen Vorgehens die Gewinnung von Erkenntnis schon im Ansatz, d.h. unabhängig vom eigentlichen Inhalt einer Untersuchung, erheblich erschwert.6

Es wird hier der Auffassung von BACHARACH gefolgt, wonach sich eine Theorie aus einer abstrakten und einer konkreten Ebene zusammensetzt. Die erstgenannte Ebene besteht aus Konstrukten, die selbst weder direkt noch indirekt beobachtet werden können. Zwischen ihnen existieren Beziehungen, welche von BACHA- RACH als abstrakte, allgemeine Verhältnisse oder Wirkungszusammenhänge cha- rakterisiert werden. Um die Operationalisierung einer Theorie zu ermöglichen und um sie empirisch prüfen zu können, müssen die Konstrukte auf einer konkreten E- bene in messbare Variablen überführt werden, die dann als praktikable Referenzgrö- ßen für die Phänomene der abstrakten Theorieebene dienen.7 Allerdings wird in die- ser Untersuchung auf die Behandlung der konkreten Theorieebene verzichtet, da es der beschränkte Umfang der vorliegenden Arbeit nicht erlaubt, beide Bereiche hin- reichend ausführlich darzustellen.

Der oben beschriebene grobe Bauplan einer Theorie dient als Grundgerüst dieser Arbeit. So beschäftigt sich das folgende zweite Kapitel zunächst kurz mit dem ersten Konstrukt der Theorie, dem Begriff der Stadt, ehe dann auf den demographischen Wandel eingegangen wird, der als eine der Theorie zu Grunde liegende Annahme verstanden werden kann. Annahmen, so BACHARACH, begrenzen in Form von expliziten oder impliziten Restriktionen die Gültigkeit einer Theorie.8 Das heißt, der demographische Wandel liefert die Rahmenbedingungen für die angenommene Be- ziehung zwischen den Konstrukten, Rahmenbedingungen, die sich vor allem in er- heblichen strukturellen und finanziellen Problemen der Städte niederschlagen.

Kapitel III ist ebenfalls dem Konstrukt der Stadt gewidmet und liefert eine Übersicht über die verschiedenen zu beobachtenden Reaktionen von Städten auf eben diese Probleme. Die Übersicht umfasst neben einigen bereits seit längerem bekannten Konzepten auch den eher neuen Ansatz, freiwillige Aktivitäten der privaten Wirt- schaftsakteure zu stimulieren, welche die Maßnahmen der Stadtverwaltung ergänzen oder sogar ersetzen sollen.

Um ein begründetes Urteil darüber abgeben zu können, wie erfolgsversprechend dieser Ansatz ist, muss im vierten Kapitel zunächst untersucht werden, durch welche Eigenschaften sich Unternehmen, das zweite Konstrukt der zu analysierenden Theo- rie, allgemein auszeichnen. Diese Analyse ergibt, dass Unternehmen die Kommunen bei der Bewältigung der durch den demographischen Wandel verursachten Probleme nur dann freiwillig unterstützen werden, wenn das Engagement den Eigenschaften von Corporate Citizenship entspricht, d.h. dadurch vor allem auch der Unterneh- menserfolg positiv beeinflusst wird.

Im fünften und letzten Kapitel der Arbeit werden dann die Ergebnisse der vorange- gangene Kapitel zusammengeführt und es wird danach gefragt, wie die Gemeinden Unternehmen zur Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung motivieren kön- nen, und inwieweit die Aktivierung der Unternehmen eine mögliche Lösung für die aktuellen Probleme der Städte, die sich vor allem durch den demographischen Wan- del ergeben, darstellen könnte.

II. Die Herausforderungen des demographischen Wan- dels für die Städte

A. Der Begriff der Stadt

Es ist sehr schwierig das Konstrukt Stadt allgemeingültig zu definieren, denn was genau als Stadt verstanden wird, unterscheidet sich je nach Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsraum, ist aber vor allem auch anhängig von der Wissenschaftsdisziplin, in der eine Definition entwickelt wird. Dieses Problem hat HOFMEISTER durch die Zusammenstellung eines kombinierten geographischen Stadtbegriffs gelöst. Dieser beruht auf einem umfangreichen Bündel von Kriterien wie z.B. der Größe der Sied- lung, der Geschlossenheit der Siedlung und der Intensität des „städtischen Lebens“ in der Siedlung.9 Der Stadtbegriff nach HOFMEISTER erscheint aber zu breit und wenig zweckdienlich für die Verwendung in der hier zu analysierenden spezifischen Theorie. Diese Theorie stellt, da es die einer staatsrechtlichen Einheit zur Verfügung stehenden politischen und administrativen Institutionen sind, mit denen auf die strukturellen und sozialen Folgen des demographischen Wandels reagiert werden muss, eher auf die die Stadt als Verwaltungbereich ab. Es bietet sich daher an, Stadt im Folgenden im Sinne einer Gemeinde zu verstehen, wobei es sich dabei nach SCHUBERT/KLEIN um die unterste staatliche Verwaltungseinheit handelt, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltungsaufgaben betraut ist.10 Nun gibt es aber sehr unterschiedliche Arten von Gemeinden, die nach dem Grad ih- rer Unabhängigkeit im Verwaltungsaufbau des föderalistischen Staates unterschie- den werden können. So fallen unter den Begriff sowohl nur wenige Einwohner um- fassende ländliche Siedlungen als auch kreisfreie Städte mit mehr als einer Million Einwohnern. Eine für diese Arbeit sinnvolle Definition von Stadt scheint somit auch auf diesem Wege nur schwer möglich. Stattdessen soll im Folgenden eine negative politisch-administrative Definition von Stadt gelten, d.h., wenn von Stadt gespro- chen wird, dann sind damit all diejenigen räumlichen Einheiten gemeint, die über politische und administrative Institutionen verfügen, die zusätzlich zu den Institutio- nen des Landes und des Bundes eingesetzt werden können, um den negativen Fol- gen des demographischen Wandels zu begegnen. Bei diesen räumlichen Einheiten handelt es sich im Prinzip um alle Gemeinden, gleich welcher Größe und Art als auch um Verbünde von Gemeinden bzw. Regionen. Jedoch stehen, wenngleich an- dere Gemeindearten nicht explizit von der folgenden Analyse ausgeschlossen wer- den sollen, vor allem kreisfreie Gemeinden im Fokus dieser Arbeit, da diese die größte politisch-administrative Unabhängigkeit und somit auch den größten Hand- lungsspielraum bezüglich der Reaktionen auf den demographischen Wandel aufwei- sen. Der Begriff Kommune wird im Folgenden als Synonym zum Begriff Gemeinde verstanden.

B. Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf der Ebene der Gemeinden

In Zusammenarbeit mit den 16 statistischen Landesämtern hat das statistische Bun- desamt zuletzt im Juni 2003 eine koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung vor- gelegt. Gemäß dieser Projektion wird die Bevölkerung Deutschlands abhängig von der Entwicklung des Wanderungssaldos spätestens im Jahr 2024 beginnen, länger- fristig zu schrumpfen. Aber nicht nur die Anzahl der Menschen in Deutschland, sondern auch deren Zusammensetzung wird sich nach den Berechnungen des Insti- tuts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld bis 2050 erheblich verändern. So wird die Bevölkerungsgruppe der Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 25 Millionen sinken, während die Gruppe der zuge- wanderten Bevölkerung und deren Nachkommen von 7,4 auf 19 Millionen Men- schen wachsen wird. Ein dritter Aspekt des demographischen Wandels ist die demo- graphische Alterung: Der Anteil als auch die absolute Zahl der über 60-Jährigen wird erheblich steigen, während die Zahl der unter 60-Jährigen deutlich fallen wird.11

Gerade in den Städten wird der demographische Wandel unmittelbar und unaus- weichlich zu spüren sein12, denn er ist im Zusammenspiel mit der Suburbanisierung, also der Abwanderung von Einwohnern der Kernstädte in das Stadtumland und der Abwanderung von Menschen in andere Regionen dafür verantwortlich, dass viele Städte in Deutschland bereits jetzt schrumpfen oder in naher Zukunft schrumpfen werden.13 So gab die „Bertelsmann Stiftung“ im Februar dieses Jahres in einer Pres- semitteilung bekannt, dass bis zum Jahr 2020 50 Prozent aller deutschen Kommunen Einwohner verlieren und alle Kommunen altern werden.14 Allerdings muss man in diesem Zusammenhang auch erwähnen, dass die demographische Entwicklung wohlmöglich nicht in allen Städten einheitlich verlaufen wird. Vor allem bedingt durch eine ungleichmäßige wirtschaftliche Entwicklung ist zum Beispiel zu erwar- ten, dass wirtschaftlich prosperierende Regionen, wie z.B. die Zentren des Südens und Südwestens erst deutlich später als andere Städte in Deutschland schrumpfen werden,15 aber auch im kleinräumigen, intraregionalen Vergleich, so SARCINEL- LI/STOPPER, sind ungleichmäßige Bevölkerungsentwicklungen zu erwarten.16 Der demographische Wandel bedeutet für die Städte also zum einen, dass sich die Rah- menbedingungen für die Stadtplanung in den nächsten Jahren mit großer Sicherheit stark verändern werden, denn ein erhebliches Schrumpfen der Bevölkerung Deutschlands scheint unausweichlich. Zum anderen ist aber auch damit zu rechnen, dass die Planbarkeit von Städten aufgrund der nur schwer zu prognostizierenden in- ter- und intraregionalen Entwicklungen abnehmen wird.

C. Die Konsequenzen des demographischen Wandels für die traditionelle Stadtplanung

Kommunen und Regionen im demographischen Wandel, so SCHMIDT und GROßE STARMANN, „[...] das sind Kommunen und Regionen im Wettbewerb um Ein- wohnerinnen und Einwohner, gute Arbeitsmöglichkeiten, attraktive Lebensbedin- gungen und gute Standortqualitäten.“17 Dieser Zusammenhang ist durchaus ein- leuchtend, denn letztlich beruhen doch alle demographischen Entwicklungen auf den Verhaltensweisen der Menschen, welche wiederum durch das soziale, ökonomi- sche und politische Gefüge einer Gesellschaft beeinflusst werden. Für die Städte heißt das, dass sich die Verteilung von Wanderungsgewinnen und -verlusten, aber auch die regional unterschiedlichen Geburtenraten durch die Veränderungen der kommunalen Rahmenbedingungen für das Leben der Menschen und für das Wirt- schaften der Unternehmen beeinflussen lassen.18 Wann aber kann man eine Stadt als Gewinner oder Verlierer des demographischen Wandels bezeichnen? Um diese Fra- ge beantworten zu können, muss man die Folgen des Wandels für die Stadtplanung bestimmen und bewerten.

Letztlich bedeutet der demographische Wandel für die Städte eine Ausweitung ihrer Aufgaben und der an sie gestellten Anforderungen bei gleichzeitigem Rückgang der ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen.19 Die Anforderungen stei- gen zum Beispiel im Bereich der Integration, denn wie bereits erläutert wurde, steigt die Anzahl der Mitglieder ethnischer Minderheiten in Deutschland an, und Integrati- on findet vor allem auf der kommunalen Ebene statt und kostet Geld. Insbesondere muss durch gezielte Stadtplanung die Segregation, dass heißt die räumliche Tren- nung von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Stadtgebiet, eingedämmt wer- den.20 Der Finanzbedarf der Städte steigt auch durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung, denn alte Menschen stellen besondere Anforderungen an die Versor- gungs-, Freizeit- und Verkehrsinfrastruktur, insbesondere aber auch an die soziale Infrastruktur wie zum Beispiel Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser.21 Die sozia- le Infrastruktur der Städte muss aber nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ angepasst werden, denn während zur Zeit noch 4/5 der Dienstleistungen für alte Menschen in den Familien von älteren Kindern erbracht werden, wird im Jahr 2030 1/3 der über 65-Jährigen keine Kinder mehr haben, die Pflege und Fürsorge über- nehmen können.22 Werden in Zukunft auch immer mehr alte Menschen in den Städ- ten leben, so wird der Anteil der jungen Menschen in vielen Städten gleichzeitig ra- pide abnehmen, so dass die Nachfrage nach Infrastruktur wie Kindergärten und Schulen in den Städten ebenfalls zurückgehen wird. Zusätzlich entsteht ein Dilemma dadurch, dass umgekehrt wohlmöglich gerade durch den kostenintensiven Ausbau von Kinderbetreuungs- und Bildungsangeboten, junge Eltern von morgen in die schrumpfenden Städte gelockt werden könnten.23 Aber nicht nur die Veränderung der Bevölkerungsstruktur in den Städten, sondern auch die zurückgehenden Ein- wohnerzahlen verursachen Kosten. So sehen sich schrumpfende Städte vielfach ge- zwungen, ihren Wohnungsbestand durch Abriss zu reduzieren, und überdimensio- nierte technische Infrastruktur wie z.B. den ÖPNV umzubauen.24 Der Kosten verur- sachende Rückbau wird somit zum neuen Paradigma der Stadtplanung.25

Der zuvor beschriebene Anstieg der Anforderungen an die Leistungen der Städte läuft parallel mit einem sich immer weiter zuspitzenden, dramatischen Einnahme- rückgang der Kommunen, der den lokalen politischen Handlungsspielraum stark be- grenzt.26 Die Einnahmen setzten sich im Wesentlichen zusammen aus Zuweisungen des Bundes und der Länder, Gebühren und Entgelten sowie aus eigenen Steuerein- nahmen. Einen besonders großen Anteil der kommunalen Haushalte, nämlich fast 20 Prozent, machen die Einnahmen aus Realsteuern, also vor allem aus der Gewerbe- steuer aus. Diese sind im Jahr 2001 durchschnittlich um 21% gefallen, und in den Folgejahren hat sich ein negativer Trend eingestellt.27 Der Grund für die sinkenden Einnahmen aus Realsteuern ist vor allem in der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft zu sehen, denn die weltweite Öffnung der Märkte bedeutet nicht nur, dass im Extremfall jeder Ort auf der Welt für jedes Unternehmen ein potentieller Produk- tionsstandort ist, sondern auch eine verschärfte Standortkonkurrenz auf lokaler Ebe- ne - man spricht hier auch von „Glokalisierung“.28 Um im Netz der Produktions- standorte attraktiv zu sein und Investitionen anlocken zu können, müssen Städte also vor allem effektive Steuerbelastungen aber auch Sozial- und Umweltvorschriften he- runterfahren.29

[...]


1 BIRG, 1998, S.23.

2 TEGTMEIER, 1998, S. 50.

3 SARCINELLI/STOPPER, 2006, S. 3.

4 SINNING, 2004, S. 239.

5 TWICKEL, 2001, S. 90.

6 PITSCHNER, 2005, S. 43.

7 BACHARACH, 1989, S. 498.

8 BACHARACH, 1998, S. 498.

9 HOFMEISTER, 1984.

10 SCHUBERT/KLEIN, 2003, S. 114.

11 BIRG, 2004, S. 20-21.

12 o.V., 2006a.

13 GÖSCHEL, 2004, S. 6.

14 o.V., 2006a.

15 GÖSCHEL, 2004, S. 6.

16 SARCINELLI/STOPPER, 2006, S. 4.

17 SCHMIDT/GROßE STARMANN, 2006, S. 10.

18 SARCINELLI/STOPPER, 2006, S. 5.

19 BRUNZEL, 1999, S. 13.

20 GÖSCHEL, 2004, S. 8.

21 VALÈE, 2005, S. 2-3.

22 STROHMEIER/TERPOORTEN, 2006, S. 12.

23 SARCINELLI/STOPPER, 2006, S. 7.

24 GÖSCHEL, 2004, S. 6-7.

25 HÄUßERMANN, 2005, S. 3.

26 HÄUßERMANN, 2005, S. 3.

27 LAMPING, 2004, S. 1.

28 ROTH, 2005, S. 39.

29 VON PLATE, 2003, S. 5.

Details

Seiten
35
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638568180
ISBN (Buch)
9783638669573
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v63876
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
Schlagworte
Erfolgsaussichten Aktivierung Unternehmen Lösung Wandel Probleme Städten Einführung Stadt- Migrationssoziologie

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