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Distribution physischer Produkte beim Kauf via Internet Distribution physischer Produkte beim Kauf via Internet -

Hausarbeit 2004 18 Seiten

BWL - Informationswissenschaften, Informationsmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriff und Definitionen
2.1 E-Business und E-Commerce
2.2 Stategische Distribution
2.3 Physische Distribution

3 Distribution digitaler – nicht digitaler Güter
3.1 digitaler Güter
3.2 nicht-digitale Güter

4 Verschiedene Logistikmodelle
4.1 Handel als Intermediär zwischen Hersteller und Endkunde
4.2 Abwicklung über den Großhandel
4.3 Warentransport in zwei Abschnitten

5 Probleme in der Distributionsstruktur

6 Pick-Up-Stellen
6.1 PickPoints
6.2 TOWER24
6.3 PACKSTATION

7 Auswirkungen des E-Commerce auf die Logistikdienstleister

8 Aktuelle Beispiele aus dem B2C-Bereich
8.1 Blumen Bsp. Fleurop
8.2 Ökologische Produkte
8.3 Bücher Bsp. Libri
8.4 Elektronik, Telekommunikation, Haushaltsgeräte Bsp. EP-Netshop
8.5 Autoteile

9 Veränderungen im B2B-Bereich

10 Ausprägungen und Organisation von Distributionsstrukturen Befragung 2002 TU Dresden
10.1 Lieferstrategien im B2C-Geschäft
10.2 Logistische Leistungsumfänge
10.3 Abwicklungsqualität

11 Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1 Einleitung

Die Distribution physischer Produkte im E-Commerce ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Zum einen muss das Produkt zum Kunden geliefert werden, zum andern muss im Falle einer Reklamation das Produkt wieder zum Händler in (Anwesenheit, Kosten,..) Rücksicht zu nehmen.

In dieser Arbeit werden die existierenden Distributionsmöglichkeiten für physische Produkte, die via Internet gekauft werden, erläutert und analysiert. Dabei wird unter anderem untersucht welche Formen für welche Produkte in Frage kommen. Desweiteren werden neue Trends und Entwicklungen im Bereich der Distribution physischer Güter aufgegriffen und mit Praxisbeispielen angereichert.

Da es sich um ein sehr umfangreiches Thema handelt, wurde der Schwerpunkt der Arbeit auf dem B2C[1] -Bereich gelegt, der B2B-Bereich[2] wird der Vollständigkeit halber lediglich kurz aufgegriffen.

2 Begriffe und Definitionen

Im ersten Kapitel werden die Grundlagen mit Hilfe einiger Definitionen abgefasst. Die Abgrenzung zwischen E-Business und E-Commerce sowie der Begriff Distribution sollen hier erläutert werden.

2.1 E-Business und E-Commerce

Electronic Business (E-Business) ist ein Sammelbegriff für die Unterstützung geschäftlicher Prozesse durch Informationstechnologie (IT). Er kam in der zweiten Hälfte der 90er Jahren, kurz nach dem Begriff E-Commerce auf. Beiden Begriffen fehlen allgemein akzeptierte Begriffsinhalte und Abgrenzungen. Die beiden Schlagwörter können synonym verwendet werden. Häufig werden die Begriffe aber differenziert betrachtet, wobei E-Commerce als der enger und E-Business als der weiter gefasste Begriff verstanden wird. E-Commerce bezieht sich eher auf den Handel, d. h. die elektronische Unterstützung von Geschäftstransaktionen, E-Business auf sämtliche Geschäftsprozesse innerhalb und zwischen Unternehmen oder zwischen Unternehmen und Endkunden. Beide Begriffe sind eng mit dem Internet verbunden.[3]

Anhand verschiedener Zielgruppen kann E-Commerce in drei Bereiche unterteilt werden: B2A (Business-to-Administration) zwischen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung, B2B (Business-to-Business) zwischen Unternehmen und ihren industriellen Kunden sowie B2C (Business-to-Consumer) zwischen Unternehmen und ihren privaten Endkunden. Der B2C-Bereich steht in der folgenden Arbeit im Mittelpunkt.

Unter Distribution sind alle zu treffenden Logistik- und Absatzkanal-entscheidungen zu verstehen, um ein Produkt vom Hersteller zum Kunden zu bringen, auch über Ländergrenzen hinweg. „Distributionssysteme sind gesellschaftliche Teilsysteme, welche die faktische Überbrückung der ökonomischen Distanz zwischen Erzeuger und Letztverwender besorgen.“[4] „Distributionspolitik beinhaltet alle Entscheidungstatbestände, die im Zusammenhang stehen mit dem Weg eines Produktes vom Hersteller zum Endabnehmer. Man differenziert grundsätzlich in physische und strategische Distribution.“[5]

2.2 Strategische Distribution

Bei der strategischen Distribution stehen Überlegungen im Vordergrund, die sich auf die Wahl der Absatzwege und -organe beziehen. Stark vereinfachtet lässt sich die Wahl auf direkten und indirekten Absatz beschränken.[6]

2.3 Physische Distribution

Weis setzt den Begriff physische Distribution mit dem Begriff Marketing-Logistik gleich. Er versteht darunter alle Tätigkeiten, durch die Transport- und Lagervorgänge zur Auslieferung der Fertigprodukte eines Unternehmens an ihre Kunden gestaltet, gesteuert und überwacht werden. Die erforderlichen Tätigkeiten sollen dabei derart koordiniert werden, dass Kunden unter Berücksichtigung der bei der Überbrückung von Raum und Zeit entstehenden Kosten bestmöglich bedient werden können.[7]

Der traditionelle Handel übernimmt im Rahmen der physischen Distribution die Verteilung und somit auch den Transport von Produkten, wobei er eine Losgrößenveränderung durchführt, d. h. große Lose werden in kleinere Mengeneinheiten aufteilt. In diesem Zusammenhang übernimmt er die Aufgabe der Lagerung und gewährleistet dem Nachfrager einen ange-messenen Verfügbarkeitsgrad in räumlicher und zeitlicher Hinsicht. Im Rahmen des E-Business lässt sich auch diese Funktion von den anderen Handelsfunktionen entkoppeln. Lager- und Transportfunktion können von Speditionen wie UPS, DHL oder FedEx übernommen werden. Bei digitalisierten Produkten ist dies irrelevant, da die Verfügbarkeit für den Nachfrager jederzeit gegeben ist.[8]

Auf elektronischem Weg stehen dem Konsumenten jederzeit Informationen über die Produktverfügbarkeit bzw. den Status seiner persönlichen Bestellung zur Verfügung.

Die Lieferzeit spielt heute mehr denn je eine entscheidende Rolle über den Verkauf einer Ware. „Daraus lässt sich die zentrale Aufgabe für die Marketing-Logistik ableiten, nämlich dafür zu sorgen, dass auf dem Markt Produkte im richtigen Zustand, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort entsprechend der Kundennachfrage angeboten werden.“[9]

3 Distribution digitaler Güter – nicht digitaler Güter

3.1 digitaler Güter

Im Gegensatz zu physischen Gütern können digitale Güter prinzipiell im Internet online zum Endkunden übertragen werden. Dies eignet sich vor allem für Software, digitale Bücher sowie Audio- und Videoinformationen (z. B. Musik, TV-Nachrichten im Internet). In diesem Fall erfolgt die physische Distribution per Download oder bei Audio- und Videodateien auch per Streaming.[10] Der physische Standort des Anbieters und des Empfängers spielt bei digitalen Produkten keine Rolle mehr. Die digitale Lieferung vereinfacht die Distribution und spart dadurch Kosten und Zeit.

Digitale Produkte können aber auch auf herkömmlicher Art vertrieben werden, auf Datenträger wie CD oder Diskette, oder in gedruckter Form. Selbst Software wird immer noch häufig über herkömmliche Art vertrieben.

3.2 nicht-digitale Güter

Nicht-digitale Güter, wie z. B. Güter des täglichen Bedarfs, elektronische Güter, Kleidung aber auch PKWs, müssen natürlich offline physisch vertrieben werden. Hier stehen den Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Der Anbieter kann die Lieferung zum Kunden in Eigenregie durchführen oder über Versender, wie z. B. die Deutsche Post oder UPS zum Kunden liefern lassen. Dies bietet sich insbesondere für überregionale oder internationale Lieferungen an. Auf der anderen Seite kann der Kunde seine Waren an sogenannten Service-Points, oder auch Pick-up-Points selbst abholen. Diese werden in Kapitel 6 detaillierter beschrieben. Die physische Distribution mittels Versender kann mit Hilfe der sogenannten Tracking and Tracing-Funktion[11] im Internet verfolgt werden und den aktuellen Stand der Lieferung übers Internet abfragen. Dieser Service führt zu enormen Kostenersparnissen beim Versender, der wie z. B. UPS sonst täglich Millionen von Kundenaufträgen den Stand der Lieferung telefonisch zu beantworten hätte.

Die Höhe der Versandkosten variieren, je nach Liefergeschwindigkeit und Bestellbetrag. Expresslieferungen über Nacht, sind in der Regel wesentlich teurer wie Standardlieferungen, die etwa 2-3 Werktage dauern.

Grundsätzlich stellt sich natürlich auch die Frage, mit welchen Transportmitteln die Ware zum Kunden gebracht werden. Neben Kostengründen sind die Produkteigenschaften wie Verderblichkeit, Größe und Gewicht von großer Bedeutung. Werden Waren nicht termingerecht oder beschädigt geliefert, kann dies zu großen Imageschädigungen und daraus zu resultierenden Auftragsverlusten führen. Zudem können natürlich auch Konventionalstrafen anfallen. Die Warenlogistik ist ein strategisches Instrument, um auf hart umkämpften Märkten der Konkurrenz voraus zu sein.[12] In diesem Zusammenhang ist deshalb darauf zu achten, wie die Ware an den gewünschten Ort kommt bzw. ob man den Transport selbst durchführt oder diesen von anderen Unternehmen transportieren lässt. Für den Eigentransport spricht die Unabhängigkeit. Dies ist allerdings mit erheblichen Kosten für den Eigenfuhrpark verbunden. Zudem ist es für Unternehmen, die nicht über die entsprechenden Logistikmöglichkeiten und –erfahrungen verfügen, wie z. B. kleinere Internethändler meist unmöglich eine solche Logistik aufzubauen. Fremdtransportunternehmen verfügen meist auch über einen hohen Erfahrungswert. Logistikkosten und die Logistikergebnisse sind oft gegenläufig wirkende Komponenten.[13]

4 Verschiedene Logistikmodelle

Im folgenden Kapitel wird näher auf verschiedene Logistikmodelle eingegangen, die sich für Online-Handel eignen. Bei den drei vorgestellten Modellvorschlägen ist der Handel als Intermediär beteiligt. Bei der Gestaltung eines Logistik-Systems müssen die Abnehmerwünsche und die Konkurrenzangebote sorgfältig analysiert werden. Der Abnehmer ist an pünktlicher Lieferung, sorgfältigen Umgang mit der Ware und Rücktransport beschädigter Ware mit schneller Ersatzlieferung interessiert.[14]

4.1 Handel als Intermediär zwischen Hersteller und Endkunde

Eine Möglichkeit besteht darin, dass ein virtueller Handel den Informationsstrom zwischen Herstellern und Endkunden bündelt, den Warenstrom dagegen als Streckengeschäft zwischen Erzeugern und Verbrauchern organisiert. Der Vorteil eines solchen Systems liegt in den minimalen Lagerbeständen verbunden mit hoher Lieferbereitschaft. Innerhalb des Absatzkanals gibt es keine plangesteuerten, sondern nur noch auftragsbezogene Transporte. Die Gestaltung des Distributionssystems liegt allerdings in den Händen der Hersteller, was für den virtuellen Händler Kontrollverlust bedeutet. Für austauschbare Produkte, wo Service eine wettbewerbsentscheidende Bedeutung hat, dürfte dieses Modell nicht zum Erfolg führen.[15]

4.2 Abwicklung über den Großhandel

Bei einem anderen Modell werden die Aufträge über den Großhandel abgewickelt. Dieses Modell bietet sich für Branchen an, in denen es diese Handelsstufe (wie beim Buchvertrieb) noch gibt. Der Großhändler kann ein breites Sortiment kostengünstig lagern und die Bestände auf einem hohen Umschlagsniveau führen, der virtuelle Einzelhändler kann sich dagegen weiterhin auf den Vertrieb konzentrieren. Die Lieferqualität kann bei diesem Modell wesentlich besser gesteuert werden, aufgrund einheitlicher Resourcenbasis. Dennoch bedeutet auch hier das Outsourcing einen Kontrollverlust für den Händler. Im Gegensatz zu einem reinen Logistik-dienstleister ist ein Großhändler nämlich ein potentieller Wettbewerber. Dieser bringt selbst alle Voraussetzungen für einen Direktvertrieb an Endkunden mit. Selbst Amazon hat inzwischen auch in Deutschland ein eigenes Zentrallager aufgebaut.[16]

[...]


[1] B2C Business to Customer, Business to Consumer Bezeichnung für Geschäftsbeziehungen, -prozesse oder –modelle zwischen Unternehmen und ihren Kunden (Schildhauer, Lexikon Electronic Business)

[2] B2B Business to Business, Bezeichnung für Geschäftsbeziehungen und –prozesse oder -modelle zwischen Unternehmen (Schildhauer, Lexikon Electronic Business)

[3] vgl. Gabler Lexikon Logistik

[4] vgl. Scheuch, S. 357

[5] vgl. Zerres, S. 102

[6] vgl. Zerres, S. 108

[7] vgl. Weis S. 346

[8] vgl. Corsten, S. 53

[9] vgl. Weis S. 348

[10] Streaming bezeichnet die kontinuierliche Übertragung komprimierter Multimedia-Daten wie Audio- Video oder Präsentationen über das Internet mit dem Ziel einer Echtzeitübertragung. Der Benutzer muss nicht auf den vollständigen Download der entsprechenden Datei warten, sie auf seinem Rechner speichern und dann die Wiedergabe starten, sondern die Wiedergabe beginnt bereits während der Übertragung der Daten. Dadurch wird vermieden, dass der Benutzer lange Ladezeiten in Kauf nehmen muss. (Schildhauer, Lexikon Electronic Business)

[11] trace-and-track, dt. Aktenverfolgungsverfahren ist die elektronische Verfolgung eines Entscheidungs- oder Bearbeitungsprozesses. Voraussetzung dafür ist die elektronische Verarbeitung von Anträgen, aufträgen oder anderen Vorgängen mit Hilfe von Workflow- und Groupware-Programmen, die t.-.-t. ermöglichen Ein Beispiel für t. ist das so genannte order tracking, die Verfolgung des Bearbeitungszustandes einer Bestellung im Internet. (Schildhauer, Lexikon Electronic Business)

[12] vgl. Kotler, S 894

[13] vgl. Kotler, S. 896

[14] vgl. Kotler, S. 896

[15] vgl. http//:www.firstsurf.com

[16] vgl. http// :www.firstsurf.com

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638577571
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v65113
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,7
Schlagworte
Distribution Produkte Kauf Internet E-Commerce

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