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Unterrichtseinheit zum Tiergedicht "Warum sich Raben streiten" (4. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2003 13 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse

2. Didaktische Analyse
2.1 Zur Auswahl des Gedichts
2.2 Didaktische Konzeptionen
2.3 Lehrplanbezug

3. Lernziele

4. Methodische Analyse

5. Strukturskizze

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Sachanalyse

Das Tiergedicht „Warum sich Raben streiten“ von Franz Wittkamp ist bei der Kinderlyrik anzusiedeln , da es fast alle Kriterien eines typischen Kindergedichts erfüllt: Das Thema „Streit“ stammt aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich von Kindern. Auch sind Tiere bevorzugte Themeninhalte in Kindergedichten. Eine persönliche Ansprache mit „Du“ ist in der ersten und in der letzten Strophe gegeben. Trotz des Themas „Streit“ ist das ganze Gedicht von einem heiteren Grundton bestimmt, der, wie ich finde, durch den positiven Ausgang mit einer Versöhnung noch unterstrichen wird. Die verwendete Alltagssprache (Mist, Käsekrumen), das einfache Metrum und die meist gebundene Sprache machen das Gedicht leicht verständlich und eingängig. Da Streit zum Alltag der Kinder gehört, kann man sagen, dass das Kriterium des niedrigen Abstraktionsgrades auch erfüllt ist.

Der Gattung Tiergedicht kann Franz Wittkamps Werk zugeordnet werden, da Tiere den Mittelpunkt der Handlung bestimmen. Sie stehen hier als Chiffre für den Menschen und sind in der Lage sich wie Menschen zu streiten (Antropomorphisierung).

Inhaltlich wird aufzählend festgestellt, worüber sich Raben streiten, und dass am Ende eines jeden Streits die Versöhnung steht

Das Gedicht ist in sieben Strophen eingeteilt, die jeweils zwei Verse haben. Es besteht aus zwei Fragesätzen, die das Gedicht umrahmen. In vier weiteren Sätzen werden die Fragen reihend beantwortet.

Sprachlich ist das Gedicht durch eine Aufzählung (Reihung) gekennzeichnet, die durch das Bindewort „und“ miteinander verbunden sind. Auffällig ist der fast ausschließliche Gebrauch von Nomen, Adjektive werden, bis auf „schöner“, nicht verwendet. Das Wort Rabe wird viermal wiederholt ( wiederholtes Herstellen des Sinnbezugs).

Dieses Gedicht will, typisch für ein Kindergedicht, die Wirklichkeit sichtbar machen und damit zum Nachdenken anregen.

2. Didaktische Analyse

2.1 Zur Auswahl des Gedichts

Ich habe das Gedicht „Warum sich Raben streiten“ von Franz Wittkamp für eine vierte Klasse ausgewählt, weil mir das Gedicht mit seinem heiteren Grundton selbst sehr gefällt, und weil es ein wichtiges Thema aus der unmittelbaren Erfahrungswelt einer Grundschulklasse behandelt, das Thema „Streit“. Besonders wichtig halte ich es, dieses Thema mittels des Gedichts und neben ihm zum Gesprächsgegenstand zu machen, da sich Kindern im Kindern im Gespräch über Konflikte neue Möglichkeiten des Handelns eröffnen können und sie so lernen mit den alltäglichen Streitigkeiten besser umzugehen. Franz Wittkamps Werk beinhaltet das Potential Kinder zur Reflexion über ihre eigenen Verhaltensweisen anzuregen, nicht zuletzt weil es ihnen die Möglichkeit bietet alltägliche Konflikte aus einer gewissen Distanz zu betrachten und sich im nächsten Moment mit den Raben zu identifizieren, die in der Distanzierung gewonnenen Einsichten auf ihr eigenes Verhalten zu übertragen.

Wittkamps Werk stellt einen Teil der Wirklichkeit dar, die Welt der Tiere fungiert hierbei als Spiegel der menschlichen Welt. Nach Bamberger hat der Großteil der Kinder einer vierten Klasse, entwicklungspsychologisch betrachtet, großes Interesse an der Wirklichkeit. Ein weiterer Grund für meine Entscheidung.

Nach Krüss sollte das in einem Gedicht für die Grundschule Dargestellte aus der Welt des unmittelbaren, des konkreten stammen (vgl. Krüss nach Bamberger 2000). Auch dieses Kriterium wird von dem gewählten Gedicht erfüllt. Dass es sich dabei, wie in der Sachanalyse bereits genauer ausgeführt, um ein Kindergedicht handelt war für mich bei der Auswahl nicht entscheidend. Denn ich denke die Frage, ob Gedichte für Erwachsene oder Kindergedichte die besseren Gedichte für die Grundschule sind, kann man nicht pauschal beantworten. Worauf es ankommt ist, dass die behandelten Gedichte weder kindertümlich sind noch die Schüler überfordern, denn bei ersterem besteht die Gefahr, dass sie das Erlebnis echter Lyrik verstellen und zweiteres könnte zu Lernverweigerung und einer Antipathi gegenüber des geschriebenen Wortes führen (vgl. Kliewer). Wittkamps „Warum sich Raben streiten“ erfüllt Bambergers Kriterium der Echtheit des Ausdrucks im Ton, die den Leser unmittelbar ergreift (vgl. Bamberger 2000). Besonders ergreifend finde ich den Text in Takt und Reim und von Kindertümelei weit entfernt.

2.2 Didaktische Konzeptionen

Es gibt eine Fülle von didaktischen Ansätzen für den Literaturunterricht. Alle Ansätze die Rosebrock darlegt scheinen Schülerorientiert, bis auf einen, den der Literatursprachorientierten Didaktik von Elisabeth Paefgen. Für sie sollte der Umgang mit Literatur einer kognitiven Leistung entsprechen, genauso wie das Lösen einer Mathematikaufgabe. Paefgen spricht sich ausschließlich für einen analysierenden und interpretierenden Literaturunterricht aus und betont die Lerngegenstandsorientierung, sowie die Distanzierung vom Text (vgl. Rosebrock 2000, S. 40)

Einen primär analysierenden und interpretierenden Umgang mit Literatur lehne ich ebenso ab, wie eine Gegenstandsorientierung auf Kosten der Schülerorientierung oder eine Distanzierung vom Text von Beginn an. Prinzipiell habe ich nichts gegen eine Distanzierung einzuwenden, wenn die Schüler sich dem Text bereits genähert und einen persönlichen Bezug zu ihm aufgebaut haben. Die fächerübergreifenden didaktischen Prinzipien der Schülerorientierung und der Selbsttätigkeit, halte ich für enorm wichtig. Um den Schüler überhaupt mit dem Text erreichen zu können müssen vor allem die Interessen der Schüler berücksichtigt werden. Zudem ist dies eine wichtige Voraussetzung für das Wecken oder den Erhalt eines allgemeinen Leseinteresses innerhalb und außerhalb der Schule. Ein aktiver Umgang mit dem Text ermöglicht es dem Schüler sich mit diesem intensiver auseinander zu setzen.

Genau wie Haas, Spinner und Menzel bin ich der Meinung, dass ein rein analysierender und interpretierender Unterricht vielen Schülern nicht gerecht wird (vgl. Haas, Menzel, Spinner 2000, S. 7)

Für sinnvoll erachte ich Haases, Menzels und Spinners Handlungs- und Produktionsorientierung. Nach diesem Ansatz füllen Schüler Lücken in Texten aus, schreiben Geschichten aus veränderter Sicht um, verfassen eigene Texte nach vorgegebenen Mustern, spielen und malen zu Texten. Die Schüler werden so mit ihrer Sinnlichkeit, ihren Gefühlen und ihrem Tätigkeitsdrang angesprochen. Ist dies nicht gegeben, so besteht nach Haas, Menzel und Spinner die Gefahr, dass der Literaturunterricht eine Antipathi gegenüber dem geschriebenen Wort schafft oder fördert. Handlungs- und Produktionsorientierter Literaturunterricht berücksichtigt auch die weniger eloquenten und mehr praktisch begabten Schüler. (vgl. Haas, Menzel, Spinner 2000, S. 7) Sein Ziel ist die Leseförderung durch den positiven Kontakt der Schüler mit dem Text (vgl. Rosebrock 2000, S. 43).

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Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638595681
ISBN (Buch)
9783638954167
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66638
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,5
Schlagworte
Unterrichtseinheit Tiergedicht Warum Raben Klasse) Praktikum

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Titel: Unterrichtseinheit zum Tiergedicht  "Warum sich Raben streiten" (4. Klasse)