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Non-Verbale Kommunikation bei Autisten

Hausarbeit 2004 19 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Autistische Persönlichkeitsmerkmale und ihre Demenz in bezug auf die Mitteilung ihres sozialen Umfelds
1.1 Schwierigkeiten der Kontaktaufnahme schon vertrauter Personen
1.2.Resümee

2. Non- Verbale Kommunikation, die Ausdrucksstärke autistischer Veranlagung
2.1 Resümee

3. Der Verarbeitungsmechanismus und dessen Defizit in bezug auf Verständigung

5.Conclusion

Literatur:

Einleitung:

Sich mit seinem Umfeld verständigen, sodass es auch willentlich bei unserem Gegenüber ankommt, ohne irgendwelche Vorurteile zu erwecken, ist schon bei geistig- seelisch intakten Menschen ein schweres Unterfangen. Sehen wir nur unser alltägliches Umfeld, wird einigen bewusst werden, dass erfolgreiches Kommunizieren, ein äußerst schwieriges Mittel ist. Wir sollten uns bemühen, nicht aneinander vorbeireden, wie das oftmals in Zwischenmenschlichen Beziehungen gegeben ist. Die Kunst besteht darin, herausfinden welchen Standpunkt jemand vertritt, um solchen auch bestmöglich zu verstehen. Wir sollten versuchen den Gesprächspartner auch von unserer Auffassung zu überzeugen, und nicht durch Manipulation, demjenigen unsere Überzeugung aufzwängen.

Erfolgreiche Dialektik, die geistiger Bereicherung werden kann, sollte in harmonischen Resonanzen mit unserem Gesprächpartner ablaufen, und einen fließenden Dialog mit “Für und Wieder“ Argumenten beinhalten, trotz aller Respektabilität der miteingebrachten Bedürfnisse beiderseits.

Nun ist diese Kommunikation, bei Menschen mit Demenzen teilweise oder zur Gänze unterbunden, umso mehr ist die körperliche Ausdrucksform entscheidend, auf die dann vermehrt großer Wert gelegt werden sollte. Wenn wir sehr oft involviert sind in einer Welt Non- Verbaler Äußerungen, lernen wir sehr viel daraus und geraten ins Erstaunen, wie viel Äußerung sich durch solch eine Mimik mitteilen lässt. Es ist natürlich ist ein hohes Maß an Achtsamkeit erforderlich, um solchen Menschen auch ein nachvollziehbarer Aufnahmepartner zu werden.

Es zeigte sich bei Gehörlosen - Taubstummen Menschen sehr bemerkenswert, wie sensibel diese ohne einen Blickkontakt reagierten, und sehr wohl oftmals das Gesagte verstanden. Die Sinne erhalten dann eine andere Art von Wahrnehmung, ein sogenannter sechster Sinn entsteht, immanent aus sich heraus der Intuition zu folgen.

Feinfühligkeit ist bei solchen Menschen durchaus gegeben, die Sensitivität fordert von uns präzise Handlung solcher Menschen gegenüber, um die vielleicht aufgestauten Emotionen, die vermehrt zum Vorschein treten können, auch behutsam erkennen zu können, und dem Agierenden gewisses Verständnis entgegen zu bringen.

Gewiss ist es nicht immer leicht, einen anderen Standpunkt nachzuvollziehen, sich in eine Welt zu versetzen, die teilweise oder ganz die objektive Welt außer Acht lässt. Eine Welt wo keine auditive Vermittlung erfolgen kann, oder manchmal nur ansatzweise in Echolalie stattfindet, solch eine Welt ist geprägt von einer gewissen Einsamkeit. Der Autismus hat mir faszinierende Seiten der Verständigung näher gebracht, sich mit einem begrenzten Wortschatz zu artikulieren und auch auf solchem Wege zu seinem beabsichtigten Ziel zu gelangen.

1.Autistische Persönlichkeitsmerkmale und ihre Demenz in bezug auf die Mitteilung ihres sozialen Umfelds

Autismus ist vorwiegend geprägt, von einer sozialen Scheu, einer Kontaktarmut, zum mitmenschlichen Umfeld. Ein in sich verkapseln, vor allem der frühkindliche Autismus, lässt solche Verhaltensweisen oft erkennen. Das imitieren von vorgeführten Dingen, ist bei dieser Erscheinungsform nicht zu erkennen.

Gerade bei der Sprache, was von Kleinkindern in Echolalien, ein gewisses nachlallen nachgeahmt wird, bleibt hier unverzögert aus.

Die Mimese lässt sich hierbei oft nur, wenn überhaupt, sporadisch ersichten, ein Blickkontakt ist entweder gar nicht vorhanden, oder der Blick ist von Starre, ein hindurchschauen des Subjekts, gekennzeichnet.

Ein wesentlicher Aspekt ist noch, die bevorzugte Zuneigung lebloser Objekte, sie gewinnen oftmals die Oberhand und lösen im autistischen Menschen vorrangig eine unerklärbare Faszination, gegenüber allem Belebten aus.

Wann ein Mensch unter Autismus oder autistischen Zügen leidet, lässt sich nicht immer einwandfrei beurteilen.

Vor allem im Kleinkindalter ist die Diagnose äußerst schwierig, da auch bei gesunden Kindern oftmals Verzögerungen in der Entwicklung, in der motorischen wie auch auf der kognitiven Ebenen nicht auszuschließen ist.

Die charakteristische Merkmale bei Autisten lassen sich wie dargestellt zusammenfassen, wobei sich an jedem Betroffenen spezifisch noch feinste Unterschiede erkennen lassen können. Daher ist ein strikt einheitliches Gesamtbild niemals darzustellen, da der Autismus sich nicht einheitlich ausgeprägt manifestiert, sondern verschiedenen Formen annehmen kann.

- Ein sich- Abschließen gegen die Realität oder eine Unfähigkeit, mit anderen näher in Kontakt zu treten, besonders tiefere Beziehungen zu Menschen aufzubauen, Ablehnung von Zärtlichkeit und Zuwendung;
- Auffallend intellektuelle rudimentäre Kenntnisse, einhergehend meist mit Inselbegabungen Teilgebiete, wobei sie ungewöhnlich gut beherrscht werden;
- Kein Spracherwerb oder schwere Erhaltung und Weiterentwicklung der vorhandenen Sprache, sowie mangelnde oder keine Anwendung der Sprache im Bezug zu Anderen;
- Abnormes Reagieren auf eine oder mehrere Zuflüssen von Sinneswahrnehmungen Reizen, mangelnde vorhandene optische und akustische Sinnestätigkeit; Unansprechbarkeit kann zu Verdacht auf Taubheit oder Blindheit führen, übertriebene Schmerzunempfindlichkeit oder Überempfindlichkeit, kein Erkennen von realen Gefahren ( Autoverkehr, tiefes Wasser);
- Auffallende oftmals ritualisierte Stereotypien und andere Besonderheiten der Motorik, einschließlich Unbeweglichkeit und Hyperkinesis;
- krankhafter Widerstand gegen Veränderung äußert sich auf striktes Beharren der gewohnte Dinge, im Verhalten des Autisten, wie auch auf seine betreffende Umgebung;
- pathologische Abhängigkeit gegenüber der gewohnten Umgebung bestimmten Gegenständen und Menschen; die Personen werden oft objektiviert, was heißt, sie werden als ein lebloser Gegenstand betrachtet, die Beziehung ist oft rein mechanisch und daher gefühlsleer;
- Übertriebene Beschäftigung mit bestimmten Gegenständen oder ihrer Eigenschaften,
- meist ohne einem Zusammenhang ihrer normalen Funktion
- Unkontrollierte Zorn -, Angst und Erregungszustände, verstärkte Isolierung, wenn das übliche Umfeld gefährdet ist durch Unbekanntes;[1]

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden spezifisch für den Autismus Klassifikation - und Diagnosekriterien erarbeitet. Hier werden Auffälligkeiten und Symptome genannt, momentan unterliegt es der zehnten Überarbeitung, daher ICD - 10 (International Code of Diseases).

In diesem Bewertungssystem wird der Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung angegeben. Der frühkindliche Autismus ist laut ICD - 10 eine Form dieser, die durch abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erörtert wird, und sich vor dem Beginn des dritten Lebensjahr entwickelt. Auffallend ist die gestörte Funktionsfähigkeit, die in drei Bereichen stigmatisiert wird: In der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten repetitiven Verhalten.

[...]


[1] (vgl. in: Autismus bei Kinder, Hg. : Niko Tinbergen, Elisabeth A. Tinbergen,Verlag: Paul Parey. Berlin,S.17, 1984)

Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638593656
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67128
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Erziehungswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Non-Verbale Kommunikation Autisten

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Titel: Non-Verbale Kommunikation bei Autisten