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Armut in Österreich: Aktuelle Zahlen - Working poor, prekäre und atypische Beschäftigung und deren Auswirkungen auf die Armutssituation

Seminararbeit 2006 10 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Armut in Österreich
2.1. Aktuelle Zahlen
2.2. Armut trotz Arbeit - Working poor

3.. Prekäre und atypische Beschäftigung
3.1. Prekäre Beschäftigung
3.2. Atypische Beschäftigungsverhältnisse
3.2.1. Zeitarbeitsformen
3.2.2. Atypische Kontrakt-Arbeitszeitformen
3.2.3. Dislozierende Arbeitsformen
3.2.4. Scheinselbstständigkeit - abhängige Selbstständigkeit

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Arbeit möchte ich auf das Thema Armut in Österreich eingehen.

Zuerst möchte ich aktuelle Zahlen zur Armutssituation aus der EU-SILC 2004 anführen. Ich gehe dann auf das Phänomen "working poor" ein, das oft mit prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen einher geht und in Zusammenhang mit Armut gesetzt wird.

Ein großer Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit den atypischen Arbeitsverhältnissen. Ich gehe weiters auf unterschiedlichen Formen atypsicher Beschäftigung ein sowie auf Vor- und Nachteile die sich für Arbeitnehmer ergeben, zeige aktuelle Zahlen und die Entwicklung auf. Genannt werden auch soziodemografische Merkmale der Personen in diesen Beschäftigungsverhältnissen.

2. Armut in Österreich

2.1. Aktuelle Zahlen

Als Quelle für aktuelle Zahlen die die Armut in Österreich beschreiben, habe ich die Analyse der Befragung, die für EU-SILC 2004 vorgenommen wurde, gewählt. Für diese Studie wurden "11.500 Personen in 4.521 Haushalten befragt" (Statistik Austria 2006, 29).

Alle in Folge angeführten Prozentzahlen sind aus dieser Studie entnommen.

Armutsgefährdet sind nach internationaler Definition jene Personen, deren Einkommen unter 60% des sogenannten Median-Äquivalenzeinkommens liegt. Diese Definition wird auch in der EU-SILC Erhebung verwendet.

Die Ergebnisse der Befragung ergeben, das circa 13% der Haushalte von Armut gefährdet sind.

Frauen sind generell öfter von Armut gefährdet. Bei Haushalten, in denen mehrere Personen leben, ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern gering, gefährdet sind 14% der Frauen und 11% der Männer. Bei Haushalten, in denen nur eine Person lebt, sind 25% der Frauen gegenüber 16% der Männer gefährdet.

Gruppen, die häufiger von Armut gefährdet sind, sind Migranten/-innen, Alleinerzieher/-innen, Haushalte mit drei oder mehr Kindern und, wie schon vorhin schon erwähnt, alleinstehende Frauen.

(vgl. Statistik Austria 2006, 29-32)

2.2. Armut trotz Arbeit - Working poor

Grundsätzlich, schreibt Statistik Austria, verringert Arbeit die Wahrscheinlichkeit, unter die Armutsgrenze zu rutschen. Der Begriff "working poor", der immer öfter in den Medien auftaucht beschreibt den Umstand, dass Haushalte unter die Armutsschwelle rutschen, obwohl alle im Haushalt lebenden erwerbsfähigen Personen einer Arbeit nachgehen. Dieser Umstand wird wahrscheinlicher mit der zunehmenden Zahl an Personen im Haushalt, die neben den Erwerbstätigen erhalten werden müssen (vor allem Kinder).

8% aller Erwerbstätigen fallen laut EU-SILC 2004 unter diese Definition. Sie stellen mit einem Anteil von 46% einen beachtlichen Teil aller Armutsgefährdeten.

Bei der Gruppe der working poor ist die Armut seltener manifest wie bei nicht Erwerbstätigen. Immerhin sind auch bei den working poor 36% (nicht Erwerbstätige: 55%) manifest arm, das heißt, dass sie in mindestens einer Deprivationsdimension benachteiligt sind.

Diese Dimensionen beschreiben einerseits die fehlende Möglichkeit sich bestimmte Güter kaufen zu können ("primäre Benachteiligung": Lebenswichtige Güter, "sekundäre": langlebige Gebrauchsgegenstände; (Statistik Austria 2006, 39)) sowie weitere Probleme, die auftreten können (Gesundheit, Wohnen, Umfeld der Wohnung).

(vgl. Statistik Austria 2006, 36, 45 und 49-51)

3.. Prekäre und atypische Beschäftigung

3.1. Prekäre Beschäftigung

Unter diesen Terminus fallen laut Statistik Austria alle Beschäftigungstypen, die ein niedriges oder unregelmäßiges Einkommen für Menschen im erwerbsfähigen Alter zur Folge haben. Diese erhöhen die Wahrscheinlichkeit der in prekären Arbeitsverhältnissen befindlichen Personen, unter die Armutsschwelle zu rutschen.

Man geht davon aus, dass 12% aller Beschäftigten in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten. Die größte Gruppe innerhalb der prekär Beschäftigten stellen Frauen im Alter von 20 bis 39 Jahren mit einem Anteil von 18%.

Im Durchschnitt gelten 18% aller prekär Beschäftigten als armutsgefährdet.

Höher ist dieser Prozentsatz unter den prekär beschäftigten Männern mit 20% (gegenüber 17% bei Frauen) weil ihr Gehaltsverlust größer ist und damit das Gesamthaushaltseinkommen stärker beeinflusst wird. Ebenfalls stärker gefährdet sind auch Migranten/-innen (30%) und eingebürgerte Personen. Prekäre Beschäftigung ist ein Phänomen der größeren Städte (z.B. Wien: 27%, Orte unter 10.000 Einwohnern: 11%)

(vgl. Statistik Austria 2006, 48-49)

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Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638603690
ISBN (Buch)
9783638753975
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v67406
Institution / Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik
Note
40 von 40 Punkten
Schlagworte
Armut Aktuelle Zahlen Working Beschäftigung Auswirkungen Armutssituation Grundzüge Sozialpolitik

Autor

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Titel: Armut in Österreich: Aktuelle Zahlen - Working poor, prekäre und atypische Beschäftigung und deren Auswirkungen auf die Armutssituation