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Zu den wichtigsten ordnenden Institutionen und Organisationen der Weltwirtschaft

Seminararbeit 2000 17 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.) Einleitung

2.) Die Entwicklung internationaler Institutionen und Organisationen im Bereich der Währungs- und Handelspolitik (Weltwirtschaft).
2.1) Die Weltwirtschaftskrise
2.2) Die Zeit während des 2. Weltkrieges
2.3) Die Konferenz von Bretton-Woods-Systeme

3.) Die wichtigsten, ordnenden Institutionen und Organisationen der Weltwirtschaft.
3.1) Der „Internationale Währungsfond“ - IWF
3.1.1) Die Struktur des IWF
3.1.2) Ziele und Aufgaben des IWF
3.1.3) Die Auswirkungen des IWF auf den Welthandel
3.2) Die „Weltbank“ - Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
3.2.1) Die Struktur der Weltbank
3.2.2) Die Ziele und Aufgaben der Weltbank
3.2.3) Die IFC (Internationale Finanzkooperation)
3.2.4) Die IDA (Internationale Entwicklungsorganisation)
3.2.5) Die Auswirkung der Weltbank auf die Weltwirtschaft
3.3) Das General Agreement on Tariffs and Trade (GATT)
3.3.1) Die Struktur des GATT und seine Entstehung
3.3.2) Ziele und Aufgaben des GATT
3.3.3) Die Auswirkungen des GATT auf den Welthandel
3.4) Die World Trade Organization - WTO
3.4.1) Die Struktur der WTO und ihre Entstehung
3.4.2) Ziele und Aufgaben der WTO
3.4.3) Die Auswirkungen der WTO auf den Welthandel
3.5) Die OECD
3.5.1) Die Struktur der OECD und ihre Entstehung
3.5.2) Ziele und Aufgaben der OECD
3.5.3) Die Auswirkung der OECD auf den Welthandel

4.) Zusammenfassung

5.) Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

Der Handel eines Landes definiert sich über den Import und Export von Gütern und Dienstleistungen. Dass Autos aus Japan, Videokassetten aus den Vereinigten Staaten und die Südfrüchte, die wir essen, aus Südamerika oder Afrika stammen, ist für uns heute selbstverständlich geworden. Dem war aber nicht immer so. Warenhandel zwischen verschiedenen Völkern gab es zwar bereits in der Antike, die moderne Außen- und Weltwirtschaft begann allerdings erst im späten 18. Jahrhundert.

Zur modernen Weltwirtschaft gehören sämtliche internationale Beziehungen zwischen den auf den internationalen Geld-, Kapital- und Warenmärkten operierenden Volkswirtschaften. Die Wirtschaft eines jeden Staates ist heute in das Netzwerk der globalen Wirtschaft eingespannt, dessen Vernetzung in unserem Jahrhundert ein beispielloses Niveau erreicht hat. (Globalisierung) Die Folge dieser Entwicklung ist, dass die nationalen Institutionen viel weniger Einfluss auf die Wirtschaftsvorgänge haben, als man im Allgemeinen annimmt. Die Regierungen einzelner Staaten verfügen nur über einen relativ geringen Spielraum das Beschäftigungsniveau oder die Zahlungsbilanz auszugleichen (auf die Weltwirtschaft einzuwirken) und müssen daher mit anderen Ländern kooperieren. Um weiterhin einen Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft zu haben war, bzw. ist die Einrichtung von internationalen Institutionen und Organisationen dringen erforderlich.

Ich werde nun im Folgenden einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung internationaler Institutionen und Organisationen geben. Des Weiteren werde ich die, aus meiner Sicht, für den Welthandel prägnantesten Institutionen und Organisationen in Bezug auf Organisationsstruktur, Ziele der Einrichtung und deren Auswirkung auf den Welthandel vorstellen und beurteilen.

2.) Die Entwicklung internationaler Institutionen und Organisationen im Bereich der Währungs- und Handelspolitik (Weltwirtschaft)

2.1.) Die Weltwirtschaftskrise

Der nach dem 1. Weltkrieg entwickelte Gold- und Devisenstandard, (-> Die umlaufende Geldmenge einer Volkswirtschaft wird in ein bestimmtes Verhältnis zu den Gold- und Devisenreserven eines Staates gestellt) brach aufgrund der Weltwirtschafts- und Weltwährungskrise (1929-32) zusammen. Der Grund dafür war der Versuch einzelner Staaten, durch Abwertung ihrer Währung, die internationale Konkurrenzfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu steigern und somit ihr Auslandsdefizit zu verringern. Da dieses Prinzip logischer Weise nur so lange funktioniert, wie ein Land schneller und stärker abwertet als die übrigen, kam es zu einem internationalen Abwertungswettlauf, der zu Massenarbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch von Banken und Unternehmen und Hyperinflationen in den einzelnen Staaten führte. (vgl. Bayr. Vereinsbank (Hrsg.), S.215 u. Olsson, M., S.378)

2.2) Die Zeit während des 2. Weltkrieges

Um den Fehlern der Vergangenheit, die aufgrund des Nichtvorhandensein von internationalen Institutionen/Organisationen im Bereich der Währungsund Handelspolitik, zu dem in 2.1 angesprochenen Abwertungswettlauf und somit zur Weltwirtschaftskrise führten, entgegen wirken zu können, hat man bereits im Verlauf des 2. Weltkrieges erste Versuche unternommen, internationale Institutionen zu bilden. Diese sollten die wirtschaftlichen Strukturen in den einzelnen Staaten aufbauen und absichern. Das Ziel war der Aufbau eines Weltwirtschaftssystems.

Vorreiter dieser Idee waren Großbritannien und die USA die davon überzeugt waren, dass zwischen politischer Sicherheit und wirtschaftlicher Ordnung (Frieden Handel) eine enge Verbindung besteht. ( -> Der Friede wurde als Folge einer internationalen Zusammenarbeit und einem freien Welthandel gesehen.) (vgl. Czada, P., S.55f)

2.3) Die Konferenz von Bretton-Woods

Als Folge der, in 2.2. formulierten Wünsche nach einer durch Institutionen und Organisationen geregelten Weltwirtschaft, wurde 1944 in Bretton Woods (New Hampshire) bei einer Währungs- und Finanzkonferenz, bei der 44 Länder vertreten waren, die Einrichtung einer „Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung“ (Weltbank; engl.: International Bank for Reconstruction and Development - IBRD), sowie die Gründung eines internationalen Währungsfonds (IWF; engl.: International Monetary Found -IMF) beschlossen. Die geplante Gründung einer Welthandelsorganisation (International Trade Organisation - ITO) scheiterte allerdings am Widerstand der vereinigten Staaten. Dieses System der Weltwirtschaft wurde nach dem Ort der Vertragsschließung benannt: „Bretton-Woods-System“. (vgl. Herz, D.,S.80)

3.) Die wichtigsten, ordnenden Institutionen und Organisationen der Weltwirtschaft.

3.1) Der „Internationale Währungsfond“ - IWF

3.1.1) Die Struktur des IWF

Das oberste Organ des IWF ist der einmal im Jahr tagende Gouverneurstag, in das jedes Land seine Vertreter entsendet. Ausführendes Organ ist das, aus 22 Direktoren bestehende, Exekutivdirektorium. Die Zusammensetzung des Exekutivdirektoriums ergibt sich aus folgenden Kriterien. Der größte Gläubiger, sowie die Staaten mit den größten Quotenanteilen, entsenden je einen „weisungsgebundenen“ Direktor. Die übrigen unabhängigen Sitze werden von den übrigen Mitgliedsländern gewählt. Die Unterscheidung der Direktoren ergibt sich aus ihrem jeweiligen Stimmrecht. Während ein gewählter Direktor die Anzahl der bei der Wahl auf ihn gefallenen Stimmen besitzt, verfügt ein ernannter Direktor nur über so viele Stimmen wie seinem Land nach der Quotenregelung zusteht. (vgl. Herz, D.,S.83)

3.1.2) Ziele und Aufgaben des IWF

Das Kernstück des IWF waren feste Wechselkurse, die sich am US-Dollar als Leitwährung orientierten. Der Dollar ($) wiederum hatte eine feste Parität zum Gold. (ursprünglich: eine Unze Feingold = 35$.) Die USA verpflichtete sich so, als Leitwährungsland, die Dollarbestände ausländischer Zentralbanken auf Verlangen gegen Gold einzutauschen. (Goldkonvertibilität) Der feste Wechselkurs wurde hierbei auf eine Bandbreite von 1% festgelegt. (Im Falle fundamentaler Zahlungsbilanzungleichgewichten, kann die Bandbreite auf bis zu 10%, ohne eine Absprache mit dem IWF ausgedehnt werden.) Durch Interventionen von Zentralbanken (An- und Verkauf von Devisenbeständen) sollten stärkere Schwankungen vermieden werden. Die Hauptfunktion des IWF ist die Überwachung und Koordinierung dieser Entwicklung.

Resultierend aus anhaltenden Zahlungsbilanzungleichgewichten in den 60ern und zu Beginn der 70er Jahre, vor allem verursacht durch die Ölpreisexplosion auf dem Weltmarkt (-> Inflationswellen) und die Überbewertung der nationalen Interessen (-> Entwicklungsländer verkauften ihre Sonderziehungsrechte gegen den US-Dollar an die Industriestaaten, die dadurch ihre Quoten und somit ihre Stimmenzahl vergrößern wollten => Immer neue Sonderziehungsrechte wurden eingeführt im die Stimmrechte im

Währungsfond auszugleichen), kam es zu einer Krise des IWF. Die Konvertibilität des Dollars in Gold wurde daher 1971 durch Nixon aufgehoben. (-> Abwertung des Dollars).

So kam es 1973 zum endgültigen Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse. Der Übergang zu flexiblen Wechselkursen wurde eingeleitet. Ab diesem Zeitpunkt spezialisierte sich die IWF nur noch auf Aufgaben im Entwicklungsbereich. (-> Kredite an Entwicklungsländer in Abhängigkeit von Strukturanpassungsmaßnahmen, z.B. die Einführung der Marktwirtschaft) Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Markwirtschaft im ehemaligen Ostblock sahen viele Staaten die Möglichkeit, zur Bewältigung ihrer wirtschaftlichen Probleme durch den Beitritt in den IWF, dem sie vorher aus Angst vor der wirtschaftlichen Hegemonie der USA und einer gegensätzlichen Staatsideologie nicht beitraten

Die Aufgabe des IWF gliedert sich heute also in zwei Bereiche:

- Die Bewältigung der Schuldenkrise in der Dritten Welt.
- Die Unterstützung der wirtschaftlichen Reformen in Osteuropa.

(1993 zahlte die IWF Kredite im Wert von 11,6 Mrd. DM aus. Davon wurden 3 Mrd. im Rahmen der 1993 geschaffenen sog. System-Übergangsfazilität, die besonders osteuropäische Volks- wirtschaften auf dem Weg von der Plan- zur Marktwirtschaft unterstützen soll, zugeschossen.) (vgl. Herz, D.,S.82)

3.1.3) Die Auswirkungen des IWF auf den Welthandel

Die Inanspruchnahme der Kredite der IWF hängt von der Quote und den jeweiligen Zugangsbedingungen des Mitgliedslandes ab.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638595919
ISBN (Buch)
9783638802772
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69154
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft
Note
1,75
Schlagworte
Weltwirtschaft Institutionen Organisationen Einführung Politik

Autor

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