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Prozess einer Unternehmensübernahme - Rechtliche, steuerliche und finanzielle Aspekte-

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 40 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung
A. Problemstellung und Zielsetzung
B. Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

II Case Study

III Unternehmensübernahmen
A. Motive für Unternehmensübernahmen
B. Phasen der Unternehmensübernahme
1. Analyse- und Konzeptionsphase
2. Transaktionsphase
3. Integrationsphase
C. Aspekte der Unternehmensübernahme
1. Finanzielle Aspekte der Unternehmensübernahme
a) Analyse der eigenen Vermögens- und Finanzlage,
und die finanzielle Due Diligence
b) Formen der Akquisitionsfinanzierung
(1) Deal Formen
(2) Die Art der Übernahme
(3) Methoden der Unternehmensbewertung
(4) Kapitalstruktur der Akquisitionsfinanzierung
c) Mögliche Risiken der Akquisitionsfinanzierung
d) Die NewCo
2. Rechtliche Aspekte der Unternehmensübernahme
a) Legal Due Diligence
b) Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse der Übernahme
c) Arbeitsrechtliche Aspekte der Übernahme
d) Übernahme einer börsennotierten AG
e) Das Squeeze Out Verfahren
f) Insider Geschäfte
Ein Insider ist in diesem Fall die Person, die eine Kurs beeinflussende Information über das Unternehmen, wessen Anteile er besitzt, früher erhält, als die anderen Anteilseigner
g) Kartellrecht und Umweltrecht
3. Steuerliche Aspekte der Unternehmensübernahme
a) Tax Due Diligence
b) Steuerliche Ausgangsituation des Erwerbers beim Share Deal
c) Steuerliche Ausgangssituation des Erwerbers beim Asset Deal
a) Legal Due Diligence
b) Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse der Übernahme
c) Arbeitsrechtliche Aspekte der Übernahme
d) Übernahme einer börsennotierten AG
e) Das Squeeze Out Verfahren
f) Insider Geschäfte
g) Kartellrecht und Umweltrecht
3. Steuerliche Aspekte der Unternehmensübernahme
a) Tax Due Diligence
b) Steuerliche Ausgangsituation beim Share Deal
c) Steuerliche Ausgangssituation beim Asset Deal

IV Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 : Bilanz der (X) GmbH

Abb. 2 : Bilanz der (Y) AG

Abb. 3 : M&A Transaktionen weltweit

Abb. 4 : Ziele von Unternehmensübernahmen

Abb. 5 : Phasen der Unternehmensübernahme

Abb. 6 : Finanzielle Aspekte der Unternehmensübernahmen

Abb. 7 : Möglichkeiten der Finanzierung einer Unternehmensübernahme

Abb. 8 : Finanzierung durch die NewCo

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I Einleitung

A. Problemstellung und Zielsetzung

Wer das Wort Merger&Acquisitions (M&A), d.h. Unternehmenszusammenschluss und Unternehmensübernahme hört, denkt sehr wahrscheinlich in erster Linie an den großen Mannesmann / Vodafone Prozess, dass im Jahre 1999/2000 Geschichte schrieb.

Akquisition ist eine Strategie des Unternehmens und dient dazu den enormen Veränderungen der Wirtschaft und dem Wettbewerb durch Wachstum des Unternehmens, stand zu halten.

Das Übernahmegeschäft ist jedoch mit vielen Komplexitäten verbunden. Es gibt viele Transaktionstypen und verschiede Phasen der Transaktion, wobei jede Phase der Transaktion verschiedene Aspekte mit sich bringt. Diese Aspekte unterliegen auch rechtlichen Vorschriften.

In der vorliegenden Hausarbeit sollen die finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte einer Unternehmensübernahme anhand einer Case Study dargestellt werden. Das Case Study schildert die Übernahme einer AG durch eine GmbH.

B. Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

In dieser Arbeit wird am Beispiel der Case Study eine freundliche Unternehmensübernahme dargestellt. Die Aspekte der feindlichen Unternehmensübernahme werden nur kurz erwähnt.

Die Übernahme bezieht sich auf den Standort Deutschland. Die Aspekte der Cross Border Übernahmen sind somit ebenfalls auszuschließen.

Da das Thema M&A sehr weit gegriffen ist, werden nur die wichtigsten Punkte dargestellt und erläutert, die man bei einer Übernahme beachten sollte. Vertiefende Untersuchungen und vertiefende Problemstellungen des M&A Prozesses kommen in dieser Arbeit nicht in Betracht.

Die vorliegende Arbeit wird in 4 Kapiteln dargestellt. Im Hauptteil wird im zweiten Kapitel ein Case Study »Übernahme der (Y) AG durch die (X) GmbH « beschrieben. Anschließend werden Motive und Phasen der Unternehmensübernahmen allgemein betrachtet. Nachfolgend wird das Hauptthema dieser Arbeit dargestellt, in dem die finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte in Bezug auf die Case Study bearbeitet werden.

Schließlich werden im vierten Kapitel der Inhalt und das Ergebnis dieser Arbeit zusammengefasst und abgeschlossen.

II Case Study

Übernahme der (Y) AG durch die (X) GmbH

Die (X) GmbH ist seit 1995 als Hersteller von Software für Mobiltelefone in Deutschland tätig. Das mittelständige Unternehmen hat sich in den Jahren eine gute Marktposition durch hervorragende Verkaufszahlen geschaffen. 100 Mitarbeiter sind in der (X) GmbH, das letztes Jahr einen Erlös von 200.000 € erzielte, beschäftigt. Jetzt möchte die (X) GmbH durch die Übernahme von (Y) AG sein Produktangebot erweitern und sich somit mehr Marktanteile schaffen. Diese Übernahme soll als Strategie zur Weiterentwicklung dienen.

Die (Y) AG ist ein börsennotiertes deutsches Unternehmen und ist in der Branche für Softwareentwicklung neu tätig. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist durch die Überzahl von Kundenprojekten überfordert und hat im Moment einen Liquiditätsengpass.

Die (X) GmbH hat in dieser Hinsicht langjährige Erfahrungen mit großen Kundenprojekten und besitzt eine hohe Eigenkapitaldecke. Außerdem würde die Übernahme die Arbeitsplätze der Mitarbeiter der (Y) AG ebenfalls sichern. Also möchte die (X) GmbH mit diesen Argumenten alle Aktien der (Y) AG für 330.000 € inklusive 10% Prämie für die Aktionäre übernehmen. Somit würde die (X) GmbH 10.000 Aktien der (Y) AG öffentlich übernehmen, wobei der Hauptaktionär und das Management der (Y) AG dieser Übernahme zustimmen. Der Hauptaktionär besitzt 95% des Grundkapitals, somit sollen die Minderheitsaktionäre durch ein Squeeze Out Verfahren gemäß §§ 327a, 327f AktG[1] vom Unternehmen ausgeschlossen werden.

Die Bilanz der (X) GmbH ist folgendermaßen abgebildet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 : Bilanz der (X) GmbH

Die Bilanz der (Y) AG ist folgendermaßen abgebildet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2 : Bilanz der (Y) AG

Gewinn und Verlust der beiden Unternehmen:

Die (X) GmbH weißt einen bilanziellen Gewinn von 60.000 € für das Jahr 2005 aus.

Der Bilanzgewinn laut dem Geschäftsjahr 2005 der (Y) AG beträgt 20.000 €.

Auf weitere wichtige Punkte dieser Übernahme wird im folgendem näher eingegangen, wobei die finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Übernahme ausgearbeitet werden.

Vorerst wird allgemein das Thema Unternehmensübernahme erläutert.

III Unternehmensübernahmen

Im Jahr 2000 hatte das weltweite Geschäftsvolumen der M&A einen Rekord in Höhe von 3.500 Milliarden US Dollar erreicht[2]. Die Prognosen der Analysten behaupten, dass das Jahr 2006 diesen Rekord brechen wird. Das Transaktionsvolumen hat sich im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr auf 37 Prozent und somit auf rund 1.963 Milliarden US Dollar erhöht, wobei mit dieser Zahl das erste Halbjahr 2000 übertroffen wurde[3]. Die Abbildung 3 zeigt die weltweite Entwicklung der M&A Prozesse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 : M&A Transaktionen weltweit (angekündigt)[4]

Gründe hierfür sind die zunehmenden Cross-Border Transaktionen, d.h. grenzüberschreitende, internationale Unternehmenstransaktionen, die durch die Globalisierung zustande kommen und die Größe der Übernahmen in der IT- Branche. Daher wird auch in der Case Study dieser Arbeit das Beispiel einer Unternehmensübernahme an Hand von zwei Unternehmen, die in der Softwarebranche tätig sind, vorgestellt.

Auf die allgemeinen Motive der Unternehmensübernahmen, die Ausschlag gebend für diese Erfolge sind, wird im nächsten Teil genauer eingegangen.

A. Motive für Unternehmensübernahmen

Jedes Unternehmen verfolgt strategische Ziele und möchte, z.B. durch die Übernahme anderer Unternehmen, womit in neue Märkte und neue Länder investiert wird, wachsen.

Somit können neue Kunden erworben werden, da durch diese Investitionen neue Produkte ins Sortiment gelangen. Die Marktposition des Unternehmens ist dementsprechend verbreiteter und das Unternehmen ist wettbewerbsfähiger[5].

Das Management strebt also nach Macht und Größe, um dem Druck des Wettbewerbs standhalten zu können, oder den Wettbewerb zu übertreffen und somit neue Kunden für sich zu gewinnen.

Die (X) GmbH verfolgt ebenfalls das Ziel durch die Übernahme zu wachsen. Durch langjährige Erfahrung mit Kunden möchte die (X) GmbH eine Lösung für den Umgang mit Kundenprojekten der (Y) AG schaffen, um mehr Kunden zu erhalten.

Die Abb. 4 auf der nächsten Seite bestätigt laut einer Umfrage, dass im Jahr 1998 über 80% der Unternehmen ihr Ziel des Wachstums durch die Unternehmensübernahme verfolgen[6].

Die Absicht mit einer Übernahme Kostensynergien auszunutzen, verfolgen um die 57% der Unternehmen.

In dem die Unternehmen gemeinsam produzieren und absetzen, ihre Kapazitäten gemeinsam auslasten und zu gleich auch die Verwaltung der beiden Unternehmen führen, und somit ihre Kosten senken, können Synergieeffekte durch Übernahmen erzielt werden. Diese Synergieeffekte könnte auch die (X) GmbH nach der Übernahme ausnutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 : Ziele von Unternehmensübernahmen

Quelle: Umfrage bei 260 M&A-Transaktionen von Fortune 500 Firmen, A.T. Kearney Global PMI Survey 1998

Die Diversifikation durch z.B. verschiedene Branchen in denen sich die beiden Unternehmen befinden und die unterschiedlichen Produkte die wiederum zu einer verbreiteten Marktposition führen, senkt das Verkaufsrisiko der beiden Unternehmen, da das Sortiment ausgeweitet wird.

Durch Zukauf neuer Technologien werden ebenfalls Diversifikationsvorteile ausgenutzt[7].

Mit der Übernahme der (Y) AG würde die (X) GmbH seine Produktpalette erweitern und auch diversifizieren, da die beiden Unternehmen unterschiedliche Softwareprodukte herstellen.

Der Aufkauf eines Unternehmens, wessen Produkte, Dienstleistungen oder Unternehmensbereiche sehr etabliert und profitabel sind, kann sogar negative Cash Flows ausgleichen. Dies führt zu Optimierung der finanziellen Lage durch unter anderem Sortimentausweitung oder Risikostreuung. Außerdem können steuerliche Vorteile durch die Übernahme ausgenutzt werden, wobei die (X) GmbH auch das Ausnutzen steuerlicher Vorteile beabsichtigt. Auf das Thema wird im Kapitel » II. C. 3. « näher eingegangen.

Das Know-How der Unternehmen wird durch die Übernahme eines Zielunternehmens ebenfalls erweitert, da z.B. die Übernahme einer AG dem Unternehmen einen verbesserten Zugang zum Kapitalmarkt verschafft, die unterschiedlichen Bereiche oder das Management der Unternehmen sich ergänzen und erweitern können[8].

Diese sind nur einige Motive für Unternehmensübernahmen. Generell werden Berater und Analysten in Betracht gezogen, die sich mit den Motiven und dem genauen Ablauf der Übernahme beschäftigen. Im folgenden Punkt werden die Phasen einer Übernahme erklärt.

B. Phasen der Unternehmensübernahme

Unternehmensübernahmen laufen generell immer unterschiedlich ab. Sie unterliegt keinen festen Regeln. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Unternehmen, und die Interessen der Käufer und Verkäufer[9].

Jedoch gibt es herkömmliche Phasen der Unternehmensübernahme, nach denen sich die Berater und Manager orientieren können.

In der Abb. 5 werden diese einzelnen Phasen einer Unternehmensübernahme geschildert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Phasen der Unternehmensübernahme

1. Analyse- und Konzeptionsphase

In der Phase der Analyse werden zu nächst die relevanten Daten über das Zielunternehmen, also der (Y) AG gesammelt. Diese Daten beziehen sich allgemein auf die Branche, Produkte, Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer, Konkurrenten, Organisationsstruktur und die Rechtsform des Verkäufers[10]. Nachdem der Käufer, also die (X) GmbH, sämtliche Informationen zu Verfügung hat, werden Überlegungen hinsichtlich der Transaktion geplant und getroffen.

[...]


[1] AktG § 327a, Übertragung von Aktien gegen Barabfindung, 36. Auflage 2003, S:127 und

§ 327 f, Gerichtliche Nachprüfung der Abfindung, 36. Auflage 2003, S:128.

[2] Picot G.: Unternehmenskauf und Restrukturierung, Handbuch zum Wirtschaftsrecht 3.Auflage, S:16

[3] Vgl. Pressemitteilung: Ehren T. vom 30. Juli 2006, http://www.kpmg.de/about/press_office/14466.htm

[4] Vgl. Pressemitteilung KPMG: vom 30. Juli 2006, http://www.kpmg.de/about/press_office/14466.htm

[5] Gösche A.: Mergers&Acquisitions im Mittelstand, S:18

[6] Picot G. : Handbuch Merger & Acquisitions, Planung, Durchführung, Integration 2. Auflage S: 22

[7] Oehlrich M.: Strategische Analyse von Unternehmensakquisitionen, S: 22

[8] Frere E.: Skript zu Mergers&Acquisitions WS 2006/2007, S: 30

[9] Picot G.: Unternehmenskauf und Restrukturierung, Handbuch zum Wirtschaftsrecht 3.Auflage, S:23

[10] Vgl. Projekt: Prof. Dr. H. Sievers,29. September 2006, http://www.fh-brandenburg.de/fileadmin/fhb/redakteure/Gruendungsnetzwerk/Dokumente/BEGIN_nachfolge_BRBfinal.pdf#search=%22analysephase%20%2Bunternehmens%C3%BCbernahme%22

Details

Seiten
40
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638620826
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69550
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Schlagworte
Prozess Unternehmensübernahme Rechtliche Aspekte- Mergers&Acquisitions

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