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Die Jugendkultur Techno

Vordiplomarbeit 2005 14 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff Jugendkultur

3. Entwicklung des Techno-Szene

4. Soziale Räume der Techno-Szene

5. Stil der Techno-Szene
5.1 Die Mode
5.2 Die Musik
5.3 Ekstase durch Tanz und Drogen
5.4 Die Medien

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit soll ein Einblick in die Jugendkultur Techno gegeben werden.

Als erstes wird der Begriff „Jugendkultur“ kurz beleuchtet um, eine theoretische Wissensgrundlage zu dem speziellen Thema „Techno“ zu schaffen. Danach wird eine zeitliche Einordnung des Phänomens „Techno“ vorgenommen, um eine Bestimmung der historischen Wurzeln zu gewährleisten.

Auf der Basis der theoretischen Grundlage soll im Folgenden der typische Stil der Techno-Anhänger vorgestellt werden. Die Wichtigkeit des Stilmittels „Bricolage“ wird an der Mode, der Musik und den Medien, am Beispiel des „Flyers“ deutlich gemacht. Der szenespezifische Tanz und der charakteristische Drogenkonsum als stilistische Eigenarten werden kurz vorgestellt.

Im Fazit der Arbeit soll klar werden, welche Bedeutung Techno als Jugendkultur hat,

außerdem wird eine kurze, zusammenhängende Charakterisierung der Szene wiedergegeben.

2. Zum Begriff Jugendkultur

Der Begriff „Jugendkultur“ wurde im deutschen traditionell von den Pädagogen Gustav Wynecken (1875-1964) und Siegfried Bernfeld (1892-1953) geprägt, die die Jugend als eigenständige Lebensphase, nämlich die der größten Offenheit, betrachteten und so eine Abgrenzung zur „Alterskultur“ schaffen wollten. In den klassischen „Jugendkultur“-Konzepten fungiert das Bildungssystem (Schule, Ausbildung, Universität) als Vermittler von kulturellem Wissen und bedient sich somit der größten Wichtigkeit der Lebensphase.

Bei den heutigen Jugendbewegungen spielen schulische Maßstäbe keine Rolle mehr, jedoch die durch Medien vermittelten, die im Zusammenhang mit Mode, Musik, Konsum und alternative Lebensformen stehen. Mittlerweile werden die entscheidenden Impulse für die Lebensgestaltung in der außerschulischen Zeit, die mit Gleichaltrigen verbracht wird, gesetzt. (vgl. Baacke 1999, S.141ff) Zum Zusammenhang von „Freizeit-Lebensstilen“ und der weiteren Lebensgeschichte sagt Ralf Vollbrecht, dass die Zugehörigkeit zu jugendkulturellen Lebensstilen die weitere Lebensgeschichte nur eingeschränkt beeinflußt. (vgl. Vollbrecht in Ferchhoff / Sander / Vollbrecht, 1995, S.26)

„Die Verwendung des Plurals „Jugendkulturen“ verdeutlicht, daß es nicht um eine etwa spezifische Kultur geht, die Jugendliche kreieren, sondern um ein breites Spektrum jeweils generationsspezifisch angeeigneter, entwickelter und ausgeprägter Stile, Verständigungsmuster, Orientierungen zur unverwechselbaren eigenen personellen Entfaltung.“ (Thiele, Taylor 1998, S.51)

„Kultur“ in den heutigen Jugendkulturen meint (...) die Schaffung von Stilen über Medien, deren „bildender“ Gehalt unter Pädagogen eher strittig sein dürfte: Konsum, Pop und Rock, Mode, sowie die Schaffung neuer sozialer Treffpunkte“ (Baacke 1999, S.143). Diese Neuorientierungen werden als eigene Weltdeutungen und Lebensalternativen vorgestellt und je nach Bildungsgrad, sozialem Status der Herkunftsfamilie, Milieu sowie ethnischer Zugehörigkeit wird das jeweilige Handeln in Form des Protests bzw. als Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls von Schnelligkeit, Plötzlichkeit und Intensität öffentlich präsentiert. (vgl. Thiele, Taylor 1998, S.51)

Der Stil und die Selbststilisierung bedeuten innerhalb einer Jugendkultur die Fähigkeit zur Individualisierung inmitten einer starken, nach außen sichtbaren Gruppenzugehörigkeit zur jeweiligen Jugendkultur.

Die Medien greifen Stile der Jugendkulturen auf, was folglich zu einer Kommerzialisierung der Jugendkulturen, jedoch auch zu einer partiellen Durchsetzung und Verbreitung und so zu einer Globalisierung von Jugendkulturen führt. (vgl. Vollbrecht 1995, in Ferchhoff / Sander / Vollbrecht, S.30f)

Die Mitgliedschaft zu einer Jugendkultur beruht auf Freiwilligkeit und wird fast ausschließlich in der Freizeit ausgelebt. „Jugendliche bleiben meist wirtschaftlich, aber auch hinsichtlich Schule und Ausbildung in die Gesellschaft eingegliedert, sie schaffen sich jedoch im Rahmen ihrer Freizeit eigene Symbole und schließen in Peer-Groups Freundschaften. (...) Sie beharren auf Autonomie und wählen in diesem Bestreben nicht gerade die Bezugspunkte Schule oder Familie, insofern kann von außerschulischen, außerfamiliären und freizeitbezogenen Kulturen gesprochen werden“ (Thiele, Taylor 1998, S.52). Zu welcher Jugendkultur eine Person sich zugehörig fühlt wird oft über Freunde oder Geschwister, die schon in der Szene sind, bestimmt. Der Jugendliche entscheidet zu welcher Jugendkultur er wie lange und wie intensiv angehören möchte. Prinzipiell ist es möglich mehrere Szenen zu durchlaufen oder gleichzeitig zu partizipieren (vgl. Thiele, Taylor 1998, S.53). Die Intensität der Zugehörigkeit unterteilt Manfred Zentner, Mathematiker und Geschäftsführer des österreichischen Jugendforschungsinstituts, in vier Rangstufen: Kernszene, Randszene, Freizeitszene und die Gruppe der Sympathisanten.

Der Kernszene gehören Jugendliche an, „die sich zu 100% mit einer Szene identifizieren und den Code ihrer Szene sowohl auf sprachlicher, modischer, musikalischer als auch philosophisch-weltanschaulischer Ebene im höchstmöglichen Ausmaß reproduzieren“ (Farin, 2001, S.94). Der Randszene sind Jugendlichen zugehörig, die auch alle Szene-Codes mehr oder weniger perfekt beherrschen, sich jedoch nicht gern auf eine Szene festlegen lassen und zwischen zwei oder mehreren Szenen hin und her flanieren. Zur dritten Gruppe, die Zentner „Freizeitszene“ nennt, werden Jugendliche gezählt, die sich weiter abgeschwächt zur Szene zugehörig fühlen und deren Szene-Wissen sich auf die sogenannten Basics des Szene-Codes beschränkt.

Die Gruppe der Sympathisanten fühlen sich nicht zur Szene zugehörig, bewundern diese aber und nehmen, wenn auch unregelmäßig, an szeneinternen Veranstaltungen teil. Die Identitätsbildung innerhalb einer Jugendszene bedarf, neben Kreativität und Anpassungsvermögen, ein nicht erhebliches Budget an Geld und Zeit. Zum einen muss sich der Jugendliche die szeneüblichen Stilelemente, wie beispielsweise Kleidung oder Frisur aneignen, zum anderen muss er die Kontakte zu anderen Szeneanhängern, durch die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen, pflegen. (vgl. Farin 2001, S.95f)

3. Entwicklung des Techno-Szene

Das tragende Element der Techno-Szene ist die Musik die elektronisch hergestellt wird und übergreifend den Namen „Techno“ trägt. Aufgrund dessen entwickelte sich die Techno-Kultur anlehnend an den technologischen Fortschritt, der die Produktion der Musik möglich machte.

1964, als Robert A. Moog einen Synthesizer vorstellte, der die zuvor in den elektronischen Studios als separate Einheiten existierenden Apparaturen in einem Gerät vereinigte, erhielt die elektronische Klangerzeugung erstmals Einzug in die Unterhaltungsmusik. Der sogenannte „Moog-Synthesizer“ wurde in Serie produziert und als elektronischer Klangerzeuger weltweit bekannt. Die elektronischen Klänge wurden von verschiedenen Musikstilen in die traditionelle Produktion integriert. Die deutsche Band „Kraftwerk“ nutzte bei dem Lied „Autobahn“ und bei den anderen Stücken auf dem gleichnamigen Album fast ausschließlich die elektronische Klangerzeugung, in Anlehnung auf die futuristische Erwartung von einer Fusion zwischen Mensch und Maschine. Kraftwerk gilt deswegen als Ursprung der Techno-Musik.

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Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638621298
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v69587
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Schlagworte
Jugendkultur Techno Jugendkulturen

Autor

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Titel: Die Jugendkultur Techno