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Problemorientierte Jugendliteratur im Rahmen eines projektorientierten Unterrichts

Studienarbeit 2006 30 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Äußerungen zum Lerngegenstand
1.1 Anonym: Fragt mal Alice
1.2 Kordon, Klaus: Die Einbahnstraße
1.3 Mechtel, Angelika: Cold Turkey

2. Allgemeine Zielsetzungen

3. Zeitrahmen und methodische Überlegungen

4. Verlaufsskizze

5. Literatur

Anlagen
- Arbeitsanweisung für die Gruppe
- Die Einbahnstraße
- Fragt mal Alice
- Cold Turkey
- Projektskizze
- Arbeitsprozessbericht

1. Überlegungen zum Lerngegenstand

Im Folgenden werden wesentliche Inhalte, der von den Schülerinnen und Schülern ausgewählten Jugendbücher, ausführlich vorgestellt.

1.1 Anonym: Fragt mal Alice

Der Jugendbuchklassiker „Fragt mal Alice“, dessen Verfasser nicht bekannt ist, verdeutlicht in Tagebuchform (Tagebuch 1 und Tagebuch 2) das Schicksal eines 15-jährigen Mädchens, welches damit beginnt, Drogen zu nehmen und langfristig in einen Strudel der Abhängigkeit gerät.

Tagebuch Nummer eins

Alice, ein 14-jähriges Mädchen beginnt im September ein Tagebuch zu schreiben, in welchem sie ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Geheimnisse festhält. Alice kommt aus geordneten Familienverhältnissen, ihr Vater ist Universitätsprofessor, die Mutter ist Hausfrau, ihr Bruder Tim besucht die Sekundarschule und die kleine Schwester Alexa die Grundschule. Alice selbst besucht das 1. Jahr der High School, befindet sich also in Klasse 10.

Im September wird Alice von ihrem Schwarm Roger versetzt, sie ist deshalb sehr bedrückt und erkennt rückblickend, dass sie bereits in der Vergangenheit häufig minderwertig behandelt wurde, selbst ihren Eltern kann sie es oft nicht recht machen, zudem fühlt sie sich zu dick. Ende September wird ihr Vater als Dekan für Politische Bildung nach _ (Ort nicht angegeben) gerufen, die Familie wird daher zu Beginn des neuen Jahres umziehen müssen. Alice begreift den bevorstehenden Umzug als Chance, von Neuem zu beginnen und etwas Wichtiges zu sein; sie nimmt sich zur Erreichung dieser Zielsetzungen vor, abzunehmen. Der bevorstehende Umzug wirkt sich positiv auf die Gemütslage von Alice aus, sie fühlt sich in der Schule wohl, ihre Leistungen sind überdurchschnittlich gut, sie kann zunehmend von Roger Abstand wahren, auch wenn sie im Nachhinein registrieren muss, dass Roger wohl die einzige, wahre Liebe ihres Lebens ist. Mitte November gelingt es den Eltern, das jetzige Wohnhaus zu verkaufen – Alice hat in dieser Phase Angst, nach 15 Jahren vielleicht doch zu viel von der eigenen Familie zurückzulassen. Auch die Großeltern, zu denen Alice ein sehr inniges Verhältnis hat, bedauern, dass Alice mit ihrer Familie so weit wegziehen muss. Anfang Dezember unterbricht die Mutter von Alice die Diät ihrer Tochter, die durch die Eltern verursachten Einmischungen werden von Alice stark kritisiert. Bis zum Jahresende überwiegt Alice Angst, im neuen Umfeld nicht dazuzugehören, ein gesellschaftlicher Außenseiter zu sein.

Im Januar beziehen Alice und ihre Familie ein großes, älteres Haus. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern gelingt es Alice nicht, Kontakte zu knüpfen – sie fühlt sich einsam und beginnt wieder Süßigkeiten und Pommes in sich hineinzustopfen. Alice Kummer kumuliert mit einer erheblichen Gewichtszunahme. Mitte März gelingt es Alice vorübergehend eine Freundin zu finden, diese findet aber nicht den Geschmack ihrer Eltern. Mitte Mai findet Alice im jüdischen Mädchen Beth wieder eine richtige Freundin, die einzige <beste> Freundin wie sie meint. Die Freundschaft der beiden stützt sich vor allem auf gemeinsame Interessen, sie können über alles reden. Als Ende Juni die Sommerferien beginnen und Beth in ein Sommerlager fährt, ist Alice sehr traurig. Sie selbst fährt zu ihren Großeltern in ihre frühere Stadt. Zunächst langweilt sie sich zu Tode, dann wird sie von ihrem ehemaligen Bekannten Jill Peters zu einer Party eingeladen, wo ihr im Cola unbemerkt LSD verabreicht wird. Alice bewertet den Drogenrausch positiv und ist – obwohl sie auch die Gefahren bedenkt – neugierig darauf, auch andere Drogen auszuprobieren. Mitte Juli lernt sie Torpedos und Speed kennen. Am 06. August verliert sie auf einer LSD-Party ihre Jungfräulichkeit; die Angst, schwanger zu sein, verunsichert sie im Nachhinein sehr. Völlig unerwartet taucht ihr ehemaliger Freund Roger auf, der gerne wieder Kontakt zu Alice hätte. Es kommt zwar zu einem neuerlichen Kuss, doch das Vergangene belastet Alice, sodass sie sich in den nächsten Tagen verleumden lässt. Mitte August fliegt sie wieder nach Hause, doch es geht ihr nicht gut, sie fühlt sich schlecht und bräuchte dringend jemanden, mit dem sie reden könnte. Auf Drängen ihrer Mutter geht sie zu ihrem Hausarzt, der ihr Beruhigungstabletten verabreicht. Erst der Periodeneintritt Ende August lässt ihre Probleme vergessen. Als ihre Freundin Beth vom Sommerlager zurückkommt, muss Alice erkennen, dass Beth kaum mehr die Gleiche ist – sie ist jetzt mit einem Juden zusammen. Auch Roger muss nun zur Militärschule und wird vor Weihnachten nicht zurück sein. Alice versichert in einem Brief an Roger, dass sie auf ihn warten wird. Auch mit ihren Eltern versteht sich Alice in dieser Phase schlecht, da diese zu häufig ihr Hippie-Outfit kritisieren. Im September lernt Alice ihre neue Freundin Chris kennen, die in einer Boutique arbeitet, in welcher sie auch Alice einen Arbeitsplatz verschafft. Alice verdient nun Geld, ist finanziell unabhängig und fühlt sich großartig. Zu Hause hält sie es allerdings kaum noch aus, ihre Eltern nerven sie, sie muss erneut Beruhigungstabletten schlucken, um den Alltag zu überstehen. Am 26. September begleitet Alice Chris zu den College-Schülern Ted und Richie. Richie zeigt Alice, wie man auf Haschisch umsteigt. Alice verliebt sich in der Folge in Richie, sie schläft im Drogenrausch mit ihm und die beiden Mädchen beginnen zu dealen, selbst auf dem Pausenhof einer Grundschule verkauft Alice Stoff an 9-jährige Kinder. Wenig später müssen Alice und Chris erkennen, dass die beiden Jungen eine homosexuelle Beziehung führen. Alice kommt sich betrogen vor und fühlt sich unwohl bei dem Gedanken, Drogen an Kinder verkauft zu haben. Chris und Alice sind fest entschlossen, ihre bisherige Lebensweise zu ändern und einen Neuanfang in San Francisco zu wagen. Bevor die beiden Mädchen aufbrechen, zeigt Alice Richie bei der Polizei an, auch um – wie sie es meint – die Grundschulkinder vor Richie zu schützen. In San Francisco finden sie in einer heruntergekommenen 1-Zimmer-Wohnung Unterkunft. Nach längerem Suchen finden beide eine Beschäftigung: Chris arbeitet in einer exklusiven Boutique und Alice findet Arbeit in einem italienischen Schmuckgeschäft. Chris´ Arbeitsgeberin, Shelia, lädt in der Folge zu einer exklusiven Party ein, auf welcher die beiden Mädchen erneut Joints rauchen. Später werden sie erstmals zu Heroin verführt, danach werden sie missbraucht. Alice erkennt erstmals in welches Milieu sie abgeglitten ist und beide beschließen, die Szene zu verlassen. In Berkeley lassen sie sich nieder, eröffnen dort eine eigene Boutique, doch das näherrückende Weihnachtsfest wirkt sich negativ auf die Stimmung der beiden aus: Sie telefonieren mit ihren Eltern und fliegen am 22. Dezember nach Hause. Die Freude der Eltern ist groß und gemeinsam verbringen die beiden Mädchen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien. Alice hat nun seit langem wieder das Gefühl akzeptiert zu werden. Beide meinen, nun die schlimmste Zeit überwunden zu haben und schmieden gute Vorsätze für das anstehende, neue Jahr. Zu Beginn des neuen Jahres muss Alice allerdings feststellen, dass es nicht so einfach ist, die vergangenen Monate aus dem Kalender zu streichen – in der Schule wird sie nach Stoff gefragt und massiv unter Druck gesetzt. Ende des Monats gleiten Chris und Alice erneut in die Drogenszene ab; sie sind aber froh, wieder dabei zu sein und nehmen nun, was sie bekommen können. Ende Februar werden die beiden bei Chris von der Polizei überrascht, sie schwören, dass es ihr erster Versuch gewesen ist, dennoch verlangen Alice´ Eltern, dass sie einen Psychotherapeuten aufsucht. Mit dieser Belastung wird Alice nicht fertig, sie flieht im Drogenrausch nach Denver, später nach Oregon und landet schließlich verwahrlost bei der Heilsarmee. Alice wird zu einem Arzt gebracht, dieser stellt Unterernährung fest. Im Wartezimmer lernt sie das 14-jährige Mädchen Doris kennen, welches ihr anbietet, bei ihr zu wohnen. Gemeinsam ziehen sie nach Coos Bay und später nach Südkalifornien weiter. Alice lernt die Lebensgeschichte von Doris kennen und schwankt in der Folge zwischen Hochgefühl und starker Depression, Alice verliert durch den permanenten Drogenkonsum jegliches Zeit- und Ortsgefühl und wird später erneut missbraucht. Alice hat erneut große Sorgen, schwanger zu sein, bittet Gott um Hilfe und findet schließlich einen Priester, der einen Kontakt zu ihren Eltern herstellt. Bis ihre Eltern sie abholen kommen, lernt Alice das Schicksal weiterer Straßenkinder kennen und beschließt, mit dem Drogenkonsum aufzuhören. Die Vergangenheit will sie hinter sich lassen und deshalb zu Hause ein neues Tagebuch beginnen. Mit ihren Erfahrungen möchte sie in der Zukunft anderen Menschen helfen und beabsichtigt nach der Schule in der Jugendarbeit tätig zu sein.

Tagebuch Nummer zwei

Am 06. April beginnt Alice, ein weiteres Tagebuch zu führen. Sie ist wieder zu Hause bei ihren Eltern, wird umsorgt und fühlt sich großartig. Als ihre Großeltern zu Besuch kommen, muss Alice erkennen, dass diese mittlerweile stark gealtert sind, sie gibt sich dafür die Schuld. Alice muss in der Folge lernen, dass sie ihre Vergangenheit nicht einfach vergessen kann. In der Schule wird sie vom Rektor wüst beschimpft, doch Alice versteht dies als persönliche Herausforderung und als Bestätigung für ihren späteren Berufswunsch. Sie versucht die Vergangenheit hinter sich zu lassen, erlebt Mitte April jedoch einen Nachrausch und wird von alten Bekannten verfolgt und beleidigt. Alice fühlt sich allein und äußert den Wunsch nach einem festen Freund, mit dem sie über alles sprechen kann. Als ihr Großvater stirbt, leidet Alice unter Alpträumen und ihre Schulleistungen verschlechtern sich. Mitte Mai entdeckt sie in ihrer Handtasche einen Joint, sie bekommt Angst und fragt sich, weshalb manche Menschen erneut versuchen, sie mit Drogen zu konfrontieren. Sie lernt den Studenten Joel Reems kennen und verliebt sich in ihn. Anfang Juni bittet die Nachbarin Mrs Larsen Alice darum, auf ihr Kind aufzupassen, da die eigentliche Babysitterin Jane kurzfristig absagt. Alice übernimmt diese Aufgabe und muss miterleben, wie Jane 30 Minuten später völlig bekifft erscheint und selbst auf das Kind aufpassen möchte. Alice weiß sich nicht anders zu helfen und verständigt Janes Eltern. Jane schwört Rache. In den folgenden Wochen wird Alice erneut massiv unter Druck gesetzt, es wird dabei auch gedroht ihrer Familie etwas anzutun. Alice ist deprimiert und muss in dieser Zeit auch noch den Tod ihrer Großmutter verkraften. Als Alice öffentlich mit einer Vergewaltigung gedroht wird, entscheidet sich Alice Joel und ihrem Vater Teile der Wahrheit zu erzählen, sie findet dabei breite Unterstützung. Zu Beginn der Sommerferien hütet Alice täglich das Kind ihrer Nachbarin, isst schokoladenüberzogene Erdnüsse und erkennt nicht, dass diese absichtlich mit LSD präpariert wurden. Alice erlebt einen Horrortrip und wacht im Gefängniskrankenhaus wieder auf: Ihre Fingerspitzen sind abgerissen, zwei Nägel sind ganz herausgerissen, sie leidet an einer Gehirnerschütterung und ist von Alpträumen geplagt. Die ehemaligen Freundinnen Marcie und Jane belasten Alice vor dem Jugendgericht als Dealerin und Alice wird in einem Psychiatrischen Landeskrankenhaus untergebracht. Alice kann nachts nicht schlafen; sie lernt in dieser Zeit das Schicksal eines 13-jährigen Mädchens kennen und erhält Ende Juli das Privileg, die Anstaltsschule zu besuchen. Alice beginnt allmählich, sich in den therapeutischen Gesprächen zu öffnen und berichtet von ihrem späteren Berufswunsch. Der behandelnde Arzt rät ihr, sich in der Anstalt über das Schicksal weiterer Personen zu informieren, sodass Alice weitere Einblicke in die Drogenkarriere anderer Menschen bekommt. Breite Unterstützung findet Alice in dieser Zeit von Joel und ihren Eltern. Anfang August gelingt es dem Vater, dass Jane und Marcie ihre belastenden Aussagen rückgängig machen. Alice wird entlassen und ist einfach nur glücklich. Mitte August begleitet die Familie ihren Vater in den Osten der USA, wo Alice mit ihren Geschwistern zwei Wochen verbringt. Als Alice wieder zu Hause ist, lernt sie neue Freunde kennen und verbringt mit Joel einer ihrer schönsten Geburtstage. Als die Schule wieder beginnt, sagt ihr der Verstand, dass diesmal alles gut gehen wird. Alice entschließt sich, kein weiteres Tagebuch mehr zu führen.

In einer letzten Anmerkung des Herausgebers erfährt der Leser, dass Alice drei Wochen nach dem Entschluss, kein weiteres Tagebuch mehr zu führen, an einer Überdosis stirbt.

1.2 Klaus Kordon: Die Einbahnstraße

In dem von Klaus Kordon geschriebenen Jugendbuch „Die Einbahnstraße“ wird beschrieben, wie sich ein Junge für ein drogensüchtiges Mädchen interessiert und selbst Gefahr läuft, in das Drogenmilieu abzugeleiten.

Die Schüler Andy, Charly und Herbert lernen gemeinsam für die letzten Arbeiten vor den Sommerferien. Herbert bemüht sich dabei, dass Andy und Charly versetzt werden. Sie sitzen auf dem Dachgiebel eines Hauses und erkennen wie im gegenüberliegenden Haus ein blondes Mädchen einzieht. Andy findet Gefallen an ihr. Am nächsten Tag steht Inga Hoff als neue Schülerin in der Schulklasse und Andy erkennt sie sofort wieder. Andy kommt aus einer wohlhabenden Familie und genießt individuellen Freiraum. Auch Inga findet an Andy offenbar Gefallen. Andy ist bereit seine Freunde zu versetzten, stattdessen verbringt er seine Zeit lieber mit Inga im Schwimmbad. Als ihn seine Freunde dort sehen, wird ihnen keine Beachtung geschenkt. Die fehlende Lernbereitschaft Andys kumuliert mit negativen Leistungsergebnissen. Im Pausenhof entdecken Herbert und Charly den 20-jährigen Ali, der nach der 9. Klasse von der Schule geflogen und zwischenzeitlich als Dealer tätig ist. Ihnen fällt auf, dass er Inga merkwürdig hinterher schaut, sie vermuten deshalb, dass Inga etwas mit Drogen zu tun haben könnte. Charly sorgt sich um Andy, er meint, Andy warnen zu müssen. Am nächsten Tag versucht er, Andy abzupassen, doch dieser meint, er solle sich nicht einmischen. Drei Tage vor Beginn der Sommerferien sehen Charly und Herbert wie Andy und Inga in aller Öffentlichkeit streiten, ehe Inga in den Sportwagen Alis einsteigt. Ali winkt Andy zu, doch dieser reagiert nicht. Am Abend besucht Charly Andy, doch es kommt zu einem Streit und Charly soll verschwinden. Einen Tag vor Beginn der Sommerferien wird es Inga im Englischunterricht schlecht, sie bittet darum, nach Hause gehen zu dürfen, kommt dort allerdings nicht an. Sie ist spurlos verschwunden. Charly und Herbert beobachten, wie Andy in Ingas Haus verschwindet. Als er wieder geht, klingeln Charly und Herbert an der Wohnungstür. Ingas Mutter öffnet, sie ist beunruhigt. Aus dem geführten Gespräch entnehmen Charly und Herbert, dass Inga drogenabhängig ist und Andy dies geheim halten möchte. Am letzten Schultag werden die Zeugnisse ausgegeben, Andy hat das Klassenziel nicht erreicht. Mitten in der Nacht klingelt bei Charly das Telefon, auch Andy ist verschwunden. Charly erkennt, dass er durch sein Schweigen die Situation mitverschuldet hat. Als Andys Eltern erscheinen, packt er aus und sie gehen gemeinsam zu Ingas Wohnung. Inga ist ebenfalls noch nicht zurückgekehrt und ihre Eltern erklären, dass Inga bereits drogenabhängig und schon mal verschwunden war. Trotz beruflicher Schwierigkeiten entschloss sich die Familie für den vorgenommenen Umzug, weil dieser von der Drogenberatungsstelle nahegelegt wurde. Zu Hause stellt Andys Vater fest, dass Geld gestohlen wurde. Auf dem Polizeirevier sagt Charly alles, was er über die beiden Vermissten und den Dealer Ali weiß. Weil Charly und Herbert nicht wissen, wo sie nach den beiden suchen sollen, gehen sie zu Ali und erhoffen sich von ihm Auskunft. Sie erkennen nicht, dass sie Ali damit warnen. Als Charly Anfang August mit seiner Schwester Carola einen Film im Kino anschaut, entdeckt er auf dem Heimweg, dass in Alis Wohnung noch Licht brennt. Er bringt Carola nach Hause und kehrt zurück zu Alis Wohnung. Er wartet bis das Licht ausgeht und sieht wie Andy und Inga das Haus verlassen. Kurzerhand entschließt sich Charly, die beiden zu verfolgen, dabei wird er von Ali überwältigt und gemeinsam mit Inga und Andy nach Bremen verschleppt. In Bremen erhält Charly die Möglichkeit zu entfliehen, doch er entscheidet sich bei Andy und Inga zu bleiben. Alle drei landen in einer Fixerwohnung und Andy erlebt einen ersten Einblick in das Drogenmilieu, er sieht wie geraucht und gespritzt wird. Andy raucht seinen ersten Joint. Charly lernt in den folgenden Tagen die übrigen Drogenabhängen besser kennen und erfährt von ihrer Lebenseinstellung. Sie sehen das Leben als wenig sinngebend an und begründen damit ihre Drogensucht. Um an Rauschgift zu gelangen, gehen Teile der Gruppe auf Beutezug, andere verdienen ihr Geld durch sexuelle Dienste. Während Andy, Inga und das Mädchen Moni mit dem Klauen beschäftigt sind, meldet sich Charly zu Hause und berichtet, dass er versuche, Andy aus der prekären Lage herauszuholen. Charly scheitert mit seinen Überredungsversuchen, Andy beginnt zu spritzen. In der folgenden Nacht wird die Wohngruppe von einer Polizeirazzia überrascht, alle müssen flüchten und Andy, Inga, Charly sowie Buffy finden vorübergehend Unterschlupf in einem Keller. Buffy benötigt einen Schuss, gerade auch deshalb, weil er Angst hat, Inga könnte seine Vorräte stehlen; als Trostpflaster erhält sie einen Joint. Inga beginnt im Folgenden ihre Lebensgeschichte zu erzählen, vor allem berichtet sie, wie sie an Rauschgift gekommen ist. Bereits mit 5 Jahren kann Inga lesen, in der Schule hat sie keinerlei Probleme, bei den Lehrern ist sie beliebt, nicht aber bei ihren Mitschülern. Sie lernt Rolf kennen, der häufig hascht. Ingas Eltern wollen, dass sie derartige Kontakte nicht pflegt und erwägen, Inga ins Internat zu schicken. Inga gerät in Panik, entflieht der elterlichen Kontrolle und flüchtet gemeinsam mit Rolf in mehrere Großstädte. Zwischenzeitlich ist sie abhängig, sie muss auf den Strich gehen, um Geld zu verdienen. Letztlich setzt sich Inga den „Goldenen Schuss“, sie wird aber gerettet und in eine Entzugsklinik eingewiesen. Als Inga wieder clean ist, zieht sie auf Empfehlung der Drogenberatungsstelle in eine andere Umgebung. Schließlich verlässt Buffy als Erster das Kellerloch. Inga leidet unter Entzugserscheinungen, sodass Inga und Andy bereit sind, zu klauen. Da sie erfolglos bleiben, versuchen sie bei Ali an Stoff zu kommen. Ali liefert jedoch nur gegen Bezahlung, es kommt zur Schlägerei und Andy wird schwer verletzt. Ali flüchtet, wirft aber noch ein Briefchen auf den Boden, damit Inga sich einen Schuss setzten und gehen kann. Charly gelingt es, in einem gegenüberliegenden Wirtshaus die Polizei zu rufen. Als Charly zurückkehrt ist Inga verschwunden. Andy wird in das Krankenhaus eingeliefert und erkennt, dass Charly sich wirklich für ihn eingesetzt hat. Dennoch ist er traurig, dass Inga wohl nicht mehr geholfen werden kann. Andy erzählt seinen Freunden, dass er im Freibad nicht mit ihnen gesprochen hat, weil man sonst Ingas Einstiche hätten sehen können. Nachdem alle drei aus ihren Sommerferien zurückkehren, erfahren die Freunde von Ingas Tot – hervorgerufen durch den „Goldenen Schuss“.

[...]

Details

Seiten
30
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638631549
ISBN (Buch)
9783638738323
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v71277
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) Freiburg
Note
1,0
Schlagworte
Problemorientierte Jugendliteratur Rahmen Unterrichts Projektunterricht

Autor

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Titel: Problemorientierte Jugendliteratur im Rahmen eines projektorientierten Unterrichts