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Analyse des Beitrags von Verrechnungspreisen zum Gemeinkostenmanagement

Seminararbeit 2006 23 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Aspekte des Gemeinkostenmanagements
2.1 Problematik des Gemeinkostenbereichs
2.1.1 Abgrenzung und Merkmale des Gemeinkostenbereichs
2.1.2 Besonderheiten der Dienstleistungserstellung
2.2 Zielsystem des Gemeinkostenmanagements
2.3 Methoden des Gemeinkostenmanagements

3 Verrechnungspreise als Ansatz im Gemeinkostenmanagement
3.1 Konzeptioneller Rahmen von Verrechnungspreisen
3.1.1 Abgrenzung von Verrechnungspreisen
3.1.2 Funktionen von Verrechnungspreisen
3.1.3 Arten von Verrechnungspreisen
3.2 Gemeinkostenmanagement auf Basis von Verrechnungspreisen
3.2.1 Verrechnungspreise als nachfrageorientiertes Steuerungsinstrument
3.2.2 Anwendungsvoraussetzungen im Gemeinkostenbereich
3.2.3 Kritische Würdigung des Ansatzes im Gemeinkostenbereich

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Abgrenzung der Leistungsbereiche einer Unternehmung

2 Zielsystem des Gemeinkostenmanagements

3 Methoden des Gemeinkostenmanagements

4 Arten von Verrechnungspreisen

Tabellenverzeichnis

1 Typologisierung von Leistungen im Gemeinkostenbereich

1 Einleitung

Anfang September 2006 veröffentlichte der Axel Springer-Konzern Pläne, jeden vierten Arbeitsplatz in zentralen Einheiten wie Personal, Recht, Finanzen und Einkauf abzubauen.[1] Aktuelle „Optimierungsprogramme“ der Commerzbank AG resultieren in merklichen personellen Freisetzungen in der Kreditbearbeitung, Geschäftsabwicklung und Informationstechnologie.[2]

Abstrahierend lassen sich beide Beispiele aus der gegenwärtigen Unternehmenspraxis als massive Redimensionierung des indirekten bzw. sekundären Leistungsbereichs beschreiben und auf diese Weise mit einer viel diskutierten Problemstellung in Verbindung bringen: der Frage nach Effizienz und Effektivität im Gemeinkostenbereich sowie Lösungsansätzen zu deren Sicherstellung. Fundamentale Bedeutung erlangt diese Thematik vor dem Hintergrund der quantitativen Expansion des Gemeinkostenbereichs in den vergangenen Jahrzehnten[3] und dem Versagen traditioneller Kostenrechnungssysteme zur permanenten Planung, Steuerung und Kontrolle der Gemeinkosten, die mit einer Fokussierung auf Bezugsgrößen und variabler Kostenstruktur den Anforderungen eines adäquaten Systems zuwiderlaufen[4]. Da heute verwandte Verfahren des Gemeinkostenmanagements wie u.a. das Zero-Base-Budgeting sich durch ihre projektbezogene und aperiodische Anwendung auszeichnen, klafft auf der Ebene kontinuierlicher Konzepte scheinbar eine Lücke, deren zumindest partielle Schließung die Autoren Wegmann [1982] und Scherz [1998] der Einführung von Verrechnungspreisen zutrauen. Philosophie dieses aus der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung stammenden Ansatzes ist es, unternehmensinterne Dienstleistungen durch Beimessung eines Preises zu einem knappen Gut zu transformieren und über die zielgerichtete Beeinflussung der Leistungsempfänger zur Dimensionierung und Strukturierung des Gemeinkostenbereichs beizutragen.[5]

Ziel dieser Arbeit ist es daher, unter besonderer Beachtung der Problematik des Gemeinkostenbereichs (Kapitel 2) Funktionen und Arten von Verrechnungspreisen zu illustrieren sowie herauszuarbeiten, welchen Nutzen ein Verrechnungspreissystem der Steuerung interner Dienstleistungsbereiche stiften kann (Kapitel 3).

2 Grundlegende Aspekte des Gemeinkostenmanagements

2.1 Problematik des Gemeinkostenbereichs

2.1.1 Abgrenzung und Merkmale des Gemeinkostenbereichs

Aus verrechnungstechnischer Sichtweise stellen Gemeinkosten im Gegensatz zu den Einzelkosten den Kostenteil einer Unternehmung dar, der sich nach dem Kostenverursachungsprinzip nicht unmittelbar auf ein Bezugsobjekt wie Kostenträger oder Kostenstelle zuweisen lässt und eine indirekte Zurechnung über Schlüsselgrößen erfährt.[6] Eine alternative, für diese Untersuchung bedeutendere Klassifizierung erhält man, wenn man den Markt- und Produktbezug als Differenzierungskriterium heranzieht und Gemeinkosten als nicht direkt produktiven, nur mittelbar mit der eigentlichen Betriebsleistung verbundenen Werteverzehr interpretiert. Resultat einer solchen Klassifizierung ist die Beschreibung des Gemeinkostenbereichs durch die Prozesse des indirekten und sekundären Leistungsbereichs[7], wie Abb.1 verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Gemeinkostenbereich ist anhand dreier Merkmale zu charakterisieren, seinem nur teilweise vorhandenen Marktbezug, seiner beschäftigungsfixen Kostenstruktur und der Immaterialität der erstellten Leistung (Dienstleistungscharakter).[8]

Während der indirekte Leistungsbereich Hilfsfunktionen für den direkten Leistungsbereich wahrnimmt und seine Leistungsmenge mittelbar vom marktbeeinflussten Produktions- und Absatzprogramm abhängt, ist nahezu kein Zusammenhang zwischen der Produktionsmenge der Unternehmung und dem Leistungsumfang der Verwaltungsstellen im sekundären Bereich festzustellen, d.h. ein Marktbezug zu verneinen.[9] Deshalb sind Marktindikatoren wie Auftragsbestände oder Kundenzahlen gar nicht oder nur unzureichend in der Lage, die Notwendigkeit der Redimensionierung von Kapazitäten im Gemeinkostenbereich zu signalisieren, und es existiert regelmäßig keine Kenntnis über die erforderliche Quantität und Qualität der Dienstleistungsprozesse, die die Zielerreichung der direkten Leistungsbereiche sicherstellen.[10] Aus dem Dienstleistungscharakter der im Gemeinkostenbereich vollzogenen Prozesse, bei denen das Verhältnis von eingesetzten Personal- zu Sachkapazitäten wesentlich ausgeprägter als im Produktionsbereich ist, folgt die durch einen sehr hohen Anteil beschäftigungsunabhängiger Personalkosten gekennzeichnete Kostenstruktur[11]. Kostenrechnungssysteme auf Teilkostenbasis stehen im Gemeinkos-tenbereich somit vor dem Faktum, mit den variablen Kosten nur einen geringen Teil der Kosten zu erfassen, wohingegen Vollkostensysteme sich dem Dilemma der Fixkostenproportionalisierung gegenübersehen. Vor diesem Hintergrund soll im folgenden Abschnitt die Problematik des Dienstleistungscharakters separat betrachtet werden, da sie in der vorliegenden Problemstellung eine zentrale Bedeutung einnimmt.

2.1.2 Besonderheiten der Dienstleistungserstellung

Aufgrund der Tatsache, dass im Gemeinkostenbereich weitgehend innerbetriebliche Dienstleistungen zur Unterstützung der direkten Leistungsbereiche erbracht werden, ergibt sich ein weiteres Problemfeld der Steuerung unterstützender Einheiten, die Produktivitätsbestimmung im Gemeinkostenbereich, die sich in die Subprobleme Messung von Ressourceninput und von Leistungsoutput weiter differenzieren lässt. Kern beider Subprobleme ist die Heterogenität der geleisteten Tätigkeiten, die sich entsprechend Tab.1 in einem kontinuierlichen Intervall in eher gut- oder schlecht-standardisierbare Leistungen einordnen lassen.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gut-standardisierbare Leistungen erlauben die Definition des Ressourcenbedarfes ex ante im Gegensatz zu den schlecht-standardisierbaren Prozessen, bei denen der Ressourceninput erst nach Ausbringung der Leistung durch Analyse der in den Erstellungsprozess integrierten Kapazitäten ermittelbar ist. Zusätzlich erschwert der häufig abteilungsübergreifende Charakter der Leistungserstellung die Abgrenzung einzelner Dienstleistungen und infolgedessen die Identifikation des wahren Ressourcenverbrauchs.[13] Bezüglich des Outputs bleibt zu konstatieren, dass Dienstleistungen konträr zu den Sachleistungen des Produktionsbereichs nicht ohne weiteres in Form von Mengengrößen zu erfassen sind, da vor allem schlecht-standardisierte Prozesse quantitativ kaum messbar sind bzw. die große Heterogenität der Ausbringungsqualität die Bündelung „artengleicher“ Leistungen über Mengengrößen zweifelhaft werden lässt.[14] Die Analyse der wertmäßigen Wirtschaftlichkeit wird zuletzt dadurch diffizil, dass die Leistungen des Gemeinkostenbereichs nicht am Markt angeboten werden und ihnen zumindest direkt kein Wertansatz beigemessen werden kann.[15]

2.2 Zielsystem des Gemeinkostenmanagements

Analog der funktionellen Definition des Kostenmanagements bei Schweitzer/Friedl[16] werden in dem Terminus Gemeinkostenmanagement sowohl sachbezogene Aufgaben zur operativen Lenkung und strategischen Gestaltung der Gemeinkosten als auch personenbezogene Maßnahmen zur zielorientierten Beeinflussung individuellen Verhaltens integriert, so dass jeder Managementansatz stets eine Koordinations- und Motivationsfunktion beinhalten sollte.[17] Abb.2 liefert die Ableitung des Zielsystems des Gemeinkostenmanagements aus den Primärzielen einer Unternehmung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Financial Times Online [05.09.2006].

[2] Vgl. Süddeutsche Zeitung [04.11.2006], S.28.

[3] Vgl. u.a. Meyer-Piening [1980], S.691; Lamla [1995], S.42; Roolfs [1996], S.1. Hier wird der Anteil der Gemeinkosten an den Gesamtkosten mit steigender Tendenz auf 50% und mehr geschätzt.

[4] Vgl. Roolfs [1996], S44f.; Gaitanides [1980], S.680f.

[5] Vgl. Wegmann [1982], S.9f.; Scherz [1998], S.5.

[6] Vgl. Scherz [1998], S.62; Wegmann [1982], S.27; Roolfs [1996], S.32.

[7] Vgl. Friedl [2003], S.300f.; Meyer-Piening [1980], S.691.

[8] Vgl. Küpper [2001], S.330; Wegmann [1982], S.21; Scherz [1998], S.61.

[9] Vgl. Friedl [2003], S.300.

[10] Vgl. Wegmann [1982], S.98.

[11] Vgl. Scherz [1998], S.182; Roolfs [1996], S.34.

[12] Vgl. Beinhauer [1996], S.19ff.; Lamla [1995], S.42f.

[13] Vgl. Beinhauer [1996], S.20; Beinhauer/Schellhaas [1994], S.98f.; Friedl [2003], S.302.

[14] Vgl. Roever [1980], S.687; Beinhauer/Schellhaas [1994], S.99.

[15] Vgl. Küpper [2001], S.330.

[16] Vgl. Schweitzer/Friedl [1999], S.278.

[17] Vgl. Roolfs [1996], S.154; Wegmann [1982], S.6f.

Details

Seiten
23
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638689694
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v71933
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Lehrstuhl für Controlling
Note
1,0
Schlagworte
Analyse Beitrags Verrechnungspreisen Gemeinkostenmanagement

Autor

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