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Das Jugendgericht - Der Werdegang der deutschen Gerichtsshows

Hausarbeit 2005 14 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Amerikanische Vorläufer der Gerichtsshows

3 Deutsche Gerichtssendungen
3.1 Streit um drei (ZDF)
3.2 Richterin Barbara Salesch
3.3 Das Jugendgericht (RTL)

4 Gerichtssendungen im Vergleich zu Talkshows

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Hausarbeit wird „Das Jugendgericht“ (RTL) und der allgemeine Werdegang des Formates der Gerichtsshows im deutschen und im amerikanischen Fernsehen sein. Es sollen die Anfänge der Gerichtssendungen in Amerika, deren Veränderungen im Laufe der Zeit und die stets zunehmende Popularität bei deutschen Zuschauern dieses Formates dargestellt werden.

Während der Recherche stellte sich wiederholt das Phänomen dar, dass die vor allem beim jüngeren Publikum sehr beliebten Talkshows immer mehr von sogenannten Gerichtsshows abgelöst werden. Die Quoten des Daily Talks sind zwischen 1998 und 2001 teilweise um mehr als zehn Prozent zurück-gegangen[1]. Die Sender reagierten auf diese Tatsache und mittlerweile wird das nachmittägliche Fernsehprogramm zwei der drei größten deutschen Privat-fernsehsender (RTL und Sat1) von Gerichtsshows dominiert. Nun soll in dieser Arbeit die Frage geklärt werden, wie es zu diesem Interessenwechsel bei den deutschen Zuschauern kam und welche Interessen und Bedürfnisse der Zuschauer durch Gerichtsshows bedient werden.

2 Amerikanische Vorläufer der Gerichtsshows

Das Interesse der Bevölkerung an Gerichtsverhandlungen und den Details eines Falles wurde vor circa 10 Jahren in den USA deutlich. Damals erregte der Prozeß gegen O.J. Simpson die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit. Dem berühmten Football- und Filmstar wurde vorgeworfen, 1994 seine Frau und deren Lebensgefährte ermordet zu haben. Der Prozeß, der mit einem Freispruch endete, war Thema in unzähligen Reportagen, internationalen Nachrichten und wurde von einem Großteil der amerikanischen Bevölkerung regelmäßig und mit großem Interesse verfolgt.

Auf diese Aufmerksamkeit reagierten amerikanische Fernsehsender, indem sie Sendungen wie „People’s Court“ und „Judge Judy“ an den Start brachten. In diesen Formaten werden echte Fälle verhandelt und echte Urteile gesprochen und sie erfreuen sich bis heute sehr großer Beliebtheit. So hat die Sendung „Judge Judy“ sogar die erfolgreiche Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey zeitweise übertroffen[2]. Desweiteren entstand ein Kabelkanal, auf dem die Zuschauer 24 Stunden am Tag live übertragene Prozesse verfolgen können: Das Court-TV[3]. Aus diesem Format entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahre eine Vielzahl von ähnlichen Sendungen, wie zum Beispiel „Bewährungsanhörungen (‚Lock & Key‘), Haftrichtersitzungen (‚Instant Justice‘), Justizpolitik (‚Washington Watch‘) und Rechtsberatung für Zuschauer (‚Millers Law‘)[4]. Das „Court TV“ zieht nun immer größere Kreise. So ist es mittlerweile in „47 der 50 US-Bundesstaaten“[5] erlaubt, die Verhandlung zu filmen, „wenn nicht gerade geschützte Kronzeugen oder Minderjährige involviert sind“[6] und in gerade mal 15 Staaten haben Zeugen und andere Prozeßteilnehmer überhaupt das Recht Widerspruch gegen eine Übertragung zu erheben[7].

In ähnlicher Weise startete 2000 im amerikanischen Court-TV die Übertragung mehrerer Polizeiverhöre von Mördern. In dieser Sendung werden die Original- Aufzeichnungen der Verhöre gezeigt, in denen die mittlerweile verurteilten Täter die Taten bis ins letzte grausame Detail beschreiben[8].

Das Verlangen nach solchen Formaten besteht in den USA nun schon eine ganze Weile und das scheint sich so schnell auch nicht zu ändern.

Der mittlerweile angelaufene Prozeß gegen Michael Jackson wegen sexuellem Missbrauch wird ebenso wie der O.J. Simpson-Prozeß mit größtem Interesse weltweit verfolgt.

3 Deutsche Gerichtssendungen

In diesem Kapitel möchte ich drei deutsche Gerichtssendungen („Streit um drei“(ZDF), „Richterin Barbara Salesch“ (Sat.1) und „Das Jugendgericht“ (RTL)) etwas genauer vorstellen und auf den Aufbau und die Auswahl der Fälle eingehen.

3.1 Streit um drei (ZDF)

Den Beginn der Gerichtssendungen auf ZDF findet man schon in den sechziger Jahren. Angefangen hat es mit „Fernsehgericht“, „Ehen vor Gericht“ und dann „Verkehrsgericht“. Alle drei Sendungen verliefen nach einem ähnlichen Konzept und dem schloß sich am 16.08.1999 auch die Sendung „Streit um drei“ an, welche der Zuschauer dann immer Montags bis Freitags um 15:10 Uhr sehen konnte. Hauptcharaktere dieses Formates waren Richter Guido Neumann, Ekkehard Brandhoff und der Rechtsexperte Wolfgang Büser, welche auch im realen Leben in den von ihnen dargestellten Arbeitsbereichen aktiv waren[9].

Während der 45minütigen Sendung verhandelte Richter Neumann drei zivilrechtliche Fälle (welche frei erfunden waren), in denen es zumeist um Nachbarschaftsstreitigkeiten ging. Die Parteien, die von Laienschauspielern dargestellt wurden, standen an jeweils einem Pult in der Mitte des Saales vor dem Richtertisch und brachten ihre Argumente vor.

[...]


[1] s. Berliner Zeitung I

[2] s. Berliner Zeitung I

[3] s. Schimmeck 1994, S. 1

[4] s. Schimmeck 1994, S. 1

[5] s. Schimmeck 1994, S. 3

[6] s. Schimmeck 1994, S. 3

[7] s. Schimmeck 1994, S. 3

[8] s. epd 2000

[9] s. Berliner Zeitung II

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638689960
ISBN (Buch)
9783638901369
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v72119
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,3
Schlagworte
Jugendgericht Werdegang Gerichtsshows

Autor

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Titel: Das Jugendgericht - Der Werdegang der deutschen Gerichtsshows