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Zusammenfassung

Kiswahili ist eine agglutinierende Sprache, d.h. Präfixe, Infixe und Suffixe (Vorsilben, eingeschobene Silben und Nachsilben) sind besonders wichtig.
Da das Swahili dafür jedoch nicht dekliniert, muss die Wortstellung (fast) immer eingehalten werden: 1. Subjekt - Prädikat - Objekt (SPO). 2. Dieses Prinzip wird auch beim Verbum eingehalten: Subjektspronomen - Zeitindikator -
Objektspronomen (falls vorhanden) - Verbalstamm. 3. Die Qualifikativa (Adjektive, Numeralien, Pronomen, Relativsätze) folgen immer nach dem
Nomen. [...]

Leseprobe

1. Aussprache

Laute:

a, b, ch, d, dh, e, f, g, gh, h, i, j, k, kh, l, m, n, ng, ny, o, p, r, s, sh, t, th, u, v, w, y, z.

Vokalzeichen (a, e, i, o, u): Italienischer Lautwert, d.h., sie werden wie im Italienischen oder Deutschen ausgesprochen.

Doppelte Vokalzeichen werden zweisilbig ausgesprochen:

saa (Stunde), sprich: s a -a

mzee (Alter, Greis), sprich: mz e -e

bidii (Anstrengung, Fleiss), sprich: bi-d i- i

kondoo (Schaf), sprich: kon-d o -o

kuume (rechts), sprich: ku- u -me

Konsonantenzeichen: Englischer Lautwert. Das betrifft vor allem die Aussprache folgender Laute:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Leute kochen das Essen. Das Messer schneidet die Früchte. Die Person liest.

2. Wortstellung, „Konkordanz“ und „Klassensystem“

Kiswahili ist eine agglutinierende Sprache, d.h. Präfixe, Infixe und Suffixe (Vorsilben, eingeschobene Silben und Nachsilben) sind besonders wichtig.

Da das Swahili dafür jedoch nicht dekliniert, muss die Wortstellung (fast) immer eingehalten werden:

1. Subjekt - Prädikat - Objekt (SPO)
2. Dieses Prinzip wird auch beim Verbum eingehalten: Subjektspronomen - Zeitindikator - Objektspronomen (falls vorhanden) - Verbalstamm
3. Die Qualifikativa (Adjektive, Numeralien, Pronomen, Relativsätze) folgen immer nach dem Nomen

Beispiele:

Watoto wale wadogo wanasoma kitabu kile. (Jene kleinen Kinder lesen jenes Buch.)

Wörtlich übersetzt:

Wa- toto wa- le wa- dogo wa- na- soma ki- tabu ki- le

Die Kinder die jenen die kleinen sie Gegenwart lesen das Buch das jene.

Watoto wanakisoma. (Die Kinder lesen es (bezogen auf kitabu.)

Wa- toto wa- na- ki- soma.

Die Kinder sie Gegenwart es (bezogen auf Buch) lesen.

Watu watatu wanaimba. (Drei Leute singen, die drei Menschen singen.)

Wa- tu wa- tatu wa- na- imba.

Die Leute die drei sie Gegenwart singen.

Wazungu hawa wameona wakulima. (Diese Europäer haben die Bauern gesehen.)

Wa-zungu ha-wa wa- me- ona wa- kulima.

Europäer diese sie haben (Perfekt) gesehen die Bauern.

Wamewaona. (Sie haben sie (bezogen auf wazungu) gesehen.)

Wa- me- wa- ona.

Sie haben (Perfekt) sie (bezogen auf Europäer) gesehen.

„Konkordanz“ bedeutet, dass dem Präfix (der Vorsilbe) des Nomens (des Hauptwortes) auch die Vorsilben der von ihm abhängigen Wörter entsprechen [wie im Lateinischen Suffixe: puell a ill a parv a]. Diese können gleichlautend oder verschiedenlautend (aber trotzdem einander entsprechend) sein:

Ki su ki le ki refu ki nakata. (Jenes lange Messer schneidet.)

Ki - su ki - le ki - refu ki -na- kata.

Das Messer das jene das lange es jetzt schneidet.

M toto yu le m dogo a nasoma. (Jenes kleine Kind liest.)

M - toto yu - le m - dogo a - na- soma.

Das Kind das jene das kleine es jetzt liest.

Kiswahili zählt zu den Bantu-Sprachen und damit zu den afrikanischen Klassensprachen. „Klassensystem“ bedeutet, dass die Nomina (Hauptwörter) nicht nach Geschlecht (männlich, weiblich, sächlich) sondern nach asexuellen Kriterien wie menschlich, tierisch, pflanzlich, gross, klein, Instrumente, Kollektive usw., den Klassen, eingeteilt werden. In den Bantu-Sprachen erfolgt diese Einteilung durch Präfixe (Vorsilben), die damit in etwa unseren Artikeln entsprechen. Eine Unterscheidung wie bei unserem bestimmten und unbestimmten Artikel existiert jedoch nicht. Das Swahili kennt noch 15 Nominalklassen.

Beispiel: Ein M swahili ist Angehöriger des Ethnos der Wa swahili, spricht Ki swahili und lebt in U swahili.

3. Begrüssung – Salamu:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Personalpronomina

Selbständige Personalpronomina:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Personalpronomina als Präfixe vor dem Verbum (Subjektspronomen):

positiv:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

negativ:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. "Kopula"

Für das Wer Sein – Was Sein – Wie Sein – So Sein – Gleich Sein (existenzielles Sein, qualitatives Sein), aber nicht für das Wo Sein (lokatives Sein) wird im Präsens zumeist die Kopula (ni, verneint si) verwendet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die einfachen Zeitformen im Swahili werden gebildet, indem Infixe zur Markierung von Tempus aber auch von Aspekt, Implikation und Modus zwischen Personalpräfix bzw. Subjektspronomen und Stamm (Wurzel + Suffix) des Verbums gesetzt werden. Weitere Zeitformen werden durch Verwendung des Hilfsverbums -kuwa"sein" und das Hauptverbum zum Ausdruck gebracht, wobei beide Verben ein je unterschiedliches Infix als "Zeitindikator" erhalten.

Indikativ positiv (affirmativ):

Die Verben enden auf -a (ausser solche arabischen Ursprungs):

Präsens (aktuelle Gegenwart):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638715270
DOI
10.3239/9783638715270
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Bern
Erscheinungsdatum
2007 (April)
Schlagworte
Leitfaden Kiswahili Kurse Kiswahili

Autor

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Titel: Leitfaden Kiswahili