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Kulturimperialismus der USA

Hausarbeit 2004 15 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Die Wurzeln des amerikanischen Missionsgedankens
2.1. „Manifest Destiny“

3. Kulturimperialismus
3.1. Amerikanischer Kulturimperialismus nach 1945 in Europa
3.2. Vergleiche mit dem britischen Empire

4. Die „politische Religion“
4.1. Die neue Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus
4.1.1. Gründe für islamischen Fundamentalismus

5. Gründe für die USA, mehr Verantwortung in der globalisierten Welt zu übernehmen

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Was ist amerikanischer (Kultur-)Imperialismus? Die Amerikanisierung der Welt, Zerstörung fremder Kulturen oder Ausdruck modernen Kulturwandels?[1] Gerade in Europa findet man die verschiedensten Bezeichnungen für diesen Prozess. Ob Amerikanismus oder Amerikanisierung, wie oben schon einmal genannt, McDonaldisierung oder Verbreitung von amerikanischer Massen- und Populärkultur. Egal, welchen Namen er trägt, amerikanischer Imperialismus bietet genügend Stoff für Diskussionen.

In den folgenden Kapiteln möchte ich mich näher mit diesem Phänomen beschäftigen. Seinen Ursprung aus der puritanischen Tradition und dem ihr folgenden Prinzip des „Manifest Destiny“. Die Faktoren, die vor allem nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Kulturimperialismus der USA in Europa begünstigt haben. Außerdem möchte ich Parallelen ziehen zwischen dem amerikanischen Imperialismus und einem anderen „Empire“ unserer Geschichte.

Auch soll versucht werden die Frage nach der neuen Bedrohung Amerikas, dem internationalen Terrorismus, zu beantworten. Kann man dem amerikanischen Kulturimperialismus eine Mitschuld an der wachsenden Bedeutung des islamischen Fundamentalismus geben?

Am Beispiel des Irak soll dann gezeigt werden, das das amerikanische Sendungsbewusstsein auch heute noch eine nicht unwichtige Rolle in der amerikanischen Außenpolitik spielt.

Und schließlich möchte ich Gründe aufzeigen, die für die USA ausschlaggebend sein könnten, mehr Verantwortung in der globalisierten Welt des neuen Jahrtausends zu übernehmen.

2. Die Wurzeln des amerikanischen Missionsgedankens

Als Missionsbewusstsein wird der in Amerika wirkende Impuls bezeichnet, „... gewisse Werte (=Inhalt der Mission), die der amerikanischen Gesellschaft teuer und von ihr akzeptiert sind, anderen Gesellschaften, Völkern, Nationen, kurz ‚der Welt’ zu vermitteln, sie über die nationalen Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus in der Welt zu verbreiten, zu fördern, durchzusetzen.“[2]

Dieses Missionsbewusstsein wird auch durch das Gefühl der Auserwähltheit des amerikanischen Volkes begründet. Man kann eine Mischung aus politischem und religiösem Denken finden, die in dem Glauben, die USA seien die erste Demokratie der neueren Menschheitsgeschichte, gipfelt. Man unterscheide sich dadurch von allen anderen Ländern und Regimen. Dieser Umstand war vor allem im Hinblick auf die alten Regime in Europa wichtig. Ein zentraler Punkt war, wie Max Lerner es nannte, die „theory of exeptionalism“. Die bewusste moralische Distanzierung vom alten Kontinent.[3] Während sich das europäische Selbstverständnis auf das Bewusstsein einer ethnischen Zugehörigkeit, einer gemeinsamen Sprache, Religion und Geschichte gründet, sehen die USA ihr Selbstverständnis in ihrer amerikanischen Republik. Sie stützt sich auf universalistisch-moralische Grundlagen, mit Rechten für jeden Bürger, die natürlich und unveräußerlich sind. „Life, liberty and the pursuit of happiness.“[4]

Auch das Prinzip der Selbstverwaltung („self-government“) wird als eine rein amerikanische Erfindung angesehen, die sich durch die Unabhängigkeitserklärung und die Constitution auszeichnet. Trotz einer scharfen Trennung von Staat und Kirche, spielt die Religion, besonders das Christentum, in den USA eine gewichtige Rolle. Sie vermischt sich mit allen Lebensgewohnheiten und den patriotischen Gefühlen für die amerikanische Nation. Dies sind Belege dafür, dass das politische Missionsbewusstsein seine Impulse auch aus dem Puritanismus erhalten hat. Darum orientiert sich das politische Missionsbewusstsein stark an der „Mission of Salvation“.[5]

Das Gefühl der Auserwähltheit, lässt sich durch einen besonderen historischen Umstand erklären. Nach der Flucht der „Pilgrim fathers“ aus England und dem Neubeginn auf einem noch nahezu unbekannten Kontinent, konnte sich aus einer religiösen Gemeinschaft ein politisches Gemeinwesen entwickeln. Die neugegründeten Vereinigten Staaten von Amerika betrachteten sich als neues Israel und seine Bewohner sahen sich als ein von Gott auserwähltes Volk an.

Auch nach der späteren Säkularisation, blieb dieses Gefühl der Besonderheit. Und aus dem ursprünglich religiösen Sendungsglauben, wurde ein von den neuen freiheitlich-demokratischen Idealen geprägtes Missionsbewusstsein der amerikanischen Außenpolitik.

Als weitere Faktoren für den amerikanischen Missionsgedanken gelten, der ausgeprägte Individualismus und die starke Betonung des Eigentums, die auch aus der puritanischen Tradition hervorgehen. Daraus ergibt sich eine starke Eigenverantwortung jedes Einzelnen und der Ethos von Arbeit und Erfolg. Nur durch seinen Erfolg, kann der Mensch sehen das er erwählt ist. So ist das menschliche Streben nach Glück („pursuit of happiness“) in der amerikanischen Vorstellung untrennbar mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden.

Wenn man die bis jetzt genannten Punkte genauer betrachtet, kristallisiert sich heraus, dass der Glaube an die Auserwähltheit des amerikanischen Volkes der wichtigste Antrieb für den amerikanischen Missionsgedanken ist. Durch seinen religiösen Charakter ergibt sich die Notwendigkeit andere Länder zu missionieren und zu bekehren.

1917 formulierte William Tyler Page im Kongress jenes Glaubensbekenntnis, das als „American creed“ in die Geschichte eingegangen ist.

„I believe in the United States of America as a government of the people, by the people, for the people, whose just powers are derives from consent of the governed; a democracy in a republic, a sovereign nation of many sovereign states; a perfect union, one inseparable; established upon those principles of freedom, equality, justice and humanity for which American patriots sacrificed their lives and their fortunes. I therefore believe it is my duty to my country to love it, to support its constitution, to obey its laws, to respect its flag and to defend it against all enemies.”[6]

Dieses Bekenntnis stellt die amerikanische Gesellschaft mit ihren Werten der Demokratie, Gleichheit, des Glücks, der Freiheit und der Auserwähltheit, moralisch über jede andere Gesellschaftsform. Was nichts anderes bedeuten kann, als das Bedürfnis, die amerikanischen Werte mit Hilfe der Politik in der ganzen Welt zu verbreiten. Aus diesem Zusammenhang ergeben sich zwei allgemeine Vorstellungen über die amerikanische Außenpolitik:

1. die USA spielen eine einzigartige Rolle in der Welt und sie haben eine Mission
2. die amerikanische Außenpolitik ist notwendigerweise tugendhafter und selbstloser als die anderer Staaten.[7]

Diese universale Moral, die die USA vertritt, lässt deshalb auch nur zwei Alternativen zum Umgang mit der restlichen Welt zu:

[...]


[1] www.friedrich-mielke.de/kultur.html aufgerufen am 07.02.2004

[2] Weber, Jürgen: Der US-Amerikanische Kulturimperialismus und die schwarze Bürgerrechtsbewegung,Wien, WUV-Universitätsverlag 1997, S. 79

[3] Dittgen, Herbert: Amerikanische Demokratie und Weltpolitik, Paderborn, Münch Schöningh 1998, S.72

[4] Dittgen, Herbert: S.71

[5] Weber, Jürgen: S. 80

[6] Weber, Jürgen: S. 84-85

[7] Dittgen, Herbert: S. 73

Details

Seiten
15
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638621601
DOI
10.3239/9783638621601
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Erscheinungsdatum
2007 (April)
Note
2,3
Schlagworte
Kulturimperialismus

Autor

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Titel: Kulturimperialismus der USA